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WIE WERDEN PERSONEN BESCHRIEBEN & WOZU?

  • Nutzung stabiler Persönlichkeitseigenschaften (Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, etc.)
  • Diese bekommen Ausprägungen (sehr freundlich, wenig ängstlich, etc.)

 

  • Charakter der Person dient zur Beschreibung
  • Vorhersagungen über zukünftiges Verhalten der Person können getroffen werden
  • Man kann sich besser auf dieses Verhalten einstellen

WIE KANN MAN DAS UNTERSCH. VERHALTEN & ERLEBEN VON MENSCHEN ERKLÄREN?

Zwei Perspektiven

 

1. Differentielle & Persönlichkeitspsychologie

  • Verhaltensunterschiede werden durch Persönlichkeitsunterschiede erklärt

 

2. Sozialpsychologie

  • Es kommt auf die sozialen Rahmenbedingungen an
  • Spezifische soziale Situation bestimmt das Verhalten

 

--> Prinzipien interagieren - auf dessen Grundlagen wurden etliche Theorien über Persönlichkeit & dessen Unterschiede aufgestellt & praktisch angewandt

WAS IST DIE PERSÖNLICHKEIT?

Keine richtige Definition - versch. Ansatzpunkte

 

Kernmerkmale:

 

1. Nicht pathologische Unterschiede zw. Menschen

  • = nicht krankhafte Veränderungen
  • pathologische Ausprägungen von Persönlichkeitseigenschaften = Klinische Psychologie

2. Stabilität von Persönlichkeitseigenschaften

  • Temporale Stabilität - über die Lebenszeit hinweg
  • Transsituative Konsistenz - über Situation hinweg

3. Referenzialität zu einer Vergleichspopulation

  • Eigenschaftsausprägungen zw. Menschen können variieren & in Bezug zu Ausprägungen von Referenzpopulationen gesetzt werden

REFERENZGRUPPE

Persönlichkeitsausprägungen sind individuelle Besonderheiten, wenn sie zw. Personen variieren & in Bezug zu Referenzgruppe gestellt werden kann

 

= Vergleichsgruppe

  • Individuelle Werte können somit realtiviert werden
  • Meist aus Personen desselben Alters, Geschlechts, Kultur & historischem Zeitraum
  • zb. Ergebnisse psychologischer Tests mit zu erwartenden Erfgebnissen der Referenzgruppe verglichen, um relative Aussagen zur Eigenschaftsausprägung treffen zu können

SPEZIFISCHE FORSCHUNGSTHEMEN DER PERSÖNLICHKEITSPSYCHOLOGIE

Überscheidungen mit "Persönlichkeitseigenschaft", aber nicht gleich zu setzen

 

1. Disposition

  • Abstrakte, breite, stabile Merkmale
  • hohe genetische Verankerung
  • "Veranlagung"
  • Nicht direkt beobachtbar - manifestieren sich im Verhalten
  • Dipositionale Negativität = Manche neigen mehr dazu, häufiger/ intensiver negative Gefühle zu erleben (sie sind ängstlicher, unischerer, kritischer als andere)

 

2. Temperament

  • Erregung + Emotionalität + Selbstregulation
  • Biologisch verankerte individuelle Unterschiede bzgl. Reaktivität auf Stimuli
  • Fähigkeit, Erregung & emotionale Reaktionen aktiv zu kontrollieren

ALLGEMEINE vs. DIFFERENTIELLE vs. PERÖNLICHKEITSPSYCHOLOGIE

Wie wird Persönlichkeit untersucht?

Differentielle & Persönlichkeitspsychologie haben große Überschneidungen

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TRAIT-THEORIEN

Theorien der Persönlichkeit

  • Persönlichkeit anhand stabilier, biologisch verankerter Merkmale , die gewisse Regelmäßigkeiten im Erleben & Verhalten hervorrufen
  • Verhalten abhängig von stabilen Persönlichkeitsmerkmalen + aktuelle Situation

 

Traits

  • Dispositionen - Zeitlich überdauende & über Situation generalisierte Verhaltensbereitschaft
  • Relativ konstanter Wesenszug
  • zb. Ängstlichkeit - generelle Tendenz Angst zu empfinden

 

State

  • Vorübergehender psychischer Zustand
  • Zeitlich schwankend & situationsspezifisch
  • zb. momentane Angst vor best. Objekt/ Situation

FURCHT vs. ÄNGSTLICHKEIT

Furcht

  • auf konkretes Objekt/ reale Gefahr in konkreter Situation
  • Rationale, gesunde Reaktion des Organismus
  • Flucht- od. Angriffsreaktion

 

Angst

  • Nicht auf konkrete Situation/ Gefahren - oft nicht eindeutig bestimmbar
  • Fehlen einer konkreten Bedrohung - mehr irrationale Aspekte
  • Länger anhaltend

STRAIT-TRAIT-MODELL DER ANGST

Trait-Theorien

nach Spielberger 1972

  • Unterscheidung zw. Trait-Angst (Eigenschaftsangst) & Stait-Angst (Zustandsangst)

 

Bsp. Prüfungsphase

  • Auslöser für erhöhte State-Angst
  • Wichtige Prüfung verändert vorübergehend den emotionales Zustand
  • Ursache, dass nicht jeder Student gleich viel Angst hat = Ausprägung der Trait-Angst
  • Person, mit hoher Trait-Angst lässt sich mehr verängstigen, als Person mit geringeren

EYSENCKS PERSÖNLICHKEITSDIMENSIONEN

Trait-Theorien

Hans Eysenck (1916-1997)

  • Baiserend auf Galens Temperamentenlehre (Persönlichkeitsmerkmale machen Typ aus)
  • Basis von Zwillingsstudien
  • Persönlichkeit kann auf Interaktion 2er Demensionen reduziert werden - Extraversion vs. Introversion & Stabilität vs.Labilität
  • Persönlickeit (wie bei Galens Theorie) = stabil & dauerhaft
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WAS SIND ZWILLINGSSTUDIEN?

  • Untersuchung eineiiger/ zweieiiger Zwillinge, die getrennt od. miteinander aufwachsen
  • Frage nach Einflüssen durch Veranlagung & Umwelt
  • zb. Entstehen Persönlichkeitsunterschiede zw. Menschen aufgrund genetischen oder umweltbedingten Einflüssen?

BIG-FIVE-MODELL

Theorien der Persönlichkeit

 

  • Neueres, sehr bekannte & dominierende Modell der Persönlichkeitsbeschreibung
  • Fünf-Faktoren-Modell
  • Basierend auf lexikalischem Ansatz
  • Aus ca. 18.000 eigenschaftsbezogene Begriffen (optimistisch, freundlich, hilfsbereit, melancholisch, etc.) wurden 5 große, basale Faktoren/ Dimensionen der Persönlichkeit identifiziert - OCEAN

 

  1. Offenheit für Erfahrung (Openess to experience)
  2. Gewissenhaftigekit (Conscientiousness)
  3. Extraversion (Extraversion)
  4. Veträglichkeit (Agreeableness)
  5. Neurotizismus (Neuroticism)

 

Beschreibung der Persönlichkeitsstruktur ist dimensional = Typ ist nicht einer Kategorie zuzuordnen, sondern jede der 5 ist versch. ausgeprägt

 

In erster Linie durch Fragebögen

  • Selbsteinschätzung
  • einzelne Aussagen (Items) auf mehrstufiger Skala
  • Wie sehr zutreffend?

 

Wo angewendet?

  • Sparsam, daher oft angewendet
  • Persönlichkeit auf globaler Ebene
  • In versch. Ländern, Kontinenten, Kulturen, Gruppen, Bildungsgrad ähnlich
  • den Menschen inhärente Persönlichkeitsstruktur

SELBST- & FREMDBEWERTUNG

Selbstbewertung

  • Eigenschaftsausprägungen selbst eingeschätzt

Vorteile

  • Man kennt sich selbst am besten
  • Ökonomisch zb. als Gruppentestung umsetzbar (nur eine Testleitung für mehrere Personen notwendig)

Nachteil

  • Leicht unbewusst/bewusst nach eigenem Vorteil manipulierbar

 

Fremdbewertung

  • Einschätzung von anderen Personen

Vorteil

  • Zutreffenderes Bild von außen

Nachteile

  • Aufwändiger in Umsetzung
  • Abhängig von Einschulung der Fremdbeurteiler & Menge der Infos, die über die zu beurteilende Personen vorliegen

NEO-PERSÖNLICHKEITSINVENTAR

Big-Five-Modell

NEO Personality Inventory (NEO-PI)

  • Eines der 1. Verfahren für Erwachsene
  • von Costa & McCrae 1985
  • Mittlerweile viele überarbeitete Versionen
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HEXACO-MODELL

Theorien der Persönlichkeit

Hat das Big-Five-Modell alle relevanten Persönlichkeitsmerkmale?

 

Erweiterung = HEXACO-Modell (Ashton 2004)

  1. Ehrlichkeit-Demut (Honesty-Humility)
  2. Emotionalität (Emotionality)
  3. Extraversion (EXtraversion)
  4. Verträglichkeit (Agreeableness)
  5. Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness)
  6. Offenheit für Erfahrung (Openess to experience)

 

Inhaltlich überschneidend

DREI-INSTANZEN-MODELL

Psychodynamische Theorie der Persönlichkeit

Sigmund Freud (1856-1939)

  • Struktur der Persönlichkeit mit Berücksichtigung der menschl. Triebe & unbewussten Prozesse
  • Es, Ich, Über-Ich
  • Weschselwirkung zw. 3 Instanzen mit untersch. Funktionen & Unterteilungen in Unbewusstes/ Bewusstes
  • Interaktion + Konflikte zw. Instanzen = Persönlichkeit
  • Veraltet - historisch, weil es mit nicht messbaren Werten fungiert
  • Besonders für damalige Forschung, weil es auf innewohnende Prozesse lenkte & Erklärungsmuster für Persönlichkeit lieferte
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ES

Drei-Instanzen-Modell

  • Primitivster Teil
  • Unbewusste Prozesse
  • Schnellstmögliche Befriedigung von Bedürfnissen
  • v.a. Grundbedürfnisse - Schlaf, Nahrung, Überlebenstrieb, Sexual- & Fortpflanzungstrieb (Libido), Aggressionstrieb (Thanatos)
  • Bei Befriedigung wird nicht auf Konsequenzen geachtet

ÜBER-ICH

Drei-Instanzen-Modell

  • Kontrast zum ES
  • Moralitätsprinzip
  • Sinn für Moral, Werte-, Normvorstellungen
  • Bewertet Wünsche des Es
  • Beachtet eigene Ideale & verinnerlichte/anerkannte soziale Normen/ Gebote/ Verbote
  • Art "Gewissen"
  • Nach Perfektion - gelingt nicht, dann Gewissensbisse
  • Unbewusst, kann aber ins Bewussstsein gerufen werden

ICH

Drei-Instanzen-Modell

  • Vermittler zw. Es & Über-Ich
  • Größtenteils bewusst
  • Zusammenbringung von Trieben (Es) & Wertvorstellungen (Über-Ich)
  • Ergebnis = rationale Lösungen (zb. Aufschub von Bedürfnissen in unpassenden Situationen) 

HUMANISTISCHE THEORIEN DER PERSÖNLICHKEIT

  • 1960er Jahren
  • Gegenstrom zu Psychoanalyse & Behaviorismus
  • Wachstumspotenzial einer Person im Vordergrund

 

Kernannahmen

  1. Phänomenologie - Jeder nimmt Realität auf persönliche Art wahr
  2. Subjektive Wahrnehmung & Interpretation der Realität beeinflusst Denken & Handeln
  3. Erleben & Verhalten einer Person nur dann nachvollziehbar, wenn man die Welt aus ihrer Perspektive sieht
  4. Eigenes Selbstkonzept wichtiges Merkmal der Persönlichkeit
  5. Jeder Mensch strebt nach Selbstverwirklichung

SELBSKONZEPT

Humanistische Psychologie

  • Bild, was Person über sich selbst hat
  • Aspekte wie Überzeugungen eigener Persönlichkeitsmerkmale, Werte, Fähigkeiten & Ideen wer man ist/ wer man sein kann
  • Erfahrungen & soziale Interaktion mit Eltern/ Geschwistern/ Verwandten/ Freunden prägen Aspekte - beeinflussen positiv oder negativ eigenes Selbstkonzept

SELBSTVERWIRKLICHUNG

Humanistische Psychologie

  • Psychologisches Bedürfnis, sein volles Potenzial auszuschöpfen
  • Spez. Form der Erfüllung variiert von Mensch zu Mensch

CARL ROGERS

Humanistische Psychologie

 

  • Wichtigster Vertreter (1902-1987)
  • Theorien basierend auf therapeutischer Arbeit mit Klienten
  • Prägte Begriffe Kongruenz, bedinungslose Akzeptanz, Empathie (als Grundvoraussetzung des Therapeuten, um Persönlichkeitsveränderung des Klienten bestmöglich zu unterstützen)

KONGRUENZ

Humanistische Psychologie

  • Echtheit im therapeutischen Setting
  • Therapeut soll Klienten so gegenübertreten, wie er wirklich ist
  • Nicht hinter Fassade/ Rolle verstecken

BEDINUNGSLOSE AKZEPTANZ

Humanistische Psychologie

  • Jeder Aspekt der Gefühle/ Erfahrungen muss akzeptiert werden
  • Fürsorglich mit Klienten umgehen
  • Klient ist eigenständiger Mensch mit eigenen Gefühlen/ Erfahrungen (egal wie positiv, negativ, abnorm, ängstlich etc, sie erscheinen)

EMPATHIE

Humanistische Psychologie

  • Einfühlen in die Welt des Klientenm, als wäre es die eigene, ohne Bezug zur Realität zu verlieren
  • Gefühle können so besser verstanden werden
  • Neue Erkenntnisse können auferlegt werden

ABRAHAM MASLOW

Humanistische Psychologie

1908 - 1970

  • Wichtiger Vertreter
  • Jedes Individuum hat ein positives Wachstumspotenzial
  • Psychische Störungen wegen Hemmung individueller Selbstverwirklichung durch gesellschaftliche Einschränkungen
  • Aufgabe der Gesellschaftspolitik = Hindernisse zu beseitigen

 

  • Beschäftigte sich mit dem Leben erfolgreicher Menschen (Einstein, Ghandi, Lincoln, Martin Luther King etc.)
  • Ihnen gelang Selbstverwirklichung, Erfolg, Produktivität
  • Hohe Ausprägungen Kreativität, Spontaneität, Liebe zu sich selbst & anderen
  • Weniger gute Freundschaften, als viele oberflächliche
  • Brauchen keine Bestätigung von außen - selbstsicheres Agieren mit tiefer Wertschätzung fürs Leben (auch wenn sie zu der Zeit für abweichende Meinungen einstünden)

 

Bedürfnispyramide

  • Hierarchie menschl. Bedürfnise
  • Alle Bedürfnisse sind angeboren, entwickeln sich aber im Laufe des Lebens
  • Entwicklung höherer Stufe erst, wenn die darunterliegende befriedigt ist
  • Jede Person hat andere Ausprägungen der Stufenstärken - dies wirkt sich auf Verhaltenstendenzen aus
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KRITIK AN BEDÜRFNISPYRAMIDE

Humanistische Psychologie

1. Eindimensionalität

  • Sind Menschen eindimensionale Wesen, die immer nur ein Bedürfnis zu best. Zeit versprüren?
  • Eher Konkurrierende Bedürfnisse - Versch. Bedürfnisse versch. Ebenen
  • zb. für manche ist der Wunsch nach Anerkennung mehr wert, als der, der Sicherheit

 

2. Kulturelle Kritik

  • Basierend auf westlichen Kulturen in individualistischer Gesellschaft
  • In kollektivistischer Gesellschaft - Höchstes Ziel = wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein (eigene Bedürfnisse werden untergeordnet)

 

KOGNITIVE THEORIEN

  • Mentale Prozesse, die die individuelle Persönlichkeit ausmachen
  • zb. Denken, Beobachten, Kategorisieren

SOZIALE LERNTHEORIE

  • ​Betonung auf Umwelt
  • ​zb. Wie werden Menschen durch soziales Umfeld & Vorbilder beeinflusst?

MERKMALE SOZIAL-KOGNITIVER LERNTHEORIEN

  1. ​Betonung des aktiven Handlens - kein rein passives Reagieren
  2. ​Betonung des sozialen Umfelds als Verhaltensdeterminante - Faktoren, die das Erleben & Verhalten beeinflussen
  3. ​Betonung kognitiver Prozesse - Wie wird eine Situation beurteilt?
  4. ​Betonung Lernen komplexer Verhaltensmuster unabhängig von ihrer Verstärkungswirkung - positive Konsequenzen

--> wurden im Neobehaviorismus entwickelt (von Rotter, Bandura, Mischel, Kelly)

JULIAN ROTTER

1916 - 2014

  • ​Persönlichkeit = Anordnung von Verhaltensmöglichkeiten sozialer Situationen
  • ​Für Vorhersage von Verhalten in Situationen -> frühere Lernerfahrungen + Situationsmerkmale ausschlaggebend

Verhaltenspotenzial

  • ​Wahrscheinlichkeit des Auftretens best. Verhaltens in best. Situation
  • ​Erwartung best. Verstärkung (positive Konsequenz)
  • ​Abhängig von Erwartungen & Verstärkungswert (Attraktivität)

VERHALTENSGLEICHUNG

nach Rotter

  • ​Verhaltenspotential entspricht Funktion aus Erwartung & Verstärkungswert

 

zb. Maria studiert Psychologie

 

  • ​Langfristiges Wissen aufbauen & gute Noten schreiben ist ihr sehr wichtig (VWsv)
  • ​Sie weiß, dass lernen und LV besuchen zu diesen Punkten führt (EXsv)
  • Wahrscheinlichkeit, dass Maria rechtzeitig anfängt zu lernen & die LV besucht, ist also sehr hoch (VPxsv)
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INTERNALE & EXTERNALE KONTROLLÜBERZEUGUNGEN

nach Rotter

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Internale

  • Ausmaß, indem Person Ereignisse als Konsequenz auf eigenes Verhalten erlebt
  • zb. Person ist spät dran, fährt deshalb schneller & kommt doch noch rechtzeitig - Eigenes Verhalten (schnelles Fahren) ist der Grund für die Pünktlichkeit

 

Externale

  • Ausmaß, indem Person Ereignisse auf das Einwirken anderer oder auf Schicksal/ Zufall zurückführt & sie selbst keinen Einfluss hat
  • zb. Pünktlichkeit, weil nur grüne Ampeln, wenig Verkehr, einfach großes Glück - externe Faktoren

ALBERT BANDURA

1925-2021

  • Menschl. Verhalten = Ergebnis eines Wechselspiels von (primär kognitiven) Personenfaktoren + Umwelteinflüssen
  • Wahrnehmung wahrscheinlicher Handlungsfolgen (positive/negative Konsequenzen) beeinflussen Verhalten

 

Wichtigste Kernannahmen

  1. Menschl. Verhalten großteils kognitiv (interne Prozesse der Selbsregulation)
  2. Lernen = v.a. in Wahrnehmung von Handlungskonsequenzen
  3. Lernen am Modell - Lernen durch Beobchtung anderer

 

  • Hypotesentestungen Lerneffekte durch Modellbeobachtungen in Bbo-Doll-Experimenten

SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG

nach Bandura

  • Self-efficacy
  • Einschätzung eigener Fähigkeit, best. Situationen (herausfordernde/ unbekannte) erfolgreich zu meistern
  • Eigene Selbstwirksamkeit = große Rolle fürs individuelle Verhalten
  • Personen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung sehen schwierige Aufgaben eher als zu meisternde Herausforderung als vermeidende Bedrohung an - setzen sich höhere Ziele & stellen sich Herausforderungen mit Gewissheit, die Kontrolle zu behalten

ERFAHRUNGSQUELLEN VON SELBSTWIRKSAMKEIT

nach Bandura

  1. Eigene Wirksamkeitserfahrungen durch Hindernissüberwindungen durch Beharrlichkeit
  2. Stellvertretende Erfahrung sozialer Modelle - Beobachtung von Menschen mit ähnlichen Merkmalen, die erfolgreich sind durch Beharrlichkeit
  3. Verbale Persuasion - Mündliche Überzeugungen von anderen, dass man das Zeug hat, erfolgreich zu sein
  4. Interpretation physiologischer Befindlichkeiten - positive Interpretation von physiologischen Stressreaktionen (zb. energetisierend statt hemmend)

WALTER MISCHEL

1930-2018

  • Integrativer Ansatz
  • Kombi versch. vorangegangener Persönlichkeitsmodelle
  • Persönlichkeit = kognitives Verarbeitungssystem - geprägt durch individuelle Lernerfahrungen & Sozialisierung
  • 5 Persönlichkeitsvariablen (cognitive social learning person variables) die miteinander interagieren

PERSÖNLICHKEITSVARIABLEN

nach Mischel

1. Kognitive & verhaltensbezogene Konstruktionskompetenz

  • Zeitlich stabile, situationsübergreifende mentale Fähigkeiten
  • Diese können unter geeigneten Bedingungen untersch., anpassungsfähige Verhaltensweisen erzeugen

 

2. Kodierung & Kategorisierung von Ereignissen

  • Kodierung & Gruppierung von Infos variiert von Mensch zu Mensch
  • Wie wer beobachtetes Verhhalten verschlüsselt, welche perönlichen Kategorien/ Konstrukte (über sich selbst, andere, Ereignisse, Situation etc.) angelegt werden & auf welche Stimuli aus Umwelt geachtet wird -> großer Einfluss darauf, was gelernt wird

 

3. Ergebniserwartungen (hinsichtlich Verhalten & Stimuli)

  • Sepz. Erwartungen bzgl. Folgen untersch. Verhaltensmöglichkeiten in best. Situation
  • Erwartungen müssen nicht mit objektiven Eventualitäten in der Situation übereinstimmen - individuell

 

4. Subjektive Werte

  • Jeder Mensch hat individuelle Werte - Präferenzen/ Aversionen best. Reize
  • Reize können positive/ negative emotionale Zustände hervorrufen
  • Fungieren als Anreize/ Verstärker für Verhalten oder führen dazu, best. Verhalten nicht mehr auszuführen

 

5. Selbstregulationssysteme & Pläne

  • Setzung individueller Ziele, auch ohne soziale Einschränkungen
  • Verhalten durch selbst auferlegte Standards/ Konsequenzen
  • Weicht es von Kritereien ab - Selbstkritik/ -zufriedenheit

BELOHNUNGSAUFSCHUB

nach Mischel

  • Delay of gratification
  • Tendenz, wie Person auf Dilemma reagiert / auf sofort verfügbare Verstärkung (unmittelbare Belohnung), wobei auf höherwertige, zeitlich versetzte Verstärkung verzichtet wird

MARSHMALLOW-TEST

Sozial-kognitive Lerntheorien

von Mischel & Kollegen

  • ​Fähigkeit des Belohnungsaufschubs von Kindern zw. 3,5 & 6 J.

 

  • ​Kinder hatten Wahl: Entweder sie bekommen direkt verfügbare Verstärkung (zb. Marshmallow) oder, wenn sie ein wenig warten, die doppelte Menge
  • ​Versuchsleiter vierließ für ca. 15 Min. Raum
  • ​Kinder waren mit direkter Verstärkung alleine

 

  • ​Beobachtung ergab effektive Strategien zur Frustbewältigung
  • Hände vor Augen - um Süßes nicht zu sehen
  • Mit Händen & Füßen Spielen
  • Singen & Reden mit sich selbst

 

  • ​Kinder mit höherer Selbskotrolle (haben auf doppelte Verstärkung gewartet) wurden von Eltern 10 Jahre später als akademisch & soziale kompetenter eingestuft
  • ​Sie haben ebenso bessere schulische Leistungen & konnten mit Frustration/ Stress leichter umgehen & Versuchungen widerstehen

GEORGE KELLY

 

1905 - 1967

  • KEINE Einordnung von Menschen auf vorgegebene theoretische Dimensionen
  • Jede Person hat individuell angepasste Dimension für sich
  • Psychologie der persönlichen Konstrukte - individuelle Muster, durch Erfahrungen, Vorstellungen, Interpretationen des Erlebten
  • Persönliche Konstrukte übers Leben veränderbar - Anpassung/ Änderung durch Änderung der SItuation/ Lebenstumstände

 

ROLE CONSTRUCT REPERTORY TEST

nach Kelly

REP-Test

 

  1. ​VP muss bedeutende soziale Rollen im eigenen Leben durch Bezugspersonen konkretisieren = Elemente (Mutter, Vater, Geschwister, Freunde, etc.)
  2. ​Element in 3er-Gruppen aufgeteilt
  3. Konstrukte werden untersucht - VP muss 2 Elemente aus der Gruppe bestimmen, die gewisse Ähnlichkeit haben, die das 3. Element nicht hat
  4. ​Welche Konstrukte spielen in der subjektiven Wirklichkeit der VP eine große Rolle? Durch das Auswählen best. Konstrukte, die sich mit anderen Elementen überschneiden & manche gar nicht besitzen, lässt sich herausfinden worauf die VP wert legt (da es bestimmt noch mehr Ähnlichkeiten/ Unterschiede zw. den Personen gibt)

 

 

Abbildung: Zb. Bruder, Freund, Arbeitsgeber waren 3er-Gruppe - natürlich vs. blasiert

Individuelle Beschreibungen der Menschen ihres Umfeld

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WAS IST DIE PERSÖNLICHKEITSDIAGNOSTIK?

  • Von Persönlichkeitspsychologie nicht zu trennen
  • Individuum im Fokus
  • Wie individuell sind die Persönlichkeitsmerkmale einer Person im Vergleich zu einer Referenzpopulation ausgeprägt?
  • Klassifizierung von durchschnitllich, überdurchschnittlich oder unterdurchschnittlich
  • Wie verändert sich die Ausprägung einer Persönlichkeitseigenschaft intraindividuell zw. 2 Messpunkten?

 

  • Frage, wie sich Persönlichkeit darstellen lässt & wieviele Dimensionen dazu nötig sind (wenn man solchen Ansatz vertritte) = direkt verknüpft mit Erhebung dieser Eigenschaften & Fähigkeiten
  • Modell- & Theorieentwicklung meist Hand in Hand mit Entwicklung entsprechender Messinstrumente

INFORMATIONSQUELLEN ZUR ERFASSUNG VON PERSÖNLICHKEITSMERKMALEN

Persönlichkeitsdiagnostik

Persönlichkeitsmerkmale + Auspägung in wissenschaftl. Psychologie & Praxis psychologischer Diagnostik häufig durch Selbstberichte der Person erfasste

 

von Raymond Cattell (1905-1998)

 

1. L-Daten

  • Aus Biographie & typisches alltägliches Verhalten einer Person
  • "Life-record data"
  • zb. Verhaltensbeobachtung, -beurteilung

 

2. Q-Daten

  • Selbsteinschätzungen, -berichte einer Person
  • zb. über eigene Gefühle & Einstellungen
  • "Questionnaire data"
  • zb. Persönlichkeitsfragebögen & Interviews

 

3. T-Daten

  • Basis = objektive Testergebnisse (auf Verhaltensleistung)
  • "Test data"
  • zb. Objektive Persönlichkeitstests

 

 

TESTGÜTEKRITERIEN

Persönlichkeitsdiagnostik

  • ​Alle psychologische Verfahren müssen gewissen Kriterien entsprechen
  • ​Nebengütekriterien (Skalierung/ Normierung/ Fairness/ Ökonomie/ Zumutbarkeit/ Unverfälschbarkeit/ Nützlichkeit)
  • ​Hauptgütekriterien - zentrale Qualitättsmerkmale psychologischer Tests (Reliabilität/ Validität/ Objektivität)

PERSÖNLICHKEITSFRAGEBÖGEN

Persönlichkeitsdiagnostik

  • ​Selbstberichtsverfahren
  • ​Untersuchungsgegenstände: Merkmale, Gedanken, Erinnerungen, Einstellungen, Erwartungen, Gefühle, Ziele, Verhaltensweisen

 

Mehrdimensionale Persönlichkeitsstestsysteme

  • Individuelle Persönlichkeitsstruktur wird hinsichtlich viler relevanter Aspekte erfasst
  • Minnesota Multiphysic Personality Inventory / Neo-Persönlichkeitsinventar / Freiburger Persönlichkeitsinventar
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GELTUNGSBEREICH FRAGEBÖGEN/ TESTS

  • ​Bei Konstruktion zu überlegen, welchen Geltungsbereich er haben soll
  • ​Für welche Personen, Personengruppen, Eigenschaftsausprägungen etc.?
  • ​Zentrale Frage: Soll der Test auch für klinische Erhebung/ Differenzierung der Eigenschaftsausprägungen gelten?

 

  • Zb. IQ-Test: Einbau von einfachen Items, aber auch schweren, um eventl. überdurchschnittliche Intelligenz zu überprüfen

MINNESOTA MULTIPHASIC PERSONALITY INVENTORY

Persönlichkeitstestsystem

  • Erste Fassung 1942 von S. Hathaway & C. McKinley
  • Weltweit am häufigsten verwendete Persönlichkeitssystem für klinisch-psychologischen Bereich
  • Aktuelle Version auch im eignungsdiagnostischen Bereich (zb. Personalauswahl)

 

Ziel

  • Ausführliche Beschreibung wichtiger Persönlichkeitseigenschaften + psychische Störungen

 

​​​​​​​MMPI-2 (​​​​​​​aktuelle deutschsprachige Fassung)

  • 10 klinische Skalen - zb. Hypochondire, Depression, Schizophrenie 
  • 15 Inhaltsskalen - zb. Zwanghaftigkeit, Zynismus, negatives Selbstbild
  • 3 Validitätsskalen - zb. Lügenskala (misst Neigung, sich in Testsituation zu vertsellen)
  • Zusatzskalen - rein für Forschungszwecke

 

  • Als Einzel- & als Gruppentestung durchführbar
  • ca. 1h
  • 567 dichotome items
  • Dichotom = Antwortformat (2 Kategorien zur Beantwortung - Richtig/ falsch bzw. zutreffend/ nicht zutreffend)

 

NEO-PERSÖNLICHKEITSINVENTAR

Persönlichkeitstestsystem

  • NEO Personslity Inventory - von P. Costa & R. McCrae (1985)
  • Zahlreiche Variationen
  • Basieren auf "Bif-Five-Modell"

 

Aktuelle (revidierte) Version (NEO-PI-R)

  • 240 Items, die 30 Persönlichkeitsfacetten erfassen
  • Die Persönlichkeitsfacetten bilden 5 Hauptskalen, wobei diese 6 Facetten mit jeweils 8 Items erhoben werden
  • 5x6 =30 -> 30x8 =240

 

  • Items mit 5-stufiger Antwortskala beantwortet (Extrempole: Stimme überhaupt nicht zu - stimme voll & ganz zu)
  • Entweder Selbstberichtsform (S-Form) - Von Testperson selbst beantwortet
  • Oder Fremdbeurteilung (F-Form) - Von Familienmitglied, aus Arbeit etc.
  • ca. 35-45 Min.
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WAS IST EINE FACETTE ?

In Persönlichkeitsdiagnostik

  • ​Subskalen, die einer übergeordneten Skala zugeordnet sind
  • ​Versuchen, Teilaspekte der übergeordneten transparent zu erfassen

FREIBURGER PERSÖNLICHKEITSINVENTAR

Persönlichkeitstestsystem

​von J. Fahrenberger, R. Hampel, H. Selg 1970

  • ​Seit 2020 in revidierter Form in 9. Auflage (FPI-R)
  • 10 Standardskalen (zb. Lebenszufriedenheit, Soziale Orientierung, Leistungsorientierung, Erregbarkeit, Aggressivität)
  • 2 Sekundärskalen (Extraversion & Emotionalität i.S.v. Eysenck)
  • 138 Items im dichotomen Antwortverfahren bewertet (stimmt/ stimmt nicht)
  • ​20-30 Min.

PSYCHOLOGISCH-DIAGNOSTISCHES INTERVIEW

Persönlichkeitsdiagnostik

  • ​Gespräche mit Ziel, systematisch Infos von Gesprächspartner zu erhalten
  • ​Meist im eignungsdiagnostischen Verfahren & im klinischen Bereich
  • Strukturierungsgrad = abhängig von Interviewzweck

 

Merkmale (die von alltäglichen Unterhaltung unterscheiden)

 

  1. Rollen der Personen festgelegt - Ein Befragter & ein Befragender
  2. Zielgerichtet - Aufschluss über best. (Persönlichkeits-)Merkmale des Befragten
  3. ​An Ergebnis werden Entscheidungen geknüpft - zb. Auswahlenentscheodung in Eignungsdiagnostik / weitere Behandlungsschritteim klinisch-therapeutischen Setting

UNSTRUKTURIERTES (FREIES) INTERVIEW

Psychologisch-diagnistisches Interview

  • ​Struktur, Frageinhalte, Auswertevorgehen ohne festgelegte Struktur - aus Bauch heraus/ je nach Verlauf
  • ​Vorteil: frei fließende Kommunikation
  • ​Nachteil: Bei Auswahlverfahren mit vielen Berwerbern ist es schwer, eine objektive Beurteilung abzugeben, wenn jeder individuelle Fragen bekam
  • ​Je unstrukturierter, desto abhängiger das Ergebnis bzgl. Gesprächsatmosphäre, persönliche Vorstellungen des Interviewers, Sympathie etc.

TEILSTRUKTURIERTES INTERVIEW

Psychologisch-diagnistisches Interview

  • Interviewleitfaden mit vorgegebenen Fragen
  • Reihenfolge frei wählbar
  • Flexible, freie Antwortmöglichkeiten der Person

VOLLSTRUKTURIERTES INTERVIEW

Psychologisch-diagnistisches Interview

  • Leitfaden mit allen Fragen
  • Fragen in festgelegter Reihenfolge
  • Person beantwortet anhand Antwortkategorien
  • Keine eigenen Ideen, Ansichten, freies Gespräch
  • Zu sehr strukturiert, ist es kein Gespräch sondern eher Befragung - kann zu künstlicher Situation führen

QUALITÄTSSICHERUNG EINES INTERVIEWS

Psychologisch-diagnistisches Interview

1. Schulungen

  • Durchführung von eingeschulten, qualifizierten Personen

 

2. Interviewleitfäden & Strukurierungen

  • Interviewers müssen befragten Personen unvoreingenommen gegenübertreten
  • Gleichbehandlung

 

3. Eignungsmerkmale

  • Spez. Eigenschaften/ Fähigkeiten, die bewertet werden, sollten im Voraus definiert werden & konkrete Verhaltensweisen/ Ausprägungsgrade beinhalten

 

4. Interviewprotokoll

  • Gesprächsverlauf & Antworten sollten dokumentiert werden
  • Schriftform, Video-, Tonbandaufzeichungen

 

5. Auswertung

  • Auwertungen müssen regelgeleitet sein, um objektiven & fairen Ablauf zu gewährleisten
  • zb. Welche Antworten erhalten volle Punkte? Welche Punkteabzug?
  • Auswertungsschema muss auf alle gleich angewendet werden

VERHALTENSBEOBACHTUNG & -BEURTEILUNG

Persönlichkeitsdiagnostik

  • Zur Beschreibung beobachtbaren Verhaltens einer Person
  • Persönlichkeitsmerkmale nicht direkt beobachtbar
  • Ziel: Durch beobachtbare Indikatoren (Verhalten einer Person in best. Situation) auf nicht direkt beobachtbare Merkmale zu schließen
  • Richtest sich auf alle visuell/ akkustisch wahrnehmbaren Aktivitäten/ Veränderungen des Zustands einer Person
  • Entweder als zentral siagnostischer Stellenwert (wenn andere Infoquellen nicht zur Verfügung stehen) - oder als ergänzende Infoquelle (zb. Beobachtung während Einstellungsinterview)

UNSYSTEMATISCHE vs. SYSTEMATISCHE BEOBACHTUNG

Verhaltensbeobachtung & -beurteilung

Unsystematisch

  • ​Freie Verhaltensbeobachtung
  • ​Ohne vorher festgelegte Kriterien
  • ​Entspricht Allstagsbeobachtung

 

Systematisch

  • ​Anhand festgelegter Kriterien - zb. hinsichtlich Ort, Zeit, Auswertung
  • ​zb. im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens

FELD- vs. LABORSTUDIE

Verhaltensbeobachtung & -beurteilung

Feld

  • ​Unter natürlichen Bedingungen (wie zb. im berufleichen/ privaten Umfeld)

 

Labor

  • ​Künstliche Situation
  • ​Diagnostiker hat volle Kontrolle
  • zb. Datenerhebung für psychologische Studie

TEILNEHMENDE vs. NICHT TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG

Verhaltensbeobachtung & -beurteilung

Teilnehmend, wenn beobachtende Person aktiv mit Beobachtenden interagiert

(zb. Rollenspiel im Assessment-Center)

DIREKTE vs. INDIREKTE BEOBACHTUNG

Verhaltensbeobachtung & -beurteilung

Direkt

  • ​Passiert während dem Geschehen
  • ​Zeitgleich in der Situation

 

Indirekt

  • ​Asynchron
  • zb. mit Videoaufzeichnung

SELBST- vs. FREMDBEOBACHTUNG

Verhaltensbeobachtung & -beurteilung

Selbst

  • ​Person soll eigens Verhaltem/ Erleben beobachten & festhalten
  • ​Durch Selbstreflexion

 

Fremd

  • ​Beobachtung anderer durch geschulte Diagnostiker

OBJEKTIVE PERÖNLICHKEITSTESTS

Persönlichkeitsdiagnostik

  • ​Verfahren, bei denen VP (in hoch standarstisierte Testsituationen) Aufgaben berarbeiten müssen
  • ​Für VP nicht erkennbar, welche Eigenschaften gemessen werden (keine face validity - Augenscheinlichkeit) - weniger anfällig für Verzerrungen durch VP
  • ​Beobachtbaren Reaktionen geben Rückschlüsse üder Persönlichkeit
  • ​Mittlerweile gibt es versch. Arten

 

Objektive Parameter

  • ​Reaktionszeit
  • ​Anzahl gelöster Aufgaben

 

1. Generation der Tests

  • ​Ursprung 2. Hälfte des 20. Jhd.
  • ​von Raymond Catell

 

2. Generation

  • ​Computer für Durchführung
  • ​Komplexe, flexible Testungen möglich

 

Eine Kategorie, als Leistungstest getarnt, erweckt den Anschein, dass eine Leistungsaufgabe möglichst rasch & fehlerfrei bearbeitet werden soll

 

Andere Kategorie simuliert "echte" Lebenssituation, in denen mehr oder wenig komplexe Aufgaben bearbeitet werden sollen

 

 

IMPLIZITE TESTS

Objektive Persönlichkeitstests

  • Indirektes Testverfahren
  • ​Erfassung automatisch & unbewusst ablaufende Reaktionsprozesse

 

Implizite Assoziationstests

  • ​Erfassung interindividueller Unterschiede bzgl. Einstellungen, Stereotypen, Vorurteilen, Selbstkonzepten
  • ​Kein standardisierter Test
  • Methodik, die für untersch. Bereiche inhaltlich angepasst & eigesetzt werden können
  • ​Alle auf Basis derselben Idee: Über Reaktion einer Person auf Items werden indirekt Rückschlüsse auf Einstellungen gezogen
  • ​Da für VP nicht direkt ersichtlich ist, was gemessen wird, ist es schwierig, das Ergebnis (zb. aufgrund sozialer Erwünschtheit) zu verfälschen
  • Instruktion besteht meist nur aus dem schnellen, fehlerfreien Zuordnen der Begriffe
  • Versch. Einstellungen können erfasst werden (Selbstwert, Ängstlichkeit, Einstellung gegenüber best. Gruppen, etc.)
  • Unzureichende Reliabilitätswerte & geringe Zusammenhänge mit anderen subjektiven Testverfahren (wie Fragebögen)

 

Ablauf IAT

  • ​Computergestützte Diskriminationsaufgaben werden bearbeitet
  • ​Auf Bildschirm gezeigte Stimuli (Objekte/ Begriffe) sollen durch Tastendruck jew. einer Kategorie zugeordnet werden - möglichst rasch & fehlerfrei
  • ​Stimulie entweder Objektdimension (zb. Ich vs. Nicht-Ich) oder Attributdimension (zb. positiv vs. negativ)
  • Grundannahmen des IAT = Sortieraufgabe einfacher (also kürzere Reaktionszeiten), wenn stark miteinander assoziierte Konzepte (zb. Ich - Glück) derselben Taste zugeordnet sind als weniger assozierte Konzepte (zb. Ich - Qual) - kann natürlich auch andersrum eher assoziiert werden
  • ​Immer nur eine Aufgabe nacheinander am Bildschirm sichtbar
  • ​Untersuchung der durchschnittlichen Reaktionszeit bei Variation der Objekt- & Attributdimension
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PROJEKTIVE TESTS

Persönlichkeitsdiagnostik

  • ​Untersuchung Reaktion der VP auf mehrdeutige Items (zb. Bilder)
  • ​Vp werden Bilder/ formale Strukturen gezeigt
  • ​VP werden dann aufgefordert, eigene Interpretationen/ Geschichten zu diesen Bildern zu liefern
  • ​Indem sie ihre Reaktionen/ Interpretationen projizieren, wird angenommen, dass sie unbewusste/ tiefere Aspekte ihrer Persönlichkeit offenbaren
  • Brickenkamp-Handbuch unterscheidet Form-Deute-Verfahren, verbal-thematische Verfahren, zeichnerische & Gestaltungsverfahren

FORM-DEUTE-VERFAHREN

Projektive Tests

Hermann Rorschach (1884-1922)

  • Gründer Rorschach-Tests 1921 (bekanntestes Form-Deute-Verfahren)
  • Zufällige Reizmuster werden abhängig der individuellen Persönlichkeit unterschiedlich gedeutet

 

Was wird bewertet?

  • Geht die Deutung von Gesamtstruktur oder von Details aus?
  • Nimmt die Farbe einiger Figuren Einfluss auf die Deutung? (zb. Mensch- vs. Tierdeutung)
  • Wie originell ist die Deutung der VP?

 

Kritik

  • Konkrete diagnostische Wert der gewonnen Ergebnisse ist fraglich
  • Selten in Forschung verwendet
  • In manchen Praxisfeldern bzgl. klinischer Fragestellungen genutzt - bedarf aber aufwändige Einführung & gewisses Maß an Übung

 

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VERBAL-THEMATISCHE VERFAHREN

Projektive Tests

Henry Murray (1893-1988)

  • 1. Auflage 1943 Thematischer Apperzeptionstest (TAT)
  • VP bekommt mehrdeutige Bilder, in denen soziale Situationen gezeigt sind
  • "Dramatische" Geschichte muss erfunden werden
  • Mit Fragen unterstützt - "Wie kam es zu dieser Situtation & wie wird die Geschichte weitergehen?" etc.

 

  • Ursprünglich als Hilfsmittel zur Erforschung klinischer Sachverhalte
  • Durch Interpretationen der VP sollen Motive (Bedürfnisse) & Zukunftserwartungen offenbart werden
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ZEICHNERISCHE GESTALTUNGSVERFAHREN

Projektive Tests

zb. Baum-Test

  • VP müssen Baum zeichnen
  • Wurzeln, Stamm, Krone sollen Schlussfolgerungen über Gefühle, Reaktionen, Entwicklungsstand der VP liefern

STELLENWERT PROJEKTIVER VERFAHREN

in psychologischen Diagnostik

  • Testgüte dieser Verfahren heute eher negativ beurteilt
  • V.a. zeichnerische Gestaltungsverfahren erscheinen von Methode her plausibel & sind weitläufig bekannt
  • Aber übliche Maßstäbe (Gütekriterien) bei psychologischen Testverfahren werden nicht erfüllt
  • Objektivität in Durchführung & Auswertung schwer
  • Reliabilität & Validität schwer beurteilbar

 

  • Im klinischen Anwendungsbereich anderer Zweck: weniger Test, sondern Technik zu dialogischen Gesprächsführung