Aufgabe des
externen Rechnungswesens
Ist nötig für die Erfüllung des gesetzlich vorgeschriebenen Rechnungslegungszweckes. Es herrscht eine Bindung an Rechtsvorschriften.
Zentrale Aufgabe ist der Schutz Dritter.
Finanzbuchführung
Planmäßige, lückenlose, zeitgerechte und geordnete Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle einer Unternehmung
Ziel: (Selbst-)Information, Dokumentation
erfolgsneutrale Geschäftsvorfälle
Ermittlung des Reinvermögens
Summe des Vermögens - Summe der Schulden
Steuern
Von öffentlichem-rechtlichem Gemeinwesen vorgeschriebene Geldleistung ohne Gegenleistung
Indirekte Steuern
Steuerschuldner ≠ Steuerträger
Beispiel: Umsatzsteuer: Das produzierende Unternehmen baut die Steuerschuld auf, der Konsument muss sie tragen.
Gebühren & Beträge
Geldleistung der eine Gegenleistung des Staats gegenüber steht
Ertragssteuern
Besteuern das wirtschaftliche Ergebnis des Steuerpflichtigen
Bsp: Ertragssteuer, Kapitalsteuer, Gewerbesteuer
Verkehrssteuer
Setzt an Verkehrsvorgängen an
Bsp: Umsatzsteuer
Substanzsteuer
Besteuerung des vorhandenen Vermögens
Bsp: Grundsteuer, Erbsteuer
Direkte Steuern
Steuerschuldner = Steuerträger
Beispiele: Ertragssteuer, Erbsteuer
Wer Steuerschuld verursacht, muss diese auch begleichen.
Eigenkapital
Aktiva + aktive RAP - Schulden - passive RAP
Saldogröße aus stehengelassenen Gewinnen und Eigenkapitaleinlagen der Gesellschafter
Unterteilung des Eigenkapitals
§§266 Abs. 3, 272 HGB
Eröffnungsbilanzkonto
Zur Eröffnung der Bestandskonten nötiges Hilfskonto. Anfangsbestände der Eröffnungsbilanz werden auf Bestandskonten übertragen.
Spiegelverkehrte Eröffnungsbilanz bei der gilt: Aktiv = Soll, Passiv = Haben
aktiver Rechnungsabgrenzungsposten (aRAP)
§250 Abs. 1 HGB
Ausgaben vor dem Abschlussstichtag (AST), die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem AST sind. Bsp.: vorausbezahlte Miete oder Versicherung.
Kein aRAP: Ausgabe für Werbefeldzug (weil kein Aufwand in bestimmter Zeit). In Steuerbilanz ohne Ausnahmeregelung ansatzpflichtig
Rechnungsabgrenzungsposten (RAP)
Bereinigen die Bilanz um Ausgaben und Einnahmen, die Aufwand und Erträge für bestimmte Zeit in nachfolgende Perioden darstellen, damit eine periodengerechte Erfolgsermittlung gewährleistet ist.
Aufgeteilt in aktive und passive RAP.
passiver Rechnungsabgrenzungsposten (pRAP)
§250 Abs. 2 HGB
Einnahmen vor dem Abschlussstichtag (AST), die ein Ertrag für bestimmte Zeit nach AST sind. Bsp.: im voraus erhaltene Miete.
Auch in Steuerbilanz anzusetzten §5 Abs. 5 S. 1 Nr. 2 EStG
Stille Reserven
Durch das Realisationsprinzip nicht bilanziell berücksichtige Wertsteigerung eines Vermögensgegenstandes.
Bsp.: Gebäude ist momentan wesentlich mehr Wert als zum Kaufzeitpunkt. Diese Wertsteigerung darf aber erst bei Realisation durch Verkauf ausgewiesen werden.
Bestandskonto
Erfasst die Bestände von Vermögensgegenständen, Verbuchung von nicht erfolgswirksamen Geschäftsvorfällen.
Lassen sich aufgliedern in
Erfolgskonten
Erfassen erfolgswirksame Geschäftsvorfälle; Aufwands- und Ertragskonten, GuV-Konto, EK-Konto; kein Anfangsbestand
Privatkonto
Bereinigt das Ergebnis um Privatentnahmen und -einlagen des Eigentümers.
Dient der richtigen Erfogsabgrenzung. Das Privatkonto wird über das EK-Konto abgeschlossen.
Bsp: Geld aus der Kasse des Unternehmens wird zur Begleichung privater Rechnungen genutzt.
Kontenrahmen
Ordnung der Konten der Buchführung
werterhellend
auch: wertaufhellend
Wenn Ereignis vor Abschlussstichtag (ASt) geschah, erst nach ASt bekannt wird.
Berücksichtigung des Ereignisses in Bilanz des alten Jahres
Ausnahme von Buchführungspflicht
Einzelkaufleute, die an zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren:
Umsatz ≤ 500.000€ und Jahresüberschuss ≤ 50.000€
§241a HGB
§141 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 & Nr. 4 AO
Skonto
Preisminderung bei Zahlung einer Lieferantenverbindlichkeit innerhalb einer bestimmten Frist
(= Skontofrist)
Man unterscheidet zwischen Kunden- und Lieferantenskonto.
Einfache Distanzrechnung
Erfolgsermittlung mittels Vergleich des Eigenkapitalbestandes zweier aufeinander folgender Perioden
Vorteile:
Nachteile:
Erfolgswirksame
Geschäftsvorfälle
Haben Auswirkungen auf das Eigenkapital (Minderung oder Mehrung).
Werden in der GuV erfasst.
Aufwendungen werden im Soll gebucht, Erträge im Haben.
Gewinn- und Verlustkonto
Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen in einer Periode. Erträge erscheinen auf Habenseite, Aufwendungen auf Sollseite.
Ertrag größer Aufwand = Gewinn.
Aufwand größer Ertrag = Verlust.
GuV-Konto wird über das EK-Konto abgeschlossen und mehrt oder mindert somit das Eigenkapital.
Gemischtes Warenkonto
Wareneinkauf und Warenverkauf werden zusammen betrachtet.
Nachteile:
Getrenntes Warenkonto
Wareneinkauf und Warenverkauf werden in zwei verschiedenen Konten verbucht.
Wareneinkaufskonto (WEK) ist ein aktives Bestandskonto, Warenverkaufskonto (WVK) ein Erfolgskonto.
Vorteil: Übersichtlichkeit
Abgeschlossen wird nach Brutto- oder Nettomethode.
Bruttoverfahren
(getrenntes Warenkonto)
Zum Abschluss von Wareneinkaufskonto (WEK) und Warenverkaufskonto (WVK).
Warenverkauf = Ertrag. Wareneinsatz = Aufwand.
WEK und WVK werden über GuV abgeschlossen. Gegenüberstellung von Wareneinsatz zu Einkaufspreisen und Umsatzerlösen zu Verkaufspreisen in der GuV.
Nettomethode
(getrenntes Warenkonto)
Zum Abschluss der Warenkonten (Einkauf = WEK; Verkauf = WVK).
WEK wird zunächst über WVK abgeschlossen (Warenverkauf an Wareneinkauf). Gegenüberstellung von Wareneinsatz zu Einkaufspreisen und Umsatzerlösen zu Verkaufspreisen auf dem WVK.
Übertragung des ermittelten Rohgewinns vom WVK in GuV.
Umsatzsteuer (USt)
= Verbindlichkeit ggü. Finanzamt
umgangssprachlich: Mehrwertsteuer
Aufschlag auf den Verkaufspreis
Vorsteuer
= Forderung ggü. Finanzamt
Bezahlte Umsatzsteuer eines Unternehmens bei Wareneinkauf.
Das Vorsteuerkonto wird über das USt-Konto abgeschlossen und mindert somit die Umsatzsteuerlast.
Verbuchung von Rücksendungen
Kundenrücksendungen: Verbuchung auf Warenverkaufskonto zu Verkaufspreisen
Lieferantenrücksendungen: Verbuchung auf Wareneinkaufskonto zu Einkaufspreisen
Wichtig: Korrektur der Umsatzsteuerkonten
Rabatte
Sofortige Gewährung eines Preisnachlasses bei Einkauf oder Verkauf
Minderung des Wareneinkaufswerts bei Lieferantenrabatt, Minderung des Warenverkaufswerts bei Kundenrabatt
Bonus bzw. Boni
Nachträglicher Preisnachlass, oft an die Erreichung eines Ziels (bestimmte Umsatzhöhe etc.) gebunden.
Erst wird voller Kaufpreis verbucht.
Nach Abzug der Boni muss Umsatzsteuer neu berechnet werden und Ausgleichsbuchungen stattfinden.
Skonti
Bei Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist innerhalb eines Zahlungsziels (= Skontofrist) wird ein Teil des Preises abgezogen.
Unterscheidung in Lieferanten- und Kundenskonto.
Umbuchungen nötig, falls Skonto in Anspruch genommen wird, um Zahlungslast und Umsatzsteuer neu zu berechnen.
Bestandteile des Personalaufwands
Bruttolohn
Sozialversicherungsbeitrag (Arbeitnehmeranteil)
Lohn- und Kirchensteuer
= Nettolohn
Lohn- und Kirchensteuer wird vom Arbeitgeber entrichtet, Arbeitnehmer bleibt aber Schuldner.
Vergleich Handels- und Industriebetrieb
Gemeinsamkeiten: viele ähnliche Buchungen (Personalaufwand, Zahlungsverkehr)
Unterschiede: Bei Handelsbetrieb im Zentrum Weiterverkauf ohne Bearbeitung, bei Industriebetrieb Produktionsprozess zentral
Unfertige Erzeugnisse
= Halbfabrikate: Fabrikat wurden schon in Unternehmen bearbeitet, ist aber noch nicht fertiggestellt.
Rohstoffe
Hilfsstoffe
Betriebsstoffe
Nötig für den Produktionsprozess, gehen aber nicht in Produkt ein.
Bsp.: Strom zum Betrieb der Maschinen