Warum individuelle FörderuKong?
- Eher homogene Lerngruppen
- Kritik: frühe Selektion und Entscheidung, soziale Ungleichheit
- also: Inklusion und individuelle Förderung
Was ist individuelle Förderung?
- jeden Lernenden entsprechend seinen Fähigkeiten und Interessen bestmöglich fördern
- Klieme und Warwas (2011) "erzieherisches Handeln unter konsequenter Berücksichtigung personaler Lern- und Bildungsvoraussetzungen
Problem der individuellen Förderung in der Schule
unterschiedliche Konzepte in den Bundesländern:
- integrierte Gesamtschulen
- Einrichtung von Leistungs- und Begabungsklassen
Bei welchen zwei Zielen der i.F. herrscht Einigkeit?
- Kompetenzverbesserung ALLER SuS
- Chancengerechtigkeit
Strategien im Umgang mit Heterogenität (zur i.F.)
- Binnendifferenzierung
- Individualisierung
- adaptiver Unterricht
- offene Unterrichtsformen
- entdeckendes Lernen
Binnendifferenzierung
- Anpassung von Lernangeboten an Gruppen von SuS in der Klasse
- Gegenstück zur äußeren Differenzierung
- selbstreguliertes Lernen nicht zentral
- Anpassung in Bezug auf Medien, Methoden, Qualität, Quantität, Inhalt
Zwei Möglichkeiten:
1. geschlossene Bd.: Zuweisung der Lernwege durch Lehrperson
2. offene Bd.: SuS suchen sich Lernwege
Wirksamkeit?
- kaum Effekte auf Kompetenzentwicklung
- nur kleiner Effekt bei Hattie Metaanalyse
Individualisierung
- neueres, nicht klar umrissenes Konzept
- Extremform der Bd.
- nicht nur Gruppen, sondern einzelne SuS
- Aufwändig für Lehrperson
- Kommunikations- und Interaktionsprozesse treten in den Hintergrund
Wirksamkeit?
- eher kleine Effekte
- schwierig zu untersuchen wegen mehrdeutigem Konzept
- Überforderung von Lehrkraft
Offener Unterricht
Wirksamkeit:
- soll positive Effekte auf intrinsische Motivation und SBT haben
- mit Steuerung uns kognitiver Strukturierung besser als lehrergelenkter Unterricht
- choice overload
- Vorwissen und Kompetenz nötig
- gemischte Befunde
adaptiver Unterricht
Was?
- basiert auf aptitude-treatment-interaktion (ATI)
- Effekte bestimmer instruktionaler Maßnahmen hängt von Merkmalen der SuS ab
adaptiver Unterricht
Adaption auf:
Makroebene:
- langfristige Anpassung der Methoden und Maßnahmen auf Basis von Leistung
Mirkoebene:
- kurzfristige Anpassung, z.B. in einer Stunde, Interaktion oder Hilfsfragen
adaptiver Unterricht
Ziel
- zunehmende Verantwortungsübernahme für eigene Lernprozesse
- selbstreguliertes Lernen
- Zusammenhang metakognitiver und motivationaler Fähigkeiten
adaptiver Unterricht
Wie?
Scaffolding (Lerngerüst)
- adaptive Unterstützung durch Lehrkraft nimmt nach und nach ab, während Verantwortung übertragen wird
- formative Assessments
- Leistungsfeedback (individuelle Bezugsnorm)
- optimaler Grad kognitiver Aktivierung
- Training von Selbstregulationsstrategien
- Untersuchung des Lernprozesses durch Lehrkraft erfordert kontinuierliche Evaluation des Lernfortschritts und Anpassung der Unterstützung
- auch Nutzung digitaler Medien
- Kopplung adaptiven Unterrichts an Instruktionsbasiertem und kooperativem Lernen
adaptiver Unterricht
Folge:
- Ausschöpfen der Zone der nächsthöheren Entwicklung (Vygotsky):
• Bereich zwischen aktuellem und potentiellem Entwicklungsstand, den Lernender mit externer Unterstützung erreichen kann

adaptiver Unterricht
empirische Evidenz:
- Forschungssynthese von Waxman et. al. (1985): substanzielle Effekte
- Problem: Heterogenität des Konzepts
- schwache SuS profitieren von höherer Lernsteuerung
- starke SuS profitieren von selbstgesteuerten und entdeckendem
Evidenz der I.F.
- gering, da Studien häufig schlecht
- geringe Effekte
mögliche Gründe:
- geringe Interaktion
- kaum kooperatives Lernen
- Überforderung der Lehrkraft
I.F.
Was ist nötig?
1. Umfassende Unterrichtsplanung
2. Lernbegleitende Diagnostik und Feedback
3. Hohe Qualität der Tiefenstruktur des Unterrichts
4. Aktive Rolle der Lehrkraft
Wer war Piaget?
- 1896-1980
- schweizer Entwicklungspsychologe
- wichtig, weil: erste umfassende Theorie der kognitiven Entwicklung
Vier Hauptstadien der geistigen Entwickkung
WIE?
- gezielte Beobachtungen kindlichen Verhaltens
- ausgehend von "Denkfehlern" von Kindern: vier Entwicklungsstufen der geistigen Fähigkeiten
- Jede Stufe baut auf der vorausgehenden auf
Die Stufen der kognitiven (geistigen) Entwicklung
1. Sensumotorische Stufe: 0-2
2. prä-operationale: 2-6
3. Konkret-operationale: 6-12
4. formal-operationale: ab 12
Theoretische Hintergründe von Piaget Stufenmodell
- Annahme einer stufenförmige Entwicklung
- feste Stufenabfolge mit steigender Komplexität
- hat Kind einmal eine Stufe erreicht, löst es alle Aufgaben mithilfe des Schemas
- Grundanlagen der Entwicklung: Äquilibration, Assimilation, Akkomodation, Differenzierung
-> Fragen und Probleme, die Widersprüche und Unzulänglichkeiten aufdecken, führen zu Entwicklung
Äquilibration
- Schemata stimmen nicht mit Welt überein
- es folgt Assimilation oder Akkomodation
( Entwicklungsantrieb liegt im Ungleichgewicht)
Assimilation
Umwelt in bestehende Handlungsschemata einbinden
Akkomodation
Anpassung des Schemas an Umwelt
Differenzierung
von bestehenden Schemata und Begriffen (z.B. Bildung von semantischen Subkategorien, Tier, Hund, Dackel)
Lernpsychologische Implikation von Piagets Theorie
- Lernen nicht nur Assoziationsbildung
- Kind als aktiver Konstrukteur seines Wissens
- Begreifen der Unzulänglichkeiten und Widersprüche des eigenen Wissens durch Interaktion mit Umwelt
- es gibt auch Grenzen empirischen Lernens
Kritik an Piagets Ansatz
Kritik Piaget:
Unterschätzung der tatsächlichen Fähigkeiten
- Alternativerklärungen am Beispiel des A-nicht-B-Suchfehlers (bis 12Mo)
- Erwartungsverletzungsparadigma Objektpermanenz
- mangelnde Mengeninvarianz bis Vorschulalter bei anderer Fragestellung anders
- neuere Befunde zeigen, dass auch Vorschulkinder schon auf mehrere Dimensionen achten
- Methoden Piagets nicht klar beschrieben
- Nachvollzug und Replikation schwierig
Kritik Piaget
Vernachlässigung sozialer Faktoren
- Einfluss drr dinglichen Umwelt, aber soziale Einflüsse wie Instruktion oder Beobachtungslernen kommen nicht vor
Kritik Piaget
keine Erklärungen für Entwicklung
- nur Beschreibung (Äqu, Assim, Akko, Diff), keine Wirkursachen
Kritik Piaget
Entwicklung nach Adoleszenz?
- Entwicklung von Expertise, Weisheit
- Rückentwicklung im Alter
Neuere theoretische Ansätze
Entwicklung domänenspezifischen Wissens als neuerer Ansatz
- kognitive Entwicklung abhängig vom Inhaltsbereich
- spezifische Lernmechanismen
- Kernwissensthese (angeborene Fähigkeiten in bestimmten Bereichen)
- Vorteil: frühes Wissen empirisch nachgewiesen
- Nachteil: erklärt Entwicklung in anderen Bereichen nicht
- was für das Leben/Überleben nützlich ist, lernt man schneller/früher
conceptual change (Kuhn, Vosniadou)
- kognitive Konzepte veränden sich entweder
- schwierig, da (Miss)konzepte oft änderungsresistent
- Konzeptwechsel passiert bei Äquilibration
- oft untersucht für Naturwissenschaften
Objektivität
Daten sind unabhängig von subjektiver Sicht des Durchführenden (Doppelblindstudien)
Reliabilität
Zuverlässigkeit, bei wiederholter Messung vergleichbare Werte (standardisierte Tests wie WISC-V)
Validität
Gültigkeit; wird tatsächlich das gemessen, was gemessen werden soll?
Güte von Evidenz bei Experimenten
Fallstudien, Expertenmeinung (--)
Korrelationsstudien (-)
Quasi-Experiment Gruppenvergl. (o)
Kontrollgruppe u. Zufallzuteilung (+)
Meta-Analyse (++)
Korrelation
Zusammenhang; beschreiben die Stärke des Zusammenhangs zwischen zwei Merkmalen
Korrelation r
r = -1 perfekt negativer Zusammenhang
r = 1 perfekt positiver Zusammenhang
r = 0 kein Zusammenhang
Sensumotorische Stufe
Allgemein
- üben von angeborenen Reflexen
- sinnliche Erkundung der Umwelt
- Interesse an Umwelt nimmt zu
- Interaktion mit Umwelt
- Kennlernen von Effekten des Handelns
Sensumotorische Stufe
Unterstadien
Sensumotorische Stufe
Meilensteine
- Entwicklung mentaler Repräsentation
- Objektpermanenz ab ca. 8 Monaten
- Nachahmung/Imitation ab 8 Monaten
- Symbolhandlungen ab 18 Monaten
präoperationale Stufe
- stabile mentale Repräsentation
- symbolisches Denken und Handeln
- aber auch typische Denkfehler
Konkret-operationale Stufe
- Überwindung der Denkfehler
- Entwicklung von mentalen Operationssystemen (z.B. Hierarchie)
- Reihenbildung (Objekte nach quantitativen Dimensionen einordnen)
- Berücksichtigung mehrerer Dimensionen
- Mengeninvarianz entwickelt sich erst jetzt
Einschränkungen:
- Denken an konkrete Objekte gebunden
- beschränkte Abstraktionsfähigkeit
- kein systematisches, hypothetisches Denken (was wäre wenn...)
Formal-operationale Stufe
- abstraktes und hypothetisches Denken
- Denken in Möglichkeiten
- Aufbau kombinatorischer Systeme (Pendelversuch, Balkenwage)
- wissenschaftliches Denken
- Verständnis von Proportionen
Zusammenfassung VL1
- Maßnahmen und Veränderungen in der Bildung sollten evidenzbasiert sein
- Aussagekraft wissenschaftlicher Evidenz variiert je nach Methode und Qualität der Durchführung
- systematische Wissenschaft schlägt erfahrungsbasierte Intuition einzelner Experten
- ohne angemessene Statistik lassen sich keine belastbaren Aussagen treffen
Was ist adaptiver Unterricht?
Adaptiver Unterricht ist ein Unterrichtsprinzip, das versucht, eine optimale Passung zwischen Schülervoraussetzung und dem Unterricht und dem darin enthaltenen Lernangebot herzustellen.
Was ist Entwicklungspsychologie?
Veränderung des Denkens, Fühlens und Verhaltens über die Lebensspanne
Bezüge zu weiteren psychologischen Fachgebieten
Allgemeine
Differentielle und Persönlichkeits-
Klinische
Sozial
Pädagogische
Methodenlehre
Entwicklung ist...
nature-nurture
Anlage: Einflüsse vererbter Prädispositionen, die Menschen bei der Geburt "mitbringen", auf die Entwicklung
Umwelt: Gesamtheit der komplexen Einflüsse der physischen und sozialen Umwelt eines Menschen auf die Entwicklung
Wie beeinflussen biologische Fakoren die Entwicklung? (Vierfeldertafel)
SuAktiv, UmAktiv: Interaktionistische
SuAktiv, UmInaktiv: Selbstgestaltung
SuInaktiv, UmAktiv: Exogenistische
SuInaktiv, UmInaktiv: Endogenistische

Endogenistische Theorien
Alle menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten sind essentiell durch Anlagen geprägt
Passive Korrelation
Eltern bieten ihren Kindern Umwelt, die durch ihre eigenen Anlagen beeinflusst ist
Evokative Korrelation
Kinder führen aufgrund ihrer Anlagen bestimmte Umweltreaktionen herbei
Aktive Korrelation
Personen suchen sich selbst Umwelten, die ihren Anlagen entsprechen
Systemtheorie
Uri Bronfenbrenner 1978
Triebfedern der Entwicklung
Inside-out Theorien
Outside-in Theorien
Interaktionistischer Ansatz
AnlagexUmwelt
Gemeinsamkeiten der theoretischen Ansätze der Sprachentwicklung
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Spracherwerb
Ein Zusammenspiel aus
Biologische Basis des Spracherwebs
Kognition und Spracherwerb
Sozial-kommunikative Voraussetzungen von Spracherwerb
Welche Komponenten der Sprache muss ein Kind erwerben?
Sprachlaute und Rythmus
Wortbedeutung (Lexikon)
Grammatik
Sprechakte, Sprache im soz. Kontext
Phonologie und Prosodie
Aktive phonologische Sprachproduktion
Typische Aussprachefehler um das 2. Lj
Wortschatz
Wie kommt es zur Wortschatzexplosion um 18 Monate?
Wie wird Worterwerb gesteuert?
Verben
Wortschatzzusammenfassung
Syntax
Pragmatische Kompetenz
Fremdsprachenerwerb
Theorie nach Sielger 1978
Die Regeln nach Siegler

Misskonzepte der intuitiven Physik
Intuitive Psychologie
Gegen Ende des erstes Lebensjahres:
Ab dem zweiten Lebensjahr:
Lügen
Was fördert die theory of mind?
Theory of mind
Zusammenfassung
Intuitive Mathematik
Number Sense
Intuitive Biologie
-> über Habituationsparadigma oder sequential touching
Zusammenfassung domänenspezifisches Wissen
Emotionsverständnis
Komplexe Emotionen
Temperament
Termperamentsdimensionen
Aggression
Zusammemfassung emotionale Entwicklung
Kohlberg
3. Normen der Eigengruppe befolgen, um Akzeptanz zu erringen (Familie)
4. Gesetze, Normen der Gesellschaft einhalten (Staat)
5. Gesellschaftsvertrag Normen als Basis des sozialen Zusammenlebens, Abwägung Ethik/Recht
6. Entwicklung persönlicher Normen, die universellen ethischen Prinzipien entsprechen
Empathietheorie Hoffman
Zusammenhang prosoziales Verhalten und Empathie
Moralisches Selbstkonzept
Prosoziales Verhalten
Definition
Psychosoziale Lernprozesse
Abbildung

Moralische Entwicklung
Zusammenfassung
