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Nennen sie die Kriterien für eine Demenz nach dem ICD-10.

1. Abnahme des Gedächtnisses und anderer kognitiver Fähigkeiten, charaktersiert durch eine Verminderung der Urteilsfähigkeit und des Denkvermögens

2. Keine Bewusstseinstrübung

3. Verminderte Affektkontrolle mit wenigstens einem der folgenden Merkmale: Emotionale Labilität, Reizbarkeit, Apathie, Vergröberung des Sozialverhaltens

4. Dauer mindestens 6 Monate

Was ist der Unterschied zwischen der Alzheimer- Demenz und Vaskulären Demenz hinsichtlich ihrer neuronalen Ursachen/ Korrelate?

Alzheimer: neurodegenerative Krankheit, d.h. Nervenzellen sterben ab, sodass die Reizweiterleitung gestört wird

= in Großhirnrinde und Hippocampus

 

Vaskulär: Durchblutungs- und Gerinnungsstörung führen zu Gehirninfakrten

= in Rindenregion (kortikal) und/ oder Marklager (subkortikal)

Charakterisieren Sie drei verschiedene Formen der Demenz anhand ihrer klinischen Hauptmerkmale.

Alzheimer: deutliche Verschlechterung der Gedächtnisleistungen (Amnesie, Aphasie/ Agnosie/ Apraxie)

 

Frontotemporal: Veränderungen der Persönlichkeit, des Sozialverhaltens, der Sprache

 

Vaskulär: Bluthochdruck, Affektstörungen, kognitive Beeinträchtigungen

 

Lewy- Körperchen: motorische Defizite ähnlich wie bei Parkison, kognitive Defizite, Halluzinationen

Nennen sie für drei Formen der Demenz jeweils nur für diese Form typisches neurologisches Merkmal/ Symptom.

Alzheimer: Amyloid- Plaques, Neurofibrillen

Frontotemporal: Pick- Zellen/ Pick- Körperchen

Vaskuläre Demenz: Multiple/ strategische Infarkte

Lewy- Körper: Lewy- Körperchen

Nennen sie vier Kernsymptome der frontotemporalen Demenz.

1. Verfall der Sozialbeziehungen (taktloses, enthemmtes Verhalten)

2. Beeinträchtigte Steuerung des eigenen Verhaltens (Apathie, Ratlosigkeit)

3. Verflachter Affekt (Gefühlskälte, Verlust von Sympathie)

4. Fehlende Krankheitseinsicht

Wie lassen sich Alzheimer-, frontotemporale-, Lewy- Körperchen- und Vaskuläre Demenz hinsichtlich ihres typischen Verlaufs der kognitive Funktionen ihrer vordergründigen Symptome unterscheiden?

Alzheimer: kontinuirlicher Abbau

= Abnahme des Gedächtnisses und anderer kognitiver Fähigkeiten

 

Frontotemporal: kontinuierlicher Abbau

= Emotionale Regungen, Sozialverhalten und Verhaltenssteuerung lassen nach

 

Lewy- Körper: fluktuierender Abbau

= Visuokonstruktive Störungen, motorische Einschränkungen

 

Vaskulär: stufenweise Abbau

= Verlangsamung, Denkschwierigkeiten, emotionale Labilität

Nennen sie die sechs Kriterien für eine Alkoholabhängigkeit.

1. Starkes Verlangen/ Konsumdrang/ Craving

2. Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren

3. Körperliche Abhängigkeit, Entzugssymptome bei Reduktion/ Abstinenz

4. Toleranzentwicklung gegenüber der Wirkung

5. Vernachlässigung anderer Vergnügen/ Interessen

6. Konsum trotz (bereits eingetretener) schädlicher Folgen

Erklären sie die Begriffe "Schädlicher Alkoholgebrauch" und "Binge Drinking".

Schädlicher Alkoholgebrauch: Alkoholkonsum, nach dem bereits physische oder psychische Folgeschäden aufgetreten sind, oft auch negative soziale Folgen

 

Binge Drinking: risikoreicher Konsum, bei dem große Mengen Alkohol in kurzer Zeit getrunken werden

Nennen sie jeweils zwei Beispiele aus den Bereichen:

- Körperliche Folgen einer Alkoholabhängigkeit

- Soziale Folgen einer Alkoholabhängigkeit

- Psychische Folgen einer Alkoholabhängigkeit

 

Körperlich: Entzugserscheinungen, Krampfanfälle, erhöhtes Krebsrisiko, sexuelle Funktionsstörungen, Gelenkschmerzen

 

Sozial: Partnerschaftskonflikte, Schulden, Arbeitsplatzverlust, Straftaten, Haftstrafen

 

Psychisch: Aggressive Entgleisungen, verringertes Selbstwertgefühl, Distanzlosigkeit, Gefühlsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten

Was versteht man unter Positiv- und was unter Negativsymptomatik? Nennen und erläutern Sie kurz zwei Symptome!

Positivsymptomatik: Übermaß/ Verzerrung eigentlich normaler psychischer Funktionen, treten bei psychischer Gesundheit in der Regel nicht auf

1. Wahn: inhaltliche Denkstörung, bei der eine Person der Auffassung falscher Vorstellungen unterliegt und nicht vom Gegenteil zu überzeugen ist, häufig Verfolgungswahn

2. Halluzinationen: inhaltliche Denkstörung, falsche Wahrnehmung, ohne adäquate Stimulation sensorischer Rezeptoren wahrgenommene Geräusche, Stimmen, Gerüche, Bilder, Körperempfindungen

3. Ich- Störungen: Gedankeneingebung, Gedankenlautwerdung, Gedankenentzug

 

Negativsymptomatik: Fehlen von gesunden psychsischen Funktionen, die das Denken, Verhalten, Erleben betreffen

1. Verflachter Affekt: affektive Störung, gekennzeichnet durch Gleichgültigkei, geminderte emotionale Kontrolle, Ansprechbarkeit, wenig Mimik

2. Stupor: katatones Symptom, gekennzeichnet durch klares Bewusstsein bei gleichzeitigem Fehlen von Bewegung und Sprechen

3. Negativismus: Aktiver Widerstand gegenüber Aufforderungen, eine Bewegung durchzuführen/ gegensätzliche Bewegung wird ausgeführt

Nennen Sie vier Störungen, die zur Schizophrenie im ICD-10 zählen und erläutern Sie drei wichtige Aspekte zur Prävelanz und Entwicklung der Schizophrenie.

Katatone Schizophrenie, Paranoide

Katatone Schizophrenie, Paranoide Schizophrenie, Hebephrene Schizophrenie, Schizotype Störung, Schizoaffektive Störung

 

Prävalenz:

- Lebenszeitprävalenz bei 1%

- Erkrankungsalter bei Frauen Ende 20/ Anfang 30, bei Männern Anfang/ Mitte 20

- Stark heterogene Krankheitsverläufe

 

Wie erklärt die Dopaminhypothese die psychotischen Krankheitsbilder der Schizophrenie? Nennen sie einen experimentellen Befund, der dieses Hypothese stützt.

Ungleichgewicht von Dopamin im limbischen System und Frontalhirn ist für Schizophrenie verantwortlich

 

Positivsymtomatik: Folge von Übberaktivierug des limbischen Systems, durch Blockieren der D2-Dopamin-Kanäle geringer Dopamineinstrom, was Aktivität der Nervenbahnen des limbischen Systems herabsetzt

= durch Neuroleptika (Dopaminantagonisten) behandelbar

 

Negativsymptomatik: Folge von dopaminerger Unteraktivität des Frontalhirns, durch Blockieren der D2-Dopamin- Kanäle geringer Dopamineinstrom, dadurch Herabsetzen der Aktivität der Nervenbahnen des Frontalhirns

= nicht durch Neuroleptika behandelbar

 

Befund: Dopaminantagonisten (Amphetamin, Kokain) können psychotische Symptome bei Normalpersonen auslösen

Nennen sie drei Subtypen der Schizophrenie und beschreiben sie einen davon anhand seiner Kriterien nach ICD-10 (mindestens 5 Kriterien).

1. Paranoide Schizophrenie: paranoide Wahnvorstellungen, Verfolgungswahn, Größenwahn, Wahrnehmungsstörungen, Störungen der Stimme, Antriebs, Sprache, akustische Halluzinationen, meist dialogische oder kommentierende Stimmen

 

2. Hebephrene Schizophrenie: Vordergründig Affektive Veränderungen, verantwortungsloses und unvorhersehbares Verhalten, Manierismen, desorientiertes Denken und zerfahrene Sprache, mangelnde Bewältigung in Alltagsbelangen, soziale Isolation, flacher Affekt, Antriebslust, schnelle Entwicklung von Negativsymptomen, hintergründig Halluzinationen

 

3. Katatone Schizophrenie: wächserne Biegsamkeit, Haltungs- und Sprachstörungen, psychomotorische Störung, schwankt zwischen Erregung und Stupor, episodisch schwere Erregungszustände

Welche persönlichen Vulnerabilitätsfaktoren, verstärkende Umweltbedingungen und vermittelnden Zustände werden in den zwei Vulnerabiliäts- Stress- Modellen zur positiven und negativen Symptomatik angenommen?

V-S-Modell: zentrale Störung der Schizophrenie ist eine andauernde erhöhte Verletzbarkeit, die erst unter bestimmten Bedingungen/ äußerlichen Faktoren eine schizophrene Episode auslöst

 

Positiv:

PV: Anfälligkeit des kontrollierten KZG gegenüber Ablenkungen, subklinisches kognitives/ gedankliches Entgleiten, Autonome Hyperreagibilität auf aversive Stimuli

VU: kritische oder emotional überengagierte Beziehungsperson, Überstimulierung durch die Umwelt, stressvolle Lebensereignisse

VZ: Störung der kontrollierten Prozesse zwischen KZG durch Ablenkung, autonome Übererregung

 

Negativ:

PV: reduzierte verfügbare Informaionsverarbeitungskapazität, subklinische/ unterschwellige Anhedonie

VU: Reiz-/ ausdruckslose soziale Umgebung

VZ: Beeinträchtigte frühe Informationsverarbeitung unter hohen Reizanforderungen, autonome Hyporeagibilität

Nennen sie je zwei Haupt- und Zusatzsymptome einer unipolar depressiven Episode. Treffen diese genannten Symptome mindestens zwei Wochen auf einen Patienten zu, welchen Schweregrad der Depression diagnostizieren Sie bei diesem Patienten?

Haupt: getrübte/ niedergeschlagene Stimmung, Freudlosigkeit, Interessenverlust, geminderte Aktivität, Antriebsstörung, Müdigkeit

 

Zusatz: Verlust von Selbstwertgefühl, Selbstbeschuldigungen, sich selbst als abstoßend betrachten, Suizidgedanken, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, psychosomatische Unruhe, Gehemmtsein, Schlafstörung, Appetitverlust, Gewichtsverlust

 

Schweregrad: behandlungsbedürftige leichte depressive Episode bei zwei Haupt- und zwei Zusatzsymptomen

Nennen sie je zwei Unterscheidungskriterien

- zwischen unipolarer Depression und Dysthymia

- zwischen unipolarer Depression und bipolarer Depression

Dysthymia: über mindestens zwei Jahre fluktuierende depressive Symptomatik, nicht schwer genug, um sie als leichte, schwere, mittelgradige Depression zu diagnostizieren

 

Bipolar: Wechsel von depressiven und manischen Symptomen, Symptomatik in der depressiven Episode kann sich von derjenigen einer unipolar depressiven Episode unterscheiden

Nach welchen drei Gesichtspunkten wird das Störungsbild Depression nach dem ICD-10 eingeteilt?

Nach Schweregrad:

- leicht (mind. 2 HS, 2 ZS)

- mittelgradig (mind. 2 HS, 3-4 ZS)

- schwer (mind. 3 HS, mind. 5 ZS)

- Dysthymie

- nach 2 Jahren Dysthymie Auftreten einer Episode der Major Depression: double depression

 

Nach Dauer und Verlauf:

- mind. 14 tage

- Klassifikation nach Frequenz wiederkehrender Erkrankungsphasen

 

Nach Subtypen:

- somatisches Syndrom (bei leicht und mittelgradig)

- psychotische Symptome

Modell der erlernten Hilflosigkeit nach Seligman.

Welche drei Merkmale zeichnet dem Modell nach die Ursachenerklärung depressiver Menschen aus? Erklären sie die Merkmale kurz und geben sie je ein Beispiel.

Was ist die Folge dieser Ursachenerklärung?

Modell: Depression entsteht durch wiederholte Erfahrungen von Kontrollverlust, vor allem bei aversiven Umweltereignissen. Dabei wird eine generalisierte Erwartung von Unkonrollierbarkeit erlernt, die depressive Reaktionsmuster verursacht. Wichtig ist die Ursachenzuschreibung für negative Ereignisse, Merkmale sind:

- Global: für alle lebensbereiche geltend (ich bin in keinem Bereich erfolgreich)

- Stabil: über alle Zeitspannen hinweg (immer vermassel ich alles)

- Internal: Misserfolg wird auf sich selbst attribuiert (ich bin unfähig)

 

= der Mensch macht sich selbst verantwortlich für die mangelnde Kontrolle und entwickelt eine negative Erwartungshaltung bezüglich der eigenen Hilfosigkeit

Nennen sie die drei Hauptsymptome einer Depression nach ICD-10

1. Niedergeschlagene Stimmung

2. Interessenverlust, Freudlosigkeit

3. Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit

Nennen sie die vier Kernsymptome der Posttraumatischen Belastungsstörung und erklären Sie sie kurz.

1. Intrusion: Lebhafte Erinnerung an Trauma in Form von Albträumen, Flashbacks

 

2. Physiologische Übererregung: Schlafstörungen, Unruhe, Schreckhaftigkeit, leicht reizbar, Konzentrationsschwierigkeiten

 

3. Emotionale Taubheit: wirken freudlos, depressiv, teilnahmslos

4. Vermeidungsverhalten: vermeiden bewusst Personen/ Situationen, die Erinnerungen an Trauma auslösen könnten

Welche endokrinen Veränderungen wurden bei PTBS Patienten beobachtet?

Dysfunktion der HHNA, niedrige basale Kortisolkonzentration, erhöhter CRH- Spiegel, gesteigerte noradrenerge Aktivität in Blut und Urin (angenommene Ursache für erhöhtes Arousal und Intrusionen), nächtlicher Anstieg der Natriumkonzentration (angenommene Ursache für Schlafstörungen und Albträume)

Anhand welcher Kriterien kann die Posttraumatische Belastungsstörung von einer akuten Belastungsreaktion und Anpassungsstörung abgegrenzt werden?

- Für PTBS muss traumatisches Ereignis nach ICD-10 vorliegen, für Anpassungsstörung nicht

- Akute Belastungsreaktion kann in einem Zeitraum von zwei Tagen bis vier Wochen ab dem traumatischen Ereignis diagnostiziert werden, PTBS erst ab einem Monat nach traumatischem Ereignis

Nennen sie drei neuromorphologische und/ oder -endokrine Korrelate der PTBS. Wie hängen diese mit der typischen Symptomatik zusammen?

Noradrenalin: Potenzierte Ausschüttung unter chronischem Stress führt zu Überaktivität des Regulationssystems, führt kurzfristig zu erhöhter Konzentration und Aufmerksamkeit, langfristig zu Leistungsabfall

 

Cortisol: Dysregulation der HPA_ Achse bei chronischem Stress führt zu potenzierter Ausschüttung von Cortisol auch in scheinbar harmlosen Situaionen

 

Natrium: erhöhte Konzentration führt zu Schlafstörungen

 

Hippocampus: Verringerung des Volumensbei PTBS- Patienten mit negativen Flgen für deklaratives Gedächtnis und Habituation sowie Förderung von Dissoziation

 

Amygdala: erhöhte Aktivität bei intrusiver, verminderte Aktivität bei dissoziativer Symptomatik, Dysfunktionale konditionierte Furchtreaktion

 

Präfrontalkortex: verminderte Aktivität bei intrusiver, erhöhte Aktivitä bei dissoziativer Symptomatik, gestöre Emotionsverarbeitung und mangelnde Reaktion auf soziale Hinweisreize

Nennen sie die fünf Hauptkriterien, die bei der Diagnose einer Anorexia Nervosa erfüllt sein müssen.

Untergewicht, Gewichtsverlust, Körperschemastörung, endokrine Störung, Verzögerung der pubertären Entwicklung (bei Onset vor Pubertät)

Verzerrte Selbstbewertung, Essanfälle und gegensteuerndes Verhalten sind Begriffe, die bei Esstörungen eine große Rolle spielen. Definiere die drei Begriffe jeweils kurz.

Selbstbewertung: Gedanken nehmen wesentlichen Raum ein, Betroffene können keine kritische Distanz dazu einnehmen, Gedanken vermindern das Selbstwertgefühl erheblich, Unterhaltung von dysfunktionalen Verhalten

 

Essanfälle: Episode von unkontrollierter Nahrungszufuhr, zuführen von Nahrungsmengen, die den Rahmen der Kalorienanzahl einer normalen Mahlzeit deutlich übersteigen, häufig im Zusammenhang mit emotionalen Reizen, Essen von sonst verbotenen Nahrungsmitteln

 

Gegensteuerndes Verhalten: Spektrum zielorientierter Verhaltensweisen, um aufgenommene Energie oder Flüssigkeiten rasch aus dem organismus zu entfernen, "Purging- Behavior", exzessive Sporteinheiten, Einnahme von Schilddrüsenhormonen zur Erhöhung des Grundumsatzes

Welche zwei Formen der Anorexia nervosa werden nach ICD-10 unterschieden?

1. Anorexia Nervosa mit aktiven Maßnahmen (Erbrechen, Laxantien- und Diuretikamissbrauch)

2. Anorexia Nervosa ohne aktive Maßnahmen

Welche drei weiteren Störungen treten häufig im Zusammenhang mit Essstörungen auf?

Affektive Störungen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Substanzabhängigkeit bzw. Substanzmissbrauch, Persönlichkeitsstörungen

Wie unterscheiden sich Bulimia nervosa und Anorexia nervosa?

Anorexia: Fress- Kompensation- Frequenz gering, Körperbildstörung, Untergewicht, Hunger geleugnet, Angst vor Kontrollverlust, eher introvertiert, jünger

 

Bulimia: Fess- Kompensation- Frequenz hoch, Normal- oder Übergewicht, Hunger nicht geleugnet, Kontrollverlust, eher extravertiert, älter

Erläutere die beiden Subkategorien der Bulimie.

1. Purging- Typus: regelmäßiges Erbrechen und/ oder Mussbrauch mit Laxantien, Diuretika oder Klistiere als Kompensation des dickmachenden Effekts der Nahrung

 

2. Nicht- Purging- Typus: Regelmäßiges Fasten oder übermäßige körperliche Betätigung als Maßnahmen gegen den dickmachenden Effekt der Nahrung

Vergleichen Sie Anorexia Nervosa und Bulimia Nervosa hinsichtlich

- des typischen Beginns der Krankheit

- der langfristigen Prognose

- der Komorbiditäten (je zwei).

Anorexia: Typischer Onset früher als Bulimie (frühes Jugendalter), ungünstigere langfristige Prognose

= Komorbiditäten: Angststörungen, Zwangsstörungen

 

Bulimia: Typischer Onset  später als bei Anorexie (spätes Jugendaler), günstigere Prognose

= Komorbiditäten: Borderline Persönlichkeitsstörung, Substanzmissbrauch

Nennen sie drei Kriterien des ICD-10 für eine Bulimia Nervosa. Gehen Sie dabei auch auf die Abgrenzung von der Anorexia Nervosa ein.

1. Essattacken, andauernde Beschäftigung mit Essen, Gier

2. Kompensatorische Maßnahmen, um dickmachenden Effekt der Nahrungsaufnahme entgegen zu wirken

3. Krankhafte Furcht dick zu werden, niedrige Gewichtsschwelle

 

Abgrenzung: Zentrales Kriterium für Anorexia Nervosa ist Untergewicht, bei Untergewicht ist eine Diagnose der Bulimia Nervosa ausgeschlossen

Nennen sie die allgemeinen Diagnosekriterien der "Persönlichkeitsstörung" nach ICD-10.

1. Unausgeglichenheit in Funktionsbereichen (Kognition, Affektivität, Impulskontrolle, soz. Beziehungen)

2. Verhaltensmuster situationsübergreifend unpassend

3. Persönliches Leiden, negativer Einfluss auf Umwelt

4. Stabilität der Verhaltensmuster: Beginn in Kindheit und Jugend

5. Verhaltensabweichung nicht durch andere Störung des Erwachsenalters erklärbar

6. Ausschluss organischer Erkrankungen, Verletzung, Funktionsstörung des Gehirns

Welche Probleme sind Ihnen hinsichtlich der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen bekannt? Nennen sie vier mögliche Probleme.

- Gefahr der Stigmatisierung

- ungenaue Grenze zwischen Persönichkeitssmerkmalen und Persönlichkeitsstörungen

- niedrige Übereinstimmung von Fragebögen und strukturierten Interviews

- hohe Komorbidität erschwert Diagnose

- Einschränkung der Fragebögen

- Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen oft schwierig

- Abgrenzung von Persönlichkeitsänderungen

- hohe Komplexität der Persönlichkeitsstörungen

Nennen sie drei Verhaltensweisen, die für eine Diagnose der Borderline Persönlichkeitsstörung vorliegen müssen, bzw. für diese charakteristisch sind.

- Störungen und Unsicherheiten bezüglich Selbstbild, Zielen, inneren Präferenzen

- Neigung, sich in intensive, aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen

- Übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden

- Wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstschädigung

- Anhaltende Gefühle von Leere

Definieren Sie Intelligenzminderung nach ICD- 10.

Zustand verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten, besonders beeinträchtigt sind Fertigkeiten, die sich in der Entwicklungsperiode manifestieren und die zum Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten

= deutliche IQ-Minderung (unter 70 Punkten)

= Störung von Sprache, Motorik, Anpassungsstörung und Sozialverhalten

 

Beschreiben sie eine leichte

Beschreiben sie eine leichte Intelligenzminderung nach ICD-10. Welche IQ- Spanne muss vorliegen? Welche zwei weiteren Merkmale müssen vorliegen?

Nennen sie ein Unterscheidungskriterium zwischen der leichten und der mittelgradigen Intelligenzminderung.

Leichte: IQ von 50 bis 69 (Intelligenzalter 9-12 Jahre)

=Lernschwierigkeiten in Schule, Erwachsene können arbeiten, gute soziale Beziehungen unterhalten, Beitrag zur Gesellschaft leisten

 

Mittelgradige: IQ zwischen 35 und 49 (Inteligenzalter 6- unter 9 Jahre)

= deutliche Entwicklungsverzögerung in Kindheit, gewisses Maß an Unabhängigkeit erreichbar, dadurch Erwerb von Kommunikationsfähigkeit/ Ausbildung, Unterstützung im Alltag und Arbeit, begrenzt schulische Leistungen

Wie ist Intelligenz definiert? Nennen sie drei mögliche Ursachen einer Intelligenzminderung.

Intelligenz bezeichnet erworbene Wissensbestände und kognitive Prozesse, die zu einem gegebenen Zeitpunkt zur Verfügung stehen

 

Ursachen: Mütterliche Infektionen, Folgen extrem unreifer Frühgeburt, Hirntumore

Welche Kritik sehen Sie an den üblichen Verfahren der Intelligenzmessung? Nennen und erklären Sie zwei Aspekte.

a) Sprach- und Kulturabhängigkeit von Intelligenzverfahren

= Items der Tests sind nicht in allen Kultur- und Sprachräumen gleich geläufig

 

b) Intelligenz ist nicht objektiv messbar, auch nicht klar abgrenzbar

= keine allgemeine und einheitliche Definition vorhanden, verschiedene Formen von Intelligenz

Was versteht man unter einer Inselbegabung und wo tritt sie vorwiegend auf?

Auftreten eines herausragenden umschriebenen kognitiven Funktionsbereichs oder einer erstaunlichen Fertigkeit, vorwiegend bei Intelligenzminderung

= circa 50% der Betroffenen sind Autisten, allerdings bildet nur jeder zehnte Autist eine Inselbegabung aus

 

Beispiel: stark ausgeprägte Rechenfähigkeiten, Zeichnungen, musikalisches Talent

Was beschreibt die Theory of Mind und wie kann sie gemessen werden?

Fähigkeit, sich selbst und anderen mentale Zustände zuschreiben zu können, Fähigkeit zur Perspektivübernahme

= messbar mit false- belief Aufgaben

 

Beispiel: Sally- Anne- Aufgabe, Reading the Mind in the Eyes Test, Smartie Test

Unterscheiden sie frühkindlichen Autismus vom Asperger Syndrom. Nennen sie dafür drei Unterscheidungsmerkmale.

- Autismus bis 3. Lebensjahr, Asperger 4.-6. Lebensjahr

- Intelligenz bei frühkindlichem Autismus häufig beeinträchtigt, bei Asperger normale Intelligenz

- Sprachentwicklung bei Autismus verzögert, bei Asperger normale bis hoch ausgeprägte Sprachfähigkeiten

- Asperger häufig motorische Ungeschicktheit, bei Autismus nicht

- mehr Jungs als Mädchen betroffen, deutlicher bei Asperger ausgeprägt

Erklären sie die Sally- Anne Aufgabe als false Belief task um die Theory of Mind zu messen.

Einem Kind wird eine kurze Szene vorgespielt in der zwei Puppen einen Gegenstand in eine Kiste packen, danach geht eine Puppe weg, während die andere Puppe den gegenstand woanders, z.B. in einem Korb, versteckt. Die zweite Puppe kehrt zurück. Nun wird das Kind gefragt, wo die zweite Puppe den Gegenstand suchen wird. Autisten werden antworten, dass die Puppe in dem Korb schauen würde, da sie selbst wissen, dass der Gegenstand dort versteckt wurde.

Nennen Sie drei diagnostische Verfahren, die bei der Diagnose von Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen verwendet werden. Worin besteht eine besondere Herausforderung bei der Diagnose von Entwicklungsstörungen?

Interviews, Screenings, Fragebögen, Verhaltensbeobachtungen, Fremdanamnesen

 

Besondere Herausforderung: entwicklungsbedingte Veränderungen des Verhaltens

Nennen sie die drei übergeordneten Diagnosekriterien von ADHS und geben Sie jeweils ein Beispiel symptomatischen Verhaltens.

1. Unaufmerksamkeit: lässt sich durch äußere Reize ablenken, häufig vergesslich, beachtet Einzelheiten nicht und macht Flüchtigkeitsfehler bei Schul- oder Arbeitsaufgaben

 

2. Hyperaktivität: zeigt anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivität, läuft herum, kletert, steht auf, wenn sitzen erwartet wird, subjektives Unruhe Gefühl, kann sich schwer entspannen

 

3. Impulsivität: redet häufig übermäßig viel, unterbricht andere, kann nicht warten bis er/ sie selbst an der Reihe ist, beantwortet Fragen, bevor sie fertig gestellt sind

Wie verändern sich typischerweise die Symptome von ADHS im Jugend- bzw. Erwachsenenalter im Vergleich zur Kindheit?

Häufig nehmen die Symptome der Hypermotorik im Jugend- bzw. Erwachsenenalter ab, dann wird oft von einem subjektiven Unruhegefühl berichtet, anstelle von tatsächlicher motorischer Unruhe im Kindesalter. Die Wahrnehmung der eigenen problematischen Verhaltensweisen nimmt mit der Zeit tendenziell zu, daher ergibt sich mit dem Alter auch häufig ein höherer Leidensdruck der Betroffenen. In vielen Fällen (etwa 2/3) verlaufen sich die Symptome im Jugend- und Erwachsenenalter jedoch vollständig.

Die Störung ADHS äußert sich unterschiedlich in verschiedenen Altersstufen. Nennen sie je ein typisches Symptom für die Altersstufen.

Säugling- und Kleinkindalter: Schlaf- und Essprobleme

Kindergarten-/ Vorschulalter: motorische Unruhe, ziellose Aktivitäten, geringe Spielintensität und -ausdauer, Trotzverhalten

Grundschulalter: Starke Unruhe, Ablenkbarkeit, Lernschwächen, Oppositionelles/ aggressives Verhalten

Spätadoleszenz: häufig Abschwächung der Symptome, Oppositionelles Verhalten und Impulsivität

Erwachsenenalter: Abschwächung motorische Hyperaktivität, oft innere Ruhelosigkeit, Organisationsdefizite und Impulsivität

Was ist das "hidden observer Phänomen" und wofür dient es als Evidenz?

Der Teil des Bewusstseins, der im Zustand der Hypnose immer noch aufmerksam bleibt. Man kann diesen Part ansprechen und andere Sugggestionen geben als dem anderen (nicht aufmerksamen) Part. der H.O. ist abhängig von den situativen Schlüsseln, die der/ die Hypnotherapeut/ in zur Frage nach ihm nutzt. Der H.O. dient theoretisch dem Schutz der eigenen Werte und der eigenen Unversehrtheit. Die Existenz des hidden observer Phänomens ist Evidenz für die Neodissoziationstheorie der Hypnose.

Unter welchen Umständen kann Dissoziation ein Schutzmechanismus sein?

Gilt generell als funktionaler Mechanismus, reicht von Alltagserleichterung bis Überlebenssicherung

- Verletzung nicht spüren: Schmerz wird nicht gefühlt, um in Sicherheit zu gelangen

- Depersonalisationszustände: in außergewöhnlicher Situation (Trauma, Amnesie im Schock)

- Trancezustände: größeres Durchhaltevermögen (Extremsport, Mediation)

- Absorptionsphänomen: Fokussierung persönlich wichtiger Aspekte, blockiert Ablenkung

= Situationen erfordern physiologische Adaptionen, u.a. Immobilität, Schmerztoleranz, Wechsel im Bewusstsein, Informationsverarbeitung, weil sie außerhalb normaler Erfahrung liegen

Was unterscheidet Suggestion von Hypnose?

Hypnose: erlebbar absorbierende Interaktionsfolge welche einen veränderten Bewusstseinszustand hervorbringt, der sich in eine automatische Selbstorganisation zu ereignen beginnt

 

Suggestion: Beeinflussen des Denkens, Fühlens, Wollens, Handelns des Klienten, um ein Ziel zu erreichen. Suggestion ist in so gut wie jeder Kommunikationsform möglich, unabhängig von Hypnose

 

= Die Verbindung von Suggestion und Hypnose ist naheliegend, weil der hypnostische Bewusstseinszustand das Annehmen von Suggestion stark fördert