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Entwicklung der mobilen Arbeit 

  • In 2019: Anteil der Arbeitnehmer, die von zu Hause aus arbeiten erreicht 7%; es wird ein gradueller Anstieg in den folgenden Jahren erwartet. 
  • Abstandsregeln und Angst vor Ansteckung lässt Homeoffice-Quote sprunghaft ansteigen.
  • Volle Arbeitstage im Home Office machen im Juni 2023 ganze 28 Prozent der bezahlten Arbeitstage aus - das Vierfache des geschätzten Anteils für 2019. 

COVID-19 Pandemie führte zu einem massiven sozialen Experiment 


  • Lieferte Erfahrungen und Einsichten über die Praktikabilität und Wirksamkeit von Homeoffice. 

Arbeitnehmer-Surveys zu Home Office 

  • Mobiles Arbeiten am stärksten ausgeprägt in der IT- und Finanzbranche 
  • Häufigkeit von Stellenausschreibungen, die hybrides oder vollständiges Home Office zulassen, variiert stark, selbst bei Unternehmen der gleichen Branche 
  • Demografische Charakteristika: Bildung (Intensität von mobilem Arbeiten steigt deutlich mit dem Bildungsgrad der Arbeitskräfte an), Vorhandensein von Kindern, Geschlecht(Frauen arbeiten etwas mehr von zuhause als Männer), Alter (20-30 Jährige)

Mobiles Arbeiten: gekommen, um zu bleiben?

  • Gute Erfahrungen auf Arbeitnehmerseite: Im Durchschnitt sind Arbeitnehmer:innen bereit, für hybrides Arbeitsmodell auf 8% ihres Gehalts zu verzichten 
  • Gute Erfahrungen auf Arbeitgeberseite: Produktivitätssteigerung durch mobiles/hybrides Arbeiten,  Höhere Arbeitszufriedenheit, geringere Fluktuation von Arbeitnehmerinnen 
  • Geringeres Stigma: Vorurteile gegenüber Home Office im Bekanntenkreis verbessert haben 
  • Investitionen und Innovationen erlauben Arbeit von zuhause für größere Gruppe von Arbeitnehmern: Teilnehmer gaben zwischen Juli 2020 und Jan 2021 durchschnittlich 561 USD für Investments in Homeoffice aus

Wie können wir Produktivitätseffekte mobiler Arbeit messen? 

  • Nicholas Bloom / James Liang / John Roberts / Zhichun Jenny Ying (2015):
  • Experiment mit großem chinesischen Reisebüro (Ctrip) 
  • 249 Call-Center Mitarbeiter:innen
  • – Interesse an mobilem Arbeiten
  • – Aufgaben lassen Arbeit in Homeoffice grundsätzlich zu 
  • Mitarbeiter der Treatment-Gruppe
  • – Arbeiten 4 Tage die Woche von zu Hause aus
  • – Dauer von 9 Monaten (Dez 2010 – Aug 2011)
  • Mitarbeiter der Kontrollgruppe arbeiten weiterhin vom Büro aus 

Detaillierte Leistungskennzahlen (abhängig von der Rolle):

– Anzahl der beantworteten Telefonanrufe

– Anzahl der aufgenommenen Bestellungen

– Zeit am Telefon. 


Resultate:

  • Leistung der Heimarbeiter (Anzahl der beantworteten Telefonanrufe) stieg um 13 %, Mehr arbeitsminuten, mehr anrufe pro Minute
  • Keine negativen Leistungsauswirkungen auf diejenigen, die vom Büro aus arbeiteten (Vergleich zu anderem Call Center). 
  • Höhere Zufriedenheit und geringere Erschöpfungswerte in Treatment-Gruppe
  • Mitarbeiterfluktuation in der Treatmentgruppe sank um 50 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe → Rückgang extrem groß. 
  • 23 Beförderungen in Kontrollgruppe, nur 17 in Treatment-Gruppe 

Studie zur Produktivität mobiler arbeit: Wieso weniger Beförderungen?

Nicholas Bloom / James Liang / John Roberts / Zhichun Jenny Ying (2015):


  • Vorgesetze beobachten die Leistungen der Mitarbeiter weniger, was zu weniger Beförderungen führt 
  • Fehlende Entwicklung von zwischenmenschlichen Fähigkeiten 
  • Kein Wunsch nach Beförderung, weil dies mit der Rückkehr ins Büro einhergehen würde 


Fazit hybrides Arbeiten

  • Hybrides Arbeiten aus Firmensicht sehr erfolgreich – Höhere Leistung
  • – Geringere Fluktuation
  • – Niedrigere Kosten
  • – Höhere Mitarbeiterzufriedenheit 


Produktivitätswachstum/Reduktion bei Home-Office

  • Unterschiedliche Wahrnehmung von Produktivität 
  • Reduktion der Pendeltage durch HomeOffice->wird in Statistik nicht berücksichtigt. 
  • Potenzielle Produktivitätsreduktion bei vollständigem Home Office: Kommunikations- und Koordinationskosten können einen Teil der Produktivitätseinbußen erklären 


Der Donut-Effekt: Studie von Ramani und Bloom (2022)

  • Auswirkungen von COVID-19 auf Migrationsmuster und Immobilienmärkte in Metropolregionen der USA 
  • Haushalte, Unternehmen und die Nachfrage nach Immobilien verlagerte sich von den Stadtzentren zu den weniger dichten Vororten. 
  • "Donut-Effekt" spiegelt die Aushöhlung der Stadtzentren und das Wachstum der suburbanen Außenringe wider 

Hat Covid-19 die Digitalisierung beschleunigt? Studie „Did Covid-19 Accelerate the Digital Transformation?“ Arntz, Böhm, Graetz, Gregory und Lipowski, 2024 

  • Fragen zu Technologieinvestitionen; Technologiestufen:
  • - ältere Technologien
  • - etablierte Technologie
  • - Spitzentechnologien 
  • Hypothese Pandemic Push (HPP): Pandemie beschleunigte den technologischen Fortschritt, indem sie Betriebe dazu veranlasste, schneller in Spitzentechnologien zu investieren. 
  • Resultat: weniger ein Pandemic Push
  • Hypothese Pandemic Shift (HPS): Pandemie zwang Betriebe dazu, auf unterschiedliche Produktionsmodi umzusteigen und Spitzentechnologien zu adaptieren, die zwar bekannt, aber in normalen Zeiten nicht profitabel waren
  • Pandemiebedingte Investitionen waren hauptsächlich eine Reaktion auf den akuten Bedarf an mobilen Arbeitsplätzen 
  • Betriebe mit mehr Home Office Potential haben mehr in Spitzentechnologien investiert (Aber wieder Selektionseffekt; weniger ein Pandemic Push) 
  • Mehr ein Pandemic Shift: Deutliche Pandemie-bedingte Verschiebungen in der Zusammensetzung von Spitzentechnologien hin zu mobilen Arbeitsplätzen