• Muster oder Regularitäten einer Sprache • Diese Muster lernen wir meist implizit und unbewusst: Wir entdecken sie in den sprachlichen Äußerungen, denen wir begegnen.
Explizite Grammatik
• Beschreibung der impliziten Grammatik einer Sprache • Die Muster einer Sprache werden klassifiziert und systematisiert (z.B. Einteilung in Wortarten, Satzglieder, Flexionsformen, etc.), etwa zu sprachwissenschaftlichen Zwecken, in Form eines Nachschlagewerks (z.B. Duden-Grammatik) oder für den Fremdsprachenunterricht. • Die so erfassten Regularitäten einer Sprache können auch als Regeln formuliert werden
Alter REGION KOMMUNIKATIONSSITUATION SOZIALE SCHICHT GESCHLECHT
Kategoriales Verständnis
Wortartenlehre . Dabei werden Wörter festen Kategorien zugeordnet, oft isoliert und ohne Zusammenhang betrachte
Relationale Wortartenverständnis
ein Wort nicht einfach einer Kategorie angehört, sondern durch seine Funktion innerhalb eines Satzes als bestimmte Wortart verwendet wird. Diese relationalen Beziehungen kommen besonders in der Satzgliedlehre zum Ausdruck, da die Funktion eines Wortes im syntaktischen Kontext sichtbar wir
Kategorial und relational
.Die schulische Vermittlung von Grammatik profitiert von einer Kombination beider Ansätze. Ein rein kategorialer Zugang kann zu einem wenig anwendungsbezogenen Verständnis führen, während ein relationales Verständnis eine flexiblere und kontextbezogene Sichtweise auf Sprache fördert. Ein ausgewogener Unterricht sollte daher beide Aspekte berücksichtigen, um den Lernenden nicht nur regelbasiertes Wissen zu vermitteln, sondern auch ein tieferes Verständnis für die funktionalen Zusammenhänge innerhalb der Sprache zu e
Verb
nicht nur ein Tätigkeitswort, sondern beschreibt auch Zustände und Vorgänge wichtigste Einheit eines Satzes, der aus Verb + Ergänzung +(Angaben) bes
Valenzmuster
Anzahl und Form der Ergänzungen sind im Verb angelegt (= gehören zu unserem Wissen über ein bestimmtes Verb) Unterschiedliche Verbbedeutungen zeigen sich in unterschiedlichen Valenzmustern Ergänzungen sind Satzglieder, die im Verb angelegt sind. • Angaben sind Satzglieder, die vom Verb zugelassen werden. Oft handelt es sich um Adverbiale, die den Ort, die Zeit, die Art und Weise oder den Grund des vom Verb und seinen Ergänzungen ausgedrückten Sachverhalts näher bestimmen
Grundsatz: Einem Phonem im Gesprochenen entspricht regulär ein bestimmtes Graphem im Geschriebenen (Phonem-Graphem-Korrespondenzen). Einerseits: Schriftsystem des Deutschen ist als Alphabetschriftsystem grundsätzlich einzellautorientiert (im Gegensatz zu einer Silben- oder Wortschrift) • Andererseits: Schreibungen lassen sich nicht komplett aus der Lautung ableiten (weitere Prinzipien!)
Silbische Prinzip
Grundsatz: Die Schreibung ergibt sich aus der Silbenstruktur oder verdeutlicht die Silbenstruktur • Viele Regularitäten der Orthographie des Deutschen lassen sich nur durch den Bezug auf Silben verstehen. • Silben sind auch für Kinder intuitiv gut zugängliche Einheiten des Gesprochenen (Laute hingegen nicht). • Konzeptionen bzw. Methoden des Schriftsprach- und Rechtschreibunterrichts können (sollten) sich diese Tatsachen zunutze machen. Silbisch bedingte Schreibungen a) Silbengelenkschreibung b) silbeninitiales c) Dehnungs- d) Doppelvokalbuchstaben e) Schreibung im Silbenanfangsrand
Morphologische Schreibung
Morpheme, v.a. Wortstämme, sollen immer gleich oder zumindest möglichst ähnlich geschrieben werden (Morphemkonstanz) Im Gesprochenen kann ein und dieselbe bedeutungstragende Einheit sehr unterschiedliche Formen haben, z.B. [lant] (Sg.) vs. [lɛndɐ] (Pl.). • Durch das morphologische Prinzip deutlich größere Übereinstimmung im Geschriebenen: - (nicht * - *) • Vorteil: Die Morpheme als die bedeutungstragenden Einheiten können beim Lesen leichter identifiziert werden. Die 4 wichtigsten Teilphänomene: 1. Schreibung von Umlauten 2. Nichtberücksichtigung der Auslautverhärtung 3. Schreibung an der Morphemgrenze 4. Vererbung silbischer Schreibungen
Syntaktische Schreibung
Ein Wort schreibt man zusammen, mehrere Wörter (Syntagmen) schreibt man getrennt Zwei Prinzipien (nach Fuhrhop 2010): • Das Wortbildungsprinzip: ‚Verbindungen‘ aus zwei oder mehr Stämmen werden zusammengeschrieben, wenn sie aufgrund einer Wortbildung miteinander verbunden sind. • Das Relationsprinzip: Einheiten, die syntaktisch analysierbar sind, das heißt insbesondere, die in syntaktischer Relation zu anderen Einheiten in einem Satz stehen, sind syntaktisch selbständige Wörter. Sie werden getrennt geschrieben. Kernbereich: • Substantiv-Substantiv-Verbindungen • Verb-Substantiv-Verbindungen • Adjektiv-Substantiv-Verbindungen • Substantiv-Adjektiv-Verbindungen
Zweifelsfälle syntaktische Schreibung
• Wortbildungs- und Relationsprinzip führen nicht zur gleichen Schreibung. • Die Prinzipien lassen sich nicht anwenden. • = Es ist unklar, ob es sich bei dem zu schreibenden Ausdruck um ein Wort oder um mehrere Wörter handelt. ➢ Der unsichere Wortcharakter der Ausdrücke ist in den meisten Fällen zurückzuführen auf die untypischen Wortbildungsprozesse, durch die sie entstanden sind Untypische Wortbildungsprozesse (= nicht Komposition oder Derivation) • Univerbierung ▫ aufgrund, anstelle, anhand, mithilfe (‚zusammengewachsene‘ komplexe Präpositionen) ▫ z.B. … mit (der) Hilfe eines Hammers → mithilfe eines Hammers • Rückbildung ▫ bausparen, radfahren, notlanden ▫ z.B. land(en) → Land+ung → Not+landung → notland(en) ▫ z.B. fahr(en) → Fahr+er → Rad+fahrer → radfahr(en) Fallgruppen von Zweifelsfällen: Überblick • Substantiv-Verb-Verbindungen Rad fahren vs. radfahren • Adjektiv-Verb-Verbindungen weich kochen vs. weichkochen • Adjektiv-Adjektiv-Verbindungen voll schlank vs. vollschlank • Adjektivkomposita mit nicht nicht flektierbar vs. nichtflektierbar • Verbindungen mit Partizipien (Substantiv und Partizip I) die Bier trinkenden Fans vs. die biertrinkenden Fans