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Welche Lernvoraussetzungen gibt es?
1) motivationale
2) kognitive
3) emotionale
4) soziale
5) motorische
Was ist Motivation?
Psychische Prozesse, die die Einleitung & Aufrechterhaltung zielbezogenen Handelns leisten
Erkläre das Rubikon Modell
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Was ist der Unterschied zwischen intrinsischer und extrinischer Motivation?
Intrinsisch: spannend, hat Wert, macht Spaß

Extrinsisch: Belohnungen, kein eigenes Interesse
Wie steigert man den Handlungsreiz/Wert?
- Verdeutlichung eigener Interessen
- Vermeidung extrinsischer Anreize
- Interessenbezogenes Lob (z.B. Bild loben, nicht Person!)
Wie steigert man die Erfolgserwartung?
- Individuelle Bezugsnorm (Beurteilungsaufgabe von Rheinberg)
- Flexible (inkrementelle) Begabungstheorie
Erkläre den Unterschied zwischen individueller, sozialer und sachlicher Bezugsnorm.
Individuell: Verlauf der Zeit, Verschlechterung/Verbesserung, persönlich

Sozial: Vergleich mit anderen Schülern

Sachlich: Zielfestsetzung z.B. Notenschlüssel
Erkläre den Unterschied zwischen Entitätssichtweise und inkrementeller Sichtweise.
Entitätssichtweise:
- Begabungen sind stabil
- bestimmtes Maß davon
- keine Steigerung möglich
- Lernende vermeiden Herausforderungen, geben leicht auf, sehen Anstrengung als Zeichen von Inkompetenz, ignorieren Feedback, fühlen sich bedroht vom Erfolg anderer

Inkrementelle Sichtweise:
- Begabungen können sich ändern
- Man kann intelligenter werden
- je mehr man lernt, desto mehr wird man lernen können
- Lernende nehmen Herausforderungen an, geben nach Rückschlägen nicht auf, sehen Anstrengung als Weg besser zu werden, finden Inspiration durch den Erfolg anderer
Welche Arten von Ziele gibt es?
Langfristige: Dauer von mehreren Jahren (z.B. im Abitur 2er Schnitt schaffen)

Mittelfristige: mehrere Wochen bis Monate (z.B. bis Schuljahresende Wissenslücke in Mathe schließen)

Kurzfristige: kurze überschaubare Zeiträume, einzelne Tage (z.B. so viel nachholen und vorarbeiten wie möglich)
Wie sehen geeignete Ziele aus?
SMART

Spezifisch
Messbar
Anspruchsvoll
Realistisch
Terminiert
Wie fördert man die Handlungsplanung?
- Setzung konkreter, zeitlich naheliegender, herausfordernder Ziele
- möglichst konkrete Planung des Vorgehens
Wie wird die Handlungsausführung geschützt?
- Lernen lernen
- Förderung der Selbstbeobachtungsfähigkeit
Wie erreicht man eine motivational günstige Handlungsbewertung?
- Integration des Lernertrags in den Alltag
- Beobachtung der Prinzipien von Reattributionstraining
Was sind Attributionen?
- subjektive Erklärungen für Ursachen von Handlungen und Handlungsergebnissen
- unterschiedliche Attributionen führen zu unterschiedlichen Handlungskonsequenzen
Nach welchen Faktoren werden Attributionen kategorisiert?
Stabilität und Ort der Ursache

Attributionen können stabil oder variabel und internal oder external sein.


Beispiele:

stabil & internal: Begabung
stabil & external: Aufgabenschwierigkeit
variabel & internal: Anstrengung
variabel & external: Zufall
Welche Attribute verursachen eine Verbesserung der Leistung? Welche einen Leistungsrückgang?
Verbesserung: internale & kontrollierbare Attribute (Beharrlichkeit, harte Arbeit, Anwesenheit)

Rückgang: externale & unkontrollierbare Attribute (Umwelt, Familie)
Welche Attributionen sind motivationsförderlich bzw. selbstwertdienlich?
bei Erfolg: internal
motivationsförderlich: Anstrengung
selbstwertdienlich: Begabung

bei Misserfolg: variabel
motivationsförderlich: Anstrengung
selbstwertdienlich: Zufall/Pech
Wie kann der Attributionsstil geändert werden?
- Modellierungstechniken: erwünschtes Verhalten wird demonstriert (z.B. indem über eigene Erfahrungen gesprochen wird)
- Kommentierungstechniken: direkte Kommentierung von Handlungsergebnissen (mündlich, schriftlich, operante Methode)
Was ist bei der Veränderung von Attributionen zu beachten?
Faustregeln:
1) Erfolge sollten internal, Misserfolge variabel attribuiert werden
2) Attributionen müssen realistisch sein
3) nicht jede Attribution ist für jedes Kind gleich gut geeignet

Wenn Lernende...
- Leistung stark überschätzen => Förderung der Motivation
- Leistung stark unterschätzen => Förderung des Selbstvertrauens
- Leistung realistisch einschätzen => Förderung der Motivation und des Selbstvertrauens im gleichen Umfang
Was ist Intelligenz?
Die Fähigkeit neuartige kognitive Anforderungen zu bewältigen.

- 25% der Schulnotenunterschiede kann durch Intelligenzunterschiede aufgeklärt werden
- Intelligenzeinflüsse nehmen über die Schuljahre ab, während das Vorwissen immer stärker an Bedeutung gewinnt
Was ist Vorwissen?
- erleichtert den Wissenserwerb
- wirkt motivierend
- kann hemmend für den Wissensaufbau sein
Beschreibe 3 kognitive Strategien.
Oberflächenstrategien:
1) Wiederholungsstrategien => Wiederholung einzelner Fakten
Tiefenstrategien:
2) Organisationsstrategien => Aufbereiten des Lernstoffs
3) Elaborationsstrategien => Integration neuen Wissens
Beschreibe metakognitive Strategien.
1) Selbsteinschätzung
2) Ziele setzen
3) Selbstüberwachung
Beschreibe die unterschiedlichen Arten von Wissen.
- deklaratives Wissen: Faktenwissen
- prozedurales Wissen: Anwendung des Wissens
- konditionales Wissen: richtige Lernstrategie für richtigen Stoff
Warum sind Lernen-lern-Tage wenig erfolgreich?
- Lernstrategien werden nicht ausreichend prozeduralisiert, nur deklaratives Wissen
- keine Handlungs-Ergebnis-Kontingenzen werden hergestellt
- nur kognitive Strategien, keine metakognitiven
Erkläre das zyklische Selbstregulationsmodell (Zimmermann).
Forethought Phase => Performance Phase => Self-Reflection Phase => …
Erkläre das normative Selbstregulationsmodell (Ziegler, Stöger).
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Beschreibe den typischen Ablauf eines Trainingsprogramms.
Dauer: 7 Wochen
Durchführung: während des regulären Unterrichts und der Hausaufgaben durch Lehrkräfte, nach zweitägiger Schulung, Begleitforschung mit formative Evaluation

Woche 1: Informationswoche
Woche 2: Selbstbeobachtungswoche
Woche 3-7: Lernzykluswochen
Nenne lernökonomische Strategien.
- Organisation des Arbeitsplatzes
- Einteilung der Lernzeit
- Gestaltung von Lernpausen
- Einteilung des Lernstoffs
- Vermeidung von Ablenkung
Wie kann die Nachhaltigkeit gewährleistet werden?
- mehrere Module (in versch. Fächern, zu versch. Strategien)
- Transfer auf tägliches Lernen
- Schulentwicklungsprojekte
- Verankerung im Curriculum
Was sind Emotionen?
- mehrdimensionale Konstrukte, die aus einem affektiven Kern sowie physiologischem, expressivem, kognitiven und motivationalen Komponenten bestehen
- werden in "States" und "Traits" unterschieden
Beschreibe die Lern- und Leistungsemotionen mit Beispiel und Wirkung.
positiv aktivierende Emotion => Begeisterung, Freude, Hoffnung => günstige Wirkung, z.B. gesteigerte Motivation, Verwendung Tiefen- und Selbstregulationsstrategien

positiv deaktivierende Emotion => Entspannung, Erleichterung, Zufriedenheit => kaum untersucht

negativ aktivierende Emotion => Angst, Ärger, Frust (vorsichtiger Umgang mit Angst, kann deaktivierend & kontraproduktive Wirkung zeigen) => kaum untersucht (Ausnahme: Prüfungsangst)

negativ deaktivierende Emotion => Langeweile, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung => weitgehend negativ, z.B. geringe Motivation, kaum Tiefen- und Selbstregulationsstrategien
Was ist Prüfungsangst?
Unter Prüfungsangst versteht man Besorgtheit und Aufgeregtheit angesichts von Leistungsanforderungen, die selbstwertbedrohlich sein können
Nenne Fakten zur Prüfungsangst.
1) Angst und Langeweile sind die am meisten genannten Emotionen im Unterricht
2) Jeder 6. Junge und jedes 4. Mädchen hat Prüfungsangst
3) Prüfungsängstliche haben durchschnittliche Leistungseinbußen von bis zu einer halben Notenstufe
4) Therapiebedarf => Verweis auf Schulpsychologen
5) Baldrian zeigt keine Wirkung direkt vor der Prüfung, stattdessen zum Einschlafen
Nenne die Entstehungsfelder bezogen auf Umfeld und Lernumgebung.
1) Eltern-Lehrer-Verhalten
2) Inhalt und Vermittlung des Lernstoffs
3) schulbezogene Fähigkeiten der Schüler
4) Schulleistungsbewertung => täglicher Alltag als Lehrer
5) Gestaltung der Prüfungssituation
6) Schüler-Schüler-Verhältnis
7) Verhalten und Einstellung der Eltern
8) Modelllernen/Modellwirkung
Was sind Auswirkungen von Prüfungsangst?
- Minderung von Leistungen
- Senkung des Selbstvertrauens
- negative Beeinflussung der Motivation bei starker Ausprägung
- subjektive Befindlichkeit
- soziale Kompetenzen
- effektive Lernstrategie => weniger Konzentration
- negativ: Depressionen, Hilflosigkeit, Selbstmordrate
Was sind Ansatzpunkte für eine Intervention?
- Prüfungssituationen dürfen von Schülern nicht als Situationen wahrgenommen werden, in denen sie als Person sozial bewertet werden
- Prüfungsängstliche Schüler richten in Prüfungssituationen ihre Aufmerksamkeit auf aufgaben- und selbstbezogene Gedanken => volle Widmung der Konzentration der Aufgabenlösung
Wie kann eine Diagnostik aussehen?
- Reflexion über den eigenen Unterricht, die eigene Prüfungsgestaltung etc.
- Videoaufnahmen
- Gespräche mit Eltern
- Gespräche mit Schülern
- Gespräche mit Kollegen/Supervision/Unterrichtsbeobachtungen
- selbst entworfene Fragebögen
- standardisierte Fragebögen
Beschreibe die differentielle Leistungsängstlichkeitsdiagnostik.
- Angstauslösung:
• Repertoire-Unsicherheit
• Wissensbezogene Angstauslösung
• Sozialbezogene Angstauslösung

- Angsterscheinungswesen:
• Physiologische Manifestation
• Emotionale Manifestation
• Kognitive Manifestation

- Angstverarbeitung:
• Gefahrenkontrolle
• Situationskontrolle
• Angstkontrolle
• Angstunterdrückung

- Angststabilisierung:
• Externale Stabilisierung
• Internale Stabilisierung
Nenne Tipps gegen Prüfungsangst.
1) Schaffung einer angstfreien Atmosphäre
2) Kompetenzaufbau
3) Aufklärung: Aufgeregtheit in Leistungssituationen ist normal
4) Modellwirkungen
5) Vorsicht: Anteilnahme kann Prüfungsangst verstärken
6) Senkung des Erwartungsdrucks
7) Perspektivenwechsel: Prüfungssituation als Lerngelegenheit
8) Selbstinstruktion
9) Langsames Gewöhnen an die Leistungsituation
10) Einüben von Entspannungstechniken
Was sind soziale Lernvoraussetzungen?
- einige Aspekte, z.B. Kommunikationsfähigkeit und Kooperation, unabdingbare Voraussetzungen für bestimmte Sozialformen des Unterrichts
- Quantitative und qualitative Merkmale von Sozialkontakten wirken sich auf das Wohlbefinden, die Motivation und die Leistungen aus
- ungünstiges Sozialverhalten kann zu Schwierigkeiten wie Unbeliebtheit oder Bullying führen
Erkläre die 3 Handlungsräume der Soziotope.
1) objektiver Handlungsraum
2) normativer Handlungsraum
3) subjektiver Handlungsraum
Erkläre die 6 verschiedenen Soziotope.
1) Lernsoziotop => lernen möglich, erwünscht (Klassenzimmer)

2) Infrastrukturelles Soziotop => lernen möglich, keine normative Vorgabe (Schulhof, Bus)

3) Vermeidungssoziotop => lernen möglich, unerwünscht (wegen Nachbarn kein Musikinstrument spielen)

4) Konkurrierendes Soziotop => lernen nicht möglich, keine normative Vorgabe (Kino)

5) Antagonistisches Soziotop => lernen nicht möglich, verpönt (Freundescliquen)

6) Thematisches Soziotop => lernen nicht möglich, geschätzt (unterstützende Familie, Lerngruppen, Vereine)
Welche Soziotope sind lernförderlich bzw. lernhinderlich?
Lernförderlich:
- Lernsoziotop
- Infrastrukurelles Soziotop
- Thematisches Soziotop

Lernhinderlich:
- Vermeidungssoziotop
- Konkurrierendes Soziotop
- Antagonistisches Soziotop
Welche Arten von Ressourcen gibt es?
Endogene Ressourcen:
in Person des Lernenden (Lernkapital)

Exogene Ressourcen:
in Umwelt des Lernenden (Bildungskapital)
Welche Aspekte beeinflussen das Bildungskapital?
1) ökonomisch
2) kulturell
3) sozial
4) infrastrukturell
5) didaktisch
Zwischen welchen zwei Arten von motorischen Lernvoraussetzungen unterscheidet man?
1) Psychomotorik
=> Zusammenhänge zwischen Bewegung und Lernen
(Struktur-affine / nicht-struktur-affine Ansätze)

2) Feinmotorik
=> Psychische Regulation feinmotorischer Funktionen
(Direkte und indirekte Einflüsse)
Tragen Feinmotorikdefizite zu Underachievement bei?
Zyklischer Zusammenhang:
Aufmerksamkeit => Leistungen => Feinmotorik => ...
Beeinflusst Feinmotorik die Lesefertigkeit?
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