Karteikarten im Karteikarten-Set

Noch nicht gestartet (137)

Unternehmen
Ein sozio-ökonomisches System, das als planvoll organisierte Wirtschaftseinheit Güter und Dienstleistungen erstellt und gegenüber Dritten verwertet.
Wertschöpfungskette nach Porter
Primäre Aktivitäten: unmittelbar mit Herstellung und Vertrieb eines Produktes verbunden
 
Sekundäre/unterstützende Aktivitäten: Versorgungsleistungen, die die primären Aktivitätem steuern
1809401969604e2ffacd3d00.62727665php2uahUJ.png
Bedürfnispyramide nach Maslow

Wenn Defizitbedingungen gedeckt sind, strebt der Mensch nach Selbstverwirklichung

390294449604e3029049412.40138869phpEm1c9b.png
System der Produktionsfaktoren nach Gutenberg
Elementarfaktoren: alles, was gebraucht wird, um das Produkt herzustellen
 
Dispositiver Faktor: Geschäftsleitung versucht die einzelnen Elementarfaktoren zu kombinieren und bedient sich dabei der Planung, Organisation usw.
876830242604e305a001b27.64186120phpT8uqjX.png
Organisationsproblem
Wie können die arbeitsteiligen Akteure so aufeinander abgestimmt werden, dass die knappen Güter einen möglichst hohen Wertbeitrag liefern können? => Koordination & Motivation
 
Tausch und Abstimmung brauchen Information
  • bei unzureichender Information: Organisationsproblem
  • Wie können Koordination und Motivation möglichst gut gelingen?
 
1556782740604e319a816500.13853541php8rIJsj.png
Das Postulat des Wirtschaftlichkeitsprinzips (Streben nach Effizienz)
Ziel: Differenz zwischen Input und Output zu maximieren, auch "generelles Optimumprinzip" genannt
369834195604e31eaf3fd09.35049530phpfcJ9dz.png
Minimumprinzip
Fixer Output -> Input minimieren
d.h., bestimmten Output mit so wenig Input (=Aufwand) wie möglich erfüllen
Maximumprinzip
Fixer Input -> Output maximieren
d.h., mit einer gegebenen Menge an Inputfaktoren möglichst viel Output (=Gewinn) erwirtschaften
Effizienz
"Die Dinge richtig tun"
  • Dinge so gut wie möglich tun
  • rationaler Umgang mit knappen Ressourcen
 
Effektivität
"Die richtigen Dinge tun"
  • richtige Dinge auswählen
  • Wirksamkeit
Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung
Nicht Unternehmen als komplexes Gebilde im Fokus, sondern der Unternehmer
=> Innovationsfunktion des (einzelnen) Unternehmers
  => "Durchsetzen neuer Kombinationen"
     => "schöpferischer Zerstörer"
       => Disruption
(Beispiele für Disruption: Spotify, AirBnB, Uber usw.)
 
Innovation beruht immer auf Informationsvorsprüngen.
Man braucht Informationen über
  • Kundenbedürfnisse (um das Marktrisiko zu reduzieren),
  • Wettbewerberpläne (Wettbewerbsrisiko),
  • Produkte (Technologierisiko),
  • Prozesse (Managementrisiko)
2069424149604e3388e97293.36829488php78Ioo5.png
Organisationsbegriff
instrumentell: eine Unternehmung hat eine Organisation
 
institutionell: eine Unternehmung ist eine Organisation
Prozess des Organisierens
Problem der Ordnung einzelner Aktivitäten und der Zusammenführung einzelner (arbeitsteiliger, spezialisierter) Arbeitselemente in einem Unternehmen und zwischen Unternehmern und anderen Akteuren.
  • Offizielle Regelung
  • Verhalten in rationale Bahnen lenken ("Entindividualisierung")
  • Regeleinhaltung sichern durch Sanktionen
Aufbau organisatorischer Strukturen ist das zentral Instrument der Unternehmungsführung.
Merkmale des Bürokratiemodells nach Weber
  • Arbeitsteilung (Jedem Mitglied werden feste Aufgabenbereiche und notwendige Kompetenzen zugeteilt)
  • Amtshierarchie (Aufbau ist fest und streng hierarchisch gegliedert: obere Stellen haben Befehlsgewalt über untere Stellen)
  • Regeln und Normen
  • Aktenmäßigkeit der Verteilung (Aufgabenerfüllung muss schriftlich festgehalten werden, generell läuft alles schriftlich ab)
Vorteile des Bürokratiemodells

Überlegenheit gegenüber damaligen Formen:

  • Berechenbarkeit
  • Nachvollziehbarkeit, Transparenz
  • Kontinuität
  • Einheitlichkeit
  • Präzision (und Schnelligkeit?)
  • jeder Mitarbeiter hat eigenen Handlungsfreiraum

 

Nachteile des Bürokratiemodells
  • Starrheit und Inflexibilität
  • Vorteilhaft nur in bestimmten Situationen

-> Gefahren:

  • Regeln werden zum Selbstzweck
  • Übermaß an Vorschriften
  • Übermäßiges Stellenwachstum
  • Kreativität und Engagement der Mitarbeiter wird eingeschränkt
  • Frustation und Demotivation

 

Menschenbild nach Taylor

1. Der Mensch ist von Natur aus faul und nur auf sein Vergnügen bedacht.
2. Glück erreicht der Mensch nur durch Konsum.
3. Deshalb ist er zur Arbeit nur durch finanzielle Anreize zu motivieren.
4. Da Punkt 1 und 2 im Widerspruch stehen, muss der Mensch seine Natur durch Disziplin überwinden, um Glück zu erreichen.
5. Da der Mensch, zumindest der körperlich arbeitende Mensch, aufgrund von Einsicht dies nicht schafft, muss er rigiden Regeln unterworfen werden.
6. Ingenieure, die die ‚Wissenschaft‘ zur Erhöhung der Produktivität beherrschen, können diese Regeln am besten konstruieren. Auf sie treffen die Annahmen 1 bis 5 nicht zu. Deshalb setzen sie ihr Wissen ein, um den Arbeitern zu Einkommen, Konsum und Glück zu verhelfen.

Modell tayloristischer Arbeitsorganisation/
Prinzipien tayloristischer Arbeitszerlegung
  • Trennung von Hand- und Kopfarbeit
  • Methoden der Arbeitszerlegung und Ablaufoptimierung
  • Leistungsgerechte Entlohnung => Stück- und Akkordlohn
  • Fließprinzip zur Lösung des Koordinationsproblems
  • Methoden der Planung, Steuerung und Kontrolle
Das Fließband als Koordinationsinstrument
  • starke Spezialisierung
  • Transportmittel
  • Verbindung arbeitsteilig organisierter Einheiten
  • starre Vorgabe eines Transportzyklus mit klaren Taktzeiten
=> Löst das Koordinationsproblem automatisch
=> sehr hohe Effizienz, aber geringe Flexibilität
Vorteile des Modells taylortistischer Arbeitsorganisation
Vorteile:
  • große Produktivitätssteigerungen durch Rationalisierung und Optimierung der Arbeitsorganisation
  • Einsatz niedrig qualifizierter Arbeit
  • Einsatz von Spezialmaschinen
  • Planbarkeit der Produktion
  • Verwirklichung von Lernkurven
  • Wegbereiter für die Arbeitswissenschaft
  • Grundlage unseres heutigen Wohlstandes
 
Nachteile des Modells taylortistischer Arbeitsorganisation
Nachteile:
  • problematisches Menschenbild
  • keine bedürnisgerechte Arbeitsgestaltung
  • Entfremdung von der Arbeit
  • Entqualifizierung der Mitarbeiter
  • Kreativität und Eigeninitiative verkümmern
  • sehr geringe Flexibilität, "Innovationsfeindlichkeit"
  • wenig Kundennähe

Die Human-Relations-Bewegung

  • Fokus auf Motivation von Mitarbeitern durch Selbstorganisation und andere Faktoren als finanzielle Entlohnung
  • Ausgangspunkt: Bildung von Experimental- und Kontrollgruppen
  • Zusammenhang von Arbeitsleistung und psychischen Faktoren: Gruppenorganisation ("Gruppeneffekte")
  • Stärkere Auseinandersetzung mit Zufriedenheit und Motivation der Individuen einer Organisation: Arbeitszufriedenheitsforschung; Aufschwung der Organisationspsychologie; Organisationsentwicklung

Menschenbild nach der Human-Relations-Bewegung

  • durch soziale Bedürfnisse motiviert
  • orientiert sich an sozialen Normen mehr als an Anreizen und Kontrollen der Vorgesetzten
  • die Arbeitsproduktivität kann durch die Erfüllung sozialer Bedürfnisse gesteigert werden

Vorteile der Human-Relations-Bewegung

  • menschlicheres, realistischeres Arbeitsbild
  • deutliche Erweiterung des Spielraums optimalen Organisierens (=> Ergänzung des Taylorismus)
  • wichtige Bereicherung der früheren Ansätze
  • geringe Anwendung bürokratischer Regelungen (=> geringere Transaktionskosten)
  • Koordination und Partizipation werden betont

Nachteile der Human-Relations-Bewegung

  • keine umfassende Definition einer Organisationsstruktur
  • keine Berücksichtigung der Eigenschaften der Organisationsstruktur zur menschlichen Erklärung menschlichen Verhaltens in Organisationen
  • teilweise zu weitgehende Ausgestaltung der Selbstorganisation
  • (ideologische Befangenheit der Forscher)

Organisationsstruktur

setzt sich zusammen aus

  • Aufbauorganisation (=Aufgabenanalyse/-teilung und deren Integration in Stellen, Abteilungen und Gruppen)
  • Ablauforganisation (=Prozessorganisation, wie eine bestimmte Aufgabe in dieser bestehenden Struktur abgearbeitet wird)

Aufgabenanalyse - "moderne" Aufgabenmerkmale

  • Spezifität (Wie hoch ist der Wertverlust bei der nächstbesten Verwendung der Produktionsfaktoren?)
  • Strukturierheit/Eindeutigkeit (Wie gut ist die Aufgabe in exakte, einander eindeutig zuordbare Lösungsschritte zerlegbar?)
  • Variabilität/Veränderlichkeit (Menge und Vorhersehbarkeit von Aufgabenänderungen; Grad der Unsicherheit bei der Aufgabenerfüllung)
  • Interpendenz (Abhängigkeit der Aufgabenerfüllung von vor- und nachgelagerten Stellen
  • weitere Faktoren: Strategische Bedeutung, Unsicherheit, Umweltfaktoren

Funktionale Arbeitsteilung (Verrichtungsprinzip)

  • gleichartige Verrichtungen werden zusammengefasst (gilt auch für Stellen- und Abteilungsbildung)
  • Ziel: Spezialisierung auf Verrichtung oder Funktionen
  • geeignet bei Einprodukt-Unternehmen mit relativ stabilen Absatzprogrammen

Vorteile der funktionalen Arbeitsteilung

  • Nutzung von Spezialisierungsvorteilen (Lern- und Übungseffekte)
  • Größenvorteile durch Möglichkeit der Bildung homogener Handlungseinheiten
  • Gemeinsame Nutzung von Ressourcen
  • Hohe Kompetenzdichte

Nachteile der funktionalen Arbeitsteilung

  • Fragmentierung der Arbeitsabläufe und Tendenz zur Suboptimierung ("Ressortdenken")
  • Viele Schnittstellen und langwieriger Integrationsprozess
  • Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Funktionsabteilungen mit jeweils spezialisierter Ausrichtung auf die Kunden
  • Gerine Zurechenbarkeit von Ergebnissen auf einzelne Akteure

Organigramm einer funktionalen Ablauforganisation

.

179212822860520d780aad23.69540269phpymnKL3.png

Divisionale Organisation (Organisation nach Objekten)

  • Verschiedenartige Verrichtungen, die zur Erstellung eines Objektes nötig sind, werden zusammengefasst: Produkte/Güter/Leistungen, Kundengruppen oder Regionen/Märkte bilden Kriterien der Stellen- und Abteilungsbildung
  • Ziel: höhere Kundenorientierung, Prozessorganisation, Zusammenfassung von Wertschöpfungsprinzipien

Organigramm einer objektorientierten Aufbauorganisation

.

72583611260520ec0ef8a65.58662339phpXSkm1N.png

Geschäftsbereichorganisation ("Spartenorganisation")

Orientierung an den Objekten auf der zweitobersten Hierarchiestufe: Bildung von Einheiten meist nach Produkten oder Produktgruppen

Grundvoraussetzungen für den Einsatz der Geschäftsbereich- bzw. Spartenorganisation (divisionale Organisation)

  • Teilbarkeit der geschäftlichen Aktivitäten in homogene, voneinander weitgehend unabhängige Selektoren
  • Bündelung der Aktivitäten, so dass eine Erfolgszurechnung möglich wird
  • Teilbarkeit der Ressourcen sowohl intern (hinsichtlich einer getrennten Ressourcen-Nutzung) als auch extern (hinsichtlich des Marktes und der Ressourcen-Beschaffung)
  • Einheiten (=Sparten) werden oft mit weitgehender Autonomie im Sinne eines Profit-Centers ausgestattet ("Unternehmen im Unternehmen")
  • Haben sie rechtliche Selbstständigkeit, entsteht eine Konzern- bzw. Holdingsstruktur (divisionale Organisation)

Vorteile der divisionalen Organisation

  • höhere Kundenorientierung und Prozessorganisation
  • mehr Flexibilität, weil kleinere Einheiten
  • Entlastung der Gesamtführung
  • höhere Transparenz der verschiedenen Geschäftsaktivitäten, exaktere Leistungskontrolle
  • mehr Motivation durch größere Autonomie
  • Hintergrund der Sparten- bzw. divisionalen Organisation ist strategische Diversifikation => Zukäufe und Deinvestitionen leichter zu bewerkstelligen

Nachteile der divisionalen Organisation

  • Effizienzverluste durch Ressourcenteilung oder durch suboptimale Betriebsgrößen => Aufgabe von Spezialisierungsvorteilen und ggf. Größeneffekten
  • Vervielfachung von Führungspositionen
  • hoher adminstrativer Aufwand (Spartenerfolgs-, Transferpreisrechnung)
  • potentielle Divergenz von Divions- und Unternehmenszielen/Konkurrenz zwischen den Divisionen

Sinnvolle organisatorische Integration (Arbeitsvereinigung)

  • Flexibilität und Kundennähe erhöhen
  • Kommunikationsfluss fördern
  • Motivation der Mitarbeiter, Vermeidung von "Entfremdung"
  • Machtpolitik verhindern bzw. positiv nutzen (innerbetrieblicher Wettbewerb)

3 organisatorische Instrumente zur Bewältigung des Integrationsproblems

  1. Hierarchie
  2. Programme/Pläne
  3. Selbstbestimmungsregeln

Hierarchie (zur Bewältigung des Integrationsproblems)

  • persönliche Anweisungen durch Vorgesetzte, die Weisungs- und Entscheidungsrechte besitzen
  • mehrstufige Abstimmungsebenen bis zur obersten Instanz: Einlinien-, Mehrlinien- oder Stabsliniensystem
  • Leitungstiefe ( ↕ ): Anzahl Leitungsebenen (Hierarchiestufen) = Kontrollspanne
  • Leitungsspanne ( ↔ ): Anzahl Stellen, die übergeordneter Stellen unterstellt sind
  • Weisungsrecht: Recht der übergeordneten Organisationseinheit, untere zu einem bestimmten Handeln zu veranlassen
  • Entscheidungsrecht: Festlegung der inhaltlichen Gestaltung der Aufgabenerfüllung
  • Entscheidungs- und Weisungsrecht fallen oft zusammen, können aber auch auseinanderfallen
  • Delegation: Verlagerung von Befugnissen auf nachgelagerte Organisationseinheiten ("Empowerment")
  • Partizipation: Beteiligung nachrangiger Organisationseinheiten bei der Entscheidungsfindung durch höhere Stelle

Programme/Pläne (zur Bewältigung des Integrationsproblems)

  • Ziel: Standardisierung von Prozessen

 

Programmierung geschieht durch

  • Festlegung von Abläufen (in sachlicher, inhaltlicher, räumlicher, personeller und zeitlicher Sicht)
  • Festlegung der Rahmenbedingungen
  • Vereinheitlichung des Output als einzige Vorgabe bei unstrukturierten Aufgaben
  • Wertorientierung als weitere globale Art der Standardisierung von Problemlösungsprozessen

Selbstabstimmung (zur Bewältigung des Integrationsproblems)

  • Horizontale Koordination: direkte Abstimmung der Aktivitäten zwischen den Aufgabenträgern => Mitarbeiter sollen von sich aus die Initiative zur Abstimmung ergreifen

2 Formen der Selbstabstimmung:

  • Informale Spontanabstimmung (ohne höhere Instanz einzuschalten)
  • Formale Formen der direkten Koordination

Matrixorganisation als eine Form der Selbstabstimmung/Selbstorganisation

  • gesamte funktionale Organisation wird horizontal von einer produkt- oder projektorientierten Organisation überlagert => Mehrlinienorganisation
  • keine klare Zuordnung von Entscheidungs- und Weisungsrechten => man vertraut auf Argumentation und Kooperation
  • Produkt-/Projektmanager verfolgen ein Produkt/Projekt über alle Funktionen hinweg
  • Einsatz dort sinnvoll, wo Integrationsbedarf sehr hoch ist

Vorteile und Nachteile der Matrixorganisation

Vorteile:

  • höhere Integrationsdichte und -qualität
  • mehr Flexibilität
  • stärkere Gesamtzielorientierung
  • flache Hierarchie/ Entscheidungsrechte auf unteren Ebenen

 

Nachteile:

  • hoher zeitlicher Bedarf für Abstimmungsprozeduren
  • Erhöhung der strukturellen Binnenkomplexität => Gefahr des Orientierungsverlusts
  • Instranzparenz
  • Verzögerung von Entscheidungen
  • (zu) hohe Koordinationskosten

Einflüsse der Organisationsgestaltung: Organisationsdynamik

  • Anpassung der Organisation an sich wandelnde Unternehmensziele und Wandel der Umweltbedingungen
  • Einflussfaktoren des organisatorischen Wandels: Änderung der Aufgabenmerkmale und Umfeldvariablen
  • Folge: dauernde Notwendigkeit von Reorganisationen => Top-Down-Planung

Skalenvorteile (Economies of Scale)

Streben nach hohen Losgrößen (Auflagen) und Massenproduktion

=> 2 verbundene Effekte:

  • Fertigung einer großen Menge ohne Unterbrechung erlaubt die Umlage von Fixkosten auf mehr Outputs
  • Langfristige Ausdehnung der Produktionsmenge führt auch zu einer Ausweitung der Betriebsgröße

Economies of Scale: 3 Erklärungsansätze, wie diese Effekte enstehen

=> 1. Ansatz/Effekt

Fixkostendegressionseffekte, die sinkende Stückkosten in Abhängigkeit von einer Änderung der Produktionsmenge aufgrund steigender Kapazitätsauslastung bzw. steigenden Kapazitätsgrößen beschreiben. Man wird belohnt, viel zu produzieren, falls man die einmal fix angefallenen Kosten auf viele Stücke verteilt.

869911646605223cae33b15.20824735phpvCPreQ.png

Economies of Scale: 3 Erklärungsansätze, wie diese Effekte enstehen

=> 2. Ansatz/Effekt

Beschaffungsvorteile, z.B. Mengenrabatte beim Materialeinkauf

Economies of Scale: 3 Erklärungsansätze, wie diese Effekte enstehen

=> 3. Ansatz/Effekt

Spezialisierungsvorteile durch Arbeitsteilung, die beim Personal und bei Maschinen zu verwirklichen sind. Eine Erhöhung des Spezialisierungsgrads setzt aber meist eine höhere Produktionsmenge voraus.

=> möglichst viel produzieren, um dadurch sich die Machine leisten zu können, welche dann eine günstigere Variablenkostensituation ermöglicht

19614268866052248b662b24.09711665phpWSREg0.png

Probleme/Nachteile von Economies of Scale

Diseconomies of Scale

  • geringe Flexibilität/Absatzrisiko
  • hohe Lagerungskosten
  • Monotonie

Erfahrungskurvenkonzept

  • Def.: Die auf den Wertschöpfungsanteil bezogenen Stückkosten eines Produktes können mit jeder Verdopplung der kumulierten Produktionsmenge um einen charakteristischen, konstanten Prozentsatz sinken.
  • Kostenentwicklung lässt sich relativ präzise voraussagen
  • höhere zukünftige Marktanteile bedeuten Kostenvorteile durch Volumen und durch Erfahrung => Marktführerschaft attraktiver
  • eine verlässliche Kalkulationsbasis für verschiedene Wettbewerbsszenarien

Erfahrungskurvenkonzept: Faktoren des mengenbedingten Kostensenkungseffekts

  • Lerneffekte der gesamten Organisation ("Je mehr ich produziere, desto mehr lerne ich, desto weniger Fehler werden gemacht, desto besser werden Arbeitsverläufe gestaltet.")
  • Economies of Scale ("Je mehr ich produziere, desto eher kann ich den Fixkostendegressioneffekt nutzen, desto mehr Spezialmaschinen kann ich mir leisten.")
  • Größendegressionseffekt ("Je größer und spezialisierter ein Produktionsmittel, desto geringer die variablen Kosten, aber desto höher auch die (fixen) Anschaffungskosten.")
  • Technischer Fortschritt => kostengünstigere Produktionsverfahren; Grundlage für den Einsatz effizienter Systeme

Economies of Scope (Verbundeffekte)

  • Vorteile, dass man verschiedene Sachen produziert, dazu aber dieselben Produktionsfaktoren nutzen kann => Kostenvorteile, die sich aus der Produktion und Distribution von mehr als einem Produkt ergeben
  • Basieren auf der gemeinsamen, jedoch nicht konkurrierenden Nutzung von Produktionsfaktoren (Synergien oder Komplementaritäten)
  • Grund: Nicht-Austlastung von Produktionsfaktoren und -ressourcen, die damit Leerkosten erklären
  • So müssen manche Produktionsfaktoren aufgrund ihrer Unteilbarkeit oft in größeren Einheiten beschafft werden, als sie für die aktuelle Produktion notwendig sind

Neue Institutionenökonomik

beschäftigt sich mit Auswirkungen von Institutionen auf menschliches Verhalten

  1. Property-Rights-Theorie
  2. Transaktionskostentheorie
  3. Principal-Agent-Theorie

Institutionen

"sozial sanktionierbare Erwartung, die sich auf die Handlungs- und Verhaltensweisen eines oder mehrerer Individuen beziehen"

Beispiele: Gesetze, Normen, Verträge, Geld, Sprache, Unternehmenskultur etc.

Wirkung von Institutionen

  • informieren Individuen über ihre Handlungsspielräume und das wahrscheinliche Verhalten anderer Menschen
  • erleichtern das menschliche Zusammenleben und die arbeitsteilige Leistungserstellung
  • Koordinationsaspekt: Wie haben sich die Vertragspartner zu verhalten?
  • Motivationsaspekt: Welche Sanktionen dorhen bei Nichteinhaltung?

=> Sie tragen damit zur Lösung des Organisationsproblems bei

Ziel der Neuen Institutionenökonomik

Welche Institution ist in welcher Situation am effizientesten?

=> um entsprechende Organisationsgestaltung zu bestimmen

Erklärungsbeitrag der Neuen Institutionenökonomik

  • erklärt die Gestaltung von inter-organisationalen Strukturen, d.h., die Gestaltung der Beziehung zwischen verschiedenen Unternehmen und des überbetrieblichen Leistungsaustauschs
  • bietet ein Instrumentarium zur Analyse der Ausgestaltung von Organisationsstrukturen mittels Verträgen

Ökonomisches Verhaltensmodell/Menschenbild

Homo oeconomicus

  • Eigennutzmaximierer: Jeder Akteur hat Eigeninteresse und wählt die Alternative, von der er sich den höchsten Nutzen verspricht. Er nimmt dadurch in Kauf, dass anderen Menschen geschadet wird ("Opportunismus").
  • Rationalitätsprinzip: Grenzen der Rationalität sind Folge des unvollständigen Wissens und der begrenzten Informationsverarbeitungskapazität. Menschen können nur in Bezug auf ihre subjektiv unvollständigen Information rational sein.

Transaktionskostentheorie

  • Untersuchungseinheit ist die einzelne Transaktion (=Übertragung von Verfügungsrechten =Property Rights)
  • Fragestellung: Was sind die ökonomischen Gründe dafür, dass sich bestimmte Institutionen herausbildern und welches sind die Wirkungen, die von diesen Institutionen auf die Effizienz der arbeitsteiligen Aufgabenerfüllung im Sinne der Höhe der Transaktionskosten ausgeht?
  • Ziel: das Arrangement, in dem Summe aus Transaktions- und Produktionskosten minimiert ist

Transaktionskosten

Kosten der Information und Kommunikation, die zur Erzielung und Verwirklichung von Vereinbarungen über einen Leistungsaustausch enstehen

=> Kosten, die durch Ressourcenverbrauch für Koordination und Motivation entstehen - sowohl zwischen Unternehmen als auch im Unternehmen

=> Kurz und knapp: Kosten der Organisation, Abstimmung und Kontrolle = "Lehrstuhl-Management im Sekretariat" (siehe VL-Video)

Bei einer zwischenbetrieblichen Abwicklung ("Markt") umfassen Transaktionskosten die Kosten der...

  • Anbahnung (z.B. Reise-, Kommunikations-, Beratungskosten)
  • Vereinbarung (z.B. Verhandlungskosten, Kosten der Abstimmung und Planung)
  • Abwicklung (z.B. Managementkosten, Kosten der Führung und Koordination)
  • Kontrolle (z.B. Kosten der Qualitäts- und Terminüberwachung)
  • Anpassung (z.B. Kosten, wenn während der Transaktion Änderungswünsche/-bedarf auftreten

 

Exakte Messung der Koordinationskosten nur mit sehr hohem Aufwand möglich. Daher: indirekte Bestimmung anhand EInflussgrößen auf die Transaktionskosten

Bei einer innerbetrieblichen Abwicklung ("Hierarchie") umfassen Transaktionskosten...

"Bürokratiekosten":

  • Errichtung und
  • Aufrechterhaltung einer Organisationsstruktur ("Kosten des Organisieren")
  • Kosten für den laufenden Betrieb dieser Organisation

Einfluss neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) auf die Transaktionskosten

Moderne Informationstechnologien beeinflussen die Höhe der Transaktionskosten entscheidend und bestimmen damit die Vorteilhaftigkeit verschiedener Abwicklungsformen.

19770027186054d80bb8f635.54749879phpkRFHQ4.png

Property-Rights-Theorie

  • Grundannahme: Wert von Gütern und Handlungen von Menschen hängt von den Rechten ab, die ihnen zugeordnet sind
  • Property Rights = Handlungs- und Verfügungsrechte = "das Geschirrhandtuch in der Lehrstuhlküche" (siehe VL-Video)
  • Ziel: Arrangement, in dem die Zuordnung der Property Rights möglichst klar und eindeutig ist; Vermeidung von externen Effekten
  • Regelung der Property Rights verursacht Transaktionskosten, deshalb werden Ineffizienten in Kauf genommen, da alles einfach nicht regelbar ist

4 Einzelrechte der Property-Rights-Theorie

  1. usus: Recht, ein Gut zu nutzen
  2. abusus: Recht, Form und Substanz des Gutes zu verändern
  3. usus fructus: Recht, sich Gewinne anzueignen; Pflicht, resultierende Verluste zu tragen
  4. Liquidationsrecht: Recht, Gut an Dritte zu veräußern

2 Arten der Verteilung/Zuordnung der Property Rights

Verteilung der Property Rights hat Anreizwirkungen auf das Verhalten von Individuen

  • Vollständige Zuordnung: Akteur besitzt alle Teilrechte
  • Unvollständige Zuordnung: Ein und dasselbe Teilrecht ist auf mehrere Individuen verteilt, oder die unterschiedlichen Teilrechte eines Guts auf verschiedene Akteure => verdünnte Property RIghts = Rechte sind unvollständig spezifiziert, zugeordnet und/oder auf mehrere Individuen verteilt

Folge: Handlungen eines Individuums haben Auswirkungen auf den Nutzen der übrigen Akteure (Gefahr von externen Effekten)

Gefahr externer Effekte in der Property-Rights-Theorie

=positive oder negative Nebenwirkungen der Handlungen eines Individuums, die nicht über den Markt entgolten oder ihm auf andere Weise als einzelwirtschaftliche Kosten angelastet werden

Bsp.: Netzwerkeffekte, Umweltschutz, Gruppenlohn, WG-Küchenordnung

Problem: Genaue Festlegung der Verfügungsrechte verursacht Transaktionskosten

Ziel deshalb: Suche nach der effizienten Property-Rights-Verteilung, also wo (Summe Transaktionskosten) + (Summe negativer externer Effekte) = Minimum

Principal-Agent-Theorie (Agency-Theorie)

Behandlung arbeitsteiliger Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehungen, die durch asymmetrisch verteilte Informationen gekennzeichnet sind

  • Principal = Auftraggeber = Chef
  • Agent = Auftragnehmer = Angestellter
  • Principal Agent = "Assistentenbüro" (siehe VL-Video)
  • Wie kann opportunistisches Handeln aufgrund von ungleicher Informationsverteilung zwischen Aufgabenerbringer und -empfänger vermieden werden?

 

Ausgangsproblem der Principal-Agent-Theorie

Agent trifft Entscheidungen, die nicht nur eigenes Wohlergehen, sondern auch das Nutzenniveau des Principals beeinflussen. Principal ist jedoch sowohl über das Eintreten bestimmter Umweltzustände als auch über das Verhalten und die Eigenschaften des Agenten nur unvollkommen informiert.

Dadurch entsteht ein diskretionärer Spielraum für opportunistisches Verhalten seitens des Agenten.

Das Verhältnis vom Principal gegenüber dem Agenten

.

1268528180605607c633edc9.28604902phpn7Ma5o.png

Probleme der Informationsasymmetrie in der Principal-Agent-Beziehung

  • Hidden characteristics - Adverse Selection
  • Hidden action - Moral Hazard
  • Hidden intention - Hold Up

Hidden characteristics

Vor Vertragsabschluss. Principal kennt Eigenschaften des Agenten oder der angebotenen Leistungen ex ante nicht. Gefahr der Auswahl schlechter Vertragspartner (Adverse Selection). (Sind bei einem schlechten Ergebnis die Eigenschaften des Agenten oder ein ungünstiger Umwelteinfluss schuld?)

Hidden action

Nach Abschluss des Vertrages, d.h. nach erfolgter Auswahl eines Vertragspartners. Principal sieht nur Ergebnisse, während Handlungen des Agenten selbst verborgen bleiben, da er entweder Verhalten des Agenten nicht beobachten kann oder wenn ihm Wissen fehlt, das Verhalten zu beurteilen. Gefahr des Moral Hazard: Agent nutzt Handlungsspielräume opportunistisch aus. (Ist bei einem schlechten Ergebnis das Verhalten des Agenten oder ein ungünstiger Umwelteinfluss schuld?)

Hidden intention

Principal hat irreversible Vorleistungen erbracht (”sunk costs”) und gerät so durch diese spezifischen Investitionen in eine Abhängigkeit vom Agent, weil er nun auf dessen Leistungen angewiesen ist. Gefahr der opportunistischen Ausnutzung bestehender Abhängigkeiten (Hold up).

Das Effizienzkriterium der Principal-Agent-Theorie sind...

...die Agency Kosten

  • Überwachungs- und Kontrollkosten des Principals
  • Signalisierungs- und Garantiekosten des Agenten
  • verbleibender Wohlfahrtsverlust

Ziel: Für die Abwicklung einer Leistungsbeziehung ist das intitutionelle Arrangement vorzuziehen, das die Agency-Kosten minimiert.

Lösung der Informationsasymmetrie in der Principal-Agent-Beziehung

  • Signaling: Agent signalisiert Principal Charaktereigenschaften bzw. Eigenschaften seiner Leistung, um die Vereinbarung einer Principal-Agent-Beziehung zu erreichen (-> Wartezimmerausstattung)
  • Screening: Principal sucht zusätzliche Informationen über die Eigenschaften des Agenten bzw. seiner Leistung (-> Suche von Personalchef bei Facebook)
  • Self-Selection: Principal bietet Agenten Auswahl an Verträgen, die so gestaltet sind, dass der Agent durch die Wahl des Vertrages seine verborgenen Eigenschaften offenbart (-> Selbstbeteiligung)
  • Monitoring: zur Reduzierung der Informationsasymmetrie. Dadurch kann Principal das Verhalten des Agenten genauer einschätzen und unmittelbar sanktionieren (z.B. Berichtssysteme und Kontrollinstanzen)
  • Erfolgsbeteiligung / Interessenangleichung: Agent wird durch geeignete Anreizsysteme an Rückflüssen bzw. Risiko beteiligt (-> Stock Options)

Arten der Informationsasymmetrie zwischen Principal und Agenten (Tabelle)

.

164052783760560a58ce7da2.69056385phpj27kQ0.png

Beurteilung der Neuen Institutionenökonomik: Leistungen und Schwächen

Leistungen:

  • Umfassendes Instrumentarium zur Erklärung und Gestaltung intra- wie interorganisationaler Organisationsstrukturen durch entsprechende Institutionen
  • Realistischeres, komplexeres Menschenbild
  • Konkrete Handlungsempfehlungen zur Organisationsgestaltung

 

Schwächen:

  • Kritisches Menschenbild
  • Im Rahmen des Ansatzes geschaffene Institutionen werden heute als Ursache vieler aktueller Krisen als Folge eklatanten Fehlverhaltens von Managern gesehen (ENRON-Skandal, Finanzkrise)
  • "Bad theoriesmakebadmanagers" => Gegenbewegung des "positive organizationalscholarship“

 

Planung

= das Treffen von Entscheidungen, die in die Zukunft gerichtet sind und durch die der betriebliche Prozessablauf im Unternehmen als Ganzes und in allen seinen Teilbereichen festgelegt wird.

Kriterien guter betrieblicher Planung

  • Vollständigkeit der Planung
  • Genauigkeit in vertretbarem Rahmen (Alternativpläne, Feinplanung)
  • Kontinuität der Planung (Planungshorizont)
  • Flexibilität der Planung (siehe Planungsüberholung und Alternativpläne)
  • Wirtschaftlichkeit der Planung

Ebenen der Planung: Strategische Planung

  • bezieht sich auf den Aufbau, die Pflege, Kombination und Verwertung von Erfolgspotenzialen, die das langfristige Überleben bzw. den Fortschritt der Unternehmung sichern sollen => Zeithorizont: 3-5, oft auch länger
  • basiert auf Unternehmens- und Umweltanalysen, die die Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens und der Konkurrenz untersuchen

Ziel: Realisierung nachhaltiger Wettbewerbsvorteile im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft auf Ebene der einzelnen Geschäftsfelder und des Gesamtunternehmens

  • Grundsatzentscheidungen zu identifizieren, die das "Schicksal" des Unternehmens beeinflussen
  • Voraussetzungen zu schaffen, dass sie richtig getroffen werden
  • Potentiale aufzubauen, dass sie richtig umgesetzt werden können

Ebenen der Planung: Operative (taktische) Planung

  • basiert auf den Vorgaben aus der strategischen Planung, setzt diese Planung um und realisiert die Potenziale
  • bricht diese nun aber in zeitliche Perioden (z.B. Jahresplanung) und ausführende Einheiten auf
  • kurzfristige Planungen, Budgetplanung => Zeithorizont: 1-2 Jahre
  • Konzentration auf existierende Märkte und Geschäfte (kurzfristige Extrapolation)
  • Umsetzung der Entscheidungen der strategischen Planung
  • Zielgerichtete Nutzung der Potentiale

Aufgaben der Operativen Planung

  • (instrumentelle) Vollzugsfunktion der strategischen Planung
  • Erfüllung kurzfristiger Funktionsanforderungen
18707058796056104e8f0d12.40467476phpn6FKIZ.png

Arten operativer Planung

.

150280903960561093113361.72722730phpj9G6Aq.png

Operative Planung unter Unsicherheit

Planung ist zukunftgerichtet, d.h. zwangsläufig unter Unsicherheit.

 

 

1406596670605612a9c1c964.38377130phpF552uw.png

2 Ansatzpunkte zum Umgang mit Unsicherheit in der Planung

  1. Einbezug der Unsicherheit in die planerische Gestaltung
  2. Schaffung von Reaktionspotenzialen und Flexibilität

(1.) Einbezug der Unsicherheit in die planerische Gestaltung

.

37935042860561342a1c831.29820401phpR4bjaK.png

(2.) Schaffung von Reaktionspotenzialen und Flexibilität

.

15958338886056137db26625.12105527phpjSQ03w.png

3 Modelle der Operativen Planung

  1. Optimierungsmodelle
  2. Prognostizierende Modelle
  3. Experimentiermodelle

Optimierungsmodelle

Ziel: Ausdifferenzierung eines allgemeinen Problems, Bildung einer Entscheidungsgrundlage:

Vorgehen: Optimiere eine Zielfunktion unter Nebenbedingungen (Restriktionen), z.B. mittels linearer oder dynamischer Programmierung

-> Produktionsprogrammplanung;

-> optimale Losgröße

Optimierungsmodelle: Produktionsprogrammplanung

.

87288549060561697e01938.30500596php1RSqqy.png

Optimierungsmodelle: optimale Losgröße + Andler'sche Formel zur Ermittlung der optimalen Bestellmenge

.

1004090072605616ef00f005.52194394phpw9YHeT.png

Prognostizierende Modelle

Ziel: Strukturierung von Problemsituationen, Darstellung des Zusammenwirkens von Systemelementen im Zeitablauf

Vorgehen: z.B. Netzplantechnik oder Markow-Modelle

-> Break-Even-Analyse

Prognostizierende Modelle: Break-Even-Analyse

Sei p=Planproduktpreis, x=Ausbringungsmenge, Kf(x)=fixe Kosten

  • Gesamterlös E(x)=p*x
  • Gesamtkosten K(x)=Kv(x)+Kf(x)
  • gesamte variable Kosten Kv(x)=kv*x

 

Annahmen der klassischen Break-Even-Analyse

  • Erlösfunktion linear
  • Kostenfunktion linear
  • Produktionsprogramm konstant
  • Produktionstechnologie unverändert
  • Absatzbedingungen unverändert
  • Keine restriktiven Nebenbedingungen
48893380860561787d09119.75744483phpwr0StE.png

Operative Planung: Budgetierung

gewinnorientierte Planung und Kontrolle mit dem Budget als noch unverbindliches Ergebnis der Planung

  • Budgetierung: Prozess der Aufstellung, Vorgabe und Kontrolle von Budgets

Funktionen des Budgets und der Budgetierung:

  1. Orientierungsfunktion
  2. Koordinations- und Integrationsfunktion
  3. Kontrollfunktion
  4. Motivationsfunktion

Dysfunktionalitäten (unerwünschte Nebenfunktionen) der Budgetierung

  1. Gefahr des Etatdenkens
  2. Gefahr der zu kurzfristigen Orientierung
  3. Gefahr des verstärkten partikularistischen Denkens der Bereichsleitungen
  4. Gefahr der Verabsolutierung von Budgetvorgaben
  5. Gefahr durch "budgetary slacks" (Verschwendung)

Operative Kontrolle

Überprüfung auf Basis einer gegebenen Strategie, on die in der Planung festgelegten Maßnahmen geeignet sind, die angestrebten Unternehmensziele zu erreichen.

Gegenüberstellung operativer und strategischer Kontrolle

.

52893748760561a93433281.98252451php8C386D.png

Der operative Kontrollprozess

  1. Bestimmung des Soll
  2. Ermittlung des Ist
  3. Soll/Ist-Vergleich und Abweichungsermittlung
  4. Abweichungsanalyse
  5. Berichterstattung
29490960561ac5af8078.75318301phpiUaQqb.png

Strategie

gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Handelns zur Erreichung definierter Ziele

89008473960561c78e9f4d6.50906690phpwe4NXK.png

3 Bedingungen eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils

  • von den Kunden wahrgenommen
  • dauerhaft
  • nicht einfach imitierbar

Grundmodell des strategischen Managements

.

168602687160561cd67cb4e6.36042077phpNHv6sQ.png

Ebenen der strategischen Planung

.

8256924360561cef813e20.17157933phpuO2jXa.png

SWOT-Analyse (in der strategischen Planung)

Analyse der internen Dimension => Unternehmen:

  • Strengths = Stärken
  • Weaknesses = Schwächen

Analyse der externen Dimension => Umwelt:

  • Opportunities = Chancen
  • Threats (Risiken)
163906724460561d53918442.45598204phpuDZ6IK.png

Branchenstrukturanalyse nach Porter: "Five Forces"

5 Triebkräfte des Branchenwettbewerbs bestimmen die Wettbewerbssituation in einer Branche.

Es geht um die Analyse von Barrieren des Markteintritts oder Barrieren des Wechsels von Kunden- oder Lieferantenbeziehungen

51811232760562d1e92cd82.58732629phpm5Lnwi.png

Five Forces: Die Rivalität innerhalb der Branche ist groß, wenn...

  • Marktwachstum gering
  • Kapazitätsauslastung gering
  • Fixkostenanteile hoch
  • Branchenkultur eher offensiv
  • Differenzierungsmöglichkeiten der Produkte gering sind

Five Forces: Die Bedrohung durch neue Anbieter ist gering, wenn hohe Eintrittsbarrieren bestehen...

  • hoher Kapitalbedarf
  • staatliche Regulierung
  • Zugang zu Vertriebskanälen schwierig
  • Kostenvorteile bestehender UN
  • Kundenloyalität, Markentreue hoch
  • Umstellungskosten hoch
  • Technologievorsprünge, Know-how-Vorteile bestehender UN

Five Forces: Die Bedrohung durch Substitutionsprodukte ist groß, wenn...

  • Mode und Trends einen großen Einfluss haben
  • Preis-Leistungs-Verhältnisse unausgewogen sind
  • neue Technologien entwickelt werden
  • Umwelteinflüsse häufig wirksam werden
  • die Bindung an Konsumgewohnheiten gering ist

Five Forces: Die Lieferantenmacht ist groß, wenn...

  • die Anzahl der Lieferanten klein
  • die Anzahl der Abnehmer groß
  • die Bedeutung des Produktes für die Abnehmer groß
  • die Spezifität des Produktes hoch
  • die Umstellungskosten hoch sind

Five Forces: Die Abnehmermacht ist groß, wenn...

  • die Anzahl der Abnehmer klein
  • die Anzahl der Anbieter groß
  • die Bedeutung des Produktes für die Abnehmer klein
  • die Spezifität des Produktes gering
  • die Umstellungskosten niedrig sind

Market-Based View (MBV)

"Industry matters": verschiedene Branchen haben verschieden günstige Ausgangspositionen im Wettbewerb => es kommt auf die Wahl der richtigen Branche (Markt) an

Resource-Based-View (RBV)

Interne Analyse des Unternehmens: Quellen von Wettbewerbsvorteilen sind die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen

Strategische Unternehmensanalyse

...dient der Beschreibung und Bewertung der Ressourcenposition und der übergreifenden Fähigkeiten und Kompetenzen

- siehe Wertkette nach Porter: Ziel ist strategische Einzigartigkeit

Strategische Unternehmensanalyse: Typen von Ressourcen

  • finanzielle Ressourcen: Cash Flow, Kreditwürdigkeit,...
  • physische Ressourcen: Gebäude, Anlagen,...
  • Human-Ressourcen: Facharbeiter, Ingenieure,...
  • organisatorische Ressourcen: Informationssysteme, Integrationsabteilungen,...
  • technologische Ressourcen: Qualitätsstandards, Markennamen, Patente,...

Ansprüche an wettbewerbsstrategisch relevante Ressourcen (VRIN-Katalog)

  • Valuable = Wert
  • Rare = Einmaligkeit
  • Imperfectly imitable = Eingeschränkte Imitierbarkeit
  • Non-substitutable = Fehlende Substituierbarkeit

 

Folgende Kompetenzen erfüllen die VRIN-Bedingungen:

  • Spezifisches Know-how
  • Steuerungs-/Koordinationskompetenzen
  • unternehmensspezifisches Wissen
  • unternehmenskulturell verankerte Prozesse

Wertschöpfungszentrierte Ressourcenanalyse

besteht aus der Analyse...

  • der Wertschöpfungsprozesse
  • der Verbindung zwischen diesen Prozessen
  • des Treffens von Entscheidungen über einem "Fit" und eine Einmaligkeit der Prozesse

Strategische Optionen: 2 Ebenen, zwischen denen bei der Strategiebestimmung unterschieden wird

  1. Gesamtunternehmensebene
  2. Geschäftsfeldebene

Grundfragen der Wettbewerbsstrategie auf Geschäftsfeldebene

  1. Wo soll konkurriert werden? - Ort des Wettbewerbs
  2. Nach welchen Regeln soll konkurriert werden? - Regeln des Wettbewerbs
  3. Mit welcher Stoßrichtung soll konkurriert weden? - Schwerpunkt des Wettbewerbs

 

Ziel: Maximierung der Differenz zwischen Zahlungsbereitschaft und interner Kosten der Leistungserstellung

Generische Wettbewerbsstrategien nach Porter

  1. Kostenführerschaft: Realisierung eines Kostenvorteils gegenüber sämtlichen Wettbewerbern, d.h. Produkte dauerhaft billiger herzustellen als die Konkurrenz
  2. Differenzierung: Einzigartige Anbietereigenschaften, die der Abnehmer als wichtig und besonders bemerkenswert erachtet, d.h. der Differenzierer konkurriert über den Kundennutzen seiner Leistung
  3. Fokussierung bzw. Konzentration auf Schwerpunkte: Kostenführerschafts- bzw. Differenzierungsstrategie, wobei das Unternehmen seine Aktivitäten auf wenige Marktsegmente konzentriert

Ansätze einer Differenzierungsstrategie

.

54743411760574753ba5406.43847161phpOjCtlz.png

Kombination der Strategieoptionen

.

1219061245605748b2dd3976.67934242phpZOlnn3.png

Strategische Optionen auf der Gesamtunternehmensebene

  1. Diversifikation
  2. Portfolio-Strategie

Diversifiktation

"Die Bestätigung in einem neuen, von dem betreffenden Unternehmen bislang noch nicht bedienten Markt/Geschäftsfeld mit einem neuen Produkt"

 

Wege zur Diversifikation:

  • Akquisition
  • Kooperation
  • Eigenaufbau

Diversifikationsmotive

.

206979948860574a6a306a47.66706807phpCuiB5v.png

Diversifizierungsoptionen

.

66629968860574a8a6c74a3.82160308phpajVCFf.png

Portfolio-Analyse

.

10109378560574acd279a08.40887666phpDBSLZF.png

Vorgehensweise bei der Portfolio-Analyse: Schritt 1

.

127389586060574b685ad7c9.03205580phppwCXnK.png

Vorgehensweise bei der Portfolio-Analyse: Schritt 2

.

57569866360574b87df85f8.43654089php1qotEv.png

Vorgehensweise bei der Portfolio-Analyse: Schritt 3+4

3. Positionierung der SGFs im Portfolio

4. Ableitung der Strategieempfehlungen

Matrix der Boston Consulting Group (BCG Portfolio)

  • Stars: neu, wachsend, wettbewerbsstark -> finanzieren sich selbst
  • Question marks: neu, wachsend, schwach, nacheilend -> mittlerer, relativer Marktanteil im starken Wachstumsmarkt -> weiter investiere, damit es zu einem Star wird -> sehr hoher Kapitalbedarf
  • Cash cows: reif, wettbewerbsstark -> Finanzmittelüberschuss
  • Dogs: reif, schwach -> sehr geringen Marktanteil, kein Zukunftpotential -> Verluste -> Desinvestieren und Produkt langfristig einstellen
195201362660574cb5a550e7.69826750php2iV7jm.png

Vorteile der Portfolio-Analyse

  • Prozess der Portfolio-Analyse zwingt zu einer Systematisierung der Planungsaufgabe: Konzentration auf das Wesentliche!
  • Offenlegung von Problemen, Anregung der Diskussion und Kommunikation im Unternehmen
  • Visualisierung der strategischen Situation
  • Integration von Unternehmens- und Umweltsicht; Übersichtlichkeit
  • Der Weg ist das Ziel

Nachteile der Portfolio-Analyse

  • Schwierigkeiten bei der Segmentierung der SGF; bei der Datenbeschaffung und der Bewertung von Markt und Unrernehmensposition
  • Fehlerhafte Positionierung führt zu falschen Schlussfolgerungen!
  • Zeithorizonte nicht berücksichtigt
  • Normstrategien unspezifisch und zu schematisch

Planung der Strategieimplementation

.

40608155660574f0c213f13.24295047phpp17Yg8.png

Maßnahmen zur Sicherstellung der Strategieumsetzung

.

10008721360574f36664bd3.90291700php5rPKIv.png

Strategische Kontrolle

  • Aufgabe, die strategischen Pläne und deren Umsetzung, also auch die schon längere Zeit verwendetetn Strategien, fortlaufend auf ihre weitere Tragfähigkeit hin zu überprüfen
  • Sinn: Bedrohungen und dadurch notwendig werdende Veränderungen des strategischen Kurses rechtzeitig zu erkennen und dann zu signalisieren
  • Planungsbegleitender Prozess

3 Arten der strategischen Kontrolle

  • strategische Überwachung als übergreifende Kernfunktion
  • strategische Prämissenkontrolle
  • strategische Durchführungskontrolle