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Nennen und erklären Sie die Arten der Diagnostik

  • Status- vs. Veränderungsdiagnostik
    • Statusdiagnostik (Eingangsdiagnostik): Erfassung des aktuellen Ist-Zustandes, etwa des aktuellen Leistungsgrades.Bsp. Eingangsdiagnostik vor einer psychologischen Intervention.
    • VeränderungsdiagnostikVergleich zweier Zustände im Zeitverlauf.Bsp.: führt die durchgeführte Therapie zu einem Rückgang der Symptome im Zeitverlauf?
  • Norm- vs. kriteriumsorientierte Diagnostik
    • Normorientierte DiagnostikIndividuelle Merkmalswerte werden mit einer Bezugsgruppe (Normgruppe) verglichen.
    • kriteriumsorientierten Diagnostik: individuelle Merkmalswerte werden mit einem Kriterium verglichen, z. B. Schulnoten, Studienabschluss, Gehalt oder Anzahl der Bücher im Haushalt 
  • dimensionale vs. klassifikatorische bzw. kategoriale Diagnostik:
    • dimensionale DiagnostikMerkmalsausprägungen werden auf (mehr oder weniger) kontinuierlichen Dimensionen abgebildet, z. B. psychische Leistungstests, welche es ermöglichen, die Leistung einer Person auf verschiedenen Leistungsdimensionen festzustellen.
    • klassifikatorische bzw. kategoriale Diagnostik: beruht dagegen auf der Tendenz, Sachverhalte aufgrund gemeinsamer charakteristischer Merkmale in diskrete Gruppen einzuteilen. Klassifikatorische bzw. kategoriale Diagnostik erfolgt mithilfe von Klassifikationssystemen (z. B. ICD, DSM, Fünffaktorenmodell der Persönlichkeit, Interpersoneller Circumplex etc.): Es bestehen qualitative Unterschiede zwischen Personen und diese Personen werden verschiedenen Klassen zugeordnet

Nenne und erkläre die Klassifikationssysteme der Diagnostik. 

Klassifikationssysteme...

...dienen der zuverlässigen Zurodnung von Merkmalen und Personen zu verschiedenen Klassen

...diagnostische Beurteilung systematisiert worden

 

ICD (International Classification of Diseases)

  • Katalog der WHO zur Klassifikation von Krankheiten (Codierung und Einordnung sämtlicher Krankheiten)
  • internationales Klassifikationssystem
  • ist im deutschen Gesundheitssystem für die Diagnosestellung von Rentenversicherungsträgern und Krankenkassen vorgesehen
  • ICD-10 = 10. Auflage (ab 2022 11. Auflage)
  • Alle Kapitel der ICD sind mit einem bestimmten Buchstaben versehenBsp.: psychische Störungen: F-Codes (Kapitel V) 
    1. Kapitel mit Buchstaben versehen(Bsp.: Kapitel V (F-Codes): psychische Störungen)
    2. Grobklassifikation in Hauptkategorien (Bsp. F-Codes: F0 bis F9)Bsp. F4 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen und Faktoren)
    3. Untergliederung durch dezimalnumerische UntergruppenBsp.: F41: andere Angststörungen
    4. Nachkommastelle differenziert noch genauer Bsp.: F41.1: generalisierte Angststörung

 

 

DSM (Diagnostic ans Statistical Manual of Mental Diseases)

  • nationales (amerikanisches) Klassifikationssystem für psychische Erkrankungen
  • DSM-IV: Untergliederung in verschiedene Achsen
    • Achse 1: Diagnostik von klinischen Störungen
    • Achse 2: Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen
    • Achse 3: Erfassung medizinischer Krankheitsfaktoren
    • Achse 4: psychosoziale Probleme (soziales Umfeld, Wohnung, Arbeitsleben)
    • Achse 5: Erfassung des globalen Funktionsniveaus (GAF)
  • DSM-V (derzeit aktuelle 5. Version)
    • vollständiger Verzicht auf polyaxiale Gestaltung
    • tiefgreifende Veränderungen bezüglich der Diagnose Demenz
      • Diagnoseklonglemerat "Demenzen, Delirien und anamnestische Störungen" (DSM-IV) durch die Diagnosegruppe "neurokognitive Störungen" ersetzt
      • Vorteil: Konzept neurokognitive Störungen (DSM-V) deutlich breiter gefasst als der Demenzbegriff im DSM-IV)

Nenne Anwendungsbereiche der Diagnostik

  1. Pädagogische Psychologie
  2. Personalpsychologie
  3. Verkehrspsychologie
  4. Klinische Psychologie
  5. Forensische Psychologie

Erkläre den diagnostischen Prozess

Der diagnostische Prozess wird definiert als „personale, zeitliche, strategische und organisatorische Erstreckung zwischen vorgegebenen Fragestellungen sowie die Beantwortung dieser zuerst eher allgemeinen und später immer spezifischeren Fragestellungen. Die Beantwortung findet in Form einer Pro- oder Diagnose statt. Diese ist auch Ausgangslage bzw. Hilfestellung für eine Entscheidung durch den Auftraggeber

 

--> ausführlicher diagnostischer Prozess notwendig, bevor mit einer Maßnahme/Therapie begonnen werden kann. 

 

Relevante Schritte im diagnostischen Handeln und zur Beantwortung psychologischer Fragestellungen

  1. Kontakt mit dem Auftraggeber
  2. Fragestellungen konkretisieren und operationalisieren (hypothesengeleitetes Vorgehen)
  3. Daten und Quellen heranziehen
  4. diagnostische Untersuchung
  5. diagnostische Urteilsbildung
  6. Rückmeldung der Ergebnisse (psychologisches Gutachten)

Erkläre was ein Leistungstest ist. 

Leistungstests

= Tests, die (vor allem kognitive) Merkmale zu einem objektiven Gütestandard in Beziehung setzen  

 

Beispiel:

  • Intelligenztests (z.B. HAWIE)
  • Aufmerksamkeits-Belastungs-Test (Bsp. d2-Revision)

Beschreibe den d2-Test. 

d2-Test

  • Aufmerksamkeits-Belastungs-Test = allgemeiner Leistungstest (KEIN Intelligenztest) zur Erfassung von Aufmerksamkeitsleistung und Konzentrationsfähigkeit
  • Durchstreichtest: unter Zeitdruck müssen einfache visuelle Reize diskriminiert werden
  • Die Leistung kann in diesem Verfahren durch Schnelligkeit und Fehlerrate beschrieben werden, der Zeitdruck erzeugt die nötige Belastung
  • Testaufbau
    • ein Testblatt besteht aus Zeichen (14 Zeilen). Hierbei sind d oder p und zusätzlich ein bis vier Strichemöglich
    • Es gibt 3 Zielobjekte (d mit zwei Strichen) und 10 verschiedene Distraktoren
  • Aufgabe
    • alle Zielobjekte (d mit zwei Strichen) durchstreichen
    • Bearbeitungsdauer: Pro Zeile gibt es eine Zeitvorgabe von 20 Sekunden

Was ist ein Persönlichkeitstest?

Persönlichkeitstests erfassen mehr oder weniger stabile Persönlichkeitseigenschaften. 

 

Beispiel

Neo-FFI (Neo-Fünf-Faktoren-Inventar)

= Persönlichkeitstest zur Erfassung der "Big-Five" Persönlichkeitseigenschaften

Wozu ist ein Klassifikationssystem?

Klassifikationssysteme

  • ...dienen der zuverlässigen Zuordnung von Merkmalen und Personen zu verschiedenen Klassen 
  • ...helfen Symptome, Verhalten oder Ereignisse in Fragebögen oder Tests systematisch und methodisch zu interpretieren
  • ...dienen der Systematisierung diagnostischer Beurteilung

 

Vorteile von Klassifikationssystemen

  • Erleichterung der Kommunikation durch eine klar definierte Nomenklatur
  • Informationsreduktion
  • wirtschaftliche Informationsvermittlung, da von Diagnose auf Störungsmerkmale geschlossen werden kann
  • Feststellen von überzufälligen Syndromen, d.h. bestimmte klinische Merkmale treten besonders häufig zusammen auf
  • Klassifikation ist Basis für eine systematische Wissensakkumulation

Wozu ist der diagnostische Prozess?

Abfolge von Maßnahmen zur Gewinnung diagnostisch relevanter Informationen und deren Integration zur Beantwortung einer Fragestellung

Nennen Sie drei Nachteile von Klassifikation. 

Nachteile von Klassifikation

  • diagnostische Etiketten (Labels) fördern bzw. bewirken Stigmatisierung
  • Informationsverlust durch ungenügende Beschreibung des Einzelfalls
  • mangelnder praktischer Nutzen, da keine spezifische Therapie aus Diagnose folgt 
  • nie ideal, entsprechen immer nur dem im Moment gültigen Konsens (--> Klassifikationssysteme müssen immer wieder von Neuem kritisch hinterfragt und überarbeitet werden. 
  • Risiko des Vertauschens von Deskription und Erklärung
  • künstliche Klassen erhalten einen unangemessenen Realitätsgehalt
  • Klassen verdecken zugrundeliegende Dimensionen

Was ist der Zweck von Klassifikationssystemen in der Psychologie?

Klassifikationssysteme

  • ...dienen der zuverlässigen Zuordnung von Merkmalen und Personen zu verschiedenen Klassen, z.B. ICD und DSM.
  • helfen Symptome, Verhalten oder Ereignisse in Fragebögen oder Tests systematisch und methodisch zu interpretieren 
  • systematische diagnostische Beurteilung 

Erläutern Sie anhand eines Beispiels, warum Klassifikationssysteme stets kritisch betrachtet werden sollten. 

Klassifikationssysteme sind nie ideal. Sie entsprechen immer nur dem im Moment gültigen Konsens. Dies lässt sich am besten an dem Beispiel verdeutlichen, dass bis zum Jahr 1992 auch Homosexualität in der ICD als Diagnose zu finden war. Somit wird klar, wie dringend Klassifikationssysteme immer wieder von Neuem kritisch hinterfragt und überarbeitet werden müssen. 

Beschreiben Sie die Meilensteine in der Entwicklung des Persönlichkeitstests 

Meilensteine in der Entwicklung von Persönlichkeitstests

  • Personal Data Sheet (1917/18)
    • 1. Persönlichkeitstest
    • 116 Ja-/Nein-Fragen zur Entdeckung neurotischer Rekruten
  • Rorschachtest (1921)
    • 1. projektiver Test (Hermann Rorschach)
    • Probanden sollen zu einem mehrdeutigen Stimulationsmaterial (Tintenkleksbilder) Assoziationen bilden
    • Interpretation der Bilder soll etwas über die Persönlichkeit aussagen (heute kritisch betrachtet!)
  • Thematischer Apperzeptionstest (TAT; 1935)
    • projektiver Persönlichkeitstest (Murray und Morgan)
    • Probanden werden mehrdeutige Stimuli gezeigt. Hierzu sollen sie eine Geschichte erzählen
    • Test soll Persönlichkeitseigenschaften und Motive der befragten Personen aufdecken
  • MMPI (Minnesota Multiphasic Personality Inventory; 1943)
    • neuartiger Persönlichkeitsfragebogen (Hathaway und McKinley)
    • ähnliche Vorgehensweise wie beim Personal Data Sheet: Vergleich von psychiatrischen und normalen Personen
    • MMPI hat jedoch viele Skalen und u.a. Validitätsskalen

Nennen Sie 2 Kategorien von Kapitel 5 des ICD. 

Hauptkategorien des Kapitels V des ICD-10

  • F00-F09

    Organische Störungen: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen

  • F10-F19

    Psychotrope Substanzen: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

  • F20-F29

    Schizophrenie und wahnhafte Störungen: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen

  • F30-F39

    Affektive Störungen

  • F40-F49

    Neurotische Störungen: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen

  • F50-F59

    Verhaltensauffälligkeiten: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren

  • F60-F69

    Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

  • F70-F79

    Intelligenzminderung

  • F80-F89

    Entwicklungsstörungen: Umschriebene Entwicklungsstörungen

  • F90-F98

    Kinder- und Jugendalter: Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

  • F99

    Sonstige psychische Störungen: Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

  1. Wer prägte den Begriff Intelligenzquotient?
  2. Geben Sie Standardabweichung und Mittelwert an. 
  3. Wie hat sich der IQ im Laufe der Zeit entwickelt, wie wird er heute beschrieben und warum ist diese Entwicklung sinnvoll?

Wer prägte den Begriff: Intelligenzquotient? 

William Louis Stern entwickelte den Intelligenzquotienten (IQ)

 

Was sind Mittelwert und Standardabweichung?

  • Mittelwert: 100
  • Standardabweichung: 15

 

Wie hat sich der IQ im Laufe der Zeit entwickelt? und warum ist diese Entwicklung sinnvoll?

 

Intelligenzquotient (William Louis Stern) = Intelligenzalter/Lebensalter x 100 

  • Stern relativierte das Intelligenzalter am Lebensalter.
  • Stimmen Intelligenz- und Lebensalter überein, ergibt sich somit ein IQ von 100 als Durchschnittswert
  • Intelligenzalter bemessen an der Anzahl der Aufgaben, die ein Proband in einem Intelligenztest gelöst hat.

 

Heute wird der Intelligenzquotient anders bestimmt!

 

Intelligenzquotient (David Wechsler)

IQ = Testwert des Probanden/Mittelwert der Altersgruppe

  • Testwert des Probanden wird in Relation zum Mittelwert der Altersgruppe gesetzt  

 

Warum ist diese Entwicklung sinnvoll?

--> Heute wird der IQ über die Abweichung vom Populationsmittelwert bestimmt 

 

  • Mit zunehmendem Alter werden die Fähigkeitsunterschiede zwischen Menschen immer differenzierter.
    • Ein Komponist kann und weiß andere Dinge als eine Psychologin; einen der beiden Bereiche als Maßstab der Intelligenz zu nehmen, wäre im Wortsinne „vermessen“.
    • Aus diesem Grund schlug David Wechsler vor, keine konkreten Altersreihen mehr zum Maßstab zu nehmen, sondern zu ermitteln, inwieweit der Testwert einer Person von den Werten der Gesamtgruppe abweicht.
  • Vergleich zwischen verschiedenen Altersstufen war nicht möglich 
    • Es wurden daraufhin Abweichungsmaße eingeführt, die nicht mehr auf der Altersachse messen, sondern auf der Leistungsachse. Diese Maße geben die relative Stellung der Leistung eines Probanden in der Verteilung der Leistungen seiner (Alters-)Gruppe an

D2-Test

  1. Was ist es für eine Art von Test?
  2. Aufbau und Konzept erklären
  3. Wie kann Belastbarkeit operationalisiert werden?

1. Testart

  • Allgemeiner Leistungstest zur Erfassung von Aufmerksamkeitsleistung und Konzentrationsfähigkeit
  • Aufmerksamkeits-Belastungstest nicht Intelligenztest

 

2. Konzept

  • Durchstreichtest, bei dem unter Zeitdruck einfache visuelle Reize diskriminiert werden müssen.
  • Die Leistung kann durch Schnelligkeit und Fehlerrate beschrieben werden
  • Aufgabe: alle Zielobjekte (d mit 2 Strichen) durchstreichen 

 

2. Aufbau

  • Ein Testblatt besteht aus Zeichen: d oder p und zusätzlich 1-4 Striche 
  • 3 Zielobjekte: d mit 2 Strichen
  • 10 Distraktoren (nicht richtige Alternativen)

 

3. Operationalisierung der Belastbarkeit

  • der Zeitdruck erzeugt die nötige Belastung 
  • Bearbeitungsdauer: pro. Zeile 20 Sekunden x 14 Zeilen = 4 Minuten 40 

ICD-10:

  • Warum ist die Angabe der Hauptkategorie nicht ausreichend? Warum ist eine genaue Differenzierung der Kategorien notwendig?
  • Erklären Sie anhand eines Beispiels, wie die weitere Unterteilung der Klassifizierung in ICD 10 geregelt ist. 
  • Erläutere den Aufbau des ICD 

Aufbau des ICD

Die ICD, ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeführter Schlüssel für die jeweilige Krankheit, hilft bei der systematischen Vorgehensweise einer Diagnosestel­lung. Jeder ICD­ Code hat folgende Reihenfolge: X00.00. Das X steht in die­sem Fall für einen Buchstaben A bis Z, und die Nullen stehen für eine Zahl von 0 bis 9. Wichtig für die Arbeit als Psychologe bzw. Psychotherapeut sind die F­-Diagnosen (Kapitel V): Psy­chische und Verhaltensstörungen

 

Klassifikation anhand eines Beispiels

  1. Grobklassifikation in Hauptkategorien= F4 - Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen und Faktoren
  2. Untergliederung durch dezimalnumerische Untergruppen= F41 - andere Angststörungen
  3. 1. Nachkommastelle differenziert noch genauer= F41.1 - generalisierte Angststörung

 

Wofür Differenzierung der Kategorien notwendig? 

Die alleinige Klassifikation nach Hauptkategorien würde der Komplexität der klinischen Psychologie nicht gerecht werden. Je mehr Zahlen ein Diagnosecode besitzt, umso detaillierter sind die Diagnose und die Lokalisation der jeweiligen Erkrankung. Nur so können die Vielzahl an Erkrankungen korrekt eingeordnet und voneianander abgegrenzt werden. 

Wofür steht HAWIE?

Hamburg-Wechsler-Intelligenztest

Erklären Sie 2 Anwendungsgebiete der psychologischen Diagnostik und den gesellschaftlichen Nutzen. 

Nutzen psychologischer Diagnostik anhand von Beispielen

Forensische Psychologie

  • Zweck psychologischer Diagnostik
    • Strafttäter erkennen, die ein hohes Risiko aufweisen, nach ihrer Entlassung wieder schwere Straftaten zu begehen
  • gesellschaftlicher Nutzen
    • Gesellschaft wird vor schweren Straftaten geschützt
    • Straftäter erfährt eventuell weitere Behandlung, die ihm später ein straffreies Leben ermöglicht

 

Verkehrspsychologie 

  • Zweck psychologischer Diagnostik
    • Verkehrseignung von Personen überprüfen, die wegen Trunkenheit am Steuer oder anderer Delikte ihren Führerschein verloren haben
  • gesellschaftlicher Nutzen
    • Gesellschaft wird vor gefährlichen Verkehrsteilnehmern geschützt 
    • Betroffenen wird eventuell ein Weg aufgezeigt, wie sie an sich arbeiten können, um wieder eine Fahrerlaubnis zu erhalten. 

Erklären Sie den IQ. 

Maß für intellektuelle Leistungsfähigkeit (Intelligenz) einer Person. 

 

Da es bis jetzt keine Absolutmaße intellektueller Leistungsfähigkeit gibt, hat man sich mit Relativmaßen beholfen:

 

  • W. Stern führte 1912 den Intelligenzquotienten als Maß zur Quantifizierung von Intelligenzergebnissen ein. Er wird berechnet als Quotient von Intelligenzalter zu Lebensalter. Das Intelligenzalter ist ein Äquivalent zur Anzahl der Aufgaben, die ein Pb in einem Intelligenztest (Stufentest nach Binet) gelöst hat. Der Wert des Intelligenzalter sagt aus, in welchem Lebensalter die jew. aktuelle Leistung eines Pbn als durchschnittliche Leistung erbracht wird.

 

Wegen versch. Nachteile des Maßes Intelligenzquotienten (Bestimmung nach der Jugendzeit, Vergleich zw. versch. Altersstufen nicht möglich) wurden andere Maße eingeführt:

 

  • Abweichungsmaße, die nicht mehr auf der Altersachse messen, sondern auf der Leistungsachse. Diese Maße geben die relative Stellung der Leistung eines Pbn in der Verteilung der Leistungen seiner (Alters-)Gruppe an. Hier sind mehrere, linear ineinander überführbare Maße üblich geworden (von denen eines – trotz vollst. anderer Konzeption – ebenfalls Intelligenzquotient heißt): Normierung, Standardwert, Wertpunkt.

Erklären Sie Persönlichkeitstests. 

Persönlichkeitstests

Persönlichkeitstests erfassen mehr oder weniger stabile Persönlichkeitseigenschaften

  • NEO-FFI
  • FPI-R (Freiburger Persönlichkeitsinventar) 
  • Rorschachtest
  • Thematischer Apperzeptions-Test
  • Personal Data Sheet
  • MMPI

Formulieren Sie zwei Forschungsfragen für die psychologische Diagnostik. 

Beispiele für diagnostische Fragestellungen

  • Rechtspsychologie: Ist die Zeugenaussage glaubhaft?
  • klinische Psychologie: Wird die Klientin die Konfrontationstherapie abbrechen? 
  • Verkehrspsychologie: Ist die Körperbehinderte fähig, ein Kraftfahrzeug sicher zu führen?
  • forensische Psychologie: Wird der Straftäter rückfällig werden?
  • Personalpsychologie: Ist die Bewerberin für die ausgeschriebene Stelle geeignet?