Karteikarten im Karteikarten-Set

Noch nicht gestartet (63)

Was ist die zentrale Anahme der biologischen Perspektive in der Psycholgie?

Dass die Ursache jeder psychischen Erkrankung eine physische Problematik sei

  • biologischer Prozess gestört/funktioniert nicht normal ("psychische Störungen sind Hirnerkrankungen")
  • Gegenstandsgebiet: Erforschung von biochemischen, anatomischen, neoendokrinen, physiologischen und genetischen Variablen
  • Entwicklungsfaktoren psychischer Störungen sind genetisch, neurobiologisch, biochemisch
  • Therapien: organische Defekte korrigieren oder Symptome der Störungen zu lindern (häufig mit Medikamenten)
  • Bewertung: Orientierung am klassischen medizinischen Krankheitsmodell mit biomedizinischen Methoden
  • Zusammenhang zwischen Gehirn und Erleben/Verhalten in biologischer Forschung
  • Kritik: komplexe mentale/emotionale Reaktionen lassen sich nicht alleine durch biologische Prozesse kausal erklären ("Neoreduktionismus")
  • Psychologie und Neurowissenschaften beziehen sich auf unterschiedliche Analyseebenen

Was versteht man unter "Neuroreduktionismius"?

Wenn versucht wird, komplexe psychische Problematiken alleine durch biologische Prozesse kausal zu erklären

(Kritik an biologischer Modellvorstellung)

Was ist die Grundanahme der psychodynamischen Perspektive? 

Dass die Ursache psychischer Störungen primär psychischer Natur sind (nicht biologisch), diese aber nicht bewusst sind

 

  • Gesucht wird also in der frühen Biographie & im Unbewussten nach Ursachen
  • Psychodynamik: Ursache liegt in Konflikt zwischen den 3 Instanzen „Es“ (unbewusste Triebe, die wir verdrängen), „Ich“ (vermittelt zwischen den beiden), „Über-Ich“ (durch Gesellschaft aufgenommenes, Erwartungen, Normen)
  • Ziel: unbewusste Konflikte bewusst zu machen
  • Intervention= Gespräch zwischen Therapeut und Patient
  • Abwehrmechanismen (unbewusste Strategien) z.B. Verdrängung, Verleugnung, Projektion, Verschiebung…
     

Was versteht man unter Abwehrmechanismen in der Psychodynamik?

Unbewusste Strategien um das 'Ich' vor ein unverhältnismäßigen Angst zu schützen. 

Abwehrmechanismen können sein: 

Verdrängung 

Verleugnung

Projektion

Verschiebung

Rationalisierung

Sublimierung

Regression

Was besagt die behaviorale Perspektive?

Sie basiert auf den Lerntheorien von Pawlow, Skinner und Bandura (klassisches und operantes Konditionieren und Modellernen).

Sie geht davon aus, dass abweichendes Verhalten genauso erlernt wird wir normales Verhalten.

Bezieht sich hauptsächlich auf beobachtbares Verhalten und nicht auf unterbewusstes oder bewusstes Erleben.

 

Bewertung: Lerntheorie konnte Verhaltensabweichungen bisher noch nicht überzeugend auf spezifische Lernerfahrungen zurückführen:
 

  • Erklärungen sind meist Zirkelschlüsse und nicht ausreichend, um eine Störung zu erklären
  • oft Anamnese von Lernerfahrungen nicht nachweisbar
  • Behandlungserfolge reichen nicht aus, um zu folgern, dass Verhaltensabweichungen durch Lernprozesse entstehen

 

Wie unterscheidet sich die kognitiv-behaviorale zur behavioralen Perspektive?

Es wird  bei der kognitiv-behaviorlaen Perspektive davon ausgegangen, dass Lernen komplexer ist, als eine Reiz-Reaktions-Verbindung.
Es wird davon ausgegangen, dass der Lernende eine Situation aufgrund vergangener Erkenntnisse interpretiert. 
 

Bei Entstehung/Aufrechterhaltung von psychischen Störungen spielen dysfunktionale Kognitionen eine wichitge Rolle --> zum offenen, beobachtbaren Verhalten kommt Erleben und Denken

Was sind dysfunktionale Kognitionen?

Denkfehler, bei denen aus der Erfahrung heraus, die Zukunft vorweggenommen wird und daraus eine Vorgehensweise für ein Problem abgeleitet wird, die aber zu keiner sinnvollen Lösung des Problems führt.

= z.B. Katastrophendenken (aus einer Mücke einen Elefanten machen) oder wenn man immer alles 10000% perfekt machen will


 

Was ist ein Syndrom?

  • Kombination von verschiedenen Krankheitszeichen (Symptomen), die parallel und gemeinsam auftreten
  • Muster von Symptomkonstellation

Beschreibe dieses Modell:

 

❗️Wichtig ❗️
Gemäß Vulnerabilitäts-Stress- Modell wird angenommen, dass prädisponierende konstitutionelle Faktoren genetischer bzw. familiengenetischer Art und frühe negative soziale und umweltbezogene Ereignisse und Bedingungen zur Ausbildung einer erhöhten Vulnerabilität beitragen, die sich über entwicklungsbiologische, psychologische uznd soziale Prozesse weiter akzentuieren oder abschwächen kann.

15530304275df9f460baa083.34967570php6EgEds.jpg

Was ist psychische Gesundheit? 

  • "Seele in Balance"
  • bezieht sich auf das Innenleben, der Mensch fühlt sich seelisch und geistig wohl 
  • es ist der Person möglich, mit Belastungen und Stress umzugehen
  • psychische Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von psychischer Erkrankung und Belastung

 

Kriterien für die  Diagnostik für "psychisch gestört"?

  • statistische Seltenheit
  • Verletzung sozialer Normen
  • Persönliches Leid
  • Beeinträchtigung der Lebensführung 
  • Unangemessenheit des Verhaltens und Erlebens 
     

❗️ Die Kriterien erfassen einen Teil dessen, was als gestört angesehen werden kann, ein Kriterium allein liefert aber keine zufriedenstellende Definition. Es ist un möglich, eine einheitliche Definition zu finden, die alle Aspekte psychischer Störung abdeckt ❗️

 

Was ist ein Symptom?  

Zeichen der Krankheit

Was bedeutet Komorbidität?

= Begleiterkrankung

Auftreten eines weiterem, diagnostischem abgrenzbarem Krankheitsbild (Syndrom), das zu der Grunderkrankung (Indexerkrankung) vorliegt

Kategoriale vs. dimensionale Diagnostizierung?

kategorialer Ansatz  = dienen der Abgrenzung einzelner  Störungsbilder untereinander und Erleichterung der Verständigung über klinische Sachverhalte.
Hier muss eine Diagnose bei einer knappen Nichterfüllung der Kriterien ausgeschlossen werden.

-hier findet eine Entscheidungsklassifikation statt (ja/nein)
 

 

dimensionaler Ansatz = geht davon aus, dass sich psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten nicht eindeutig von »normalem« Verhalten abgrenzen und sich keine eindeutig voneinander  unterscheidbaren  Klassen  definieren  lassen. 
Vielmehr  wird  angenommen,  dass  den  beobachteten  Phänomenen bestimmte Dimensionen zugrunde liegen, auf denen die Beobachtungen kontinuierlich verteilt sind (von unauffällig zu auffällig oder von gesund zu krank). Die feststellbaren Unterschiede sind dabei vor allem quantitativer Natur, so dass es keine klare Trennung zwischen den beiden Polen gibt.

Bsp: Beurteilung der Auftretenshäufigkeit und Intensität der Symptome auf den Checklisten. Vorteil: es können auch subklinische Fälle erfasst werden.

15914124285e10cb37985786.91903521php5yHdOk.png

Welche Klassifikationssysteme gibt es?

  • ICD (International Classification of Diseases) 
  • DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders)

Was spielt die Epidemiologie in der Psychologie für eine Rolle?

Teildisziplin der Klinischen Psychologie, die sich 

  • mit der Häufigkeit psychischer Störungen beschäftigt
  • relevant für Klinische Psychologie, Gesundheitspolitik, Gesundheitsökonomie

    Definition: =beschäftigt sich mit der räumlichen & zeitlichen Verteilung (&den Determinanten) von Gesundheit, Krankheit, Morbidität, Verletzungen, Beeinträchtigungen, Mortalität in definierten Populationen

Was ist Klinische Psychologie?

 

  • zählt zur angewandten Psychologie
  • =Teilgebiet der Psychologie, das sich mit psychischen Störungen und den psychischen Aspekten somatischer Störungen & Krankheiten beschäftigt (in den Bereichen Forschung, Diagnostik, Therapie)


     

Themenbereiche der Klinischen Psychologie?

  • Ätiologie (Entstehung)und Pathogenese (Bedimgungsanalyse, Entwicklung)
  • Klassifikation und Diagnostik
  • Prävention, Psychotherapie und Rehabilitation
  • Epidemiologie, Gesundheitsversorgung und Evaluation 

Schnittstellen der Klinischen Psychologie mit anderen Disziplinen der Psychologie?

  • Schulpsychologie (bspw. bei ADHS)
  • Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie (bspw. bei "Burn-Out")
  • Gesundheitspsychologie (Bspw. in der Prävention und Gesundheitsvorsorge)
  • Klinische Neuropsychologie (bspw. bei der Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen)

Schnittstellen der Klinischen Psychologie mit medizinischen Fachdisziplinen?

  • Psychatrie (bei allen Störunggen, die psychatrische Behandlung erfordern, bspw. Schizophrenie)
  • Kinder- und Jugend-Psychatrie (bspw. bei Essstörungen, Autismus)
  • Neurologie (bspw. bei der Rehabilitation für nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Traumata)
  • Innere Medizin (bspw. bei der Reduktion von Risikofaktoren für Herzerkrankungen)
  • Orthopädie (bspw. als Schmerztherapie bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems)

Was sind "Psychische Störungen"?

  • verhaltensmäßige, psychische oder biologische Funktionsstörung (unabhängig vom Auslöser)
     
  • keine verständliche/kulturell sanktionierte Reaktion auf ein Ereignis (z.B. Trauer), normabweichende Verhalten oder Konflikte mit der Gesellschaft (solange Abweichung/Konflikt kein Symptom darstellt)
     
  • "wenn die Seele leidet"

Was ist "Psychotherapie"?

  • bewusster und geplanter interaktioneller Prozess
  • behandlungsbedürftige Leidenszustände werden beeinflusst
  • mit psychologischen Mitteln (verbal, nonverbal, handlungsorientiert)
  • zielorientiert mittels lehrbarer Techniken
  • alles auf Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens

Was ist ein Paradigma? 

Paradigma = System grundlegender Annahmen

  • legt fest, welche Probleme Wissenschaftler untersucht/ wie er vorgeht
  • Begriffsdefinition, Datenerheben und Interpretation dieser werden beeinflusst
  • wenn eigenes Paradigma bewusst gemacht wird, kann man subjektive Einflüsse eher berücksichtigen

Was wird neurophysiologisch in der Klinischen Psychologie (biologische Perspektive) untersucht?

Es wird versucht, Zusammenhänge zwischen psychischen Störungen und Neurotransmittern herzustellen

  • zu große/kleine Mengen oder dysregulierte Neurotransmitter verursachen Störungen (z.B. Serotonin bei Depression --> SSRI (Selective Seretonin Reuptake Inhibitor) als Medikament)
  • moderne Forschung:  defekte Rezeptoren verursachen manche psychischen Störungen

Inhalte der Kognitiven Verhaltenstherapie?

  • beinhaltet die Anwendung von lerntheoretischen und kognitiven Prinzipien, um offenes Verhalten, Denken und Emotionen zu verändern
  • aufrechterhaltende Faktoren (Belohnungs- und Bestrafungskontigenzen, die problematische Verhaltensmuster anregen)
  • wichitge Faktoren bei abweichenden Verhaltensweisen: kognitive Schemata und irrationale Denkmuster
  • Interventionen erfolgen im Gespräch und handlungsorientiert

Was besagt die Humanistische Perspektive?

  • dritte Kraft neben Psychoanalsyse und Behaviorismus
     

Menschen werden weder primär von Unbewusstem gesteuert (Psychoanalyse), noch sind sie von Umweltreizen abhängig (Behaviorismus)

  • Verhalten wird nicht durch Ereignisse an sich, sondern vom Erleben dieser bestimmt (subjektive Erfahrung)
  • Carl Rogers: Menschen sind sich ihrer Motive bewusst, möchten sich im Sinne von persönlichem Wachstum verwirklichen, sind von Natur aus gut und leistungsfähig (angeborene Selbstverwirklichungs- und Aktualisierungstendenz)

Wie sieht eine Intervention nach der Klientzentrierte Gesprächspsychotherapie nach Rogers aus?

  • Klienten sind selbst am besten in der Lage, ihre persönlichen Situation zu analysieren und "gesunden" Problemlösungen zu finden
  • Psychotherapie = Schaffung eines positiven Klimas für Verbesserung des gestörten Wachstumsprozess

 

Therapeutische Basisvariablen in Klientzentrierter Gesprächspsychotherapie:

  1.  Bedingungslose positive Wertschätzung (der Subjektivität des Klienten)
  2. Emphatisches Verstehen
  3. Kongruenz (Authentizität) in Beziehung zwischen Therapeut und Klient

 

Auf eine non-direkte Art soll der Therapeut dem Patienten ermöglichen, zu seiner eigentlichen Natur zurückzufinden und selbst zu beurteilen, was für ein Leben ihm entspricht und ihn befriedigt

Was ist das Ziel systematischer Modelle?

Kommunikation ist zirkulär

Systematische Therapien...

  • ...beziehen sich in ihren Theorien auf die (störungsbezogene) Kommunikation sozialer Systeme
  • ...versuchen diese, kommunikativ zu verändern, so dass die Symptome sich verändern 

Was ist ein System?

  • eine Gruppe von Elementen
  • durch Beziehungen verbunden
  • die nach einer Weile ein Muster ausbilden
  • durch eine Grenze von ihren Umwelten getrennt sind

 

Soziale Systeme: Paare, Eltern-Kind-Beziehungen, Familien, Teams, Organisationen

Beziehungen in sozialen Systemen bestehen durch Kommunikation

Beispiele und Methoden für systemische Modelle?

  • Auftragsklärung
  • Hypothesenbildung (über die soziale Kommunikation von störungs-/lösungsbezogener Kommunikation)
  • (Zirkuläres) Fragen
  • Arbeit am Genogramm

Einsichts- vs. Handlungspsychotherapien?

Tabelle - Gegenüberstellung  beider Verfahren

5884477385e10bd263a62f7.97829995php5WrFRf.png

Was für Variablen werden bei den integrativen Modellen miteinbezogen?

Es werden biologische, psychologische und soziale Variablen miteinbezogen um das Auftreten psychischer Störungen zu erklären 

Basic Information über DSM-IV?

  • Entwickelt von der American Psychatric Association
  • Nationales System mit internationaler Verbreitung
  • Verbindlich in US-amerikanischer uind Forschungsliteratur
  • Beschreibt, definiert und klassifiziert in einem multiaxialen System mehrere hundert Formen psychischer Störungen (insgesamt 5 Achsen)

     

Basic Information über ICD-10?

Das ICD-10 ist ein möglichst alle Krankheiten umfassendes Diagnosesystem, das in seinem Kapitel V (Abschnitt F) die psychischen Störungen definiert.

 

  • Entwickelt von der WHO
  • Internatinales System
  • In Deutschland verbindlich
  • Mehrere Versionen, u.a. klinisch-diagnostische Leitlinien, diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis
  • die über 300 psychopathologischen Kategorien sind in zehn Abschnitte mit weiteren Unterteilungen gegliedert
  • Die Kodierung der Diagnosen erfolgt durch einen Buchstaben (für psychische Störungen ein F) und zwei Nummern (z.B F 10, welche durch weitere Numern nach einem Punkt zusaätzlich untergliedert werden können (z.B. F 10.25)
  • keine multiaxiale (auf mehrere Achsen bezogen) Beurteilung nötig wie bei DSM-IV (außer im Kinder- und Jugendalter)

Ziele der Diagnostik/Klassifikation?

Beobachtungsergebnisse kommunizierbar und vergleichbar zu machen!

 

  • Nachvollziehbare/reliable Ableitung von Diagnosen
  • Entwicklung von Diagnosenverfahren
  • Erforschunf von Symptomen und Syndromen (Psychopathologie)
  • Wissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen
  • Verknüpfung von Diagnosen mit Interventions-Therapieentscheidungen
  • Bestimmung von Prognosen
  • Internationale/interdisziplinärewissenschaftliche Kommunikation von Forschern und Praktikern
  • Fragen von Kranken/Sozialversicherung, Recht und Abrechnungen im Gesundheitssy

Bedeutung von Diagnose/Klassifikation?

Erst eine eindeutige diagnostische Zuordnung ermöglicht gezielte Behandlung

Vor-/Nachteile der Klassifikation?

  • Informationsverlust --> wann immer wir klassifizieren, entgehen uns Informationen und damit ein Teil der Einmaligkeit der untersuchten Personen
     
  • Stigmatisierung --> außerdem kann Kalssifikation/Diagnose Menscjen stigmatisieren, wie Forschungen über das Image von Psychatriepatienten gezeigt haben
     
  • "Psychische Störung" ist ein alltagssprachlicher, aber auch fachlich definierter Begriff
     
  • Diagnose "Psychische Störung" kann Betroffene entlasten, aber auch zu Vorurteilen/Stigmatisierung führen
     
  • Potentielle Nachteile: Nichtaufnahme in private Krankenversicherung/Lebensversicherung, schwierige berufliche Perspektiven (Burn-Out im Vortsellungsgespräch? Lücke im Lebenslauf?)

 

Klassifikation unterschiedlicher Störungen ist aber trotzdem wichtig, da sie uns zu den verschiedenen Ursachen/Behandlungsmöglichkeiten führen kann. Wenn wir erst eine Klasse haben, können wir uns weitere Infos über sie verschaffen.
Weiterer Vorteil: Diagnose kann Betroffene entlasten (z.B. Arbeitsunfähigkeit, Zugang zu Unterstützung)

Was ist das S-O-R-K-C Schema?

Ein Schema zur Verhaltensanalyse.

  • abgeleitet aus den Prinzipien des klassischen/instrumentellen Lernens/Konditionierung 
  • Verhaltensmodell, das fünf Bedstimmungsstücke als Grundlage von Lernvorgängen beschreibt
  • in der Verhaltenstherapie als Standardmodell für Entwicklung von pathologischem Verhalten und dessen Verhalten in konkreter Situation

Beschreibe die einzelnen Elemente des S-O-R-K-C !

S-Stimulus:

--> äußere oder innere Reizsituation beschreibt auslösende Bedingungen: In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
 

O-Organismus:

--> individuelle Merkmale der Person auf den Stimulus (Persönlichkeitsmerkmale, Gedanken, Gefühle)
 

R-Reaktion:

--> Reaktion auf Stimulus (Verhalten) 

  • physiologisch
  • motorisch
  • emotional
  • kognitiv 
     

K-Kontingenz:

--> Häufiogkeit/Regelmäßigkeit des Auftretens der Konsequenz nach Reaktion
 

C-Consequences:

--> Auftreten einer Verstärkung oder Bestrafung als Folge eines Verhaltens (Was folgt auf das Verhalten?) 

 

Wie kann Verhalten durch S-O-R-K-C analysiert und verändert werden?

 

Analyse durch Fragen wie:

--> Welches Verhalten würde ich gerne ändern? (R)

--> Was sind die auslösenden Bedingungen? (S)

--> Wie geht es mir, bevor ich zu änderndes Verhalten zeige? (O)

--> Was sind kurz- und langfristige Konsequenzen? (C)

 

Tendenziell: Welches alternative Verhalten würde zu (erwünschten) Konsequenzen führen?

Welche Methoden der Stimuluskontrolle kann ich verwenden?

Welche Gruppen von Störungen gibt es in der Klinischen Psychologie?

  • Affektive Störungen (Depressionen, Bipolare Affektive Störung, Manie)
  • Angstsörungen/Phobien
  • Sucht/Abhängigkeit 
  • Zwangsstörungen
  • Psychotische Störungen und Schizophrenie
  • Persönlichkeitsstörungen (Borderline, Narzisstiusche PS, Antisoziale PS, Histrionische PS)
  • Essstörungen
  • Belastungsstörungen
  • Somatoforme Störungen 
  • Sexuelle Störungen 

Was sind die Hauptsymptome bei Affektiven Störungen?

  • Veränderung der Stimmung 
  • ...oder der Affektivität entweder zu Depressionen oder zur gehobenen Stimmung (Manie) bestehen

Wie entstehen affektive Störungen?

 

  • mehrere Faktoren im Zusammenspiel begünstigen die Entstehung einer affektiven Störung, dazu zählen vor allem neurobiologische, genetische und psychosoziale Einflüsse
  • belastende Ereignisse können auch eine akute Depression oder Manie auslösen, wenn die Person dafür anfällig ist

Mögliche Screeningfragen bei einer Depression? 

  1. Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurug bedrückt oder hoffnungslos?
  2. Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

 

Bei 2x "Ja" --> Weitervermittlung zur Prüfung/Diagnostik 

Was charakterisiert eine Phobische Störung?

  • Angst wird ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen
     
  • Situationen werden typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen
     
  • Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl, häufig gemeinsam mit sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden 
     
  • Vorstellung, dass die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon Erwartungsangst
     
  • häufig gleichzeitig mit Depression --> ggfs. zwei Diagnosen, je nach zeitlichem Verlauf beider Zustandsbilder und nach therapeutischem Erwägungen zum Zeitpunkt der Konsultation 

Gängige Phobien?

  • Agoraphobie - Angst vor der Außenwelt (häufigste Angststörung) --> Angst vor Situationen, aus denen man nicht flüchten kann oder glaubt, die Kontrolle über sich selber zu verlieren
     

--> Angstaulösende Faktoren können "peinliche" Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Verlust der Blasenkontrolle sein

--> Situationen, die diese Ängste auslösen werden häufig gemieden und die Ängste werden auf Umgebungen übertragen, die bisher keine Angst auslösten --> Entstehung von Angst vor der Angst
 

  • Soziale Phobien - Angst in allen sozialen Bereichen, vor allem mit fremden Menschen 
     
  • Spezifische Phobien - z.B vor Tieren, Situationen (Fahrstuhl, Tunnel...), Umwelt (Donner/Blitz...) oder Blut/Spritzen/Verletzungen

Was ist eine Panikattacke?

  • Plötzlich und unvorsehbar auftretende, zeitlich begrenzte Zustände starker Furcht, die von intensiven und physiologischen Reaktionen (z.B.Herzklopfen, Schwindel, Atemnot) und kognitiven Symptomen (z.B. Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben) begleitet werden
     
  • Keine codierbare Störung -->  psychopathologisches Syndrom innerhalb anderer psychischer Störungen, insbesondere im Kontext von Angsterkrankungen --> können Indiz für Schweregrad sein

Charakteristika einer Panikstörung?

  • Wesentliche Kennzeichen: wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken, nicht vorhersehbar
     
  • Wesentliche Symptome: plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation)
     
  • oft sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder Angst, wahnsinnig zu werden
     
  • Keine Hauptdiagnose, wenn Betroffene bei Beginn der Panikattacken an einer depressiven Störung leiden --> Panikattacken wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression

 

Charakteristika einer generalisierten Angststörung?

  • Angst ist generalisiert und anhaltend, nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt oder auch nur besonders betont in solchen Situationen --> "frei flottierend“
     
  • Befürchtungen, u.a. Sorge über künftiges Unglück, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten
     
  • Motorische Anspannung, u.a. körperliche Unruhe, Spannungskopfschmerzen, Zittern, Unfähigkeit zum Entspannen
     
  • Vegetative Übererregbarkeit, u.a. Benommenheit, Schwitzen, Herzklopfen, Schwindelgefühle, Mundtrockenheit oder Oberbauchbeschwerden

Screening bei Angststörungen?

Gesundheitsfragebogen für Patienten (GAD-2):
 

--> Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?
 

Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung 

Nicht in der Lage sein, Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren
 

Antwortmöglichkeiten: 

-Überhaupt nicht (0)
- An einzelnen Tagen (1)
- An mehr als der Hälfte der Tage (2)
- Beinahe jeden Tag (3)
 

Ab >=3 --> Weitervermittlung zur Prüfung/Diagnostik

Charakeristika bei Belastungs- und Anpassungsstörungen?

--> Unterschied zu anderen Störungen auch durch klare Angabe von eine oder zwei ursächlichen Faktoren:
 

  • außergewöhnlich belastendes Lebensereignis, das eine akute Belastungsreaktion hervorruft, oder
  • besondere Veränderung im Leben, die zu einer anhaltend unangenhemen Situation geführt hat
     

--> Störungen immer als direkte Folge einer akuten schweren Belastung oder eines kontinuierlichen Traumas --> belastendes Ereignis oder die andauernden, unangenehmen Umstände sind primäre und ausschlaggebende Kausalfaktoren --> Störung wäre ohne ihre Einwirkung nicht entstanden

--> Behindern erfolgreiche Bewältigungsstrategien und führen zu Problemen der sozialen Funktionsfähig

Wie kann eine akute Belastungsreaktion aussehen?

  • Vorübergehende Störung bei einem psychisch nicht manifets gestörten Menschen als Reaktion auf außergewöhnliche physische oder psychische Belastung (Dauer i.d.R. Stunden oder Tage)
     
  • Individuelle Vulnerabilität und zur Verfügung stehende Bewältigungsmechanismen relevant für Auftreten und Shcsweregrad
     
  • Gemischte und wechselnde Symptomatik 
    • Beginnend mit "Betäubung", gewisse Bewusstseinseinengung und eingeschränkte Aufmerksamkeit; Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit --> weiteres Sichzurückziehen aus der Umweltsituation kann folgen oder Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue (unvermitteltes zwanghaftes Weglaufen ohne ersichtlichen Grund oder Ziel)
    • vegetative Zeichen panischer Angst: Tachykardie, Schwitzen und Erröten
    • Rückgang der Symptome i.d.R. in 2-3 Tagen, oft innerhalb von Stunden
    • Teilweise oder vollständige Amnesie kann vorkommen 
       
  • Bei Andauern der Symptome: Änderung der Diagnose erwägen

Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS bzw. PTSD)?

  • Verzögerte oder protrahierte Reaktion auf belastendes Ereignis oder Situation kürzerer oder längerer Dauer mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
     
  • Prädisponierende faktoren, z.B. zwanghafte Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können Schwelle senken und Verlauf erschweren, sind aber weder notwendig noch ausreichend, um Auftreten zu erklären
     
  • Typische Merkmale wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen mit andauerndem Gefühl von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit; Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten
     
  • Vegetative Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, übermäßiger Schreckhaftigkeit und Schlafstörung; Angst und Depression, Suizidgedanken
     
  • Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz (wenige Wochen bis Monate)
     
  • Wechselhafter Verlauf, Mehrzahl der Fälle: Heilung; z.T. auch chronischer Verlauf über viele Jahre und Übergang in andauernde Persönlichkeitsänderung

Was sind somatforme Störungen?

  • Körperliche Symptome, z.B. Rücken. oder Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden, für die keine ausreichenden organischen Ursachen gefunden werden
  • starke Beeinträchtigung 
  • Mindestens über 6 Monate
  • keine Simulation, sondern tatsächlich spürbare körperliche Missempfindungen

Beispiele für somatoforme Störungen?

  • Somatisierungsstörung 
    • multiple Beschwerden, mind. 2 Jahre, mind. 6 Symptome in mind. 2 Organgruppen
       
  • Somatoforme autonome Funktionsstörung
    • körperliche Beschwerden mit Symptomen vegetativer Erregbarkeit, mind. 1 Organsystem (kardiovaskulär, oberer/unterer Gastrointetsinaltrakt, respiratorisches System, Urogenitalsystem) sowie mind. 2 andere vegetative Symptome sowie mindestens 1 weiteres Symptom aus einer vorgegebenen Liste (z.B. Brustschmerzen, Ermüdbarkeit, häufiger Stuhldrang) -- Beispiele: Reizdarm oder Reizmagen
       
  • Anhaltende somatofore Schmerzstörung
    • andauernderund vorhaltender schwerer Schmerz, der nicht durch eine körperliche Störung hinreichend erklärt werden kann; Auftreten in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen 
       
  • Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
    • mind. seit 6 Monaten Schmerzen in einer oder mehreren Körperregionen mit Ausgangspunkt in einem physiologischen Prozess oder einer körperlichen Störung; psychische Faktoren sind relevant für die Aufrechterhaltung, nicht den Beginn

Was sind Persönlichkeitsstörungen?

Störungsbild:

  • überdauerndes Muster von innnerem Erleben und Verhalten, das merklich von den erwartungen der soziokulturellen Umgebung abweicht, tiefgreifend und unflexibel ist und zu Leid oder Beeinträchtigung führt
  • Persönlichkeitsstörungen sind überdauernd und rigide, Symptomatik besteht seit Kindheit oder Adoleszenz (Diagnose erst ab dem 18. Lebensjahr )
  • Neben allgemeinen Kriterien (G-Kriterien) müssen weitere störungsspezifische Kriterien erfpllt sein

Liste die allgemeinen Kriterien für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung auf (G-Kriterien)

11664048315e15cf2c42b102.01303119phpSiDNxw.png

Welche Störungsbilder gibt es in der Gruppe der Persönlichkeitsstörungen?

  • Paranoide PS
  • Schizoide PS
  • Dissoziale PS
  • Emotional instabile PS
    • Impulsiver Typ
    • Borderline-Typ
  • Histrionische PS
  • Anankastische PS 
  • Ängstlich (vermeidende) PS
  • Abhängige PS
  • Sonstige spezifische PS
  • Kombinierte PS

Welche Essstörungen gibt es?

  • Anorexia Nervosa (Magersucht)
  • Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht)
  • Binge-Eating-Störung

Mögliche Screening-Frage bei Vermutung auf Esstörungen?

  • Sind sie mit Ihrem Esssverhalten zufrieden?
  • Machen Sie sich Sorgen wegen ihres Gewichts oder Ihrer Ernährung?
  • Beeinflusst Ihr Gewicht ihr Selbstwertgefühl?
  • Machen Sie sich Gedanken wegen Ihrer Figur?
  • Essen Sie heimlich?
  • Übergeben Sie sich, wenn Sie sich unangenhem voll fühlen?
  • Machen Sie sich Sorgen, weil Sie manchmal mit dem Essen nicht aufhören können?

Merkmale Anorexie?

-absichtlich selbst herbeigeführter o. aufrechterhaltener Gewichtsverlust (15% unter dem erwarteten Gewicht oder BMI <17,5)

-restriktives Essverhalten oder Purging-Verhalten (Erbrechen, Einnahme von Laxantien oder Diuretika)

-keine realistische Einschätzung des Körpergewichts

-Störung des Körperschemas
 

-starke gedankliche Beschäftigung mit Essen, Entwicklung von Essritualen

-Ggfs. Starvationsbedingte hormonelle Störungen

-Häufige Folgeerkrankung: Osteoporose

-Folgen: Hautveränderungen, Lanugobehaarung & Haarausfall

-psychische Störung mit der höchsten Todesrate (10-15% der Betroffenen)
 

Merkmale Bulimie?

-Wiederkehrende Essanfälle mit Verzehr eindeutig größerer Nahrungsmengen in kurzer Zeit

-Kompensatorische Maßnahmen zur Gewichtsregulation (Purging Verhalten: Erbrechen, Abführen, Entwässern) oder übermäßige körperliche Betätigung

-Häufig Nahrungseinschränkung zw. Essanfällen

-Häufig komorbide Störungen: affektive Störungen, Angststörungen, Störungen, durch psychotrope Substanzen sowie Persönlichkeitsstörungen

-medizinische Komplikationen: Elektrolytstörungen, Zahnschädigungen, Schwellungen Speicheldrüsen, Entzündungen Speiseröhre, Risse in Speiseröhre oder Magen-Darm-Trakt etc

Merkmale Binge-Eating?

-wiederkehrende Essanfälle (2x Woche, mind. 6 Monate) ohne gegensteuerndes Verhalten

-Folge: Übergewicht und Adipositas