Synchrone Sprachwissenschaft
Beschreibung von spr. Einheiten und Regeln zu einem bestimmten Zeitpunkt
Synchronie = Gleichzeitigkeit
Diachrone Sprachwissenschaft
Beschreibung des Sprachwandels im Laufe der Zeit
-spr. Einheiten werden durch andere ersetzt
-spr. Elemente verändern sich (Ausspr., Bed., Schreibw., ...)
Ferdinand de Saussure
Begründer der modernen Linguistik und des Strukturalismus
Zeichen
sinnlich warhnehmbare Form mit Bedeutung
Ein x, das für y steht.
Symptom
natürliche Zeichen
x ist ein Symptom für y, wenn x durch y verursacht wird
Symbol
künstliche Zeichen
x ist ein Symbol für y, wenn x per Vereinbarung für y steht
ikonisch
eine Ähnlichkeit zum Bezeichneten aufweisend
arbiträr
nicht ikonisch = keine Ähnlichkeit
Das sprchliche Zeichen
Ausdruck (Signifikant) + Inhalt/Bedeutung (Signifikat)
-> die geringste Veränderung des Ausdrucks, verändert die Bedeutung oder zerstört sie ganz
Organon-Modell
Symbol <-> Darstellung
Symptom <-> Ausdruck
Signal <-> Appell
(meistens dominiert eine Funktion)
Langue
Sprache ist ein abstraktes System von Zeichen und Regeln
-statisch
-einzelsprachspezifisch
-überindividuell gültig
Parole
Sprechen ist die konkrete Realisierung der abstrakten Langue
-variiert
-kann vonder Langue abweichen (Versprecher, falsch eingeprägt)
Syntagma
Menge von spr. Einheiten, die miteinander kombinierbar sind
Paradigma
Menge von spr. Einheiten, die (an einer bestimmten Position) gegeneinander austauschbar sind
Opposition
paradigmatisch aufeinander bezogene Elemente können zwar potentiell im selben Kontext vorkommen, sie schließen sich aber in einem aktuellen Kontext aus
(theoretisch machbar, aber praktisch nicht umsetzbar, da die Bedeutung verändert wird)
Natürliche Sprache (Varietät)
Ausdrucksweise, die von einer Menge von Personen in der Alltagskommunikation genutzt wird
Ganze Sprache (Diasystem)
Menge von Varietäten, die sich in wesentlichen Punkten ähnlich sind (geht zurück auf eine gemeinsame historische Entwicklung in einem gemeinsamen geographischen Raum)
Variante
spr. Einheit, die für eine bestimmte Varietät typisch ist
performative Äußerungen
(John L. Austin, Sprechakte)
durch das Benennen einer Handlung wird die Handlung vollzogen
weiche Bedingung: Person ist zur Handlung autorisiert, Ort ist für die Handlung optimal
harte Bedingung: in der 1. Person Präsens formuliert
(Bsp.: taufen, danken, kündigen, behaupten, einladen, versprechen, bitten)
konstative Äußerungen
(John L. Austin, Sprechakte)
Aussagen über die Welt
-> Aussagen über die Handlungen
Lokution
(John Searle, Sprechakte)
lokutionärer Akt (Äußerungsakt)
-> bloßes Hervorbringen von Äußerungen in Form von Sprache/Schrift
Bewertung: grammatisch wohl geformt, oder nicht
Proposition
(John Searle, Sprechakte)
propositionaler Akt (= Aussage über dir Welt)
-> Referenz (Bezug nehmen)
-> Prädikation (Aussagen)
Bewertung: wahr oder falsch
Illokution
(John Searle, Sprechakte)
illokutionärer Akt (= zentraler Aspekt des Sprechaktes)
-> kommunikative Funktion der Aussage -> Kontextabhängig
Bewertung: erfolgreich, oder nicht
Perlokution
(John Searle, Sprechakte)
perlokutionärer Akt
-> Reaktion der angesprochenen Person