Ethogramm
="Verhaltensinventar"
==> Eine möglichst genaue und detaillierte Bestandsaufnahme aller bei der betreffenden Art vorkommenden Verhaltensweisen.
==> Benennung und Kategorisierung von Verhaltensweisen.
Behavior sampling
eine Verhaltensweise wird angeschaut für alle Tiere gleichzeitig
Focal animal sampling
eine Verhaltensweise wird angeschaut für nur ein Tier
Lateralisiertes Verhalten
Seitenpräferenzen beim Ausführen einer Bewegung + Verbindung von Emotionen mit der Gehirnhälfte, die für dafür genutzt wird.
==> kurzfristige Seitenpräferenzen können Aufschluss über die Stimmung eines Individuums geben
==>langfristige Seitenpräferenzen können eher Aufschluss über die Persönlichkeit eines Individuums geben.
– z.B. auf der linken Gehirnhälfte liegt Angst + Hund pinkelt auf der Linken Seite = dem Hund geht’s nicht gut
cognitive Bias
=Kognitive Verzerrung
=systematische fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen.
Sie bleiben meist unbewusst und basieren auf kognitiven Heuristiken
Kausale Erklärung
=Mechanismus
"Durch/ Mit was entsteht eine Verhaltensausprägung /-ausführung?"
Lebensgeschichtliche Erklärung
=Ontogenese
"Welche Entwicklungen hat ein Individuum durchlaufen /Welche Erfahrungen hat ein Individuum gemacht um ein Verhalten auszuführen?"
Funktionale Erklärung
=Anpassungswert
"Welchen Zweck erfüllt diese Verhaltensausführung in ihrem Umwelt?"
Stammesgeschichtliche Erklärung
=Phylogenese
"Entstand diese Verhaltensausführung als Weiterentwicklung in der Evolution?"
proximate Ursachen
=beschreibt die Steuerung des Verhaltens "Wirkungsursachen" / "aktuelle Ursachen"
==> setzt sich zusammen aus kausalen und lebensgeschichtlichen Erklärungen. ==>innere und Äußere Auslöser von Verhalten
==> setzt sich zusammen aus Verhaltensphysiologie und Verhaltensgenetik
ultimate Ursachen
=beschreibt die Evolution des Verhaltens "Zweckursachen"
==> setzt sich zusammen aus funktionalen und stammesgeschichtlichen Erklärungen. ==> angeborene Verhaltensmuster
==>setzt sich zusammen aus Verhaltensökologie und Soziobiologie
periphere Filterung
Die periphere Filterung wird durch die Kapazität der Sinnesorgane (=limitierender Faktor) bestimmt!
Beispiel: Fledermäuse können Ultraschall wahrnehmen - andere Tiere haben diese Sinnesorgane aber nicht
Zentrale Filterung
Die zentralnervöse Filterung entscheidet, welche Informationen, die über die Sinneszellen ins ZNS gelangt sind, wichtig sind.
==>Sicherung der Erkennung von Schlüsselreizen
Beispiel: Samtfalter nehmen alle Farben der anderen Samtfalter auf, aber lassen diese Farbwahrnehmung nicht ihre Paarungswahl beeinflussen.
Kindchenschema
= eine Kombination von Körpermerkmalen, die beim Menschen eine positive Gefühlstönung auslösen
Merkmale:
Außenreize
Arten der Orientierung
Kinesis
=nicht zielorientiert
Veränderungen in der Reizintensität werden mit einer Änderung der Bewegungsaktivität oder mit Richtungsänderungen, die keinen Bezug zum Reiz haben, beantwortet. (Bsp. Kellerassel)
Taxis
= gerichtete Bewegung in Bezug auf einen spezifischen Reiz
a) Phototaxis (Lichtreiz)
b) Chemotaxis (chemischer Reiz)
c) Gravitaxis (Erdmagnetfeld / Schwerkraft Reiz)
==> bewegt sich das Tier auf den Reiz zu, so ist dieser „positiv“
==> bewegt sich das Tier des Reizes weg, so ist dieser „negativ“
Olifaktorische Kommunikation
/chemische Art der Kommunikation (z.B. Pheromone)
Mimikri Effekt
=Täuschung durch äußerliche Ähnlichkeit zu einer anderen Art
Beispiel: der Eichelherr sieht äußerlich aus wie der ungenießbare Monarchfalter
Sneaker Effekt
=Täuschung um an anderen vorbei zu kommen
Beispiel: Männchen sehen aus wie Weibchen und werden von anderen Männchen nicht beim Besamen der Eier angegriffen
Alarmruf-Effekt (als Täuschung)
=Täuschung um andere wegzuscheuchen
Beispiel: Männchen rufen bei der Eiablage des Weibchens einen Alarmruf aus damit sonst alle anderen wegfliegen und er derjenige sein kann der die Eier befruchtet
Extra pair copulation
Paarung außerhalb der Monogamie (~Fremdgehen)
Beispiel: Vögel
Pheromone
chemische Signale, die nach außen abgegeben werden.
Hormone
chemischen Signale, die im Körper verteilt werden.
Berthold´sche Experiment
Gruppe 1: männliche Küken wurden kastriert = sahen wie Weibchen aus/ kein sex.-Interesse an WeibchenGruppe 2: Hoden wurden kastriert und danach wieder dran transplantiert = typische MännchenGruppe 3: Hoden wurden kastriert und danach von anderen Küken wieder dran transplantiert = typische Männchen
==> Hoden müssen eine Substanz bilden, die für die Steuerung des (männlichen sexuellen und aggressiven) Verhaltens verantwortlich sind
Standartexperiment der Verhaltensendokrinologie
3 Phasen:
==> In allen 3 Phasen werden Verhaltenstests gemacht – Methode: suchen nach Veränderungen
==> ZIEL: Wie beeinflusst das Hormon das Verhalten?
Aktivierende Effekten
benötigt eine mindest-Hormonkonzentration damit ein Verhalten durchgeführt werden kann
– z.B. damit Rezeptoren sich ausbilden können
Organisierte Effekte
Umstände die die Intensität/Häufigkeit eines Verhaltens beeinflussen
- z.B. mehr Erfahrungen = mehr sexualverhalten
Androgene
= männliche Sexualhormone
Prolaktion
= Hormon
Wirkung: Stimmulation des Brudpflegeverhaltens
Oxytocin
= Hormon
Wirkung:
Physiologisch: Damit Wehen eingeleitet werden können/ damit Kinder gestillt werden können (Milcheinschuss)
psychologisch: Etablierung sozialer Bindungen (wenn Oxytocin verabreicht wird, werden auch fremde Jungtiere von einem Muttertier angenommen)
==>Je höher die Oxytocinkonzentrationen, desto häufiger wird zärtliches mütterliches Verhalten ausgeführt==> Je höher die Oxytocinkonzentrationen, desto höher ist die Bindung zwischen adulten Tieren==> Je höher die Oxytocinkonzentrationen, desto höher ist die Bindung zwischen verschiedenen Arten
==>Je höher die Oxytocinkonzentrationen, desto „fester“ ist die Bindung è Aufrechterhaltung der Bindung
==> Aber Oxytocin reduziert die Bindung gegenüber Fremden
aktivierenden Effekt von Hormonen
=Die Steuerung hormonabhängigen Verhaltens durch Aktivierung der entsprechenden Neuronengruppen
organisierenden Effekt von Hormonen
=Bestimmte Neuronale Strukturen werden durch Hormone organisiert
– z.B. die Geschlechtsidentifizierung bei Säuetieren während der Embryophase – sodass z.B. Testosteron Rezeptoren nach Testosteronausschüttung gebildet werden ==> siehe „Testis determining factor“
„Testis determining factor“ (TDF)
= Der Hoden-determinierende Faktor, ist ein Protein, welches vom SRY-Gen, auf dem kurzen Arm des Y-Chromosom codiert wird.
=Wenn er vorhanden ist entsteht ein Hoden, wenn nicht ein Ovar. wird
==> tritt bei der Organisation neuronaler Strukturen im ZNS auf(=Bestimmte Neuronale Strukturen werden durch Hormone organisiert – z.B. die Geschlechtsidentifizierung bei Säuetieren während der Embryophase – sodass z.B. Testosteron Rezeptoren nach Testosteronausschüttung gebildet werden)
reversiblen organisierenden Effekt von Hormonen
=Bestimmte Neuronale Strukturen werden durch Hormone organisiert ==> das kann aber wieder rückgängig gemacht werden
Bsp. bei Vögeln:Im frühjahr wernden die Tage länger==> es wird mehr Testosteron ausgeschüttet==> gleichzeitig wird das Volumen von Neuronen, die auf Testosteron reagieren können, vergrößert = mehr Rezeptoren = mehr hormonelles Verhalten wird durchgeführt ==> das führt zum Vogelgesang
==>das ist reversibel, weil das Volumen immer nur im Frühling ansteigt
associated reproductive pattern
Gonadenaktivität (Sexualhormone) und Paarung gekoppelt
dissociated reproductive pattern
Gonadenaktivität (Sexualhormone) und Paarung entkoppelt
"GVO"
=Gentechnisch veränderte Organismen
Unterscheidung in:
a. Knockout Organismus: ein oder mehrere Gene werden deaktiviert
b. Transgener Mechanismus: erhält Gene von anderen Lebewesen
Knockout Organismus
Ein Knockout-Organismus ist ein Lebewesen, bei dem mittels einer gentechnischen Veränderung gezielt ein oder mehrere Gene deaktiviert wurden.
transgener Organismus
Ein transgener Organismus ist ein gentechnisch verändertes Lebewesen, das in seinem Genom zusätzliche Gene aus anderen Arten enthält.
Domestikation
=Haustieranwendung
==> Züchten von Tieren in Menschenobhut
==>Zu Nutze machen, dass bestimmte Merkmale (Verhalten oder morphologische Merkmale) eine genetische Grundlage haben
==>Ersatz der natürlichen Auslese (natürliche Selektion) durch eine künstliche Zuchtwahl (artifizielle Selektion), die unter Umständen in eine völlig andere Richtung zielen kann als die Natur es machen würde. ==>Der Mensch gibt die Zuchtziele vor
Deswegen:Domestizierte Tiere unterscheiden sich in der Regel durch eine Reihe von Merkmalen von ihrer wildlebenden Stammform (Domestikationsmerkmale). ==> Domestikationsmerkmale
==>Innerartlicher Veränderungsprozess von Wildtieren, bei dem diese durch den Menschen über Generationen hinweg von der Wildform genetisch isoliert gehalten werden.
artifizielle Selektion
künstliche Züchtung
Domestikationsmerkmale
1. Morphologische Veränderung: verstärkte Variabilität bzgl. Körpergröße, Körpergestalt, Färbung
2. Veränderungen von Häufigkeiten, mit denen Verhaltensweisen auftreten
a. Reduktion der Aufmerksamkeit
b. Reduktion des aggressiven Verhaltens
c. Zunahme von Werbe- und Sexualverhalten
d. Zunahme der Vokalisation
3. Reduktion der Stress-Reaktivität (bzw. Aktivität des Hypophysen-Nebennierenrinden- sowie des Sympathicus-Nebennierenmark-System)
4. Abnahme des Gehirngewichts
Watermaaze-Test
= Wild- und Hausmeerschweinchen sollten die Plattform im wasser erreichen==> zur beantwortung der Frage ob domestizierte Tiere dümmer sind
==>Antwort: NEIN, die Gehirngröße beschreibt nicht die Gedächtnisleistung
Verhaltensontogenese
= Die Entfaltung, Entwicklung und die Änderung oder Anpassung von Verhaltensweisen von der pränatalen Äußerung bis hin zum Tod - basierend auf Reifung/Erfahrung und Lernen.
Es gibt während der Ontogenese unterschiedliche sensitiven Phasen. Wenn während dieser sensitiven Phasen Extrinsische (z.B. die Umwelt) und Intrinsische Faktoren (z.B. Hormone) einwirken, kann dies die Verhaltensentwicklung beeinflussen.
Der Verhaltens- und neuroendokrine Phänotyp kann durch Umwelteinflüsse während verschiedener Phasen der Ontogenese adaptiv moduliert werden!
sensitive Phasen der Ontogenese
==>Während sensitiven Phasen können Extrinsische (z.B. die Umwelt) und Intrinsische Faktoren (z.B. Hormone) einwirken, um die Verhaltensentwicklung beeinflussen.
Unterscheidung in:
Queuing Strategie
=Männchen sind länger in der „Kindheits-phase“ damit sie stark genug sind um Konkurrenzfähig zu anderen Männchen zu sein wenn Sie um Weibchen werben==>Je länger die Kindheitsphase desto mehr Kämpfe können damit vermieden werden
==> in instbiler Umwelt zu finden
==>bei hoher Populationsdichte zu finden
Early reproduction - Strategie
=Männchen haben keine lange Kindheits-phase damit sie schneller selbst Nachkommen zeugen können
==> in stabiler Umwelt zu finden
==> bei niedriger Populationsdichte zu finden
Epigenetische Effekte
=Nicht-genomische Weitergabe von Verhaltensmerkmalen über Generationen
==>Veränderungen an den Chromosomen, die sich auf die Aktivität von einzelnen oder mehreren Genen auswirken.
==>Epigenetische Phänomene verändern nicht die Basenabfolge der DNA (Sequenz), sondern die chemische Struktur der DNA-Basen und/oder die Verpackung der DNA.
==>Die wichtigsten epigenetischen Modifikationen sind zum einen die DNA-Methylierung und die Histon-Modifikation.
Seneszenz
=das Einstellen/ Aufhören des Wachstums der meisten Zellen von Wirbeltieren nach einer bestimmten Zahl von Zellteilungen (Mitosen).
Das erkennt man an:
- Zunahme der Mortalität
- Rückgang der Fertilität
Evolution
= Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen oder anderen organischen Strukturen wie z.B. Viren von Generation zu Generation
==> Es kommt zu Änderungen von Genhäufigkeiten innerhalb einer Population
Selektion
= Auslese durch unterschiedlichen Fortpflanzungserfolg
... ist neben Mutation, Rekombination, Gendrift nur eine von mehreren Ursachen von Evolution.
Direkte Fitness
direkte Weitergabe der eigenen Gene über eigene Nachkommen
indirekte Fitness
Weitergabe der eigenen Gene über Verwandte an die nächste Generation
Gesamtfitness (inclusive Fitness)
direkte + indirekte Fitness
Verwandschaftsgrad r
Wahrscheinlichkeit, mit der ein bestimmtes Allel, das ursprünglich von einem gemeinsamen Vorfahren stammt, auch bei einem Verwandten vorkommt
Altruismus/ altruistisches Verhalten
= Individuen erhöhen durch bestimmte Verhaltensweisen die Fitness von Artgenossen und verringern dadurch die eigene Fitness.
Hamilton-Regel
==>Wann kann man erwarten, dass sich Altruistisches Verhalten evolvieren kann?
KA < NE * r
==>Wenn die Kosten für den Altruisten (=KA) kleiner sind als der Nutzen für den Empfänger (=NE) mal den Verwandtschaftsgrad (r) zwischen Altruisten und Empfänger
Eusozialität
=Individuen verzichten komplett auf eigene Nachkommen und Helfen bei der Arbeitsteilung der Aufzucht
==> gehört zu den altruistischen Verhaltensweisen
==>findet man bei Hymenopteren (/Insekten)
Haplodiploide
=bei einer Art: ein Geschlecht ist diploid, während das andere Geschlecht nur haploid ist
==>Weibchen entwickeln sich normal aus befruchteten Eizellen, während sich Männchen aus unbefruchteten Eizellen bilden
==> Schwestern sind näher miteinander verwandt als Mütter mit ihren Töchtern.
==>hohe indirekte Fitnessgewinne, wenn sterile Arbeiterinnen ihrer Mutter helfen, Schwestern zur produzieren ==> mögicher Grund für altruistischen (/eusoziales) Verhalten
reziproker Altruisus
= Altruistisches Verhalten tritt zwischen nicht verwandten Individuen auf. ==> beruht auf Gegenseitigkeit
==> Rollen des Empfängers und Senders werden regelmäßig getauscht.
Infantizid
= Kindestötung: Töten von Nachkommen der eigenen Art