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Def. Interaktion & Kommunikation
- Von „Interaktion“ ist bevorzugt die Rede, wenn „Informationsaustausch“ gemeint ist, wenn also Wechselwirkungen und Rückkopplungsprozesse im Spiel sind. Wechselseitig aufeinander bezogenes Handeln.
- „Kommunikation“ kann dagegen auch einseitig gerichtet sein (Beispiel: Fernsehansprache). Information
Sender Empfänger- Modell nach Nerdinger, 2003
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Axiome (ein absolut richtig erkannter Grundsatz, also eine allgemeingültige Wahrheit, die keinen Beweis braucht)
von Watzlawick
1. Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren
2. Inhalts- und Beziehungsaspekt
3. Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner 4. analoge und digitale Kommunikationen
5. komplementäre oder symmetrische Interaktion
4 Seiten einer Nachricht
- Sachinhalt
- Selbstoffenbarung
- Beziehungsaussage
- Appell
Unterricht als Kommunikation
- Organisationsform (z.B. Klassenunterricht, Lerngruppen)
-> Sichtstrukturen
- Methoden (z.B. direkte Instruktionen, kooperatives Lernen)
->
- Sozialform (z.B. Plenum, Gruppenarbeit)
-> Tiefenstrukturen
- Interaktion und Kommunikation im Rahmen von Lehr- Lern- Prozessen (Lehrer- Schüler, Schüler- Schüler)

Je nach gewählter Form unterschiedliches Ergebnis der Inhaltsvermittlung
Bewährt ist die Ausrichtung über ein Lernziel
Lehrkraft- Schüler*innen- Interaktion
- Beziehungen zwischen Lehrkräften und Schülerinnen sind von großer Bedeutung, u.a.
-> für die Berufszufriedenheit und die erlebte Belastung der Lehrkräfte (Burnout)
-> für das Wohlbefinden und die Leistungen der SchülerInnen
- wechselseitige Einwirkung
- wechselseitige Kontrolle des Verhaltens
- wechselseitige Abhängigkeit
Flanders Interaktion analysis categories
- Mit Hilfe dieses Instruments ordnen geschulte Bewerter alle 3 Sekunden Unterrichtsgeschehnisse zehn unterschiedlichen Kategorien zu
- Unterscheidung, welcher Akteur nimmt welche Handlung vor
- Erfasst nur verbale Äußerungen
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I-R-F/E Schema
Interaktionsinformationen nach Mehan
- Initiation (Eröffnung)
- Response (Antwort)
- Follow up (Nachbereitung)
- Evaluation

Aufteilung in Alltagsinteraktionen und Unterrichtsinteraktionen
Social- Facilitation- Effect
- Anwesenheit Anderer erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von dominantem Verhalten und die Leistung darin, bzw. verringert die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von nicht dominantem Verhalten und die Leistung darin
- Dominantes Verhalten = gut geübtes subjektiv einfaches Verhalten
- Nicht-dominantes Verhalten = Verhalten, das nicht geübt und dadurch subjektiv schwierig ist
Soziale Interaktion im Unterricht
- Lehrkraft mit bis zu 80 % Redeanteil
- SchülerInnen-Fragen: 0,17 pro Stunde / Schüler*in
- Ziele: Beteiligung erhöhen / schwächere und sich unterschätzende SchülerInnen einbinden
- Positive Fehlerkultur
- Trennung Lern- und Leistungssituationen
Soziale Interaktion im Unterricht
Überblick zu Lehrkraftaktivitäten, die Interaktionen fördern (Walshaw & Anthony, 2008)
- Verantwortung und Regelklarheit
- Umgang mit Schülerbeiträgen
- Entwicklung gemeinsamer Fachsprache
- Möglichkeit geben, eigene Gedanken auszuführen und zu rechtfertigen
Soziale Interaktion im Unterricht
Lernziele transparent machen (Orientierungsrahmen)
- Lehrkraftfragen
-> nicht nur Stichwort erfragen
-> offene Fragen
-> Vorwissen aktivieren, Elaboration anregen
- Lehrkraftfeedback
-> nicht nur bewertend
-> Feedback zur Selbstregulation
-> Feedback zum Lernprozess
Above average Effect
- Oft überschätzen Menschen sich selbst
- 94% befragter Professoren halten sich für überdurchschnittlich gute Lehrer (Cross, 1977)
- Mehrzahl von Studenten schätzt ihre Fahrfähigkeiten überdurchschnittlich ein (Harre et al., 2005)
- Deshalb sind konstante Lehrevaluationen und Orientierung an objektiven Kriterien besonders wichtig
Kommunikation im Elterngespräch
- Aushandlung von Verantwortlichkeiten
-> V.a. beim Ansprechen schlechter Schulleistungen
-> Eltern stellen sich auch oft selbst als positiver dar
- Generell herausforderndes Interaktionssetting
- 3 Kompetenzen eines Lehrkraft-Elterngespräch
-> Persönliche Beziehung (positive Interaktion)
-> Strukturierung und Orientierung an einem Ziel (Effizienz)
-> Problemlöseorientierung (gemeinsamer Problemlöseprozess)
Kommunikation im Kollegium
Lehrkraftkooperation
- Modell von Warren Little (1990)
-> 4 Kooperationsformen
> Informeller Austausch
> Gegenseitige Hilfe und Unterstützung
> Teilen von Ideen und Methoden
> Gemeinsames Arbeiten
- 3 wesentliche Kooperationsformen nach Fussangel & Gräsel
-> Austausch
-> Gemeinsame Arbeitsplanung
-> Ko-Konstruktion
Schul- und Klassenklima
- Klima = wahrgenommenes (soziales) Umfeld
- Nicht objektiv!
- Oft auch Wertung der Qualität des Umfelds
- Wahrnehmung von:
-> Interpersonalen Beziehungen
-> Verhaltensweisen
-> Motivationale Aspekte
-> Kognitive Aspekte
-> Emotionale Aspekte
Erfassung von Sozialklima
- Erfassungsebenen:
-> Individuell
-> Aggregiert
-> Kollektiv geteilt
- Messinstrumente:
-> Meistens Fragebögen (z.B. Linzer Fragebogen zum Schul- und Klassenklima