Deutschdidaktik
keine Rezepte; Wissen und Methoden zur fachlich fundierten Planung, Durchführung und Reflexion von Lernprozessen
Umgang liegt beim Einzelnen
Aufgaben der Deutschdidaktik
Erstsprache
Erste Sprache(n), die ein Kind erlernt; bedeutsamste Sprache in der Sprachbiographie; verläuft parallel zur Entwicklung des Kindes
Zweitsprache
nach Erstsprache erlernt; tritt in direkter Umwelt als gesprochene Sprache in Alltagssituationen auf; überwiegend ungesteuert gelernt
Fremdsprache
außerhalb des Sprachgebiets im Sprachunterricht gelernt; in Schule gesteuert vermittelt; spielt im Alltag keine Rolle
Aufgaben der Sprachdidaktik
Kunst und Wissenschaft, anderen beim Lernen einer neuen Sprache helfen zu können, in systematischen Vorgehen und ständigem Beobachten der sprachl. Reaktionen bei möglichst jedem Einzelnen
Sprachliche Kompetenzen
Summe des Wissens, der Fähigkeiten, der Kompetenzen und allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, die es einem Menschen erlauben, Handlungen auszuführen. Kommunikative Sprachkompetenzen befähigen Menschen zum Handeln mit Hilfe spezifischer sprachlicher Mittel
Konzeptionelle vs. mediale Mündlichkeit und Schriftlichkeit

Prozess vs. Produkt
Prozess: Fähigkeit etwas herzustellen --> Produkt: entstehen aus mehr oder weniger langen Prozessen in denen sich Kompetenzen manifestieren
Reflexion und Metakommunikation
Sprache bewusst, reflektierend und klassifizierend als Objekt in der Welt anzuwenden; Erforschen von Sprache
Kultur und Ästhetik
Sprache=Ausdruck der menschl. Kreativität; Genuss/Freude am Lesen
Sprachliche Enkulturation
sich in versch. soziokulturellen Räumen sprachlich angemessen verhalten; Umgang mit versch. sprachlichen Varietäten
Aspekte des Sprachhandelns
Bildungssprache
im Klassenzimmer/ formalen Bildungskontexten gesprochen um Wissen zu erwerben/weiterzugeben
spezifische Merkmale in Wortschatz, Grammatik, Textorganisation
sprachliches Register
sprachliche Anforderungen im Fachunterricht
Anlegung eines "perfekten" Sprachunterrichts

Gestaltungsprinzip: Aktivität der Lernenden
Lernen als eigenaktiver Konstruktionsprozess; vielfältige Lese-, Schreib-, Sprach- und Reflexionsprozesse; selbstverantwortliches Handeln
Gestaltungsprinzip: Relevante Lernsituation
kontextgebundenes Lernen; relevante Themen + Inhalte; subjektiv sinnvoll; Zusammenhang zur Schriftkultur deutlich + erfahrbar; knüpfen an Interessen der SuS + ihrer Lebenswelt an
Gestaltungsprinzip: Selbstbestimmung+Selbstständigkeit
fördert Autonomieerleben der SuS (Motivation); Fähigkeit selbstständig zu Handeln = wichtiges Ziel schulischer Bildungsprozesse; Freiräume für eigene Entscheidungen; Anregung zur Anwendung bereits erworbener Strategien
Gestaltungsprinzip: Passung Lernangebot/Individuum
angemessene Herausforderung; jeder kann auf untersch. Niveau teilnehmen
Gestaltungsprinzip: Sozialer/Kommunikativer Austausch
authentische Kommunikation anregen + soziale Prozesse des Miteinanders initiieren; Lernen als sozialer Prozess
Traditionelle Vorstellung von Lernen
Unterrichten (im Sinne von anleiten, darbieten, erklären; aktive Position des Lehrenden) --> Instruktion --> Lernen (als vorranig rezeptiver Prozess, passive Position des Lernenden)
Konstruktivistische Vorstellung von Lernen
Lernen (als konstruktiver, aktiver, situativer Prozess; aktive Position des Lernenden) --> Konstruktion --> Unterrichten (im Sinne von unterstützen, anregen, beraten; reaktive Position des Lehrenden)
Eigenaktivität und Selbststeuerung (im Unterricht) werden ermöglicht durch...
Mündl. Sprachkompetenz 1990er
in Didaktik und Schule sehr gering weil Schriftkultur Aufgabe der Schule war
Gegenmeinung: systematische Schulung der mündlich-kommunikativen Kompetenz wird vernachlässigt
gesprochene Sprache
lautlich materialisiert; eher ungeplant, spontan, kurze Planzeit; flüchtig; simultane, dialogische Kommunikationssituation; Gesprächspartner anwesen - reaktion möglich
Kommunikation wird gestützt durch:
- nonverbale Informationsträger (Gestik, Mimik, ...)
- paraverbale Mittel (Stimmqualität, Klangfarbe, Sprechtempo, ..)
geschriebene Sprache
grafisch materialisiert; eher geplant, längere Vorbereitungszeit; dauerhaft, rückholbar; Situationsentbundene
Situation, keine gemeinsame Sprechhandlungssituation; Produktion und Rezeption verlaufen parallel
Geschriebenes hat -außer den regulären Interpunktionszeichen- kaum grafische Umsetzungsmöglichkeiten für Kontaktsignale
Mündliche Kommunikation
Gesamtheit der kommunikativen Praktiken Verständigung zwischen mind. 2 Personen
erfolgt gleichzeitig und parallel auf versch. Ebenen = multimodal
KMK: dialogische interaktive Formen + monologische Formen
Gesprächskompetenz
Aufsätze ≠ Textproduktion
Aufsatz: produktorientiert
Textproduktion: prozessorientierte Schreibdidaktik (lange Arbeit an einem Text mit regelmäßiger Rückmeldung)
Anforderungen an den Schreibunterricht
Bedeutsamkeit von Texten
Funktionen des Schreibens
Vertextungsstrategien
statt Textsorten (werden nicht mehr benutzt); sind vielfältiger als Textsorten; Bsp.: Anleitung: hat mehr als eine Funktion = anweisen, erklären, ...
Warum ist es schwierig, schreiben zu können
Institutionelle Rahmenbedingungen
Was sind Schreibkompetenzen
"In Abwesenheit des Adressaten in einem Prozess, bei dem der TExt immer wieder überprüft und überarbeitet wird, einen Text zu schreiben.
--> Gedanken und Ideen sammeln, ordnen und strukturieren und mit Blick auf den Adressaten korrekt aufschreiben können
Anforderungen an den Schreiber
Ziel = Verfassen eines verständlichen Textes
Prozessorientierung im Schreibunterricht
alle Teilprozesse sind gleich gestellt, laufen als dynamische, jederzeit wieder aufnehmbare Prozesse ab
Blick auf entstehendem Text --> während Prozess versch. Textversionen möglich
Funktionen der Orthografie
Orthografische Verschriftungskompetenz
Strategische Rechtschreibkompetenz
Orthografische Reflexionskompetenz
Ebenen der SChriftsprache
Wortebene (Silben, Wortbausteine,...)
Satzebene (GetrenntZusammenschreibung, Interpunktion,...)
Orthografische Grundprinzipien
Wortebene: phonographosch, silbisch, morphologisch
Satzebene: syntaktisch
Phonographisches Prinzip
Phonem-Graphem-Korrespondenz
---> Phonem kann versch Graphemen entsprechen
Vater - fallen
--> Graphem mehrere Phoneme
Wecker - Weg - rote
Silbisches Prinzip
Aufbau der Schreibsilbe
Vokalqualität (Ge- spanntheit und Ungespanntheit von Vokalen) und auch -quantität (Länge und Kürze von Vokalen)
Morphologisches Prinzip
Morphemkonstanz
Stammform wird "vererbt" Berg - Berge
Syntaktisches Prinzip
klärt Regularitäten auf Ebene der Satzgrammatik
GroßKleinschreibung; GetrenntZusammenschreibung; Kommsetzung; ...
Orthografiekompetenz - Teilkompetenzen
Qualitative Fehleranalyse - Kategorien
Didaktische Konzeptionen des RS Unterrichts
Rechtschreibstrategien
Schwingen
Verlängern
Ableiten
Merken/Nachschlagen
Wörter zerlegen