statutarische Struktur
Ausgestaltung der formalrechtlichen Beziehungen zwischen Unternehmen (Zentral, Subsystem), Eigenkapitalgebern
Definitionsgrößen der statutarischen Struktur
- Weitgehend durch Wahl der Rechtsform definiert- Für diese entscheidend:
o Einflussmöglichkeiten auf laufende Geschäftstätigkeit – Leitung und Kontrolle
o Haftung der Eigenkapitalgeber (voll haftbar mit Privatvermögen/ Haftung beschränkt auf Einlage)
o Möglichkeiten der (weiteren) Eigenkapitalbeschaffung
o Gewinn- und Verlustbeteiligung
o Publizitätspflichten (abhängig von Rechtsform + Größe der Gesellschaft)
o Kosten der Rechtsform (Gründungskosten + rechtsformspezifische laufende Kosten)
o Steuerbelastung
statutarische Struktur internationaler Unternehmen
àoft charakteristische Konzernstruktur, also rechtlich selbständige Gesellschaften / Teileinheiten mit Sitz in unterschiedlichen Ländern, die durch Beteiligungsbeziehungen miteinander verbunden sind
- Rechtsform der Muttergesellschaft/ Spitzeneinheit
- Rechtsformen der anderen Teileinheiten des Konzerns
- Rechtliche Beziehungen, insbes. Beteiligungsverhältnisse zwischen den einzelnen Teileinheiten
Rechtsformen bei internationalen Unternehmen: Wissenswertes
- Entscheidungsrelevante Unterschiede bei international verbreiteten Rechtsformen
- Sitz; paneuropäische Rechtsformen
- Niederlassungsfreiheit
Zentrale Gestaltungsziele der statutarischen Struktur internationaler UN
- Festlegung von Einflusspotenzialen (Leitung und Kontrolle),
o Statutarische Struktur als strukturelles Koordinationsinstrument determiniert Einflusspotentiale, damit auch die mögliche Intensität der Koordination innerhalb des internationalen Unternehmens =Koordinationspotenzial
§ Unterschiedliches Maß an direktem Durchgriff vonseiten der Muttergesellschaft gesellschaftsformabhängig
o Beteiligungsstrukturen
- Begrenzung unternehmerischer Verantwortung (Haftung),
o Begrenzte Haftung/ Durchgriffshaftung
o Es wird oft voll für 100%-/Namensgleiche Tochtergesellschaften gehaftet, um negative Reputationseffekte zu verhindern
- Reduktion der steuerlichen Belastung des Unternehmensverbunds sowie
- die Vermeidung von Publizität auf der Ebene der Teileinheiten
o Konfrontation mit lokalen Partialinteressen vermeiden
Prozessmodell der nordischen Schule
Studie von 4 schwedischen Unternehmen (Sandvik, Atlas-Copco, Facit, Volvo) von 2 schwedischen Forschern (Johanson, Wiedersheim-Paul): wann sind diese UN ins Ausland gegangen und mit welcher Markteintrittsform?
--> inwieweit überhaupt allgemeingültig, anwendbar? Muster passen nicht immer zur Theorie, Ergebnisse hätten auch anders interpretiert werden können
Ergebnisse der Studie Johanson/Vahlnes
Verhaltensmuster:
Establishment Chain (Entwicklungsmuster, wie ein Unternehmen seine Marktbearbeitungsform im Zeitablauf verändert),
Psychic Distance (Psychische Distanz)
Establishment Chain nach dem Modell der nordischen Schule
- Stufenweise inkrementelles Vorgehen à immer genau diese Schritte in dieser Reihenfolge
o Kein Export
o Export über unabhängigen Vertreter
o Verkaufsniederlassung gründen
Gründung einer Produktionsgesellschaft
Psychic Distance nach dem Modell der nordischen Schule
- Marktwahlverhalten so, dass zunächst vertraute, nahgelegene Auslandsmärkte und dann erst in phsychisch weit entfernter gelegene Märkte (Fremdheitsmaß) à abhängig ist dies von der Qualität des Informationsflusses, der nicht so gut ist, wenn der Markt weit entfernt ist (Verständnismuster unterschiedlich) à je weiter weg, desto schlechtere Infos (unvollständig usw.)
- Welch &Biedersheim- Paul: Internationalization at Home – innerhalb des Heimatlandes expandieren Unternehmen zuerst in Regionen, die ihnen nahe liegen, nach der vollständigen Erschließung des Heimatlandes folgt der erste Internationalisierungsschritt
Exportstufenmodell
- Unterscheiden des Aktivitätsniveaus bei Exportprozessen
- Anstoß, unsystematische- systematische Suchprozesse, erst begrenzte, dann unbegrenzte Suchprozesse à zunehmend rationalere, systematischere Herangehensweise an das Exportgeschäft
- Geografische Reichweite: erst nahegelegene, dann weiter entfernte (auch psychisch) Länder
- Exporterfahrung nimmt im Zeitablauf zu, auch die Bedeutung des Exportgeschäftes am Gesamtgeschäft des Unternehmens
- Exportgeschäfte werden von passiv-reaktiv zu proaktiv
- Ebenso inkrementeller Prozess (man muss die Stufen Schritt für Schritt durchlaufen)
Prozessmodell der Internationalisierung von Johanson/Vahlne
Zustandsgrößen (state aspects)
o Marktwissen
§ Allgemein
§ Marktspezifisch
§ Objektiv – leicht übertragbar
§ Erfahrungswissen /implizitem Wissen = nicht so einfach transferierbar, Engpassgröße, am wenigsten vorhanden
o Marktbindung: Wie viele Ressourcen /welche R. sind in einem bestimmten Auslandsmarkt gebunden? Wie fest/permanent sind diese gebunden? Faktorspezifität = sunk costs – wie viel Prozent der Kosten an einem bestimmten Standort könnten überhaupt ohne Weiteres wiedergewonnen werden?
Veränderungsgrößen (change aspects)
o Marktbindungsentscheidungen: auf Basis der Wahrnehmung von Chancen, Risiken nimmt man Entscheidungen vor
o Laufende Aktivitäten
- Die Internationalisierung hängt davon ab, wo man gerade ist (der internationalisierungsgrad ist abhängig von der bisherigen Internationalisierung; Delta I = f(I)) =Pfadabhängigkeit
Typen von Marktwissen bei Johanson/Vahlne
Objektives Wissen vs. Erfahrungswissen; Allgemeines Wissen vs. marktspezifisches Wissen
Kritik am Prozessmodell der nordischen Schule
Dynamisches Modell, ausgehend davon, dass die momentane Marktbindung dafür entscheidend ist, was jeden Tag getan wird. Aktivitäten sind Basis für das Wissen der Organisation. Dieses begründet jede Entscheidung des Unternehmens, auch jene strategischer Natur. So verändert sich die Marktbindung…
= spiralförmige Entwicklung des inkrementellen Hereinwachsens in die Auslandsmärkte aufgrund eines Mangels an Wissen (Unsicherheit) = Internationalisierung in kleinen Schritten
è Es gibt keinen strategischen Gesamtentwurf, weil man nie alle Informationen kennt
è Die Entwicklung des Internationalisierungsentwurfes ist sehr abhängig von Zufälligkeit
Kritik: Hat das Management noch eine Bedeutung, wenn alles von außen determiniert wird? Gibt es überhaupt noch eine Wahl?
2. Erläutern Sie die fünf Typen von Mitarbeitern, die Caprar in Bezug auf die Identifikation von HCNs mit der Organisationskultur des internationalen Unternehmens differenziert.
2. Beschreiben Sie die methodische Vorgehensweise von Kogut & Zander. Welche Eigenschaft von “Wissen” determiniert laut Kogut & Zander (1993) maßgeblich die Wahl des Technologietransfers zu einer Tochtergesellschaft?
Empirie- quantitative Studie, Implizität; auch wichtig: Transferierbarkeit (Teachbility), Verständlichkeit (Komplexität), Kodifizierbarkeit (Codifiability)
Nicht signifikant sind außerdem: Age of Technology, Number of Transfers
3. Welchem besonderen Problem sieht sich die EMNE-Muttergesellschaft ausgesetzt, wenn es zur erfolgreichen Absorption einer Technologie oder know-how einer Tochtergesellschaft im Ausland kommt?
Die Tochtergesellschaft wird von der EMNE nicht mehr benötigt, da diese das Wissen inzwischen besitzt.
Kontextfaktoren bei Caprar, die Ergebnisse beeinflussen (
3. Diskutieren Sie Kontextfaktoren, die die empirische Häufigkeit des Auftretens dieser unterschiedlichen Typen beeinflussen.
)
Erläutern Sie das Konzept von ‚MNCs as cultural incubators‘.
Inkubator = Brutkasten
In dem MNC entsteht eine einzigartige Atmosphäre und eine Mischung aus in- und ausländischen Mitarbeitern, die zusammen arbeiten müssen und immer in Kontakt sind. Dadurch lässt sich die Entwicklung einer Kultur gewissermaßen modellieren. Kultur entwickelt sich ständig, im Unternehmen aber auch sehr schnell. Die Mitarbeiter tragen die Unternehmenskultur dann nach außen, wo sie mit anderen Menschen in Berührung kommt und diese wiederum beeinflusst.
Warum bezeichnen Kogut & Zander (1993) ihren Ansatz als evolutorisch?
Wissen kann im Zeitverlauf gesammelt werden, sich weiterentwickeln. Die Transferkosten einer Unternehmnung stehen in Beziehung zur Sammlung von Wissen und Lerneffekten. Gemeinsame Werte und Wissen in einer Firma können dadurch leichter weitergegeben werden.
zu Kogut/Zander: Differenzieren und erläutern Sie folgende Kategorien: Know-How, Information, Wissen (implizit und explizit).
Erläutern Sie folgende Konzepte: Competence exploitation, knowledge accessing, knowledge sourcing, catch-up strategy, reverse knowledge flow.
Competence exploitation - Kompetenznutzung
knowledge accessing - Wissenszugang
knowledge sourcing - Wissensbeschaffung
catch-up strategy - Aufholungsstrategie
reverse knowledge flow – umgekehrter Wissensfluss
Erläutern Sie die Bedeutung dieser unterschiedlichen Konzepte aus der Perspektive von AMNE und EMNE.
Competence exploitation – AMNE
Tochtergesellschaften leisten lokale und spezifische Beiträge, indem sie Netzwerkverbindungen mit externen Unternehmen im Umfeld bilden. Sogenannte Doppelstrategie der Kompetenznutzung und -beschaffung
Knowledge Accessing – EMNE
Der Prozess des reverse exploitation wird als Wissenszugang bezeichnet. Hierzu profitiert die Zentrale mit Wissensdefiziten von den ausländischen Tochtergesellschaften.
Knowledge Sourcing – AMNE
Zentrale initiiert Wissensfluss in Lehre -> Tochtergesellschaften profitieren von Wissen der Zentrale
Catch-up Strategy – EMNE
Durch umgekehrten Wissensfluss gelingt Aufholung von Wissen, Innovationen, u.ä.
Reverse exploitation – EMNE
Der Wissensfluss wird umgekehrt -> die Tochtergesellschaften haben Wissensdominanz und Zentrale initiiert umgekehrten Wissensfluss (meist Verhandlungen mit TG)
Internationalization at home
räumliche Präferenzen auch innerhalb des Heimatlandes bei der Ausbreitung der Aktivitäten
Johanson/Mattson(1986, 1988): Internationalisierung als Auf- und Ausbau von Positionen in ausländischen/internationalen Netzwerken
extension, penetration, integration
Vierfeldermatrix von Internationalisierungssituationen nach Johanson/Mattson

Vahlne/Nordström (1993) Weiterentwicklung des Uppsala-Modells: Neun Internationalisierungssituatione
