AK
Wie sieht das Stufenmodell des Ernährungssupports aus?
1. Normalkost, Sonderkostform, Speisenanreicherung, Diätberatung
2. 1+ orale bilanzierte Diäten (OBD)
3. 1,2+ supplementierende enterale/parenterale Ernährung
4. totale enterale Ernährung
5. enterale Ernährung+ parenterale Ernährung
6. parenterale Ernährung+ minimale enterale Ernährung
7. totale parenterale Ernährung
->Ausschöpfung der oralen (Rest)Kapazität zur Nahrungsaufnahme
->Wahl des möglichst natürlichen Ernährungszugangs
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Welche Ernährungssonden für enterale Ernährung gibt es und für welchen Zeitraum sind sie jeweils geplant?
Kurzfristig (<3-4 Wochen)
-Nasogastral
->durch die Nase in den Magen
->Standard
-Nasojejunal
->durch die Nase bis ins Jejunum
Langfristig
-perkutan endoskopische gastrostomie (PEG)
->durch die Bauchwand in den Magen
->Standard
-perkutan endoskopische Gastrojejunostomie
->durch die Bauchwand in den Magen bis zum Jejenum
-Jejunostomie
->durch die Bauchwand ins Jejenum
=>wenn möglich nur bis in den Magen
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Welche Indikationen für enterale Ernährung/PEG Sonden gibt es?
-Neuronale Schluckstörungen
->Morbus Parkinson, zerebraler Insult, Schädel-Hirn-Trauma, Demenz, zerebrale Tumore
-Schluckstörungen durch Mund- oder HNO-Tumore
->Ösophagustumore, während/nach Bestrahlung in dem Bereich
-Passagestörung im GIT
->Ösophagus-, Magentumore, inkomplette Stenosen im Dünndarm (Morbus Crohn)
-Malabsorption
-Stoffwechselbedingte Mangelernährung
-entzündliche Erkrankungen
->Kurzdarmsyndrom, Leberzirrhose, Morbus Crohn, akute Pankreatitis
-intensivmedizinisch betreute Patient*innen mit Beatmung
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Welche Komplikationen können bei PEG Sonden auftreten?
-lokale Wundinfektion
-schwere Komplikationen (1-3%)
->Aspirationspneumonie, Peritonitis, Faszitis, chirurgisch behandlungsbedürftige Lokalinfektionen
-Buried-Bumper-Syndrom
->Einwachsen der inneren Halteplatte in die Magenwand, Geschwürbildung mit Nekrose
-Hypergranulation
->Wundheilungsstörung
->kein Nierenversagen!
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Wie sind hochkalorische Standardnahrungen zusammengesetzt und wann werden sie verabreicht?
-Energiedichte ab <1,2 kcal/ml
-Reduktion des Wasseranteils und Anhebung der Lipidfraktion
-bei Patient*innen mit Flüssigkeitsrestriktionen
->Elektrolytstörungen durch Herz- und Nierenerkrankungen
-zur Reduktion des Nahrungsvolumens
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Was ist bei Lösungen miteiner Osmolarität von >800-900 mosmol/L zu beachten?
-sie dürfen nicht peripher verabreicht werden, da es sonst zu Gefäßirritationen kommen kann
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Welche Formen der parenteralen Ernährung gibt es und wie sind diese zeitlich eingeteilt?
Kurzfristige Ernährung:
-bis zu 7 Tage
-peripher venöser Zugang
Längerfristige Ernährung:
-zentralvenöser Zugang
->Port oder ZVK
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Welche Komplikationen können bei einer parenteralen Ernährung auftreten?
Mechanisch/infektiös bei ZVK:
-Komplikationen bei Katheteranlage
-Pneumothorax
-Fehllage in kleiner Vene
-arterielle Punktion
-lokales Hämatom
-Nervenschädigung
-Luftembolie
-Kathetersepsis
-katheterinduzierte Venenthrombose
-katheterinduzierte Herzrhythmusstörungen bei Dislokation
Mechanisch/infektiös bei peripherer Verweilkanüle:
-lokale Infektion
-kurze Haltbarkeit der Vene (2-3 Tage)
-nicht anwendbar bei schlechten Venenverhältnissen
-nur für Lösungen mit geringer Osmolarität
->hohe Volumina nötig
Metabolische Komplikationen:
-Hyper- bzw. Hypoglykämie
-Hypertriglyceridämie
-Hyperkapnie (erhöhter CO2 Gehalt)
-Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
-Störungen des Säure-Basen-Haushalts
-Störungen des Vitamin- und Spurenelementhaushalts
-Unverträglichkeitsreaktionen
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Was ist parenterale Ernährung?
Intravenöse Gabe von Wasser und Nährstoffen
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Was sind chemisch definierte Nahrungen und nährstoff definierte Nahrungen?
Nährstoffdefiniert= hochmolekulare DIät
-OBD oder Sondennahrung
-intakte Proteine, langkettige Triglyceride und KH
-bei weitgehend funktionierendem GIT
->enthalten einzelne Komponenten der Nahrung
Chemisch definiert= niedermolekulare Diät
-OBD oder Sondennahrung
-Proteine teilweise hydrolysiert, vorwiegend in Peptidform
-meist höhere Anteile von MCTs in Lipidfraktion
-bei allgemeiner Intoleranz von hochmolekularen Diäten
-bei schwerer Störung der Resorptionskapazität nach längerer Nahrungskarenz und Unverträglichkeit der Standardnahrung
-bei Kurzdarmsyndrom, Morbus Crohn mit Fistelbildung
-bei intensivpflichtigen Patient*innen mit jejunaler Sondenlage und Unverträglichkeit der Standardnahrung
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Was sind Teilbilanzierte und Vollbilanzierte Diäten?
Teilbilanziert
-Oral bilanzierte Diät (OBD)
-inkomplette Nährstoffzusammensetzung
-können einzelne Nährstoffe in höherer Dosierung enthalten
-nicht zur Verwendung als alleinige Nahrungsquelle
->Überdosierung
Vollbilanziert
-OBD
-als alleinige Nahrungsquelle geeignet
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Was umfasst eine künstliche Ernährung?
-orale Nahrungssupplementation
-enterale Ernährung
-parenterale Ernährung
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Warum ist die Bolusgabe bei einer postpylorischen Sonde so gefährlich?
Der Darm hat kein Nahrungsreservoir wie der Magen, wodurch es zu Durchfall und Erbrechen kommen kann.
-Sie werden immer mi kontinuierlicher Nahrungsgabe kombiniert meist mit einer Pumpe
-Bolusgaben nur bei gastralen Sonden
Was ist das Hauptziel der künstlichen Ernährung?
-Prävention oder Behandlung einer krankheitsspezifischen Mangelernährung
Was sind OBD?
=oral bilanzierte Diäten
-Ersatz oder Supplementation der normalen Ernährung oder Vollkost, wenn die Ernährung krankheitsbedingt nicht oder nur unzureichend möglich ist
-Erhalt oder Verbesserung des Ernährungsstatus
-teilbilanziert oder vollbilanziert
Was sind Standardnahrungen und welche Formen gibt es?
Standardnahrung
-entsprechen bei bedarfsdeckender Energieaufnahme den Referenzwerten für Makro- und Mikronährstoffe einer gesunden Bevölkerung
Hochkalorische Standardnahrungen
-erhöhte Energiedichte
Proteinreiche Standardnahrungen
-Proteinanteil >20% der Energie
-bei WUndheilung, Proteinkatabolie, schwere Mangelernährung
Was ist enterale Ernährung?
Gabe von Nahrung distal der Mundhöhle über eine Sonde oder ein Stoma unter Verwendung des Magen-Darm-Trakts
Welche Kontraindikationen gibt es bei enteraler Ernährung?
-akutes Abdomen
-schwere Stoffwechselentgleisungen
->bei Diabetes
-Hämodynamische Instabilität
->nach Myokardinfarkt
-unstillbares Erbrechen
->bei Chemotherapie
-nicht kompensierbare Malassimilation
-Stenosen, hochsitzende Fisteln
Welche Indikationen für eine parenterale Ernährung gibt es?
-akutes Abdomen
->Ileus, frische gastrointestinale Blutung, akute Pankreatitis
-operative Eingriffe, besonders am oberen GIT
-größere Traumata, Polytrauma, schwere Verbrennungen
-Sepsis
-Intensivtherapie, aggressive Chemotherapie
-entzüdliche und exsudative Darerkrankungen, enterokutane Fisteln
-ausgedehntes Kurzdarmsyndrom
-schwere Mangelernährung, Anorexia Nervosa