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Warum kann es gerade in der psychologischen Diagnostik zu ethischen Problemen kommen?

  • Gegenstandsbereich der Psychologie: Das Erleben, Verhalten und Handeln des Menschen
    • --> Informationsgewinn in der psychologischen Diagnostik: Testpersonen rekrutieren, die als Probanden an den diagnostischen Untersuchungen teilnehmen 
    • Im Rahmen dieser Untersuchungen können verschiedenste ethische Probleme auftreten, weswegen es wichtig ist sich besonders mit den ethischen Aspekten auseinanderzusetzen 

Wie können ethische Aspekte in der psychologischen Forschung berücksichtigt werden?

DGP und BDP veröffentlichen in Deutschland ethische Richtlinien:19 ethische und fachliche Grundhaltungen

 

u.a.: Psychologinnen und Psychologen...

  • ...achten die Würde des Menschen und respektieren diese in ihrem Handeln (Achtung der Würde des Menschen & gegenseitiger Respekt)
  • ...gehen sensibel mit der Bereitschaft von Menschen um, sich anzuvertrauen, und klären über mögliche Grenzen der Vertraulichkeit auf (Vertraulichkeit)
  • ...üben ihren Beruf aus Basis ihrer wissenschaftlichen Fachkompetenz aus (wissenschaftliche Fachkompetenz)
  • ...handeln im Sinne des Wohls und des Wohlbefindens der Menschen (ständige Rücksicht auf das Wohlergehen)

 

Konkret in der Praxis:

  1. Ethische Prinzipien in Bezug auf die Versuchsteilnehmer sollten immer beachtet werden
  2. Einreichung eines Ethikantrags
  3. Behandlung des Probanden mit Würde und Respekt
  4. ständige Rücksicht auf sein Wohlergehen

a) Wie lautet die DIN-Norm, die für den psychologischen Bereich relevant ist?

b) Was ist das Ziel dieser Norm und erklären Sie grob ihren Inhalt

c) Was lässt sich im Bezug auf ihre Formulierungen sagen

a) DIN-Norm

DIN 33430 (Anforderungen an die berufsbezogene Eignungsdiagnostik)

 

b) Ziel und Inhalt der Norm

Die DIN 33430 formuliert „Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik“.

 

Ziel der DIN 33430

  • Leitfaden für die Planung und Durchführung von Eignungsbeurteilungen bereitstellen--> und somit: Qualitätssicherung von Personalentscheidungen
  • Kandidaten als Bewerber in besonderem Maße schützen
  • Verbreitung von wissenschaftlich und fachlich fundierten Informationen (in verschiedenen psychologischen Bereichen, u.a. der Eignungsbeurteilung)

 

Inhalte der Norm

  • Begriffserklärungen
  • Leitsätze für die Vorgehensweise bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen
  • Qualitätskriterien und -standards für Verfahren zur berufsbezognenen Eignungsbeurteilung
  • Klärung von Verantwortlichkeiten

 

c) Formulierungen

Unterscheidung in Soll- und Muss-Formulierungen

 

  • Soll-Formulierungen: Empfehlungen
  • Muss-Formulierungen: direkt bindende Gesetze, mit normativen Charakter

 

--> Es wurden viele Empfehlungen (Soll-Formulierungen) und weniger direkt bindende Gesetze (Muss-Formulierungen) formuliert (nur so viele wie nötig)

Nennen Sie die 5 Prozessschritte der DIN 33430. (Nicht die 5 Kategorien, die im Skript stehen). 

Der Prozess zur berufsbezogenen Eignungsbeurteilung umfasst mehrere Schritte:

  1. die Planung des Prozesses, die Anforderungsanalyse und das daraus entstehende Anforderungsprofil
  2. die Auswahl und Zusammenstellung passender evidenzbasierter Verfahren zur Eignungsdiagnostik
  3. die Durchführung und Auswertung der Verfahren
  4. die Ergebnisinterpretation und Urteilsbildung
  5. sowie die kontinuierliche Evaluation des Prozesses inklusive der Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen.

Wie viele Verfahren von Kersting werden in Kategorien aufgeteilt?

Fünf Kategorien eignungsdiagnostischer Verfahren (nach Kersting)

  1. Dokumentenanalysen
  2. Verfahren zur Verhaltensbeobachtung und -beurteilung
  3. direkte mündliche Befragungen
  4. messtheoretisch fundierter Fragebogen
  5. messtheoretisch fundierte Tests 

Nennen Sie 3 ethische und fachliche Grundhaltungen. 

3 Ethische und fachliche Grundhaltungen der DGP und BDP

Psychologinnen und Psychologen...

  1. ...achten die Würde des Menschen und respektieren diese in ihrem Handeln
  2. ...gehen sensibel mit der Bereitschaft von Menschen um, sich anzuvertrauen, und klären über mögliche Grenzen der Vertraulichkeit auf
  3. ...handeln im Sinne des Wohls und des Wohlbefindens der Menschen
  1. Welche Norm ist insbesondere für Psychologen relevant?
  2. Erläutere kurz die Inhalte der Norm 
  3. Inwiefern ist die Norm rechtlich verbindlich?

DIN-Normen

  1. DIN 33430
  2. Inhalte der Norm
    • Begriffserklärungen
    • Leitsätze für die Vorgehensweise bei berufsbezogenen

    • Eignungsbeurteilungen

    • Qualitätskriterien und -standards für Verfahren zur berufsbezognenen

    • Eignungsbeurteilung

    • Klärung von Verantwortlichkeiten

  3. DIN-Normen sind rechtlich nicht verbindlich, es handelt sich also nicht um eine rechtliche Grundlage mit Gesetzescharakter. Sie haben Empfehlungschsrakter und die Anwendung der Norm ist grundsätzlich freiwillig. Unter bestimmten Umständen können sie jedoch rechtliche Bedeutung erlangen. 
    • der Nachweis der DIN-Konformität kann sich als Beweiserleichterung auswirken
    • In Rechtsnormen, Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen kann auf DIN-Normen Bezug genommen werden. ​​​

--> viele Soll-Formulierungen, d.h. Empfehlungen

--> weniger Muss-Formulierungen, d.h. direkt bindende Gesetze

Nennen Sie Kategorien des eignungsdiagnostischen Verfahrens und nennen Sie jeweils ein Beispiel. 

Fünf Kategorien eingnungsdiagnostischer Verfahren (nach Kersting)

  • Dokumentenanalysen
    • Bsp.: Analyse und Interpretation von Bewerbungsunterlagen
  • Verfahren zur Verhaltensbeobachtung und -beurteilung
    • Bsp.: Rollenspiele
  • direkte mündliche Befragungen
    • Bsp.: Interview
  • messtheoretisch fundierter Fragebogen
    • Bsp.: Persönlichkeitsfragebogen
  • messtheoretisch fundierte Tests
    • Bsp.: Intelligenztests

Was sollte man bezüglich der DIN33430 beachten, wenn man Versuchspersonen untersucht? 

  • Bedeutung der Einhaltung gesetzlicher Regeln (z.B. Datenschutz)
  • Die Kandidaten als Bewerber sollen durch die DIN 33430 in besonderem Maße geschützt werden
    • Schutz der Kandidaten vor unsachgemäßer oder missbräuchlicher Anwendung von Verfahren zu Eignungsbeurteilungen.

  • Den spezifischen Bedürfnissen von Kandidatinnen und Kandidaten mit Einschränkungen sollte – sofern vertretbar – in angemessener Form entsprochen werden

Erläutere eine ethische Richtlinie in Bezug auf die psychologische Forschung

Psychologinnen und Psychologen vermehren das Wissen über den Menschen durch Forschung und Lehre. 

Erkläre die ethische Problematik in der Diagnostik. 

Ethische Probleme

  • unfreiwillige Untersuchungsteilnahme
  • fehlende Vertraulichkeit der Testergebnisse
  • fehlende Transparenz
  • Täuschungen
  • Eindringen in die Privatsphäre
  • Beeinträchtigung oder Schädigung der Probanden/Klienten (Bsp. Hervorrufen von Angst, Stress, Unwohlsein)

Ethik in der psychologischen Forschung beschreiben. 

Ethik in der psychologischen Forschung

Gegenstandsbereich der Psychologie ist das Erleben, Verhalten und Handeln des Menschen. Informationen diesbezüglich gewinnt man, indem Probanden an diagnostischen Untersuchungen teilnehmen. Im Rahmen dieser Untersuchungen können verschiedenste Schwierigkeiten auftreten

 

Ethische Probleme

  • unfreiwillige Untersuchungsteilnahme
  • fehlende Vertraulichkeit der Testergebnisse
  • fehlende Transparenz
  • Täuschungen

 

Oberstes Anliegen der Ethik

Wahrung der menschlichen Grundrechte

 

Ethische Grundhaltungen

In Deutschland veröffentlichen die DGP und der BDP ethische Richtlinien: u.a.

  • Achtung der Würde des Menschen
  • gegenseitiger Respekt
  • Vertraulichkeit
  • wissenschaftliche Fachkompetenz

Nenne die Aufteilung von eignungsdiagnostischen Verfahren nach Kersting

Fünf Kategorien eignungsdiagnostischer Verfahren (nach Kersting)

  1. Dokumentenanalysen(z. B. Analyse und Interpretation von Bewerbungsunterlagen)
  2. Verfahren zur Verhaltensbeobachtung und -beurteilung(z. B. Rollenspiele)
  3. direkten mündlichen Befragungen(z. B. Interview)
  4. messtheoretisch fundierten Fragebogen(z. B. Persönlichkeitsfragebogen)
  5. messtheoretisch fundierten Tests(z. B. Intelligenztests)

Was ist die DIN 33430? 

DIN 33430

DIN-Normen haben generell das Zeil, den aktuellen Stand der Wissenschaft widerzuspiegeln (keine rechtliche Grundlage mit Gesetzescharakter)

 

DIN 33430 = Anforderungen an die berufsbezogene Eignung

  • Veröffentlichung im Juni 2016
  • 35 Seiten
  • berücksichtigt eignungsdiagnostische Verfahren (z. B. Interview, Bewerbungsunterlagen, AC, Tests und Fragebogen)
  • Eine Unterscheidung in Soll- und Muss-Formulierungen ist für das Verständnis dieser DIN 33430 besonders relevant. Es werden viele Empfehlungen („Soll“) und insgesamt weniger direkt bindende Gesetze formuliert („Muss“).

 

Genaue Inhalte der DIN 33430

  • Begriffserklärungen
  • Leitsätze für die Vorgehensweise bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen
  • Qualitätskriterien und -standards für Verfahren zur berufsbezogenen Eignungsbeurteilung
  • Klärung von Verantwortlichkeiten

Nenne 5 ethische und fachliche Grundhaltungen

Ethische und fachliche Grundhaltungen (BDP/DGP)

„Psychologinnen und Psychologen:

  1. achten die Würde des Menschen und respektieren diese in ihrem Handeln;
  2. erkennen das Recht des Einzelnen an, in eigener Verantwortung und nach eigenen Überzeugungen zu leben;
  3. handeln mit besonderer Verantwortung gegenüber den Menschen, mit denen sie umgehen;
  4. gehen sensibel mit der Bereitschaft von Menschen um, sich anzuvertrauen, und klären über mögliche Grenzen der Vertraulichkeit auf;
  5. fördern Möglichkeiten der selbstbestimmten Persönlichkeitsentwicklung und tragen zur Gewährleistung fördernder Rahmenbedingungen bei;
  6. fördern die Verständigung im sozialen Zusammenleben und den gegenseitigen Respekt;
  7. handeln im Sinne des Wohls und Wohlbefindens der Menschen;
  8. setzen sich ein für gute natürliche, sozioökonomische und kulturelle Lebensbedingungen von Einzelnen und Gemeinschaften;
  9. fördern ein redliches Miteinander und gehen in ihrem Handeln mit gutem Beispiel voran;
  10. vermehren das Wissen über den Menschen durch Forschung und Lehre;
  11. bewirken durch Reflexion und durch einen offenen Austausch über Einstellungen, Orientierungen und Menschenbilder Veränderungen bei Einzelnen, Institutionen und in der Gesellschaft;
  12. üben ihren Beruf auf der Basis ihrer wissenschaftlichen Fachkompetenz aus;
  13. bilden sich kontinuierlich fort und halten ihre Kenntnisse auf aktuellem Stand;
  14. achten besonders auf die eigenen psychischen und körperlichen Voraussetzungen, die eine kompetente Berufsausübung erlauben;
  15. erbringen Dienstleistungen eigenständig nur in den Tätigkeitsfeldern, für die sie durch eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung, fachliche Fortbildung und berufliches Handeln qualifiziert sind;
  16. orientieren sich bei neuen beruflichen Ansätzen und Methoden am Grundsatz wissenschaftlicher Redlichkeit, überprüfen systematisch die Wirkungen ihres Handelns;
  17. sind wachsam gegenüber persönlichen, sozialen, institutionellen, wirtschaftlichen und politischen Einflüssen, die zu einem Missbrauch bzw. zu einer falschen Anwendung von psychologischen Kenntnissen und Fähigkeiten führen könnten;
  18. sind sich über das Ungleichgewicht der Machtverteilung in beruflichen Beziehungen bewusst;
  19. zeigen in beruflichen Beziehungen Aufmerksamkeit für mögliche Gefahren des Machtmissbrauches und vermeiden Handlungen im Sinne eines Machtmissbrauches.“

Was ist eine Evaluation?

Evaluation

Eine Evaluation dient der Bewertung einer Maßnahme, etwa eines Trainings oder eines Therapieprogramms.

 

Sofern psychische Merkmale von Menschen oder deren Verhalten verändert werden sollen, können dazu psychologisch- diagnostische Methoden eingesetzt werden