Nenne die drei Keramikbranchen mit Beispielen
Silicatkeramik: Geschirr, Fliesen, Sanitär, Ziegel
Feuerfest: Steine, Funktionselemente für Energietechnik, Glaserzeugung
Hochleistungskeramik:
Größenordungen der hergestellten Stückzahlen/Jahr
Silicatkeramik:
Dachziegel/Fliesen: >10 M St.;
Geschirr, Sanitär: 10.000 St.
Feuerfest:
ungeformt: bis 10.000 t;
Formteile: > 10.000 St.
Hochleistungskeramik:
Strukturkeramik: 10.000 St.;
Elektronikkomp.: 1 Mio. St.
Welche Rohstoffe werden in den jeweiligen Branchen verwendet?
Silicatkeramik: Natürliche Rohstoffe
Feuerfest: natürliche und synthetische Werkstoffe
Hochleistungskeramik: synthetische Werkstoffe (reine und komplexe Oxide, Nichtoxide)
Definiere "Keramik"
anorganische, nichtmetallische Werkstoffe, die in Wasser schwer löslich und zu wenigstens 30 % kristallin sind
Bei Raumtemperatur aus Rohmasse geformt und erhalten Werkstoffeigenschaften durch Temperaturbehandlung über 800°C
Wie lässt sich die Keramik zu anderen Stoffen abgrenzen?
Abgrenzung zu
Salzen: Wasserlöslichkeit
Glas: Kristallinität
mineralische Baustoffe: Prozesstechnik
Nenne Eigenschaften von Keramik
chemische Verbindungen aus Metallen, Halbmetallen und Nichtmetallen
starke Bindungen durch stark lokalisierte Elektronen
Resultierende Eigenschaften:
Einteilung der Hochleistungskeramik nach chemischen Gesichtspunkten
Oxide:
Nichtoxide:
Ablauf des Prozesses zur Herstellung von Keramik
Definition "Grünling"
Ungesinterter (unverfestigter) Pulverformkörper mit den Konturen des späteren Bauteils zuzüglich Aufmaße
Nenne Maschinen für die Zerkleinerung und Homogenisierung
Nass-Zerkleinerung:
Trocken-Zerkleinerung:
Kunststoffspritzguss versus Keramikspritzguss
Kunststoffspritzguss: Spritzgussteil ist Fertigteil (nur Abtrennen des Angusskanals)
Keramikspritzguss: Spritzgussteil ist nach Entbindern erst Grünteil. Keramikpartikel wirken wie "Füller" im Kunststoffspritzgussteil
Nenne Gründe für das Sintern
Nenne die elementaren Sinterphänomene
Nenne die Materialtransportmechanismen
Steigende Aktivierungsenergie
Punkt 3 gehört nicht zu den 4 Grundmechanismen
Triebkräfte für den Materialtransport
Nenne Einflussmöglichkeiten auf die Triebkräfte
Nenne Charakteristika des Sinterns
Wie lautet die Gibbs-Thomson-Gleichung?
: Oberflächenenergie
: Gleichgewichtsdampfdruck über ebener Fläche
: Molvolumen
: Krümmungsradien
natürliche versus synthetische Rohstoffe
Natürliche Rohstoffe
Synthetische Rohstoffe
Welchen Einfluss haben Mahlen, Homogenisieren und Dispergieren auf die Eigenschaften der Erzeugnisse?
Formgebung: größere und gleichmäßigere Packungsdichten
Sinterprozess: Schwindung bei niedrigeren Temperaturen und höhere Enddichten
mechanische Eigenschaften: höhere Festigkeit
Nenne Gründe für die Sprödigkeit von Keramik
Plastische Verformung wird verhindert durch:
Welcher Sinterschritt benötigt besondere Pulvereigenschaften?
Das erste Sinterstadium:
Kornform wird durch Verdampfung/Kondensation und Grenzflächendiffusion verändert.
Korngröße entscheidet über Stattfinden von Verdampfung
Nenne Maßnahmen, um die Festigkeit eines Bauteils zu erhöhen
abgeleitet aus Griffith-Gleichung
Wie lautet die Griffith-Gleichung?
: Bruchwiderstand
: Festigkeit
: Defektgröße
Wie lässt sich die Druckfestigkeit abschätzen?
Druckfestigkeit 15 x Zugfestigkeit
Definition -Faktor
Kritischer Spannungsintensitätsfaktor
Gibt den Bruchwiderstand/die Bruchzähigkeit an
Kann über Verstärkungsmechanismen beeinflusst werden
Schritte zur Erstellung eines Weibull-Diagramms
Nenne Strategien zur Gefügeverstärkung
unterkritisches versus überkritisches Risswachstum
unterkritisches Risswachstum: kurze Risse mit , die sich geometrisch wieder schließen können
überkritisches Risswachstum:
lange Risse mit , die zum katastrophalen Bauteilversagen führen
Mit welchen Maßnahmen werden die Strategien zur Gefügeverstärkung umgesetzt
Warum lassen sich Keramiken nicht spannungsfrei glühen?
Es muss oberhalb von geglüht werden. Beim Abkühlen bauen sich die Spannungen wieder auf
: kritische Spannungsrelaxationstemperatur
Was ist Umwandlungsverstärkung?
Die Einführung von Druckspannungen durch Phasenumwandlung von Teilchen unter Volumendehnung in einem lastbedingten Zugspannungsfeld
Nenne Einflussgrößen auf die Thermoschockbeständigkeit und die bevorzugte Größenordnung
Formel für die Spannungserhöhung an der Rissspitze
: halbe Risslänge
: Rissspitzenradius
Nenne Maßnahmen zur Vermeidung von Gefügefehlern
Wie hoch ist die "Glastransformations-temperatur" bei Oxiden und Nichtoxiden?
Oxide: Zwischen 800 - 1000°C
Nichtoxide: 1000 - 1200°C
Nenne die einzelnen Verfahrensschritte des Schlickergusses
Nenne Vor- und Nachteile des Schlickergusses
Vorteile:
Nachteile:
Nenne Vor- und Nachteile des Strangpressens
Vorteile:
Nachteile:
Nenne Fehler, die beim Spritzguss auftreten können
Nenne Vor- und Nachteile des Keramik-Spritzgusses
Vorteile:
Nachteile:
Welche Materialtransportmechanismen dominieren in welchen Sinterstadien?
Anfangsstadium: Am Anfang Verdampfung/Kondensation, dann Oberflächendiffusion
Schwindungsstadium: Bis fast zum Ende Korngrenzendiffusion, ab 2/3 setzt Volumendiffusion ein
Endstadium: Volumendiffusion
Nenne Moden für die Rissöffnung
Mode I: Zug
Mode II: Schub
Mode III: Scherung
Nenne Gefügefehler, die auftreten können
gefügeimmanente Fehler: Korngrenzen, Kristallite, Sinterporen
Aufbereitungsfehler: Agglomerate, chemische Inhomogenitäten, anorganische Einschlüsse
Formgebungsfehler:
Organische Einschlüsse, Oberflächenrisse, Texturen
Nenne die drei Fälle der Rissablenkung
Fall 1:
radiale Druckspannungen, tangentiale Zugspannungen
Fall 2:
radiale Zugspannungen,
tangentiale Druckspannungen
Fall 3:
nur E-Modul-Effekte
: Wärmeausdehnung Matrix
: Wärmeausdehnung Partikel
Einteilung der Biowerkstoffe und Grenzflächenphänomene
biotolerant (Distanzosteogenese): Implantat wird eingekapselt
bioaktiv (Verbundosteogenese) Einwachsen des Implantats in den Knochen
bioinert (Kontaktosteogenese): keine biochemische Interaktion, keine Kraftübertragung
Nenne typische Werkstoffe für jede Klasse der Biowerkstoffe
biotolerant: Knochenzement, Edelstahl
bioinert: Aluminiumoxidkeramik, Zirkonoxidkeramik, Titanlegierungen
bioaktiv: Calciumphosphate, Hydroxylapatitkeramik, Bioglas, Glaskeramik