Wissenschaft ist ein methodisch geregeltes Erkenntnissystem. Mehrere methodische Ansätze können nebeneinander existieren, solange sie unabhängig von der forschenden Person sind.
Unterschied Alltag — Wissenschaft
Alltag:
nicht organisierte Erkenntnis
Routiniertes Handeln
Erfahrungsnahe Sprache
Vermeidung von Zweifel und Alternativen
Im subjektiven und/oder kollektiven Bewusstsein aufgehobene und vor allem mündlich weitergegebene Erkenntnis
Wissenschaft:
organisierte Erkenntnis
reflektiert—methodisches Handeln
Erfahrungsferne, abstrakte Sprache
Systematisierung von Zweifel
Aufdecken von und Suche nach Alternativen
selbstverständliche Annahme von Mehrdeutigkeit
vor allem in schriftlicher Form weitergegebene Erkenntnis
Ein Wissenschaftler… (Definition)
ist auf der Suche nach der wissenschaftlichen Erkenntnis und Wahrheit
ist bescheiden und denkt klar
Unterscheidet zwischen Tatsachen und Bewertungen
sieht sich in der Pflicht gegenüber Logik und Rationalität
verwendet nur Methoden, die offen gegenüber Kritik und Kontrolle sind
Befolgt die Ethik der Verantwortung
Was ist Verantwortungsethik?
Diese Form der Ethik definiert ethische Systeme, die bei Entscheidungen zwischen alternativen Handlungen auf die realen Resultate und die Zuständigkeit hierfür fokussieren.
Von der Idee zum Forschungsvorhaben (Exposé)
Ein Forschungsplan gibt einer wissenschaftlichen Arbeit Orientierung und einen möglichst konkreten Überblick über Art, Entfernung und die mögliche Fallhöhe bei Hindernissen. ~ Exposé (Forschungsskizze)
Das Exposé stellt einen modellhaften Entwurf der Problem- und Fragestellung sowie der Ziele der Arbeit dar, wobei eine Reflexion über die methodische wie theoretische Vorgehensweise und die Festlegung der einzelnen Arbeitsschritte erfolgt. Dadurch werden die innere Struktur und bestehende Zusammenhänge offengelegt, um den Zweck des Forschungsvorhabens zu sichern.
Was gehört in ein Exposé?
Problemstellung / Relevanz des gewählten Themas
Stand der Forschung
Fragestellung
Methodisches Vorgehen und Materialzugang
Arbeits— und Zeitplan
Vorläufiges Literaturverzeichnis
Die deduktiv—nomologische Vorgehensweise enthält…?
mind ein Gesetz
Mind eine Randbedingung
= Explanans/ Prämissen
eine Beobachtung = Explanandum / Konklusion
Nenne ein Beispiel für die deduktiv nomologische Vorgehensweise
Gesetz: Alle Rotdrosseln wandern.
Randbedingung: Vogel X ist eine Rotdrossel.
Beobachtung: Vogel X wandert
Welche Probleme gibt es bei dem deduktiv nomologischen Erklärungsansatz?
Gesetze müssen einmal aufgestellt und bestätigt werden, indem sie aus allgemeineren Gesetzen abgeleitet werden
Es ist nicht geklärt, ob Gesetze hierarchisch geordnet sind
Die allerallgemeinsten Gestze müssen aufgestellt werden
Eine deduktiv nomologische Erklärung besteht aus mind einem Gesetz, mind einer Randbedingung und einer Beobachtung, die erklärt werden soll. Gesetze sind deterministische, räumliche und zeitlich, unbegrenzte Aussagen. Deterministisch bedeutet, dass Gesetze als All—Aussagen formuliert werden können (bsp. alle Rotdrosseln wandern).
Aus wahren Prämissen lassen sich mithilfe des deduktiv nomologischen Erklärungsansatzes wahre Schlüsse anleiten. Das umgekehrte gilt jedoch nicht. Aus empirisch zutreffenden Schlussfolgerungen kann nicht auf die Wahrheit der Prämissen geschlossen werden.