Sehen im Gehirn
Sehen = Interpretation der Umwelt
wir sehen die Welt auf eine bestimmte Weise, nicht
weil die Welt so ist, sondern weil wir so sind, wie wir sind.
Illusionen
Adelson-Figur
Hermann-gitter
Illusion Alltagsbeispiel
Mond-Illusion = Mond erscheint am Horizont größer als am Firmament
Vis. System ist eine Maschine
Es funktioniert, ohne dass wir uns seiner Prozesse bewusst sind. Bei manchen Menschen jedoch
scheint jedoch ein Fehler im System vorzuliegen - unglücklich für diese Menschen, aber ein Glück für
für die Wissenschaftler.
Visuelles Neglet
ein Zustand, bei dem der
der Betroffene die Hälfte der Welt einfach zu ignorieren scheint
Aus dieser Information können wir sofort erkennen, dass es etwas in unserem Gehirn geben muss
unserem Gehirn etwas geben muss, das normalerweise dafür sorgt, dass Objekte unsere Aufmerksamkeit erregen und gründlicher verarbeitet werden
Analogie Kamera - Auge
Fürs Auge gut, aber nicht fürs Sehen. Weil Sehen aktiv ist
Unterschiede Sinnensorgane
Sehen = multidisplizionär
Anatomie, Augenheilkunde, Biologie, Psychologie,
Physiologie, Physik, Neurowissenschaften, Neuropsychologie und sogar Informatik und Philosophie.
Erkenntnisse genutzt werden können, um unsere Welt besser zu machen. Das Design von Flugzeugen
Cockpits und Autos, von Straßenmarkierungen und Feuerwehrausgangsschildern, von Werbung und
von Werbung und Warnhinweisen kann enorm davon profitieren, dass man weiß, was Menschen sehen, wohin sie
sie sehen und wie das alles funktioniert.
Hornhaut
Linse Eigenschaften
1) mindestens eine gekrümmte Oberfläche
2) bestehen aus Stoff, durch den sich Licht langsamer bewegt als durch Luft
-> Das bedeutet, Licht wird gebogen, wenn es auf die Oberfläche trifft
Vorderkammer
Weg des Kammerwassers durch das Auge
1. Bildung im Ziliarköper 2. Ziliarfasern 3. Pupille 4. vordere Augenkammer 5. Trabekelwerk 6. Abfluss durch den Schlemm‘schen Kanal (10% in andere venöse Gefäße)
Gestörter Kammerwasserabfluss und Folgen
➢ Erhöhung des Augeninnendrucks
➢ Schädigung der Netzhaut
➢ Blindheit
• z.B. beim Krankheitsbild Glaukom
Krankheitsbild: Glaukom (Grüner Star)
• Störung des Kammerwasserabflusses durch
– Blockierung des Schlemm‘schen Kanals = Offenwinkel-Glaukom
– Blockierung im Trabekelwerk = Winkelblockglaukom ➢ Gesichtsfeldausfälle
Charakteristika von Linsen
1. Struktureigenschaft: zumindest eine gewölbte Oberfläche
2. Materialeigenschaft: Licht bewegt sich langsamer durch das Material als durch Luft → „Lichtbrechung“
Linsen
… je stärker die Linse gewölbt ist und je „dichter“ (im Vergleich zu Luft) das Material ist, desto größer die Brechkraft
Ziel Linsen
Fokussierung von Licht auf der Netzhaut
Warum sehen wir unter Wasser verschwommen?
Ähnliche Materialeigenschaften von Wasser und Hornhaut → geringe Lichtbrechung → keine Fokussierung → Verschwommen-Sehen
Taucherbrille: Grenzfläche zwischen Luft und Hornhaut → unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeit → Lichtbrechung → Fokussierung auf der Netzhaut
Wie sehen Fische scharf?
Durch eine stärker gewölbte Hornhaut
Die Linse
• Aktiver Part des dioptrischen Apparats
• Geringere Brechkraft als die Hornhaut
• Anpassung an unterschiedliche Sehentfernungen
Akkomodation
Natürliche Fähigkeit des Auges, die Brechkraft der Augenlinse anzupassen, um Dinge in unterschiedlicher Entfernung zu fokussieren.
Die Linse ist elastisch, wodurch die Stärke ihrer Wölbung und somit auch ihre Brechkraft veränderbar sind.
Akkomodation Nahsicht
Ziliarmuskel = angespannt
Zonulafasern = locker/schlaff
Linse= rund
Brechkraft= hoch
Akkomodation Fernsicht
Zilarmuskel= entspannt
Zonulafasern= gestrafft
Augenlinse= flach/oval
Brechkraft= niedrig
Emmetropie
• Zustand der „Rechtsichtigkeit“
• Ausgewogenes Verhältnis von Brechkraft (Hornhaut & Linse) und Länge des Augapfels
• Lichtstrahlen in unterschiedlichen Sehentfernungen werden auf der Retina fokussier
Mytopie
➔ Kurzsichtigkeit
Brechkraft von Hornhaut und Linse zu stark
– oder: Augapfel zu lang
– Fernsicht: Fokus vor der Retina
– Nahsicht: Fokus auf der Retina
• Korrektur: konkave Linsen, „Minus“- Linsen
Hyperopie
Weitsichtigkeit
• Brechkraft von Hornhaut und Linse zu schwach
– oder: Augapfel zu kurz
– Fernsicht: Fokus auf der Retina
– Nahsicht: Fokus hinter der Retina
• Korrektur: konvexe Linsen, „Plus“- Linsen
Akkommodationsnahpunkt
geringste Entfernung, in der scharf gesehen werden kann
Akkommodation über die Lebensspanne - Jugend
• Linse stark elastisch
• Anpassung an unterschiedliche Sehentfernungen möglich
• Akkommodationsnahpunkt* in der Nähe der Nasenspitze
Akkommodation in der Lebensspanne – „Alter“
• Nachlassende Elastizität der Linse
• Abkugelung der Linse nachlassend
➔ Einstellung auf nahe Objekte gelingt nicht
• Nahpunkt weiter entfernt
Presbyopie
Altersweitsichtigkeit
Korrektur der Presbyopie
• Lesebrille
• Konvexe Linsen („Plus“-Linsen)
Nachlassende Akkommodation im „Alter“
• Reduktion der Akkommodationsfähigkeit mit steigendem Alter
• ca. 30 Jahre: Akkommodationsfähigkeit um 50% reduziert
• ca. 50 Jahre: geringe Restfähigkeit zur Akkommodation
Iris & Pupille - Hoher Lichtmenge
Iris & Pupille - Niedrige Lichtmenge
→ Entspannung der Iris
→ weite Pupille
→ Erhöhung des Lichteinfalls ins Auge
• Voll geweitete Pupille 16 mal größer als voll verengte Pupille
• Weitung der Pupille auch bei Aufregung/Erregung, durch bestimmte Medikamente/ Drogen
Prozess der Transduktion
Umwandlung von Licht in elektrochemische Energie
-> ist energieaufwändig
-> Antwort zu der Frage warum der Weg zu den Photorezeptoren so weit ist
invertierte Retina
Rezeptoren am Augenhintergrund
-> Antwort zu der Frage warum der Weg zu den Photorezeptoren so weit ist
Warum sehen wir die Blutgefäße auf der Oberfläche unserer Netzhaut nicht ständig?
1. Sie bewegen sich nicht: Das visuelle System ist nicht gut darin, stabile Objekte auf der Netzhaut zu bemerken.
2. Es entstehen keine Schatten: Das einfallende Licht ist diffus genug, um keine Schatten zu hinterlassen.
Blinder Fleck
• Am „blinden Fleck“ verlassen die Neuronen des Sehnervs den Augapfel → hier liegen keine Photorezeptoren
Typen von Photorezeptoren
Stäbchen (rods)
Zapfen (cones)
Stäbchen
– Sehr sensitiv bei Dämmerlicht
– Abnehmende Lichtintensität
→ zunehmende Stäbchenaktivität
– Hohe Lichtintensität
→ keine Aktivität der Stäbchen
– Adaptation an veränderte Lichtbedingungen (hell → dunkel) dauert einige Minuten
Zapfen
– verantwortlich für Sehen unter Tageslichtbedingungen
– Ermöglichen Farbensehen
Skotopisches Sehen
Sehen bei geringer Lichtintensität, ausschließlich Stäbchenaktivität
Photopisches Sehen
Sehen bei hoher Lichtintensität, ausschließlich Zapfenaktivität
Mesopisches Sehen
Sehen bei mittlerer Lichtintensität, sowohl Stäbchen- als auch Zapfenaktivität
Purkinje-Effekt
Unterschiedliche Farbwahrnehmung bei unterschiedlichen Beleuchtungsbedingungen:
– Stäbchen am sensitivsten für grünes Licht,
Zapfen am sensitivsten für gelbes Licht
Fovea
Punkt des schärfsten Sehens
Verteilung von Photorezeptoren auf der Netzhaut
• Hohe Konzentration von Zapfen (außer „Blau“-Zapfen) im Bereich der Fovea
• Keine Stäbchen in der Fovea; dichte Konzentration von Stäbchen 12-15° abseits der Fovea in der Peripherie
Retinale Ganglienzellen
• Letzte Zellschicht der Retina
• Zwei Typen: klein (parvo) und groß (magno) mit unterschiedlichen Eigenschaften
-> Projektion in spezifische Bereiche des Seitlichen Kniehöckers (LGN)
Gesichtsfeldausfälle
• Läsionen an unterschiedlichen Stellen des Sehnervs führen zu charakteristischen Gesichtsfeldausfällen
• Art/Gestalt des Gesichtsfeldausfalls kann Hinweis auf Ort der Schädigung geben
Seitliche Kniehöcker (Corpus geniculatum laterale/ LGN)
hat 6 Schichten
1-2 = magnozelluläre Schichten
3-4= parvozelluläre Schichten
Retinotope Organisation im LGN
– linker Kniehöcker repräsentiert rechtes Gesichtsfeld beider Augen – rechter Kniehöcker repräsentiert linkes Gesichtsfeld beider Augen
Was ist die Hauptaufgabe des LGN?
• Bisher ungeklärt
• Höchster Input erfolgt „top-down“ aus Richtung des primären visuellen Cortex
K-Zellen
Koniozellulare Zellen
– Weiterer Zelltyp zwischen den Schichten der M- und P-Zellen im lateralen Kniehöcker befinden
- K-Strom zuständig für Farbwahrnehmung der Blau-Gelb-Unterscheidung