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Konsumentenverhalten

Alle beobachtbaren Handlungen von Individuen im Zusammenhang mit dem Kauf oder Konsum von Wirtschaftsgütern

Was sagt die Lambda-Hypothese und wann verwendbar?

  • Bei Fragen nach dem optimalen Aktivierungsniveau
  • sie besagt, dass die Aktivierung Einfluss auf die Informationsverarbeitung und die Leistung des Individuums nimmt
  • Bei zunehmender Stärke der Aktivierung steigt die Leistung, fällt jedoch wieder ab einer bestimmten Aktivierungshöhe

Vier Phasen der Aktivierung im Vergleich zur Leistung

  • Minimalaktivierung
    = Mindestmaß an Aktivierung, um Leistung zu erbringen
  • Normalaktivierung
    = mit zunehmender Aktivierung, nimmt die Leistung zu
  • Überaktivierung
    = ab best. Aktivierungsgrad sinkt mit steigender Aktivierung die Leistung
  • Maximalaktivierung
    =bei extremen Grad der Überaktivierung ist keine Leistung mehr möglich

Motivationstheorie von Maslow (Bedürfnispyramide)

unten nach oben

  1. Existenzbedürfnisse
  2. Sicherheitsbedürfnisse
  3. Soziale Bedürfisse
  4. Anerkennungsbedürfnisse
  5. Selbstverwiklichungsbedürfnisse

3 gängige Bedürfnisse im Marketing

(gibt jeweils soziale und nicht-soziale Bsp. dazu)

Hedonische Bedürfnisse: genießen/Sinnesstimulation

Symbolische: Status/Selbstkontrolle

Funktionale: Vorbilder/Sicherheit

Involvement

Zielgerichtete Form der Aktivierung des Konsumenten zur Suche, Aufnahme, Verarbeitung & Speicherung von Informationen

Low-Involvemment Produktmerkmale + Beispiel

  • geringe wahrgenommene Wichtigkeit
  • passive/wiederkehrende Entscheidung
  • einfache Kriterien: soll funktionieren, akzeptabel sein
  • Kauf der Marke, die am wenigsten Probleme macht
  • z.B. Seife, Schokoriegel

High-Involvement Produktmerkmale + Beispiele

  • hohe wahrgenommene Wichtigkeit, Prestige
  • aktive/komplexer Kaufprozess
  • viele Kriterien: ausführlicher Vergleich Marken
  • Kauf der Marke, die am meisten Nutzen bringt --> soll zufriedenheit maximieren
  • z.B. Smartphone, Auto, Haus

Definition von Elaboration?

Wovon ist Elaborationswahrscheinlichkeit abhängig?

  • Elaboration
    = Umfang, zu dem eine Person die relevanten Informationen sorgfältig kognitiv verarbeitet
  • Elaborationswahrscheinlichkeit wird beeinflusst durch Motivation und Fähigkeit zurInformationsverarbeitung.

Erkläre das Elaboration-Likelihood-Modell (ELM)

  • erklärt Einstellungsänderung als Folge von Verarbeitung & Beurteilung aufgenommener Informationen
  • Art der Informationsverarbeitung kann je nach wahrgenommenem Nutzen variieren

Zwei Wege der Informationsverarbeitung:

  1.  Zentrale Route:
    Verarbeitung und Beurteilung der Information mittels kognitiver Prozesse
  2.  Periphere Route: Oberflächliche, stärker emotional

geprägte Verarbeitung und Beurteilung

--> Wahl des Verarbeitungswegs abhängig von Elaborationswahrscheinlichkeit

Erkläre das C/D-Paradigma

Methode zur Messung der Kundenzufriedenheit durch einen Verleichsprozess eines Vergleichstandards (=Soll-Leistung) mit der Wahrgenommenen Leistung (=Ist-Leistung)

  1. Ist < Soll --> Negative Diskonfirmation (Unzufreidenheit)
  2. Ist = Soll --> Konfirmation (Zufriedenheit)
  3. Ist > Soll --> positive Diskonfirmation
    (hohe Zufriedenheit)

Nenne die Umfeldfaktoren des Konsumentenverhaltens (3)

  1. Physisches Umfeld: Klima, Infrastruktur
  2. Soziales: Familie, Kollegen
  3. Kulturelles: Werte, Sprache, Religion

Nenne die Phasen der Informationsverarbeitung (5)

  1. Informationssuche (besonders relevant für Marketing)
  2. Informationsaufnahme
  3. Informationsbeurteilung
  4. Informationsspeicherung
  5. Informationsabruf

Wovon hängt das Ausmaß der Informationssuche ab?

  • Fähigkeit des Konsumenten zur Informationssuche
  • erwarteter Nutzen der Informationssuche
  • erwarteter Aufwand der Informationssuche
  • Erfahrungen mit dem Produkt
  • Involvement (= Zielgerichtete Form der Aktivierung des Konsumenten zur Suche, Aufnahme, Verarbeitung & Speicherung von Informationen )

Nenne die 3 Strategien zur Überwindung von Unsicherheit + Anwendungsbereich

  1.  Direkte Informationssuche bei Suchgütern
     
  2.  Leistungsbezogene Informationssubstitute bei Erfahrungsgütern (z.B. Garantie)
     
  3.  Leistungsübergreifende Informationssubstitute bei Vertrauensgütern (z.B. Empfehlungen)

Erkläre die Theorie der Kognitiven Dissonanz nach Festinger

Zentrale Aussagen

  • Individuen streben nach kognitivem Gleichgewicht
  • Kognitives GG (Konsonanz) = kognitive Elemente (Wissen, Einstellungen,...) eines Individuums sind miteinander vereinbar
  • Kognitives Ungleichgewicht (Dissonanz)
    = unangenehmer Zustand, der Druck zur Reduktion dieses Ungleichgewichts erzeugt
    -->Je stärker Dissonanz, desto stärker der Reduktionsdruck
  • Konsonante Informationen werden besser aufgenommen als dissonante Informationen!
     

Reduktion der Dissonanz durch:

  • Suche konsonanter Infos & Vermeidung dissonanter Infos
  • Interpretation von Info in dissonanzvermeidender Weise
  • Einstellungsänderungs
  • Handlung

Nenne, Erkläre und gib ein Beispiel zu den Lerntheoretischen Ansätzen der Informationsverarbeitung! (3)

  1.  Klassische Konditionierung
  • Reiz-Reaktionsverknüpfung
  • Erlernen neuer Verhaltensweisen als Reaktion auf das gemeinsame Auftreten zweier Reize
  • kurzfristige, flexible Anpassung an Umwelt möglich
  • z.B. emotionale Konditionierung (Glückliche Menschen in Verbindung mit einem Produkt)

 

2.  Instrumentelle Konditionierung

  • Lernen aus den Konsequenzen für best. Verhalten
  • Belohnung --> Verhalten wiederholen
  • Bestrafung --> Verhalten vermeiden
  • z.B. Prämien, Treuepunkte für treue Kunden

 

3. Lernen am Modell

  • Lernen durch unmittelbare Beobachtung & Erfahrung
  • Verhalten durch Wahrnehmungs-/Gedächtnisprozessen aufgenommen, in ähnlichen Situationen nachgeahmt
  • z.B. Werbung mit Prominenten

 

Nenne die 3 zentralen Annahmen über das Produktwahlverhalten von Konsumenten!

  1.  Begrenzte Rationalität
  2.  Heuristik
    (als Reaktion/Lösungsversuch auf den "information overload")
  3. Variety Seeking
    (Verschiedenheit von Produkten schafft Nutzen an sich! individuell unterschiedlich ausgeprägt)

Nenne die 4 Typen der Kaufentscheidungen + Beispiel!

Wie stark ist das kognitive & emotionale Involvement ausgeprägt?

  1.  Habitualisierte Kaufentscheidung
  • Kauf Grundnahrungsmittel
  • kognitiv niedrig/emotional niedrig
     

2. Impulsive Kaufentscheidungen

  • Kauf v. Süßigkeiten an der Kasse
  • niedrig/hoch


3. Primär rationale Kaufentscheidung

  • Versicherungsabschluss
  • hoch/niedrig

 

4. Extensive Kaufentscheidungen

  • Immobilienkauf
  • hoch/hoch

Erläutere die Theory of Reasoned Action (TRA) nach Ajzen/Fishbein!

  1.  Annahme über das Ergebnis des Verhaltens
    + Bewertung des Ereignisses (positiv/negativ?)
    --> Einstellung zum Verhalten (positiv/negativ zur Durchführung?)
     
  2. Annahme über die soziale Erwünschtheit des Verhaltens
    + Motivation sozialen Ansprüchen zu entsprechen (egal was andere sagen oder Verhaltensabsicht danach ausrichten?)
    --> Subjektive Norm (Sozialer Einfluss)
     
  3. Einstellung z. Verhalten + Subjektive Norm = Verhaltensabsicht
  4. in aktueller Situation abwägen
  5. tatsächliches Verhalten

Erkläre das Markov-Modell der Käuferfluktuation!

Annahme:

  • Zwischen zwei Perioden wandern Käufer einer Marke (z.B. A) zu anderen Marken (z.B. B und C)

Zentrale Fragestellung:

  • Wie sieht der Gleichgewichtszustand aus, wenn sich Zu- & wanderungen bezüglich einer Marke gerade kompensieren?
  • Darstellung & Lösungen der Zu- & Abwanderungen von Konsumenten anhand der Fluktuationsmatrix