Segmentierung
Einteilung des kontinuierlichen Lautstroms in kleinere Einheiten
(Wörter -> Silben -> Laute)
Klassifizierung
Klassenbildung durch Feststellung gemeinsamer Merkmale
(Paradigmenbildung)
Laut/Phon
kleinstes auditiv, akustisch und artikulatorisch unterscheidbares Element der gesprochenen Sprache
Obstruenten
Paare von stimmhaften und stimmlosen Lauten, unterscheiden sich nur im Stimmton
Artikulationsorte
bilabial
labiodental
dental
alveolar
palatal
velar
uvular
glottal
Artikulationsarten
Plosive
Frikative
Nasale
Lateral
Vibranten
Affrikat
Kombinationen aus einem Plosiv und einem Frikatiov, die am gleichen oder benachbarten Artikulationsort gebildet werden
Stimmton
stimmhaft
stimmlos
Vokale
1. Position der Zunge
-> Lage (vorne, zentral, hinten)
-> Höhe (tief mittel hoch)
2. Stellung der Lippen
-> gerundet, ungerundet
3. Gespanntheit
-> gespannt, ungespannt
4. Vokallänge
-> lang, kurz

Diohtonge
Kombination aus zwei Vokalen innerhalb einer Silbe
Tautosyllabische (zu einer Silbe gehörende) Kombinationen aus Vokal und vokalisiertem r sind auch Diphtonge des Deutschen ->vokalisiertes r nur, wenn vorher ein langer Vokal steht
distinktive Funktion
bedeutungsunterscheidende Funktion
(Phoneme stehen in Opposition zu anderen Phonemen)
Minimalpaar
Wörter, die sich nur einem Laut unterscheiden
distinktives Merkmal
bedeutungsunterscheidende Lauteigenschaft
(Artikulationsort, -art, Stimmton)
Phonem
kleinstes bedeutungsdifferenzierendes Segment der gesprochenen Sprache
(Darstellung zw. Schrägstrichen)
abstrakte Lautklasse (Langue)
Phon
konkrete Realisierung eines Phonems
(Darstellung in eckigen Klammern)
Allophon
Realisierungsvariante eines Phonems (ohne Bedeutungsveränderung)
Komplemäntäre Distribution
(Art der Variation bei Allophonen)
Allophone kommen nie im gleichen Lautkontext vor
-> der Lautkontext bestimmt das Allophon
Freie Variation
(Art der Variation bei Allophonen)
Allophone sind im gleichen Lautkontext austauschbar (ohne Bedeutungsveränderung)
Binarität
(Eigenschaft von phonologischen Merkmalen)
Merkmal ist vorhanden oder nicht vorhanden
-> Darstellung mit +/-
Distinktivität
(Eigenschaft von phonologischen Merkmalen)
Merkmal hat eine bedeutungsdifferenzierende Funktion
Universalität
(Eigenschaft von phonologischen Merkmalen)
mit einer relativ kleinen Menge von Merkmalen können die Phonemsysteme aller nat. Sprachen beschrieben werden
Natürliche Lautklassen
Vokale: -konsonantisch, +sonorant
Sonoranten: +konsonantisch, +sonorant
-> Liquide: -nasal
-> Lateral: -kontinuierlich
-> Vibranten: +kontinuierlich
-> Nasale: +nasal
Obstruenten: +konsonantisch, -sonorant
-> Plosive: -kontinuierlich
-> Frikative: +kontinuierlich
Laryngale: -konsonantisch, -sonorant
+/- konsonantisch
+: mit einer Behinderung des Luftstroms oberhalb der Glottis
-: mit einer Behinderung des Luftstroms in der Glottis oder ohne Behinderung
+/- sonorant
+: spontan stimmhaft (nicht anders möglich)
-: nicht spontan stimmhaft (beides möglich)
+/- nasal
+: Luft entweicht durch die Nase
-: Luft entweicht nicht durch die Nase
+/- kontinuierlich
+: ohne vollständige Blockade der Atemluft
-: mit vollständiger Blockade der Atemluft (mind. in der Mittelachse des Mundes)
Silbentypen
(Silbenstruktur)
Vollsilbe -> enthalten einen Vollvokal
vs.
Reduktionssilbe -> enthalten einen Schwa-Vokal (können niemals Hauptsilben sein)
Hauptsilbe -> trägt den Wortakzent / betonte Silbe
vs.
Nebensilbe -> unbetonte Silbe
offene Silbe -> endet auf Vokal (i.d.R. lang, außer Schwa)
vs.
geschlossene Silbe -> endet auf Konsonant
Silbenaufbau
(Silbenstruktur)
Kern (K; auch Nukleus) -> beinhaltet (fast) immer einen Vokal
Anfangsrand (AR; auch Onset) -> (meistens) Konsonanten, kann leer sein
Endrand (ER; auch Koda) -> (meistens) Konsonanten, kann leer sein
Skala der Sonorität (Schallfülle)
Vokale > Liquide > Nasale > Frikative > Plosive
Grundregeln für den Silbenaufbau
(Silbenstruktur)
a) Sonorität steigt vom AR zum K und nimmt vom K zum ER ab
b) innerhalb des AR fällt die Sonorität nicht, innerhalb des ER steigt sie nicht
Ausnahme: ein stimmloser Frikativ gefolft vom einem Plosiv ist im AR zulässig; ein Plosiv gefolgt von einem stimmlosen Frikativ ist im ER zulässig
Neutralisierung
Ein Kontrast, der zwischen zwei Phonemen per definitionem besteht, wird in einem bestimmten Lautkontext aufgegeben (neutralisiert),
z.B. Auslautverhärtung von Obstruenten
Auslautverhärtung
(Neutralisierung)
am ER einer Silbe gibt es im Deutschen keine stimmhaften Obstruenten
Elision (Laut-Tilgung)
ein Schwa-Vokal kann getilgt und ein Konsonant zum neunen Kern der Silbe werden
Epenthese (Laut-Hinzufügung)
führt immer zu Non-Standard-Aussprache
Bsp.: er kommpt, du renntst, ebend
Assimilation (Laut-Angleichung)
Angleichung eines Lautes an einen andren (z.B. durch Übernahme von Artikulationsort oder -art)
führt häufig zu Non-Standard-Aussprache
Progressive Assimilation
(Assimilation)
Übertragung eines Merkmals auf einen Folgelaut
Regressive Assimilation
(Assimilation)
Übertragung eines Merkmals auf einen vorangehenden Laut