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Was versteht man unter Bindung?

  • enge, emotionale soziale Beziehungen zwischen Menschen
  • Bidirektionalität
  • Beziehungen Bindungsqualität - kognitive, emotionale und soziale Entwicklung

Historische Grundlagen der Bindungsforschung

  1. Lerntheorie: Konditionierung auf die Pflegeperson
  2. Psychoanalyse 1 (Freud): Triebbefriedigung; Mutter-Kind-Beziehung
  3. Psychoanalyse 2 (Erikson): Erste Beziehungserfahrungen wesentlich für die Identitätsentwicklung

Hospitalismus

Körperliche und seelische Schäden

  • Anaklitische Depression
  • Bewegungsstereotypen
  • Entwicklungsstörungen
  • Störungen der Kontaktfähigkeit

 

Erklärungen

(Gründe für Hospitalismus)

  • Abbruch der biologischen Beziehung
  • mangelnde kognitive Stimulation
  • mangelnde sozio-emotionale Zuwendung

Phasen der Bindungsentwicklung

  1. Vorphase (0-12 Wochen)
  2. Phase der personenunterscheidenden Ansprechbarkeit (ab 3 Monaten)
  3. Phase diskriminativen sozialen Responsivität (ab ca. 7 Monat)
  4. Reziproke Bindung/zielkorrigierte Partnerschaft (ab ca. 2 Jahren)

Phasen der Bindungsentwicklung

 

Vorphase

0-12 Wochen

 

  • Kind ist allgemein sozial auf seine Mitmenschen bezogen, ohne bestimmte Präferenzen
  • unspezifische Bindung
  • alleingelassenwerden ist problematisch

Phasen der Bindungsentwicklung

 

Phase der personenunterscheidenden Ansprechbarkeit

ab 3 Monaten

 

  • Kind wendet sich in seinem sozialen Verhaltensrepertoire nun verstärkt einer Person zu

Phasen der Bindungsentwicklung

 

Phase der diskriminativen sozialen Responsivität

ab ca. 7. Monat

 

Phase der eigentlichen Bindung

 

  • spezifische Bindung, d.h. erste stabile Bindung an eine Person

Phasen der Bindungsentwicklung

 

Reziproke Bindung/zielkorrigierte Partnerschaft

ab ca. 2 Jahren

 

  • zunehmende Autonomie des Kindes, zunehmende Perspektivenübernahme
  • Kinder erleben sich als Akteur*innen, die auf Personen wirken
  • Bindung an eine Vertrauensperson

Bindungstypen

  • A-Kinder: Vermeidender Typ
  • B-Kinder: Sicher gebundener Typ
  • C-Kinder: Ambivalenter Typ
  • D-Kinder: Desorientierter, desorganisierter Typ

Bindungstypen 

(Verhalten)

vermeidende Gruppe -> überwiegend Explorationsverhalten

sichere Gruppe -> Balance von Bindung und Explorationsverhalten

ambivalente Gruppe -> überwiegend Bindungsverhalten

Bindungstypen

 

A-Kinder

Vermeidender Typ

  • furchtsam, ängstlich
  • Kind präsentiert sich als perfekt
  • von seinem Selbstwert her verunsichert
  • problematisches Sozialverhalten in der Gruppe

Bindungstypen

 

B-Kinder

Sicher gebundener Typ

  • gutes Sozialverhalten
  • neugierig (Explorationsverhalten)
  • positives Selbstbild
  • stabile und autonome Werte- und Gewissenssysteme
  • weniger oft Aggressionen, größere Empathie

Bindungstypen

 

C-Kinder

Ambivalenter Typ

  • uneinheitliches Verhalten zu Menschen und Umwelt
  • verlangsamte geistige Entwicklung
  • kein klares Selbstbild-Muster
  • Selbstverunischerung

Bindungstypen

 

D-Kinder

Desorientierter, desorganisierter Typ

  • das Selbstbild des Kindes ist negativ; es erlebt sich als abgelehnt
  • geistige und soziale Entwicklung sind negativ beeinträchtigt

Bindungstypen

 

Zentral für eine sichere Bindung ist...

  1. dass sich Kinder als Akteur*innen erleben
  2. dass das Verhalten der Pflegeperson vorhersehbar ist
  3. dass die Pflegeperson sensitiv ist

 

Bindungstypen

 

Problematisch für eine sichere Bindung ist...

  1. Überstimulation (-> vermeidende Bindung)
  2. Unterstimulation (-> ambivalente Bindung)
  3. nicht kontigentes Verhalten
  4. eher kühles und zurückweisendes Verhalten

Merkmale des feinfühliges Verhaltens

  • Signale bemerken/wahrnehmen
  • Signale richtig interpretieren
  • angemessen reagieren
  • prompt reagieren