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Warum individuelle FörderuKong?

- Eher homogene Lerngruppen

- Kritik: frühe Selektion und Entscheidung, soziale Ungleichheit

- also: Inklusion und individuelle Förderung

Was ist individuelle Förderung?

- jeden Lernenden entsprechend seinen Fähigkeiten und Interessen bestmöglich fördern

- Klieme und Warwas (2011) "erzieherisches Handeln unter konsequenter Berücksichtigung personaler Lern- und Bildungsvoraussetzungen

Problem der individuellen Förderung in der Schule

unterschiedliche Konzepte in den Bundesländern:

- integrierte Gesamtschulen

- Einrichtung von Leistungs- und Begabungsklassen

Bei welchen zwei Zielen der i.F. herrscht Einigkeit?

- Kompetenzverbesserung ALLER SuS

- Chancengerechtigkeit

Strategien im Umgang mit Heterogenität (zur i.F.)

- Binnendifferenzierung

- Individualisierung

- adaptiver Unterricht

- offene Unterrichtsformen

- entdeckendes Lernen

Binnendifferenzierung

- Anpassung von Lernangeboten an Gruppen von SuS in der Klasse

- Gegenstück zur äußeren Differenzierung

- selbstreguliertes Lernen nicht zentral

- Anpassung in Bezug auf Medien, Methoden, Qualität, Quantität, Inhalt


Zwei Möglichkeiten:

1. geschlossene Bd.: Zuweisung der Lernwege durch Lehrperson

2. offene Bd.: SuS suchen sich Lernwege


Wirksamkeit?

- kaum Effekte auf Kompetenzentwicklung

- nur kleiner Effekt bei Hattie Metaanalyse

Individualisierung

- neueres, nicht klar umrissenes Konzept

- Extremform der Bd.

- nicht nur Gruppen, sondern einzelne SuS

- Aufwändig für Lehrperson

- Kommunikations- und Interaktionsprozesse treten in den Hintergrund


Wirksamkeit?

- eher kleine Effekte

- schwierig zu untersuchen wegen mehrdeutigem Konzept

- Überforderung von Lehrkraft

Offener Unterricht

Wirksamkeit:

- soll positive Effekte auf intrinsische Motivation und SBT haben

- mit Steuerung uns kognitiver Strukturierung besser als lehrergelenkter Unterricht

- choice overload

- Vorwissen und Kompetenz nötig

- gemischte Befunde

adaptiver Unterricht

Was?

- basiert auf aptitude-treatment-interaktion (ATI)

- Effekte bestimmer instruktionaler Maßnahmen hängt von Merkmalen der SuS ab


adaptiver Unterricht

Adaption auf:

Makroebene:

- langfristige Anpassung der Methoden und Maßnahmen auf Basis von Leistung

Mirkoebene:

- kurzfristige Anpassung, z.B. in einer Stunde, Interaktion oder Hilfsfragen


adaptiver Unterricht

Ziel

- zunehmende Verantwortungsübernahme für eigene Lernprozesse

- selbstreguliertes Lernen

- Zusammenhang metakognitiver und motivationaler Fähigkeiten

adaptiver Unterricht

Wie?

Scaffolding (Lerngerüst)

- adaptive Unterstützung durch Lehrkraft nimmt nach und nach ab, während Verantwortung übertragen wird

- formative Assessments

- Leistungsfeedback (individuelle Bezugsnorm)

- optimaler Grad kognitiver Aktivierung

- Training von Selbstregulationsstrategien


- Untersuchung des Lernprozesses durch Lehrkraft erfordert kontinuierliche Evaluation des Lernfortschritts und Anpassung der Unterstützung

- auch Nutzung digitaler Medien

- Kopplung adaptiven Unterrichts an Instruktionsbasiertem und kooperativem Lernen


adaptiver Unterricht

Folge:

- Ausschöpfen der Zone der nächsthöheren Entwicklung (Vygotsky):

• Bereich zwischen aktuellem und potentiellem Entwicklungsstand, den Lernender mit externer Unterstützung erreichen kann

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adaptiver Unterricht

empirische Evidenz:

- Forschungssynthese von Waxman et. al. (1985): substanzielle Effekte

- Problem: Heterogenität des Konzepts

- schwache SuS profitieren von höherer Lernsteuerung

- starke SuS profitieren von selbstgesteuerten und entdeckendem

Evidenz der I.F.

- gering, da Studien häufig schlecht

- geringe Effekte

mögliche Gründe:

- geringe Interaktion

- kaum kooperatives Lernen

- Überforderung der Lehrkraft

I.F.

Was ist nötig?

1. Umfassende Unterrichtsplanung

2. Lernbegleitende Diagnostik und Feedback

3. Hohe Qualität der Tiefenstruktur des Unterrichts

4. Aktive Rolle der Lehrkraft

Wer war Piaget?

- 1896-1980

- schweizer Entwicklungspsychologe

- wichtig, weil: erste umfassende Theorie der kognitiven Entwicklung


Vier Hauptstadien der geistigen Entwickkung

WIE?

- gezielte Beobachtungen kindlichen Verhaltens

- ausgehend von "Denkfehlern" von Kindern: vier Entwicklungsstufen der geistigen Fähigkeiten

- Jede Stufe baut auf der vorausgehenden auf


Die Stufen der kognitiven (geistigen) Entwicklung

1. Sensumotorische Stufe: 0-2

2. prä-operationale: 2-6

3. Konkret-operationale: 6-12

4. formal-operationale: ab 12

Theoretische Hintergründe von Piaget Stufenmodell

- Annahme einer stufenförmige Entwicklung

- feste Stufenabfolge mit steigender Komplexität

- hat Kind einmal eine Stufe erreicht, löst es alle Aufgaben mithilfe des Schemas

- Grundanlagen der Entwicklung: Äquilibration, Assimilation, Akkomodation, Differenzierung


-> Fragen und Probleme, die Widersprüche und Unzulänglichkeiten aufdecken, führen zu Entwicklung

Äquilibration

- Schemata stimmen nicht mit Welt überein

- es folgt Assimilation oder Akkomodation

( Entwicklungsantrieb liegt im Ungleichgewicht)

Assimilation

Umwelt in bestehende Handlungsschemata einbinden

Akkomodation

Anpassung des Schemas an Umwelt

Differenzierung

von bestehenden Schemata und Begriffen (z.B. Bildung von semantischen Subkategorien, Tier, Hund, Dackel)

Lernpsychologische Implikation von Piagets Theorie

- Lernen nicht nur Assoziationsbildung

- Kind als aktiver Konstrukteur seines Wissens

- Begreifen der Unzulänglichkeiten und Widersprüche des eigenen Wissens durch Interaktion mit Umwelt

- es gibt auch Grenzen empirischen Lernens

Kritik an Piagets Ansatz

  1. ​ Unterschätzung der tatsächlichen Fähigkeiten
  2. ​Vernachlässigung sozialer Faktoren
  3. ​Annahme stadientypischer Gesamtstrukturen
  4. ​Keine echte Erklärung von Entwicklung
  5. ​Entwicklung nach Adoleszenz nicht beschrieben

Kritik Piaget:

Unterschätzung der tatsächlichen Fähigkeiten

- Alternativerklärungen am Beispiel des A-nicht-B-Suchfehlers (bis 12Mo)

  • ​Motorisches  Problem
  • ​Kognitives Problem

- Erwartungsverletzungsparadigma Objektpermanenz

- mangelnde Mengeninvarianz bis Vorschulalter bei anderer Fragestellung anders

- neuere Befunde zeigen, dass auch Vorschulkinder schon auf mehrere Dimensionen achten

- Methoden Piagets nicht klar beschrieben

- Nachvollzug und Replikation schwierig

Kritik Piaget

Vernachlässigung sozialer Faktoren

- Einfluss drr dinglichen Umwelt, aber soziale Einflüsse wie Instruktion oder Beobachtungslernen kommen nicht vor

Kritik Piaget

keine Erklärungen für Entwicklung

- nur Beschreibung (Äqu, Assim, Akko, Diff), keine Wirkursachen

Kritik Piaget

Entwicklung nach Adoleszenz?

- Entwicklung von Expertise, Weisheit

- Rückentwicklung im Alter

Neuere theoretische Ansätze

  1. ​Informationsintegrationstheorie (Anderson, Wilkening)
  2. ​Entwicklung domänenspezifischen Wissens
  3. ​conceptual change

Entwicklung domänenspezifischen Wissens als neuerer Ansatz

- kognitive Entwicklung abhängig vom Inhaltsbereich

- spezifische Lernmechanismen

- Kernwissensthese (angeborene Fähigkeiten in bestimmten Bereichen)

- Vorteil: frühes Wissen empirisch nachgewiesen

- Nachteil: erklärt Entwicklung in anderen Bereichen nicht

- was für das Leben/Überleben nützlich ist, lernt man schneller/früher

conceptual change (Kuhn, Vosniadou)


- kognitive Konzepte veränden sich entweder

  • ​kontinuierlich: quantitativer Zugewinn von Wissen
  • ​diskret: (oder stufenförmig) als umfassende Rekonstruierung des Wissens über neue Prinzipien

- schwierig, da (Miss)konzepte oft änderungsresistent

- Konzeptwechsel passiert bei Äquilibration

- oft untersucht für Naturwissenschaften

Objektivität

Daten sind unabhängig von subjektiver Sicht des Durchführenden (Doppelblindstudien)

Reliabilität

Zuverlässigkeit, bei wiederholter Messung vergleichbare Werte (standardisierte Tests wie WISC-V)

Validität

Gültigkeit; wird tatsächlich das gemessen, was gemessen werden soll?

Güte von Evidenz bei Experimenten

Fallstudien, Expertenmeinung (--)

Korrelationsstudien (-)

Quasi-Experiment Gruppenvergl. (o)

Kontrollgruppe u. Zufallzuteilung (+)

Meta-Analyse (++)


Korrelation

Zusammenhang; beschreiben die Stärke des Zusammenhangs zwischen zwei Merkmalen

Korrelation r

r = -1 perfekt negativer Zusammenhang

r = 1 perfekt positiver Zusammenhang

r = 0 kein Zusammenhang

Sensumotorische Stufe

Allgemein

- üben von angeborenen Reflexen

- sinnliche Erkundung der Umwelt

- Interesse an Umwelt nimmt zu

- Interaktion mit Umwelt

- Kennlernen von Effekten des Handelns

Sensumotorische Stufe

Unterstadien

  1. ​ Reflexhandlungen (angeboren)
  2. 1-4 Monate einfache Gewohnheiten
  3. ​4-8 Monate Aktive Wiederholung von Handlungsfolgen
  4. ​8-12 Monate Koordination von Handlungsfolgen: Verknüpfung und Ausweitung auf neue Situationen
  5. ​12-18 Monate Aktives Experimentieren mit Handlungsfolgen
  6. ​ 18-24 Monate Verinnerlichtes Handeln (Übergang vom Handeln zum Denken und zur Vorstellung)

Sensumotorische Stufe

Meilensteine

- Entwicklung mentaler Repräsentation

​- Objektpermanenz ab ca. 8 Monaten

  • ​Objekte, die nicht gesehen werden, existieren trotzdem weiter
  • ​A- nicht- B- Suchfehler

- Nachahmung/Imitation ab 8 Monaten

- Symbolhandlungen ab 18 Monaten

  • ​Handlungen und Objekte werden symbolisch eingesetzt

präoperationale Stufe

- stabile mentale Repräsentation

- symbolisches Denken und Handeln

- aber auch typische Denkfehler

  • ​Animistisches Denken ((un)belebt)
  • ​Zentrierung auf nur einen Aspekt (Mengenvarianz Umschüttaufgabe)
  • ​Egozentrismus (Unfähigkeit zur Perspektivübernahme)
  • ​eindimensionales Denken

Konkret-operationale Stufe

- Überwindung der Denkfehler

- Entwicklung von mentalen Operationssystemen (z.B. Hierarchie)

- Reihenbildung (Objekte nach quantitativen Dimensionen einordnen)

- Berücksichtigung mehrerer Dimensionen

- Mengeninvarianz entwickelt sich erst jetzt


Einschränkungen:

-  Denken an konkrete Objekte gebunden

- beschränkte Abstraktionsfähigkeit

- kein systematisches, hypothetisches Denken (was wäre wenn...)

Formal-operationale Stufe

- abstraktes und hypothetisches Denken

- Denken in Möglichkeiten

- Aufbau kombinatorischer Systeme (Pendelversuch, Balkenwage)

- wissenschaftliches Denken

- Verständnis von Proportionen


Zusammenfassung VL1

- Maßnahmen und Veränderungen in der Bildung sollten evidenzbasiert sein

- Aussagekraft wissenschaftlicher Evidenz variiert je nach Methode und Qualität der Durchführung

- systematische Wissenschaft schlägt erfahrungsbasierte Intuition einzelner Experten

- ohne angemessene Statistik lassen sich keine belastbaren Aussagen treffen

Was ist adaptiver Unterricht?

Google

Adaptiver Unterricht ist ein Unterrichtsprinzip, das versucht, eine optimale Passung zwischen Schülervoraussetzung und dem Unterricht und dem darin enthaltenen Lernangebot herzustellen.

Was ist Entwicklungspsychologie?

Veränderung des Denkens, Fühlens und Verhaltens über die Lebensspanne

Bezüge zu weiteren psychologischen Fachgebieten

Allgemeine

Differentielle und Persönlichkeits-

Klinische

Sozial

Pädagogische

Methodenlehre


Entwicklung ist...

  • ​nachhaltig, langfristig
  • ​über die gesamte Lebensspanne
  • ​ohne Zielzustand
  • ​Teilweise kontinuierlich und diskret
  • ​mehrdimensional
  • ​multidirektional
  • ​stark plastisch
  • ​veränderbar und umkehrbar
  • ​eingebettet in Umwelt-/ Kontextfaktoren

nature-nurture

Anlage: Einflüsse vererbter Prädispositionen, die Menschen bei der Geburt "mitbringen", auf die Entwicklung


Umwelt: Gesamtheit der komplexen Einflüsse der physischen und sozialen Umwelt eines Menschen auf die Entwicklung

Wie beeinflussen biologische Fakoren die Entwicklung? (Vierfeldertafel)

SuAktiv, UmAktiv: Interaktionistische

SuAktiv, UmInaktiv: Selbstgestaltung

SuInaktiv, UmAktiv: Exogenistische

SuInaktiv, UmInaktiv: Endogenistische

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Endogenistische Theorien

Alle menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten sind essentiell durch Anlagen geprägt

Passive Korrelation

Eltern bieten ihren Kindern Umwelt, die durch ihre eigenen Anlagen beeinflusst ist

Evokative Korrelation

Kinder führen aufgrund ihrer Anlagen bestimmte Umweltreaktionen herbei

Aktive Korrelation

Personen suchen sich selbst Umwelten, die ihren Anlagen entsprechen

Systemtheorie

Uri Bronfenbrenner 1978

  • ​Kind wächst nicht isoliert auf
  • ​ist Teil eines Systems
  • ​Entwicklung kann nicht isoliert betrachtet werden
  • ​mehrere Ebenen (Ökosysteme) mit gegenseitigen Wechselwirkungen über verschiedene Ebenen hinweg

  • ​Makrosystem (z.B. Gesetze)
  • ​Exosystem (z.B. Arbeitsplatz)
  • ​Mikrosystem (z.B. Familie) (Mesosysteme)

Triebfedern der Entwicklung

  • ​Entwicklungsaufgaben
  • ​kritische Lebensereignisse
  • ​Lernen
  • ​operante Konditionierung
  • ​klassische Konditionierung
  • ​Modelllernen

Inside-out Theorien

  • ​Sprachfähigkeit ist angeboren
  • ​Umwelt und allgemeine Lernfähigkeit nur sekundär

Outside-in Theorien

  • ​Spracherwerb folgt allgemeinen Lernmechanismen
  • ​Behaviorismus: nicht angeboren, durch Verstärkung oder so
  • ​Kognitivismus (Piaget) Kind muss erst Konzept verstehen (Denken)
  • ​Vygotsky: Sprache wird ausschließlich sozial vermittelt

Interaktionistischer Ansatz

AnlagexUmwelt

  • ​Interaktion und Korrektur mit Bezugspersonen
  • ​Vorwissen spielt Rolle (Bootstrapping)
  • ​aktiver Induktionsprozess
  • ​impliziter Lernprozess (unwillkürlich)
  • ​Kind ist aktiver Konstrukteur seiner sprachlichen Fähigkeiten
  • ​Sprachentwicklung ist quantitativ und qualitativ

Gemeinsamkeiten der theoretischen Ansätze der Sprachentwicklung

  • ​Sprache humanspezifisch
  • ​mit biologischer Basis
  • ​Bedeutung der sprachlichen Umwelt
  • ​Wichtig: Passung zwischen inneren Voraussetzungen des Kindes und angemessener Stimulation

Voraussetzungen für einen erfolgreichen Spracherwerb

Ein Zusammenspiel aus

  • ​biologischen Grundlagen
  • ​kognitiven Grundlagen
  • ​soziale Umwelt

Biologische Basis des Spracherwebs

  • ​​Sprache ist humanspezifisch
  • ​menschliche Fähigkeit zum Spracherwerb sehr robust
  • ​Spracherwerb auch bei eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten

Kognition und Spracherwerb

  • Konzeptwissen
  • ​Wortbedeutungen (Konzepte) werden aus Syntax geschlossen
  • Phonologisches Gedächtnis
  • ​Arbeitsgedächtnis wichtig für Wortschatzerwerb
  • ​bessere Gedächtnisfähigkeiten = bessere Sprachfähigkeiten und umgekehrt
  • implizite Lernfähigkeiten
  • ​Lernen durch Erfahrung, unwillkürlich

Sozial-kommunikative Voraussetzungen von Spracherwerb

  • ​gemeinsamer Aufmerksamkeitsfokus und Imitation
  • ​Ammensprache (Baby-Talk)
  • ​Stützende Sprache (Scaffolding)
  • ​Lehrende Sprache (motherese)

Welche Komponenten der Sprache muss ein Kind erwerben?

  • ​Phonologie und Prosodie

​Sprachlaute und Rythmus

  • ​Semantik

​Wortbedeutung (Lexikon)

  • ​Syntax

​Grammatik

  • ​Pragmatik

​Sprechakte, Sprache im soz. Kontext

Phonologie und Prosodie

  • ​Grundsteine schon vor Geburt gelegt
  • ​Kategorisierung von Lauten
  • ​Unterscheidung aller möglichen Sprachlaute
  • ​Unterscheidung und Präferenz für menschliche Sprache
  • ​Unterscheidung Muttersprache und Fremdsprache, aber nicht Fremdsprache und Fremdsprache

Aktive phonologische Sprachproduktion

  • ​ab 6 W: Gurren
  • ​2- 4 M: Lachen und Lautbildung
  • ​6-9 M: Lallstadium
  • ​10-14: erste Wörter
  • ​um 18 M: 50-Wort-Marke, dann schneller Zuwachs

Typische Aussprachefehler um das 2. Lj

  • ​Silbenwiederholung
  • ​Auslassung unbetonter Silben
  • ​Reduktion von Konsonantenclustern
  • ​Umkehrung (Waschlappen, Laschwappen)

Wortschatz

  • ​erste Worte: individuelle Objekte, Peronen, dann Ausdruck abstrakter Beziehungen
  • ​Übergeneralisierung, Überdiskriminierung
  • ​große Varianz im Alter den Wortschatz betreffend
  • ​Sprache und Intelligenz hängen zusammen

Wie kommt es zur Wortschatzexplosion um 18 Monate?

  • ​Fast Mapping
  • ​induktives Erschließen von Wortbedeutungen

Wie wird Worterwerb gesteuert?

  • ​"Constraints"
  1. ​Ganzheitsconstraint: neue Worte beziehen sich auf ganze Objekte, nicht auf Objektteile oder Eigenschaften
  2. ​Disjunktionsconstraint: jedes Objekt kann nur eine einzige Bezeichnung haben
  3. ​Taxonomie-Constraint: neues Wort steht für ein Objekt der gleichen Kategorie, nicht für thematisch verwandte Objekte
  • ​aber: nur Nomen, nicht werben

Verben

  • ​Schneller Erwerb von Verben um 2,5 Jahren
  • ​syntaktische Constraints

Wortschatzzusammenfassung

  • ​zunächst einfache Worte aus sichtbarem Alltag (Nomen)
  • ​Wortschatzexplosion um 18 Mo.
  • ​Worterwerb vor Konzeptverständnis möglich
  • ​Vermehrtes Lernen von Verben ab 2.5
  • ​Constraints (Beschränkungen) kanalisieren Worterwerb

Syntax

  • ​ab 18 Mo. 2- und 3-Wort Sätze
  • ​Pivot Grimmatik
  • ​mit etwa 4 Jahren kennen Kinder die hauptsächlichen Satzkonstruktionen
  • ​Fehleranalyse und Korrektur
  • ​U-förmige Entwicklung

Pragmatische Kompetenz

  • ​typisch: unrelated turns
  • ​abhängig von theory of mind
  • ​typische Probleme bei 4-5 jährigen
  • ​Entwicklung bis in die mittlere Kindheit

Fremdsprachenerwerb

  • ​sensible Phase für Fremdsprachenerwerb sinnvoll
  • ​bis zum 3. Lj.: doppelter Spracherwerb (simultane Entwicklung)
  • ​bis 7. Lj.: kaum Unterschiede zu Muttersprachlern
  • ​Fähigkeit zum Fremdsprachenerwerb bis ins hohe Alter, fällt aber mit Alter immer schwerer

Theorie nach Sielger 1978

  • ​5-6 jährige beachten meist nur eine Dimension
  • ​höhrere Regel mit zunehmenden Alter
  • ​eine Regel nicht eindeutig einer Altersstufe zurordbar
  • ​große Variation innerhalb einer Altersgruppe

Die Regeln nach Siegler

  • ​overlapping waves theory
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Misskonzepte der intuitiven Physik

  • ​falsche intuitive Vorstellungen

Intuitive Psychologie

Gegen Ende des erstes Lebensjahres:

  • ​​theory of mind
  • ​Blicken und Zeigegesten
  • ​Absichten anderen verstehen

Ab dem zweiten Lebensjahr:

  • ​Wir-Intentionalität
  • ​theory of mind als wichtige Grundlage (Fähigkeit, sich eigene mentale Prozesse und die anderer Personen vorzustellen und zu reflektieren); identifizierbar, wenn eigene Prozesse von denen der anderen abweichen
  • ​Piaget (3-Berge-Versuch)
  • ​false belief: Smarties Aufgabe; eigenes Wissen auf die andere Person übertragen

Lügen

  • ​echte Lüge setzt Wissen um Denken des anderen voraus
  • ​bewusste Lügen, Täuschen, Mogeln ab etwa 3,5 Jahren
  • ​vorher auch dann nicht, wenn es Kind nahegelegt wird

Was fördert die theory of mind?

  • ​kognitive Entwicklung: flexibles Denken und Planen; unangemessene Antworten unterdrücken
  • ​Sprachentwicklung
  • ​soziale Erfahrungen
  • ​vlt. biologische Grundlagen

Theory of mind

Zusammenfassung

  • ​visuelle Perspektivübernahme ab 2 J.
  • ​Verbale false belief ab 4 J.
  • ​Blickrichtung in false belief Aufgabe ab 3 J.
  • ​Blickzeitmessung (Erwartungsverletzung) ab 15 Mo.
  • ​Lüge bewusst ab 3 J.

Intuitive Mathematik

Number Sense

  • ​Mengeninvarianz (Piaget)
  • ​​Neugeborene können schon von kleinen Zahlen die Anzahl unterscheiden
  • ​Subitizing bei Babys und Tieren
  • ​Number Sense offenbar angeboren
  • ​überlebensdienlich

Intuitive Biologie

  • ​im 1. Lebensjahr: Belebt-unbelebt

-> über Habituationsparadigma oder sequential touching

  • ​Kategorisierung über statische Merkmale (z.B. Gesichter)

Zusammenfassung domänenspezifisches Wissen

  • ​logische Strukturen (Piaget) sind nicht universell
  • ​bereichspezifisches Wissen
  • ​in bestimmten lebenswichtigen Bereichen angeboren bzw. sehr früh erworben
  • ​wichtige Rolle der Erfahrung (Wahrnehmung über alle Sinne)

Emotionsverständnis

  • ​entwickelt sich ab der Mitte des 1. Lj.
  • ​beeinflusst durch ToM, Erfahrung, Kultur, Sprachfähigkeiten
  • ​als Grundlage für Empathie
  • ​Weiterentwicklung bis ins Schulalter

Komplexe Emotionen

  • ​ab 18 Mo.: Verlegenheit
  • ​ab 24 Mo.: Stolz
  • ​ab 30 Mo.: Scham
  • ​ab 36 Mo.: Schuld und Neid

Temperament

  • ​angeboren
  • ​hat 9 Dimensionen
  • ​hat 3 Typen
  1. ​ einfach (40%)
  2. ​schwierig (10%)
  3. ​langsam auftauend (15%)
  4. ​nicht zuordbar (35%)
  • ​ist nicht stabil und veränderbar
  • ​Umwelt spielt eine Rolle
  • ​genetische Einflüsse
  • ​kulturelle Einflüsse
  • ​Interaktion von Umwelt und Genetik

Termperamentsdimensionen

  1. ​Aktivitätsniveau
  2. ​Rythmizität
  3. ​Ablenkbarkeit
  4. ​Annäherung/Rückzug
  5. ​Adaptibilität
  6. ​Aufmerksamkeitsspanne und Beharrlichkeit
  7. ​Reaktionsintensität
  8. ​Reaktionsschwelle
  9. ​Qualität der Gestimmtheit

Aggression

  • ​beginnt schon früh
  • ​instrumentelle Aggression: dient der Inbesitznahme von Objekten, Privilegien, Plätzen
  • ​feindselige Aggression: Ziel, andere zu verletzen. offen/direkt; Androhung oder Verletzung. Relational: eher auf Beziehungsebene (Gerüchte, Mobbing)
  • ​Jungs eher offen aggressiv, Mädchen eher relational
  • ​mehr Fernsehen, mehr aggressive Handlungen später
  • ​ist relativ stabil

Zusammemfassung emotionale Entwicklung

  • ​Emotionsausdruck ab Geburt bis ins 2. Lj.
  • ​Emotionsverständnis ab Mitte des 1. Lj. bis ins Schulalter
  • ​Komplexe Emotionen ab ca. 18 Mo.
  • ​Emotionale Selbstregulation entwickelt sich bis ins Schulalter
  • ​Temperament ist früh beobachtbar und ist Grundlage der Persönlichkeit

Kohlberg

  • ​drei Stadien mit zwei Stufen

  • ​präkonventionelles Niveau 10/11
  1. ​​ Bestrafung, Bestrafung vermeiden
  2. ​ Kosten-Nutzen, eigener Nutzen
  • ​Konventionelles Niveau (meist Erwachsene)

​3. Normen der Eigengruppe befolgen, um Akzeptanz zu erringen (Familie)

4. Gesetze, Normen der Gesellschaft einhalten (Staat)

  • ​postkonventionelles Niveau (erreichen nicht alle)

5. Gesellschaftsvertrag Normen als Basis des sozialen Zusammenlebens, Abwägung Ethik/Recht

6. Entwicklung persönlicher Normen, die universellen ethischen Prinzipien entsprechen

Empathietheorie Hoffman

  • ​Globale Empathie: im 1. Lj.: noch kein Selbstkonzept, Gefühlsansteckung
  • ​Egozentrische Empathie Ende 1. Lj.: Unterscheidung ich-Andere, aber noch Zuschreibung der eigenen Gefühle und Gedanken an Andere
  • ​Empathie für die Gefühle Andere 2-3: Einsicht, dass sich Gefühle der Anderen unterscheiden können
  • ​Empathie für die Lebensverhältnisse Anderer ab ca. 10 Jahren

Zusammenhang prosoziales Verhalten und Empathie

Moralisches Selbstkonzept

  • ​Moralische Werte und Normen teil des Selbst
  • ​um 5 J.: rudimentäres moralisches Selbstkonzept, Regulation noch durch Andere
  • ​zunehmende Übereinstimmung von Selbstkonzept und Verhalten

Prosoziales Verhalten

Definition

  • ​eine Form moralischen Handelns
  • ​Nutzen für Andere, ohne das es Handelnden materiellen Vorteil bringt
  • ​verschiedene Formen (z.B. trösten)

Psychosoziale Lernprozesse

Abbildung

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Moralische Entwicklung

Zusammenfassung

  • ​prosoziales Handeln als ein Aspekt von Moral schon im 2. Lj.
  • ​Moralische Entwicklung als Zusammenspiel zwischen kognitiver Entwicklung und Sozialisation (und angeboren evtl.)
  • ​Von Orientierung an Autoritäten hin zu eigenen moralischen Ansichten
  • ​Moralisches Selbst: größte Übereinstimmung zwischen moralischen Kognitionen, Emotionen und Verhalten
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