Der "Erwachsene" in der Erziehungswissenschaft
Keine klare Definition, "leere Form" (aufgrund von Autoritätsverlust), "unbekanntes Wesen"
Erwachsenenbildung
Die theoretische und praktische Beschäftigung mit dem Erwachsenen als Subjekt, Fokus auf dem Erwachsenen selbst.
Weiterbildung
Beschäftigung mit der Qualifikation des Erwachsenen, Fokus auf Qualifikation & nicht auf Individuum
Qualifikation = hier zB für neuen Beruf
Lebenslanges Lernen
Das Phänomen, dass der Erwachsene sein ganzes Leben lang lernen kann und immer wieder neue Chancen bekommt
& Verflüssigung der Altersgrenzen
Doppelgesichtigkeit
Die sowohl positiven als auch negativen Folgen des Lebenslangen Lernen
Positiv zB: immer neue Chancen, man kann Situationen widerrufen und wiederholen
Negativ zB: Entscheidungszwang, zu viele Möglichkeiten, Identitätskrise/-verlust
Biographisierung
Der Erwachsene muss sich seine Biographie selber schreiben, was sehr schwierig sein kann aufgrund des lebenslangen Lernen.
Sinnwelten
Verschiedene Bereiche, mit deren Hilfe Nittel versucht, eine Definition für "den Erwachsenen" zu finden.
Sinnwelt Religion/ "homo religious" (Englisch gesprochen)
erwachsen, wenn zB...
... in Ehe
... Eltern gestorben
... gott-ähnlich
Gott-ähnlich selten/gar nicht möglich, daher wieder Bezug auf Lebenslanges Lernen!
Sinnwelt Recht/ "homo judicus"
erwachsen, wenn zB...
... volljährig (18)
... mündig
Achtung: hier ist Mündigkeit nach dem Recht, also wenn das Individuum volljährig ist, gemeint! Nicht Mündigkeit als pädagogisches Gut!
Sinnwelt Ökonomie/"homo oeconomicus"
erwachsen, wenn zB...
... kalkulierend
... wirtschaftlich denkend
... Geld verdienend
Leitbilder
Maxime, die Nittel als Voraussetzung für das Erwachsensein ansieht. Neben den Sinnwelten, können diese bei der Definition des Erwachsenen helfen.
Leitbild Biographizität
Der Erwachsene muss in der Lage zu sein zu biographisieren, also seine eigene Biographie zu schreiben. Biographizität ist die Fähigkeit zur Biographisierung.
Leitbild Generativität
Eine eher emotionale Haltung, bei der es darum geht, dass der Erwachsene sein Wissen an die nächste Generation weiter gibt. Er muss also die große Bedeutung des Generationsverhältnisses verinnerlichen. Er muss sich außerdem in verschiedene Personen hineinversetzen können, dies nennt man Perspektivwechsel.
Problemstellung des Textes
Der Erwachsene - das unbekannte Wesen in der pädagogischen Forschung?
Erwachsener zwar als Ausgangspunkt (vor allem für Generationsverhältnis), aber auch als leere Form!
Keine klare Definition möglich!
Ziel des Textes
Nittel versucht in diesem Text, den Erwachsenen zu definieren.
Grobe Struktur des Textes
Der Versuch der Definition basiert auf dem lebenslangen Lernen und der Biographisierung. Umrahmend erklärt Nittel die Erwachsenen- und Weiterbildung. Er versucht danach eine Definition mithilfe der Sinnwelten und der Leitbilder zu finden.
Zielerreichung?/Fazit
Nittel schafft es nicht, eine Definition zu finden. Allerdings gibt er viele Ansätze und Denkanstöße, wie man den Erwachsenen definieren könnte.
Verknüpfung zu anderem Text
zu Leiber/Leitner - durch lebenslanges Lernen und mögliche, folgende Identitätskrise, braucht der Erwachsene soziale Arbeit als personenbezogene Hilfestelllung!
Schaubild
Warum ist der Text erziehungswissenschaftlich interessant?
In der Erziehungswissenschaft geht es oft um andere Themen, wie zB um die Kindheit oder Jugend. Daher ist es besonders interessant, wenn sich ein Erziehungswissenschaftler mit dem Erwachsenen beschäftigt! Außerdem ist der Erwachsene von großer Bedeutung für das Generationsverhältnis.