Tugenden befinden sich in der Mitte zwischen zwei Extremen
Mitte ist der Ausgleich zweier Extremen (Ziel)
eine Extreme als Mangel eine als Übermaß
Nur wenn beim Handeln die richtige Mitte getroffen wird, handelt man richtig und gut
Mitte ist subjektiv und situationsabhängig
John Rawls Verteilungsgerechtigkeit (Liberalismus)
1. Prinzip der Freiheit und Gerechtigkeit Jeder soll das gleiche Recht auf Grundfreiheiten haben, die für alle möglich und so groß wie möglich ist.
2. Differenzprinzip: Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind nur unter der Voraussetzung gültig, dass a) alle, besonders die Schwächsten, einen Vorteil davon haben und b) niemand von sozialen und politischen Machtpositionen ausgeschlossen wird (=Prinzip der Chancengleichheit)
Egalitarismus
gerechte Gesellschaft gibt allen Menschen gleichermaßen die Freiheit zu leben, wie sie es möchten
möglichst gleichmäßige Verteilung von Einkommen und Vermögen
alle den gleichen Zugang zu zentralen Ressourcen (Nahrungsmittel, Güter, Land usw)
politische und soziale Gleichheit -> kein Mitglied kann dauerhaft Macht über andere ausüben
geht von einer Gleichheit des Menschen aus
Positives Recht
innerhalb einer staatlichen Ordnung beschlossenes Recht
erhält seine Geltung dadurch, dass es in geregelten Gesetzgebungsverfahren festgesetzt wird
Naturrecht (Überpositives Recht)
Normen für das menschliche Zusammenleben
Rechtspositivismus
behauptet, dass es übergeordnete Rechtsquellen im Sinne eines positiven Rechts nicht gibt
Normen erlangen nur durch ihre positive Setzung Geltung
Naturrechtslehren
Behaupten, dass es ein überpositives Recht gibt.
Verschiedene Begründungen: a) göttliche Autorität (z.B. 10 Gebote) b) Natur des Menschen c) Vernunftsrecht
Gustav Radbruch (1878-1949)
Menschen sollen sich an Gesetze halt
Recht = Wille zur Gerechtigkeit; alle Menschen sollen gleich behandelt werden
ist bei einem Gesetz der Wille zur Gerechtigkeit nicht vorhanden, sollte man diesem nicht gehorchen
Radbruchsche Formel
Extrem ungerechten Gesetzen kann die Gültigkeit abgesprochen werden, weil extremes Unrecht kein Recht ist und sein kann.
(z.B. wenn Gleichheit aller Menschen verleugnet wird)
Hans Kelsen
1881 - 1973
Jurist
jüdische Familie; Flucht aus Deutschland wegen der Nationalsozialisten
Ziel: eine wissenschaftliche Rechtslehre; dazu befasst er sich mit dem positiven Recht
Wunsch: Rechtslehre zu objektivieren + von moralischen und politischen Inhalten zu befreien