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Was ist ein Ethogramm?

Ethogramm = Verhaltensinventar, Aktionskatalog Alle bei der Art vorkommenden V.weisen; Voraussetzung für Planung, Durchführung & Deutung ethologischer Experimente; “beschreibende Verhaltensforschung“ -> benennen & katalogisieren

Erklärungsebenen des Verhaltens

Steuerung des Verhaltens: Kausal/ Lebensgeschichtlich Evolution des Verhaltens: Funktional/ Stammesgeschichtlich

Beispiel kausale Erklärung für Verhalten

Kausal -> Mechanismus Ein Vogelmännchen singt, da : Tageslänge und Anblick von Weibchen -> Testosteronproduktion -> aktiviert Hirnareale, die leiten spezielles Impulsmuster an Singmuskeln

Beispiel für lebensgeschichtliche Erklärung von Verhalten

Lebensgeschichte = Ontogenese Ein Vogelmännchen singt, da es das vom Vater während sensibler Phase gelernt hat

Beispiel für funktionale Erklärung von Verhalten

Ein Vogelmännchen singt, um Weibchen anzulocken und Rivalen fern zu halten

Beispiel für stammesgeschichtliche Erklärung von Verhalten

Stammesgeschichtlich = phylogenetisch Ein Vogelmännchen singt, da es Vorfahren abstammt, die auch gesungen haben

Periphere Filterung der Sinneswahrnehmung

Wird durch Kapazität der Sinnesorgane bestimmt

Kindchenschema

großer Kopf, große Augen, hohe Stirn, Pausbacken. Verstärkung der Merkmale führt zu "niedlicherer" Wahrnehmung bei Männern und Frauen; bei Männern jedoch nur bedingt zur Steigerung der Pflegemotivation

Taxis

Gerichtete Bewegung freibeweglicher Tiere Beispiele: Chemotaxis, Geotaxis

Kinesis

ungerichtete Bewegung; z.B. Asseln bewegen sich bei Trockenheit mehr -> steigert die Wahrscheinlichkeit, ins feuchte zu gelangen

Orientierung bei Vögeln

Nahorientierung mit Landmarken. Für Fernorientierung reichen nicht Taxis und Kinesis; bei Orientierung an z.B. Sonne oder Sternbildern ist Verrechnung mit Jahres/Tageszeit nötig.

Definition Kommunikation

Informationsaustausch zum gegenseitigen Nutzen von Sender und Empfänger

Formen der Kommunikation

• Taktil/vibratorisch (basal, v.a. Evertebraten) • Chemisch/olfaktorisch (basal, v.a. Insekten) • Akustisch (weit verbreitet) • Optisch (meist im Nah- aber auch im Fernbereich) • Elektrisch (ca. 300 Fischarten)

Was ist die beste Form der Kommunikation?

Es gibt keinen „besten“ Kommunikationsweg; alle haben Vor- und Nachteile bezüglich Produktionskosten, Reichweite, Hindernisüberwindung, Flexibilität und Persistenz

Beispiel: Kommunikation bei Meerkatzen

Verschiedene Rufe und Reaktionen bei unterschiedlichen Räubern; Zuordnung der Signale muss erlernt werden

Metakommunikation

„Spielgesicht/ -haltung“: Kampfhandlung ohne Verletzung -> „alles was jetzt folgt, ist eigentlich nicht so gemeint“

Ehrlichkeit unter Tieren

Nicht immer ehrlich (honest signaling): Mimikry, falsche Warnrufe -> bei knappen Ressourcen; Beispiel: falsche Warnrufe bei Rauchschwalben zur Verhinderung von Fremdkopulation

Welches sind die am besten verstandenen Sexualhormone?

• Androgene (z.B. Testosteron) aus Hoden • Östrogene (z.B. Östradiol) aus Ovar • Gestragene (z.B. Progesteron) aus Ovar

Das Berthold'sche Experiment

Kastration männl. Küken -> komplette Entwicklungs- und Verhaltensänderung; Kastration + Implantation Hoden in Bauchhöhle -> Entwicklung normal; Kastration + Implantation fremden Hodens -> Entwicklung normal

Testosteron, Agression und Sexualverhalten

NICHT: je mehr Testosteron, desto aggressiver/sexuell aktiver; nur: Testosteron ist nötig, um überhaupt Sexualverhalten zu zeigen; Kastration führt zu Abnahme des Sexualverhaltens. Sexualverhalten abhängig von Alter/ Kastrationszeitpunkt, individueller Aggression

Bei Weibchen: Ovariektomie /Blockierung der Rezeptoren

Schlagartige Abnahme des Sexualverhaltens; bei Applikation von Östradiol 36 Stunden später Paarungsbereitschaft (bei Wirbeltieren außer Primaten > dort kann weibliches Sexualverhalten unabhängig von Sexualhormonen sein)

Funktion von Prolaktin

Prolaktin löst Brutpflegeverhalten bei Weibchen und monogamen Männchenaus

Funktion von Oxytocin

Partnerbindung, Mutter-Jungtier-Bindung, Milchproduktion, Wehen. Wird Oxytocin bei der Geburt geblockt oder erfolgt der olfaktorische Reiz des Neugeborenen nicht in der sensiblen Phase, so wird keine Bindung ausgebildet.

Hormone beeinflussen das Verhalten durch aktivierende und organisierende Effekte. Beispiel Organisierende Effekte von Testosteron (TS):

XY-Eier haben Gonaden, welche TS ausschütten -> Gehirnentwicklung unter TS-Einfluss, bildet TS-Rezeptoren; XX-Eier -> kein TS -> keine TS-Rezeptoren. Kastriert man XY, so zeigen sie weibl. Verhalten; gibt man XX während kritischer Phase TS, so zeigen sie männl. Verhalten

Adrenogenitales Syndrom beim Menschen

Vermännlichung von Mädchen durch Hormonstoffwechsel-Störung

Diversität neuroendokriner Fortpflanzungsmuster. Dogma: Kopulation, wenn Testes und Ovarien maximal aktiv. Aber: Rotseitige Strumpfbandnatter bilden über den Sommer Spermien, machen dann Winterruhe und erst im Frühjahr Paarung.

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Zentrale Filterung der Sinneswahrnehmung

Im ZNS. Bestimmte Schlüsselreize rufen eine bestimmte Reaktion hervor, Nebenaspekte werden vernachlässigt. z.B. rotbäuchige Stichlingsattrappen, deren Form irrelevant ist, solange ihr Bauch rot gefärbt ist.

Reihenfolge der hormonellen Steuerung des Verhaltens

Drüse -> Hormon -> Blutkreislauf -> ZNS -> Verhalten

Experiment mit Alzheimer-Mausen

In abwechslungsreicher, stimulierender Umgebung machten auch transgene "Alzheimer- Mäuse" weniger Fehler in einem Labyrinthtest als in normaler Umgebung. Ausserdem verminderte Plaque-Bildung.

Assoziation des Kindchenschemas mit Hirnarealen

Emotionsverarbeitung, Aufmerksamkeit, Gesichtsverarbeitung, Motivation/Belohnung

Neurobiologische Korellate der Motivation

Limbisches System