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Gegenstandsbestimmung
Barrierefreiheit, Assistive Technologie
Barrierefreiheit
▮ Produkte, Informationen, Systeme… sind barrierefrei, wenn sie für alle Personen zugänglich, auffindbar und nutzbar sind. Sind sie es nicht, gibt es Barrieren, die Teilhabe verhindern. Assistive Technologie
▮ Technische Hilfsmittel, welche die physischen, sensorischen oder kognitiven Voraussetzungen von Personen verändern und dadurch Barrieren entgegenwirken.
Technik im Überblick
▮ Mobilität / Manipulation / Kommunikation: Umgebungskontrolle, Prothetik, Ergonomie, Biometrie, Unterstützte Kommunikation…
▮ Kognitive Funktionen: Unterstützte Ein-/Ausgabe, Lernen, Komplexität…
▮ Hören: Hörgeräte, Gebärdenerkennung, Lippenlesen, Alarm...
▮ Überwachung und Unterstützung der Vitalfunktionen: Kardio-Überwachung Atmung, Inkontinenzkontrolle...
▮ Sehen: Vergrößerung, Ein-/Ausgabesysteme, Leitsysteme...
Screenreader (Capovilla & Gebhardt, 2016)
▮ Schlüsseltechnologie für haptisch-auditiv orientiert arbeitende Personen: Screenreader interpretieren, abstrahieren und linearisieren visuelle Inhalte und Vorgänge am Bildschirm
▮ Inzwischen Standardisierung durch Konvergenz Durch Redundanzen in der grafischen Benutzungsoberfläche ist der Aufwand zur Entwicklung von alternativen Steuerungskonzepten überschaubar
▮ Das lineare Produkt kann über unterschiedliche Ausgabesysteme ausgegeben werden: Sprachausgabe, als linearer Strom von akustischen Signalen oder per Braille-Zeile, als
Strom haptischer wahrnehmbarer Zeichen
Barrieren im Lese-/Schreibprozess
▮ Orthografische und grammatikalische Instrumente:
Autovervollständigung, Rechtschreib-/Grammatikprüfung… die inzwischen in den meisten Textverarbeitungssystemen zum Standard geworden sind.
▮ Strukturierungs- und Organisationstools: Template-Konzepte und Formatvorlagen, Strukturierungsansätze wie Mind-Maps,
Bäume… Inzwischen in zahlreichen Varianten als Bestandteil von Office-Anwendungen, Onlineangeboten oder Apps verfügbar.
▮ Texterkennung (OCR, Handschrift, Sprache)
▮ Vereinfachende Sprachsysteme: Leichte und einfache Sprache, Symbolsysteme....
Universal Design
▮ Breite Nutzbarkeit ohne Stigmatisierung
▮ Flexibilität bei Voraussetzungen (Händigkeit,...)
▮ Einfachheit und intuitive Benutzung
▮ Sensorische Vielfalt
▮ Fehlertoleranz
▮ Niedriger körperlicher Aufwand
▮ Komfortable Erreichbarkeit bei geeigneter Größe
Schnittstellen für alle
▮ Produktindexierung und Auszeichnung: QR/EAN Code zur
Produkterkennung, Internet of Things…
▮ Erweiterten Kommunikation z.B. zur Gebäudeautomation und Umgebungskontrolle („Ambient Assisted Living“, AAL), „Silver Society“ (Freizeitgestaltung für ältere Personen)…
▮ Transpondertechnologie, RFID ferner NFC: Produkt- oder Tiererkennung, Zutrittskontrollen, Bargeldlose Zahlung...
▮ GPS als Navigationsstandard
▮ Standardisierte Dateiformate: Ausgehend von MP3 wurde DAISY entwickelt, PDF, E-Book-Formate etc.
Kompetenzen (Capovilla & Gebhardt, 2016)
▮ Durch fehlende Kompetenzen auf Seiten der Lehrenden und
Lernenden bleiben viele Potentiale ungenutzt. Technologien
werden angeschafft und bleiben dann ungenutzt.

Herausforderungen auf Seiten der Lernenden:
▮ Fehlende Kompetenzen entfalten sich häufig in der Steigerung
von Abhängigkeiten anstatt von Selbstbestimmung. Technik kann das Umfeld zur Passivität verleiten.

Herausforderungen auf Seiten der Fachkräfte:
▮ Überwindung der teilweise bemerkenswerten Technikaversion
und Aufbau fundierter Kompetenzen auch bei „digital natives“.
Kritische Gedanken (Capovilla & Zimmermann, 2020)

Der Flaschenhals der Technik:
▮ Die Konvergenz der GUI führt zu einer Spaltung zwischen denen die damit umgehend können und den anderen.
▮ Die Omnipräsenz der standardisierten GUI führt zum Verschwinden alternativer und niederschwelliger Technologie.
▮ Behinderte Menschen geraten in die Abhängigkeit weniger
Agierender. Was geschieht, wenn Apple beschließt, kein Geld
mehr für Barrierefreiheit auszugeben?

Technik wird zur Voraussetzung für Erwerbstätigkeit:
▮ Für die, die es können, erweiterte sich Möglichkeitsraum ganz
erheblich. Für die anderen verschließt sich der Arbeitsmarkt.
▮ Die Spezifität der Technik erfordert spezifische Weiterbildung
und isoliert im Kollegium.