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Was besagt die Reaktions-Trias-Konzeption der Emotionen?

Emotionen sind konzipiert aus 3 Aspekten (Komponenten der Emotionen):

  • subjektiver Erlebnisaspekt (Gefühl)
  • physiologischer Aspekt (periphere physiologische Veränderungen)
  • behavioraler Aspekt (Emotionaler Ausdruck)

 

--> Emotionale Zustände also mit körperlichen Veränderungen verbunden

Welche beiden grundlegenden Ansätze lassen sich bei der Erfassung emotionalen Erlebens unterscheiden?

  1. Erfassung globaler Dimensionen des Befindens (z.B. Valenz, Aktivierung)
  2. Erfassung unterschiedlicher Emotionsqualitäten (z.B. auf Skala nach der Emotion fragen)

Ordnen Sie die Emotionen Wut und Freude auf den Dimensionen "Lust-Unlust" und "Erregung-Beruhigung" an.

Wut: Unlust & Erregung

Freude: Lust & Erregung/Beruhigung (nicht eindeutig)

Emotionen kann man als Informationsträger verstehen. Wen informieren sie worüber?

  • Die Person selbst: über eine Situationen (Situationen werden automatisch bewertet - kein kognitiver Aufwand)
  • Das Gegenüber: Emotionaler Ausdruck im Verhalten

Grenzen Sie die Begriffe Emotion, Gefühl und Stimmung voneinander ab.

  • Emotion: Oberbegriff; enthält 3 Aspekte der Reaktionstrias (Gefühl -> subjektiver Erlebnisaspekt; Periphere physiologische Veränderungen -> physiologischer Aspekt; Emotionaler Ausdruck -> behavioraler Aspekt)
  • Gefühl: Erlebnisaspekt der Emotion; konkreter situativer Auslöser, variabel, nicht lang andauernd
  • Stimmung: schwächer, weniger variabel, länger andauernd, kein klarer Auslöser

Welche Verfahren zur Erfassung emotionalen Erlebens kennen Sie?

  • Ratingskala
  • Analoges Verfahren (Hebel bewegen)
  • Simultane Erfassung mehrerer Dimensionen
  • PANAS-Skala (Erfassung positiver/negativer Zustände)
  • Emotionsqualitäten per Fragebogen abfragen (Wie eifersüchtig sind Sie?)

Von welchen peripher-physiologischen Veränderungen werden Gefühle oft begleite?

Veränderung der: Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit, periphere Durchblutung, Blutdruck

Hat man einen Zusammenhang zwischen erlebter Gefühlsintensität und der Stärke peripher-physiologischer Veränderungen nachweisen können?

Nur geringe Korrelation festgestellt --> evtl. wegen Schwierigkeiten, Emotionen im Labor zu erzeugen)

Lassen sich einzelnen Gefühlen spezifische peripher-physiologische Muster zuordnen?

Nein, Parameter zeigen nur, dass Person hochgradig aktiviert ist - man weiß jedoch nicht wieso (Tendenz zu positiv/negativ möglich; z.B. über Schreckreflex)

Inwiefern haben Gefühle eine Steuerungsfunktion?

Gefühle lösen automatische Bewertung der Situation aus --> Motivation wird gesteuert

Wie drücken sich Emotionen im Verhalten aus?

Gesichtsausdruck, Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit, Körperhaltung, Bewegungen

Wie kann man den emotionalen Gesichtsausdruck objektiv messen?

  1. FACS: Veränderungen der Mimik in "action units" eingeteilt; Beobachter codieren deren Auftreten in Videos -> Programm stuft Emotionen ein ---> Vorteil: objektiv, kategorial anewndbar: Nachteil: hoher Zeitaufwand, intensives Training für Beobachter nötig
  2. Gesichtsmuskel-EMG: Elektroden messen Aktivität einzelner Gesichtsmuskeln ---> Vorteil: objektiv, Aufzeichnung subtiler Reaktionen, geringer Aufwand bei Auswertung; Nachteil: störend für VP, störanfällig, Unterscheidung nur zw. positiv/negativ

Anhand welcher physiologischer Reaktionen kann man positive und negative emotionale Reaktionen unterscheiden?

  • Anhand der Schreckreaktion nach Präsentation eines Stimulus (-> geringer Schreckreflex in positiver Stimmung, hoher Schreckreflex in negativer Stimmung)
  • Messen durch EMG (Lächelmuskel, Stirnrunzelmuskel) -> leichte Aktivität bei Bildern lässt z.B. auf Rassismus schließen

Wie hat Ekman untersucht, ob der emotionale Gesichtsausdruck universell erkennbar ist?

Studenten sollen Fotos den 6 Grundemotionen zuordnen -> funktioniert

--> Problem: Gesichtsausdrücke könnten durch Einflüsse von TV erlernt sein

---> deswegen weitere Versuche an Kindern & Erwachsenen in Borneo/Neu Guinea -> ebenfalls richtige Zuordnung

Interpretation: Völker haben keinen TV-Zugang -> Verständnis der Gesichtsausdrücke muss also angeboren sein

Wie kann man prinzipiell echte und falsche emotionale Gesichtsausdrücke voneinander unterscheiden?

  • an der Reaktionszeit: vorgetäuschte Emotion meist von Mikroexpressionen der wahren Emotion unterbrochen
  • Subtile Unterschiede zw. Gesichtsausdrücke: z.B. echtes Lächeln - Augen sind involviert (kann nicht gut vorgetäuscht werden)

Was  besagt die klassisch-behavioristische Theorie der Emotionen (nach Watson)?

Es gibt 3 angeborene emotionale Reaktionsmuster (XYZ - Furcht, Wut, Liebe), die spezifische Auslöserstimuli beitzen

--> diese werden über Konditionierungsprozesse durch andere Reize ersetzt

--> andere Emotionen durch Konditionierungsprozesse aus 3 Grundemotionen aufbaubar

Wie hat man die klassisch-behavioritische Theorie überprüft? (Beschreiben Sie ein Experiment dazu)

Experiment "Kleiner Albert"

  • Konfrontation Säugling mit neutralem Stimulus (weiße Ratte) -> keine Furchtreaktion; Konfrontation mit unkonditioniertem Furchtreiz -> deutliche Furchtreaktion
  • Lernphase: mehrmalige gemeinsame Darbietung von neutralem Stimulus und unkonditioniertem Furchtreiz
  • Alleinige Darbietung der Ratte -> konditionierte (Furcht-)Reaktion tritt auf
  • 5 Tage später: Konfrontation mit ähnlichem Stimulus (weißer Hund) --> Furchtreaktion wurde generalisiert
  • Nach 1 Monat ohne Tests: immer noch Furchtreaktion --> Zeit offenbar keinen Einfluss

Welches sind die 6 Basisemotionen nach Ekman?

Ansgt, Ärger, Ekel, Glück, Trauer, Überraschung

Wie unterscheiden sich die Theorie von James-Lange und Cannon-Bard?

  • James-Lange: Wahrnehmung eines auslösenden Reizes -> physiologische Reaktion -> Wahrnehmung dieser Reaktion entspricht Empfindung der Emotion (Voraussetzung: wir haben physiologische Reaktionsmuster)
  • Cannon-Bard: Wahrnehmung eines auslösenden Reizes -> löst unabhängig und parallel voneinander Empfindung der Emotion UND physiologischer Reaktionsmuster aus

Nennen Sie einen empirischen Befund, der zeigt, dass die Wahrnehmung körperlicher Reaktionen sich auf das Erleben von Emotionen auswirkt.

Brückenexperiment: VP nehmen körperliche Veränderungen wahr, weil sie über eine Brücke gehen --> haben das als Gefühl für Interviewerin fehlinterpretiert

Was besagt die Zweifaktorentheorie der Emotionen von Schachter-Singer?

Grundannahme: Empfindungen körperlicher Erregung sind notwendig, aber nicht hinreichend für Gefühlsempfindung

--> muss zweite Komponente geben: die der Kognition

--> erst durch beide Faktoren entstehen Emotionen (Gefühle)

--> je intensiver die Erregung, desto intensiver die Emotion

Was ist der Unterschied zwischen Schachter-Singer Theorie und Theorie von James-Lange?

Bei Schachter-Singer:

- Kognitive Attribution

- Veränderungen sind emotionsspezifisch

Nennen Sie zwei Vorhersagen, die sich aus der Schachter-Singer-Theorie (Zweifaktorentheorie) ableiten lassen.

  1. Kann physiologische Erregung nicht auf emotionale Ursachen zurückgeführt werden (z.B. beim Sport), wird subjektiv keine Emotion erlebt
  2. Kann physiologische Erregung nicht unmittelbar erklärt werden, wird Erregung auf  eine auf die momentane Situation passende Emotion attribuiert
  3. Wir erleben Gefühle nur in dem Ausmaß, in dem wir auch physische Erregung wahrnehmen

Hat sich die Zweifaktorentheorie von Schachter-Singer in der Folgezeit bestätigen lassen?

Ja und Nein.

  • Erregungstransfer konnte nachgewiesen werden (Erregungsreste aus Situation A führen nach deren Beendigung in nachfolgender Situation B zu Verstärkung der Emotionen)
  • Annahme, dass physiologische Erregung unbedingt notwendig ist, konnte so nicht bestätigt werden --> Adrenalinspritzenexperiment (spricht gegen Theorie

--> evtl. isz physiologische Erregung nicht notwendig, um ein Gefühl zu erleben - es wurde nur nachgewiesen, dass sie Emotionen verstärken können

Was ist die Grundannahme kognitiver Bewertungstheorien der Emotion?

Grundannahme: Ich habe Emotionen, weil ich etwas über eine Situation denke (Ich bin traurig, weil ich denke, dass die Situation traurig ist)

--> Physiologische Erregung spielt keine Rolle

Welche Kritik wird in den kognitiven Bewertungstheorien diskutiert?

Kognitionen zu langsam, um schnelle emotionale Reaktion auszulösen

--> ABER: Bewertungsprozesse sind auch hochgradig automatisiert und können schnell ablaufen (damit auch nur schwer modifizierbar)

Welche Funktionen haben positive Emotionen nach dem Broad-And-Build-Ansatz?

Positive Emotionen sorgen dafür, dass unser Handlunsrepertoire erweitert wird (Aufbau von Ressourcen, die in Gefahrensituationen hilfreich sind):

  • Kognitive Ressourcen (Aufmerksamkeitsrichtung auf globale Aspekte, Kreatives Problemlösen, Erhöhung der Kreativität)
  • Soziale Ressourcen (Erhöhte Aufmerksamkeit für andere, weniger Selbst-Fremd-Unterscheidung)
  • Physiologische Ressourcen (motorisch, physiologisch)

Welche Auswirkungen haben Emotionen im Verhalten und in der Kognition?

  • Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Problemlösen, Gedächtnis
  • Beurteilung der eigenen Person und der Umwelt
  • Einschätzen von Risiken und Entscheidungsverhalten
  • Verhalten ggü. anderen Menschen

Was ist Emotionsregulation?

Prozesse, die uns ermöglichen:

- Einfluss darauf auszuüben welche Emotionen wir haben

- wann wir diese haben und

- wie wir diese erleben und zum Ausdruck bringen.

Aus welchen Gründen wird Emotionsregulation betrieben?

  1. Hedonistisch (aus egoistischen Gründen): man möchte als Mensch gute Laune haben
  2. Sozial motiviert: man möchte:
  • bei anderen einen guten Eindruck hinterlassen
  • anderen keinen Schaden zufügen (z.B. Freude dämpfen, wenn man eine 1 und Freund eine 6 hat)
  • das Verhalten anderer beeinflussen (z.B. weinen, weil man etw. möchte)

Was ist der Unterschied zwischen surface acting und deep acting bei der Regulation des emotionalen Ausdrucks?

(Nennen Sie Beispiele)

  • surcafe acting: Emotionsausdruck wird nur oberflächlich unterdrückt, subjektives Emotionserleben bleibt unverändert (z.B. Verkäuferin lächelt, während sie sich innerlich über den Kunden ärgert)
  • deep acting: Kognitive Umbewertung der Situation, wodurch sich subjektives Emotionserleben ändert (z.B. Verkäuferin sagt sich, dass unfreundliche Kunden nun mal zum Job gehören und ihr Ärger sinnlos ist)

Was besagt das Prozessmodell der Emotinsregulation von Gross?

Emotionsregulationsprozesse können zu verschieden Zeitpunkten der Emotionsentstehung greifen:

  • Antezedenzfokussierte Emotionsregulation: Regulation bebor Emotion einsetzt (bei der Emotionsauslösung)
  • Reaktionsfokussierte Emotionsregulation: Regulation wenn Emotion schon vorhanden (Emotionsreaktion soll verändert werden) --> Umfasst Regulation der physiologischen Erregung, des subjektiven Erlebens (z.B. Achtsamkeitstraining), sowie des Emotionsausdrucks (z.B. Unterdrückung des mimischen Ausdrucks)

Was sind die Klassifikationsmöglichkeiten in der Emotionspsychologie?

  • Valenz: positiv und negativ
  • Aktivierung: wenig aktiviert und stark aktiviert

Wieso ist es schwierig, Gefühle zu messen?

  • nur dem Individuum zugängliche innere Ereignisse (oft nicht bewusst/formulierbar)
  • Standardisierte Messinstrumente nötig
  • bewusste Verfälschbarkeit (demand characteristivs, unterschiedlicher Sprachgebrauch)

Können uns Emotionen unbewusst vor schlechten Erfahrungen warnen?

Ja --> Iowa-Kartenwahl-Experiment

Patienten mit Hirnschäden ziehen signifikant mehr Karten aus Stapel mit ungünstigem Erwartungswert als gesunde Kontrollgruppe

--> Hautleitfähigkeit zeigt bei Kontrollgruppe erhöhte Werte vor Ziehung aus ungünstigem Stapel

Kann eine erlernte Furchtreaktion wieder beseitigt werden?

Ja -> Studie "kleiner Peter":

Furchtauslösender Reiz über 2 Monate mit angenehmen Reiz präsentiert --> Furchtreaktion verschwindet

Beschreiben Sie die zwei Faktoren der Zweifaktorentheorie von Schachter&Singer

Physiologische Erregung:

- Erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems

- Bestimmt Intensität der Emotion

- Nicht tatsächliche Erregung ist von Bedeutung, sondern subjektive Wahrnehmung

 

Kognition:

- Emotionsrelevante Interpretation/Bewertung einer Situation

- Wahrgenommene Erregung wird auf diese Situationseinschätzung attribuiert

 

Nennen Sie die 5 Bewertungsschritte der kognitiven Bewertungstheorie nach Scherer.

  1. Bewertung der (Un-)Bekanntheit (lösen Schreck, Überraschung etc. aus)
  2. Valenz (Lust/Unlust-Tönung der Emotion)
  3. Bewertung im Hinblick auf die aktuelle Zielsetzung (Zufriedenheit, Freude etc.)
  4. Bewertung der eigenen Bewältungsmöglichkeiten (Trauer, Wut etc.)
  5. Bewertung im Hinblick auf gesellschaftliche/eigene Normen (Scham, Stolz etc.)

Nennen Sie die 3 wichtigen Funktionen von Emotionen.

  1. Ständige Bewertung von Umwelt-Person-Vorgängen
  2. Verhaltensvorbereitung und Motivation
  3. Kommunikation

Was sind die 4 Subtypen in der Antezedenzfokussierten Emotionsregulation?

  1. Situationsauswahl (Gehe ich zum Zahnarzt?)
  2. Modifikation der Situation (Situation erträglicher machen, z.B. Zahnarzt von Angst erzählen)
  3. Aufmerksamkeitslenkung (Bildschirm beim Zahnarzt)
  4. Kognitive Veränderung/Neubewertung (sich klar werden, dass es einem nach Zahnarzt besser geht)