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Was umfasst die Deutschdidaktik? Modell von Knopp (2020)


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Welche Arten von Literacy gibt es?

  • Verbal Literacy: Sprachkompetenz
  • Literary Literacy: Literaturkompetenz
  • Medie Literacy: Medienkompetenz
  • Visual Literacy: Bildkompetenz
  • QA: Digital Literacy: Digitalkompetenz (Kmk, Topalovic/Drepper/Fröhlich)
  • QA: Futures Literacy: Zukunftskompetenz 


Sprachliche Bildung als Erwerb (von)...

  • Konzeptioneller Schriftlichkeit
  • Bildungssprache
  • CALP (Cognitive Academic Language Profiency)
  • Literarer Sprachstrukturen
  • Sprachlich-kulturellen Kapitals 


Wie sieht das Nähe-Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher aus?


  • Entwicklungsbezogenheit
  • Normaktivität
  • Schriftlichkeitsbezug 


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Wie sieht das Nähe-Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher angepasst durch Topalovic/Settinieri aus?


  • Multilingual
  • Mehrdimensionale Literacy-Erfahrungen 


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Sprachliche Bildung als kulturelles Kapital?


Gesetze der Übertragung des sprachlichen Kapitals sind ein Sonderfall der Gesetze der legitimen Übertragung von kulturellem Kapital von einer Generation zur nächsten

  • Sprachkompetenz, die nach schulischen Kriterien bewertet wird, hängt genau wie andere Formen des kulturellen Kapitals vom Bildungsniveau ab, das nach Bildungstiteln und sozialem Lebenslauf gemessen wird (Bourdieu 2005) 


Sprachliche Bildung als Erwerb „bildungssprachlicher Praktiken“?


Nicht zu jeder Familie gehören folgende Gattungsrepertoire:

  • Unklare Sachverhalte und Begriffe zu erklären
  • Widerstreitende Standpunkte argumentativ auszuhandeln und zu begründen oder Konsequenzen, potenziell problematische Aspekte bestimmter Ansichten oder Entscheidungen abzuwägen


Sprachhandlungen

  • Erklären / Beschreiben / Berichten / Argumentieren 


Sprachliche Bildung als (Weiter)entwicklung sprachlicher Grundfertigkeit


  • (Zu)hören = (Verstehen / Rezeption)
  • Sprechen = (Produktion)
  • Lesen = (Verstehen / Rezeption)
  • Schreiben = (Produktion)
  • Gebärden verstehen
  • Gebärden 


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Wie sieht das Modell der Durchgängigen Sprachbildung für alle Lernenden nach Gogolin aus?


Durchgängige Sprach- und Demokratiebildung als Vision für die Deutschdidaktik und den Deutschunterricht in der Grundschule


Universitäten sollten sprachlich-kommunikative Räume „gelebter Demokratie“ sein:

  • Junge Menschen lernen dort mit Kontroversen, Gegensätzen und Risiken mit Unvollkommenheit, unvollständigen und vorläufigen Wissensständen und Urteilen umzugehen
  • Vermittlung belastbaren Wissens und Könnens schließt die Fähigkeit mit ein, sich selbst und andere in Frage zu stellen sowie Sprache und Kommunikation im Hinblick auf ihre expliziten und impliziten Aussagen zu reflektieren
  • Das Einüben vielfältiger Formen demokratischer Debatte und demokratischen Handelns ermöglicht schließlich auch die Fähigkeit und Perspektivwechsel, die Wahrnehmung von und das Verständnis für Minderheitenpositionen sowie den gewaltfreien Umgang mit Konflikten


Partizipation an demokratischen Prozessen, ihre Gestaltung und Aushandlung, in besonderer Weise an Sprache, Kommunikation und Sprachgebrauch gebunden ist, sollten die durchgängige Sprachbildung und entsprechend auch die durchgängige Demokratiebildung explizit zusammen gedacht werden 


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Was umfasst die (innere & äußere) Mehrsprachigkeit in der Sprachdidaktik Deutsch?


Innere Mehrsprachigkeit („Sprachen in der Sprache“) = Verschiedene Sprachvarietäten des Deutschen

Alltagssprachen:

  • Standardsprachen
  • Umgangssprachen Alltagssprachen – Dialekte
  • Soziolekte
  • Ethnolekte (z.B. Kiezdeutsch)

Funktiolekte (z.B. Pressesprache, Wissenschaftssprache, Fachsprache, Literatursprache)


Äußere Mehrsprachigkeit (Sprachenübergreifend) = verschiedene Sprachen / Sprachsysteme

  • historisch bedingt in Grenzgebieten (Dänisch, Friesisch, Sorbisch etc.)
  • Gesellschaftlich bedingt durch Migration (Migrations-/Herkunftssprachen)
  • institutionell bedingt durch Fremdsprachenunterricht (Englisch, Französisch, Spanisch etc.)
  • Gebärdensprache(n)


Was versteht man unter Sprach(en)repertoires?


Das Repertoire wird als Ganzes begriffen, das jene Sprachen, Dialekte, Stile, Register, Codes und Routinen einschließt, die die Interaktion im Alltag charakterisieren


Umfasst die Gesamtheit der sprachlichen Mittel, die Sprecher*innen einer Sprechgemeinschaft zur Verfügung stehen, um (soziale) Bedeutungen zu vermitteln


Teil von Kultur(en) und Identität(en)


Sprach(en)repertoire:

  • Innere und äußere Mehrsprachigkeit
  • Literacy (Literalität/Literarität) / Multiliteracies
  • Sprachförderbedarf
  • Sprachentwicklungsverzögerungen
  • Sprachentwicklungsstörungen (vgl. SSES)
  • Gebärdensprache(n) / Unterstützte Kommunikation


(Sprach(en)repertoires sollten mit Sprachenportraits sichtbar gemacht werden, auch in inklusiven Settings)


Was versteht man unter den zwei Dimensionen von Multiliteracies?


  1. Multimodalität als Formenvielfalt und Verbindung von Sprache und anderen Mitteln der Repräsentation wie Bild, Farbe, Typographie, Layout etc., die Sinn und Bedeutung vermitteln
  2. Soziale und sprachliche Diversität und Variation kommunikativer Konventionen in verschiedenen sozialen, räumlichen, fachspezifischen, nationalen und kulturellen Kontexten, die soziale Beziehungen und zwischenmenschliche Kommunikation prägen und von ihnen geprägt sind 


Was versteht man unter adaptiven Lernangeboten / Lehrkompetenzen?


Heterogenität & Adaptivität


Adaptive Lehrkompetenz bezeichnet die Fähigkeit einer Lehrperson, ihren Unterricht so auf die individuellen Voraussetzungen der SuS auszurichten und während des Unterrichts laufend anzupassen, dass für möglichst viele SuS günstige Bedingungen für das Erreichen der Lernziele geschaffen werden


Eine Lehrperson mit hoher adaptiver Lehrkompetenz nimmt diese unterrichtsbezogenen Anpassungsleistungen bei der Unterrichtsplanung vor und realisiert diese während des Unterrichts

  • Dabei kann es vorkommen oder erforderlich sein, dass Handlungsanpassungen an situative Gegebenheiten vorgenommen werden müssen 


Was ist das Ziel inklusiven Deutsch- bzw. Schulunterrichts?


Ausgehend von den je individuellen multimodalen Sprach(en)repertoires (im Idealfall der inneren wie äußeren Mehrsprachigkeit) sollte es Ziel sein, adaptive Lernangebote zu machen, die die Sprachbildungsprozesse aller Lernenden anregen und unterstützen 


Was sind zentrale Gegenstände des Deutschunterrichts?


Sprache und Sprachgebrauch

  • Untersuchung von sprachlichen Strukturen und sprachlicher Verständigung eröffnet Einblicke in die Leistungen von Sprache als Kommunikationsmedium und in die Bedingungen ihrer situations-, adressaten-, und intentionsangemessenen Verwendung
  • Diese Einblicke bilden die Grundlage für einen bewussten Umgang mit Sprache beim Sprechen und Zuhören, beim Lesen und Schreiben, beim Umgang mit Texten und Medien und beim Nachdenken über digital vermittelte Formen des sprachlichen Handelns 


Was sind die Aufgabenbereiche nach den Bildungsstandards für das Fach Deutsch?


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Was versteht man unter Lernaufgaben nach Abraham/Müller?


  • Erarbeitungsaufgaben
  • Übungs- und Anwendungsaufgaben 


Was versteht man unter Leistungsaufgaben nach Abraham/Müller?


Sich aus dem Unterricht ergebend (informelle Tests, Klassenarbeiten, Klausuren, Refereate usw.)


Von „außen“ gestellt

  • Zentrale Aufgaben (Vergleichsarbeiten, Abituraufgaben)
  • Standardisierte Tests
  • --> Individual-diagnostische Tests
  • --> Large-scale-Untersuchung 


Was sind fünf Fragen an Aufgaben nach Bremerich-Vos?


1.Kontext?

  • Stellung der Aufgabe im Rahmen einer Aufgabenreihe
  • Lebensweltbezug

2.Funktion der Aufgabe?

  • Erarbeitung
  • Übung
  • Überprüfung

3.Welcher Anforderungsbereich?

  • Wiedergeben
  • Anwenden
  • Reflektieren und beurteilen

4.Welches Wissen braucht man?

  • Faktenwissen
  • Begriffliches Wissen
  • Prozedurales Wissen
  • Metakognitives Wissen

5.Affektiv-motivationaler Aspekt?

  • Welche Merkmale machen die Aufgabe (hoffentlich) interessant und motivierend?


--> Zentral ist immer die Frage, auf welche (Teil-)Kompetenzen sich die einzelne Aufgabe (bzw. die Aufgabenreihe) beziehen soll


Wie sieht der Aufbau eines Satzes aus?


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Wie ist das Angebot-Nutzungs-Modell der Unterrichtswirksamkeit nach Helmke aufgebaut und was sind die Einflussfaktoren/Wirkfaktoren auf guten, erfolgreichen Unterricht nach Bremerich-Vos?


Professionswissen der Lehrperson

  • Welche Methoden des Schriftspracherwerbs gibt es? Von welchen theoretischen Annahmen gehen sie aus?


Prozessqualität des Unterrichts (Angebot)

  • Wie setze ich die Methoden adaptiv im Unterricht ein?
  • Welche Methoden könnten eine zu große Herausforderung sein?


Qualität des Lehr-Lern-Materials

  • Nach welchen Kriterien beurteile ich Lehr-Lern-Materialien (z.B. Fibeln)? 


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Was ist der Hauptauftrag der Grundschule?


Bedingungen zu schaffen, die für die „Entfaltung“ grundlegender Bildung günstig sind

  • Sprache als Gegenstand des Nachdenkens und als Mittel, die Welt und sich selbst zu verstehen und sich mit anderen zu verständigen spielt eine zentrale Rolle


Mit „Sprache“ ist nicht nur Deutsch gemeint, sondern die Vielfalt der Sprachen, die von den Kindern in den Unterricht mitgebracht werden  


Deutsch als Standardsprache / Vielfalt an Sprachen und Sprachvarietäten


„Vielfalt der Sprachen“:

  • Sprach(en)repertoires
  • Innere und äußere Mehrsprachigkeit 


Was zeigen die Ergebnisse zu Spracherfahrungen vor der Schule (von Löffler/Albedyhll)?


(--> vorschulischer Schriftspracherwerb / Literacy-Erfahrungen)


Kinder, die in ihrem letzten Kindergartenjahr die Schrift noch nicht nutzten, erzielten in der HSP 1+ am Ende der ersten Klasse (hoch-)signifikant geringere Ergebnisse als Kinder, die bereits zehn Monate vor der Einschulung einzelne Buchstaben oder Buchstabenreihen ohne Bezug zum Zielwort schreiben und sogar über erste Phonem-Graphem-Korrespondenz-Regeln verfügen 


Was sind drei Schreibarten, die sich bei der Schrift von Kindern, feststellen lassen können?


  1. Alphabetisches/phonographisches Schreiben
  2. Orthographisches Schreiben
  3. Logographisches Schreiben 


Was versteht man unter Alphabetischen/phonographischen Schreiben?


Eigenständiges Schreiben:

  • Das Kind ordnet jedem Laut einen Buchstaben zu
  • Z.B.: <SEN> 


Was versteht man unter Orthographischem Schreiben?



Eigenständiges Schreiben:

  • Auch der Silbenkern in der unbetonten Silbe bzw. Reduktionssilbe wird realisiert
  • Z.B.: <SEEN> 


Was versteht man unter Logographischem Schreiben?


Kein eigenständiges Schreiben: häufig bloßes Abschreiben (wenn von einer Karte abgeschrieben)

  • Andernfalls wäre es orthographisches schreiben!  


Was sind die Bildungsstandards des Faches Deutsch?


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Wie ist eine Silbe aufgebaut?


  • O (mit komischen Kringel oben rechts) = Sigma, Silbe
  • A = Anfangsrand (Onset)
  • N = Kern (Nukleus)
  • --> Sind entweder Vokalbuchstaben oder Diphthongbuchstaben)
  • E = Endrand (Coda)
  • N+E = Reim 


Grundlegendes prosodisches Muster (Betonungsmuster) im Deutschen ist der Trochäus

= Zweisilber mit betonter und unbetonter Silbe 

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Was sind Schreibungen, die über das phonographische Prinzip (Laut-Buchstaben-Zuordnung) hinausgehen?


Silbisches Prinzip

  • Doppelkonsonanz (Spinne, Bäckerrei, Schwimmbad, Schlüsselloch)
  • <h>-Schreibungen (Schuhe, Fernseher)


Morphologisches Prinzip

  • Stammkonstanz
  • --> Räuber < Raub
  • --> Bäckerrei < backen>
  • --> Zäne < Zahn 


Theoretische Grundlagen im Vergleich (Lautorientierung & Silbenorientierung)


Lautorientierung

--> phonographisch ausgerichtet / segment- bzw. lautbasiert)

Gesprochene Sprache als Ausgangspunkt

  • „Ich schreibe, wie ich spreche.“ (d.h. generell „gesprochensprachlich", aber auch beeinflusst durch andere Sprachen und Sprachvarietäten (z.B. dialektal) usw.)

Laute & Buchstaben als Grundeinheiten

  • In Fibeln als Lehrgang
  • Mit Anlauttabelle als „Freies Schreiben“


Silbenorientierung

--> graphematisch ausgerichtet / silbenbasiert

Geschriebene Sprache als Ausgangspunkt

  • „Die Schrift zeigt mir, wie ich sprechen soll.“

Silbenstrukturen

  • als erste Grundeinheit

(trochäische Zweisilber: betonte/unbetonte Silbe)

Danach: Buchstaben & Laute


WICHTIG: In Fibeln und Lehrwerken finden sich…

Intuitive Silbenzugänge

  • (z.B. Silben klatschen, schwingen usw.; aber auch von der Sprechsilbe auf die Schreibsilbe schließen wollen, z.B. bei Doppelkonsonanz (Das geht nicht!)
  • Kritisch: auch bei der FRESCH- und ReLv-Methode)
  • --> Beispiele bei Wiprächtiger-Geppert/Riegler (2018) und Corvacho del Toro (2013)

Linguistisch fundierte, silbenanalytische bzw. silbenstrukturelle Zugänge

  • (z.B. „Haus-Garagen-Methode“ nach Röber (2009) oder Bredel (2010), z.B. in „ABC der Tiere“ umgesetzt (aber mit kritischen Punkten!), vgl. auch Topalovic (2017), Köller (2019)
  • siehe aber auch: „Zauberbuchstaben“ / „Königsbuchstaben“ / „Silbenkönige“ für Silbenkerne, z.B. im Lehrwerk „Xa-Lando“)


Welche Methode zum Lesen- und Schreibenlernen ist die beste, die erfolgreichste?

Studien sagen aus, dass es nicht die einzig wahre Methode gibt


Je nach Lernausgangslagen und (sprachlichen) Vorläuferfähigkeiten der Schüler*innen (sind immer heterogen) erweisen sich unterschiedliche Methoden, oft auch eine Kombination methodischer Ansätze, als erfolgreicher


Also:

  • Methodenvielfalt ist das Beste 


Was umfasst den Lernbereich „Schreiben“?


  1. Über Schreibfertigkeiten verfügen
  2. Schreibstrategien nutzen
  3. Rechtschreibstrategien nutzen und richtig schreiben 


Wie sieht das Schreibprozessmodell nach Hayes/Flower aus?


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Wie sieht das Organon-Modell von Karl Bühler nach Baurmann/Pohl aus?  

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Was sind unterrichtsrelevante Begriffe bezüglich „Texte verfassen“?


Text

  • Textformen: Geschichte, Beschreibung, Sachtext, Gedicht, Comic, Märchen, Lexikonartikel, Hypertext, E-Mail/Brief
  • Textteile: Überschrift, Kapitel, Abschnitt/Absatz, Spalte, Zeile, Reim, Strophe, Link
  • Buch: Kinderbuch, Hörbuch, Lexikon, Autorin/Autor, Verlag, Titel, Inhaltsverzeichnis, Glossar

Mediales

  • Video, Internet, Homepage, App, Suchmaschine, Quelle, Datei, Datenschutz 


Welche Entwicklungsphasen unterscheiden Baurmann/Pohl in Anlehnung an die Studie von August et al. (2007)?


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Alphabetische Schriftsysteme – tiefe der phonographischen Systeme


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Was versteht man unter flachen phonographischen Schriftsystemen?


Flache Schriftsysteme sind lautnahe Systeme, welche im Extremfall (IPA) nur phonographische Informationen berücksichtigen

  • Bei ihnen wird die Lautung möglichst konsequent und eindeutig wiedergegeben


Was versteht man unter tiefen phonographischen Schriftsystemen?


Tiefe Schriftsysteme haben eine größere Diskrepanz zwischen Schreibung und Lautung

  • Sie berücksichtigen neben phonographischen auch semantische Informationen

Welche vier grundlegenden orthographischen Prinzipien gibt es?


Phonographisches Prinzip

  • Es regelt die Laut-Buchstaben-Zuordnungen bzw. Phonem-Graphem-Korrespondenzen
  • Grundlegend für jede Alphabetschrift

--> Beherrschen Kinder dieses Prinzip, schreiben sie z.B. <farat>


Silbisches Prinzip

  • Silbenschließendes <h> (z.B. fah-ren, Silbenschnitt) (aber: Fahr-rad = Morphemschnitt)
  • Hierzu gehört auch die Doppelkonsonanzschreibung, z.B. <rollen>, <Kette>, und das silbeninitiale (silbenöffnende) <h>, z.B. <sehen>


Morphologisches Prinzip

  • Morphemkonstanz (Auslautverhärtung: [ra:] <Rad>, aber [re:da] <Räder>)


Syntaktisches Prinzip

  • Großschreibung in der Nominalgruppe
  • --> = der Kern einer Nominalgruppe wird großgeschrieben, unabhängig von der Wortart, (vgl. die Treppengedichte als mögliche Methode) 


Silbenschließendes <h> (auch: Dehnungs-h) vs. Silbeninitiales (Silbenöffnendes) <h>


  • <fah-ren> (zeigt an, dass der Silbenkern/Vokal lang gesprochen wird, in 50% der Fälle; eigentlich unnötig, da Silbenkerne in offenen Silben, d.h. ohne Besetzung des Endrandes, immer lang ausgesprochen werden)
  • vs. <ge-hen>, <se-hen> etc. (das <h> zeigt an, dass eine neue Silbe beginnt, vgl. *geen; es verhindert, dass zwei Silbenkerne aufeinandertreffen).


Beispiele für Silbenschnitt & Morphemschnitt


Silbenschnitt

  • Win-dig / ge-hen


Morphemschnitt

  • wind-ig (Windstärke)
  • --> Wortstamm (wind) + Präfix (-ig)
  • geh-en (Gehweg)
  • --> Wortstamm (geh) + Präfix (-en) 


Wie sieht die Zweisilber-Strategie (Verlängerungsstrategie) aus?


Nomen = Plural; Verben = Grundform/wir-Form; Adjektive = Komparativ/Steigerung


Wortstämme werden verlängert, um zu analysieren, ob es sich um ein silbenöffnendes oder -schließendes <h> handelt

  • Bsp.: Gehweg --> <Geh> zu <gehen> --> silbenöffnendes-<h> 


Was sind häufig auftretende Schwierigkeiten bei richtigen Schreibungen nicht lautgetreuer Wortteile? 


  • Morphemkonstanz (Hund/Hunde)
  • Doppelkonsonanz (Ball)
  • Schreibungen in Reduktionssilben (Wolke/Leiter)
  • i/ie-Schreibung (Spiegel)
  • Sp-/St-Schreibung (Komplexe Anfangsränder)
  • ß-Schreibung (Straße)
  • Diphthongschreibungen (Leiter/Feuer)
  • h-Schreibungen (z.B. sehen)


Welche Vorteile hat eine explizite Könnensperspektive auf Schreibungen von Kindern?


Was kann das Kind? Was hat es richtig realisiert?

  • Kinder werden bestärkt in dem, was sie bereits richtig beherrschen --> Schaffung von Lernmotivation und nicht Schaffung von Lernfrust 


(Recht-)Schreiben und Könnensperspektive


  • Empfehlung: Rechtschreibgespräche führen
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Was umfasst den Lernbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“?

  1. Sprachliche Verständigung erforschen
  2. An Wörtern, Sätzen und Texten arbeiten
  3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen entdecken 


Mehrsprachigkeit als „(Mehr)Wert)“


1. Empirische Studie von Akbulut/Bien-Miller/Wildemann (2017)

  • n=400 / Grundschule

2. DESI-Studie aus dem Jahr 2003/04 / Klieme (2006)  

  • n=11.000 / Sekundarstufe (9. Jahrgangsstufe) / alle Schulformen

= Höhere sprachreflexive Fähigkeiten / Leistungsvorsprung im Englischen bei Mehr-/Zweisprachigkeit 


Unterscheidung von Sprache(n) im Gebrauch und Sprache(n) als System nach Peyer/Uhl


Sprache(n) im Gebrauch 

  • Sensibilisierung für Verständigungsprozesse
  • Multimodalität von Kommunikation
  • Soziokulturelle Situierung von Sprache(n)
  • Identitätsbildende Kraft von Sprache(n)
  • Diskriminierungs-/rassismuskritischer Sprachgebrauch
  • Sprachgewalt/-macht/-kritik

Sprache(n) als System

Grammatische Betrachtungen…

  • Auf allen linguistischen Ebenen (z.B. Wort-, Satz-, Textebene)
  • Von Formen und Funktionen (Beispiel: war / 3.Ps.Sg.Prät.Ind.)
  • Neue VggF-Termini: Valenz, Felderstruktur, Wortgruppe (Beispiel: Visualisierung) 


Was ist MELT?


MELT = Mehrsprachige Lesetheater


Setzt an den Schnittstellen der schul- & fremdsprachlichen Lese- und Vorlesedidaktik an und entwickelte ein sprach- und fachübergreifendes didaktisch-methodisches Konzept, um Synergien zwischen den Sprachfächern zu schaffen


Das Unterrichtsdesign stellt das Zusammenspiel zwischen allen erworbenen und erlernten Sprachen in den Vordergrund

  • nutzt dazu das mehrsprachige Repertoire von Schüler*innen im Leseunterricht
  • Dadurch lernen SuS mit Sprachen und Sprachlernerfahrungen so umzugehen, dass sie sie auf das Lernen neuer Sprachen transferieren können


Integration verschiedener Fächer und aller Lernbereiche 


Welche Schwerpunkte können im Bezug zu Sprache und Kommunikation festgestellt werden?


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Wie sieht das Modell der Zone der nächsten Entwicklung aus? 


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 Was sind drei Könnensfragen für die alltagsintegrierte Lernbeobachtung? 


  1. Was kann der/die Schüler*in im Bereich X?
  2. Was kann der/die Schüler*in im Bereich X noch lernen?
  3. Was kann der/die Schüler*in im Bereich X als nächstes lernen? 


Welche 6 Kompetenzbereiche weist der Medienkompetenzrahmen auf?


1. Bedienen und Anwenden

  • Beschreibt die technische Fähigkeit, Medien sinnvoll einzusetzen und ist die Voraussetzung jeder aktiven und passiven Mediennutzung


2. Informieren und Recherchieren

  • Umfasst die sinnvolle und zielgerichtete Auswahl von Quellen sowie die kritische Bewertung und Nutzung von Informationen


3. Kommunizieren und Kooperieren

  • Heißt, Regeln für eine sichere und zielgerichtete Kommunikation zu beherrschen und Medien verantwortlich für Zusammenarbeit zu nutzen


4. Produzieren und Präsentieren

  • Bedeutet, mediale Gestaltungsmöglichkeiten zu kennen und diese kreativ bei der Planung und Realisierung eines Medienproduktes einzusetzen


5. Analysieren und Reflektieren

Ist doppelt zu verstehen:

  • Einerseits umfasst diese Kompetenz das Wissen um die Vielfalt der Medien
  • Andererseits die kritische Auseinandersetzung mit Medienangeboten und dem eigenen Medienverhalten.
  • Ziel der Reflexion ist es, zu einer selbstbestimmten und selbstregulierten Mediennutzung zu gelangen


6. Problemlösen und Modellieren

  • Verankert eine informatische Grundbildung als elementaren Bestandteil im Bildungssystem
  • Neben Strategien zur Problemlösung werden Grundfertigkeiten im Programmieren vermittelt sowie die Einflüsse von Algorithmen und die Auswirkung der Automatisierung von Prozessen in der digitalen Welt reflektiert 


Warum lassen sich der Lernbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ und der 3. Bereich (Kommunizieren und Kooperieren) aus dem Medienkompetenzrahmen gut vereinen? 


Die Untersuchung von Sprache und Sprachhandlungen ist eine wichtige Fähigkeit und von großer Bedeutung

  • Medien bieten viele Handlungsmöglichkeiten, diese zu fördern
  • --> Beispielsweise durch das Aufstellen von Kommunikations-& Kooperationsprozessen mit Medien à dadurch lernen SuS auch wichtige Regeln, welche man auf Sprache im Allgemeinen anwendet
  • Medien bieten viele Optionen, um in sprachliche Handlungen zu treten
  • --> Z.B. online mit anderen Individuen chatten à Parallelen zu Sprache und Sprachgebrauch untersuchen:
  • ----> Sprache wird verwendet, um sich mit anderen zu verständigen 


Warum ist Datenschutz ein wichtiges Thema im Umgang mit digitalen Medien?


Personenbezogene Daten (Namen, Adressen, Alter, etc.) von Lerner*innen und Lehrenden werden verarbeitet

  • Der richtige Umgang und eine Schulung auf Gefahren im Internet sollte daher in Bildungskontexten stattfinden 


Was macht eine Lese-App gut? – Checkliste: Gute Lese-Apps


  • Fördern aufbauend spezifische Teilkompetenzen des Lesens weiter (z.B. Leseflüssigkeit, Leseverstehen, Wortschatz)
  • Bieten verschiedene Leistungsstufen und ausreichend Übungsmöglichkeiten auf jedem Level an
  • Berücksichtigen das sprachliche Anforderungsniveau und die Schweirigkeit der Aufgaben. Die Texte und Aufgaben müssen für die Schüler*innen herausfordernd, aber zu bewältigend sein
  • Haben Aufgaben unterschiedlicher Komplexitätsgrade
  • Geben Rückmeldung auf den Lernerfolg und das Vorgehen
  • Überladen Grafiken nicht durch multimediale Elemente, um nicht von den Lernzielen und Inhalten abzulenken
  • Motivieren das Kind über längere Zeit (z.B. durch Feedback)
  • Greifen die Lebenswelt und Interessen der Schüler*innen auf (z.B. Tiere, Fahrzeuge, magische Welten) 


Warum ist es nach Schilcher/Wild wichtig, digitale Ressourcen zu prüfen?

In den meisten App-Stores sind kaum Apps vorzufinden, die fachdidaktisch geprüft sind

  • Verleiten nicht zu dem eigentlichen Lernerfolg, der erzielt werden soll
  • Falsche Informationen können auftauchen


Warum sollten Apps fachdidaktisch geprüft werden?

  • Sicherheit über fachlich korrekte Informationen
  • Sichergehen, ob ein Lernerfolg generiert wird
  • Macht die App das, was sie soll? Können Kinder daran lernen und wird das Lernen gefördert?