Warum Menschen in Typen einordnen?
Menschen möglichst treffend charakterisieren können, indem sie gemäß ihrer Ähnlichkeit in einer Gruppe von verschiedenen Eigenschaften zu Persönlichkeitstypen zusammengefasst werden.
Definition Persönlichkeitstypen
beschreiben miteinander zusammenhängende Persönlichkeitseigenschaften und fassen diese zusammen. Sie sollten möglichst homogen sein, sich aber untereinander stark unterscheiden
Frühe Einordnungen der Persönlichkeit
AVEM
Arbeitspsychologische Verhaltens- und Erlebensmuster
Konstitutionstypologien (Kretschmer
Typeneinteilung nicht nach Temperament, sondern nach körperliche Konstitution:
Ansatz von Cattell
Persönlichkeitsunterschiede zwischen Menschen durch verschiedene Dimensionen systematisieren
Ziel: Eigenschaften zu finden, die Menschen zeitlich stabil und konsistent, also über die Zeit hinweg und in verschiedenen Situationen von anderen unterscheiden
Definition Persönlichkeitsdimension
versucht, verschiedene miteinander stark zusammenhängende (korrelierende) Persönlichkeitseigenschaften eines Menschen zu einem Oberbegriff zusammenzufassen
Unterscheidung states und traits
Lexikalische Methode (Allport und Odbert)
Alle Wörter aus einem Wörterbuch der englischen Sprache herausfiltern, die Merkmale einer Person beschreiben und diese in Kategorien zusammenfassen
Ergebnis: 171 Variablen in Form von Gegensatzpaaren
Von Cattell benannt als: Oberflächeneigenschaften (surface traits)
Datenerhebung Cattell um zusammenhängende Faktoren hinter den surface traits aufzudecken
100 Probanden
Ergebnis: 12 Eigenschaften -> Wurzelfaktoren nach Cattell als Basis für Fragebogen 16 PF (Skalen)
12 Wurzelfaktoren nach Cattell
16 PF-Skalen nach Cattell
Wärme, logische Schlussfolgern (Intelligenz), emotionale Stabilität, Dominanz, Lebhaftigkeit, Regelbewusstsein, soziale Kompetenz, Empfindsamkeit, Wachsamkeit, Abgehobenheit, Privatheit, Besorgtheit, Offenheit für Veränderung, Selbstgenügsamkeit, Perfektionismus, Anspannung
Besonderheit PF16: Einbezug kognitive Dimension, logisches Schlussfolgern
Diese Faktoren sind nicht unabhängig von einander, sondern korrelieren zum Teil miteinander und können zu übergeordneten Dimensionen zusammengefasst werden
Objektive Persönlichkeitstests (Cattell)
Tests, getarnt als Leistungstest, wobei nicht die kognitive Leistung gemessen und ausgewertet wird, sondern Persönlichkeitseigenschaften
Culture Fair Intelligence Test (Cattell)
befasst ausschließlich nicht-sprachliche Aufgaben -> Ziel: Grundintelligenz eines Menschen weitgehend unabhängig vom kulturellen Hintergrund, sozialer Status und Bildungsgrad erfassen
2 wichtige Aufgaben der Persönlichkeitspsychologie (Eysenck)
Persönlichkeitsmodell PEN-System nach Eysenck
Neben Intelligenz, 3 Dimensionen: Psychotizismus, Extraversion und Neurotizismus
Vorgehen stark theoriegeleitet und bezieht die biologische Basis der Persönlichkeit mit ein
Primärfaktoren Psychotizismus
kalt, egozentrisch, aggressiv, unpersönlich, impulsiv, antisozial, nicht mitfühlend, hart, kreativ
breite Bandbreite an Verhaltensweisen, denen allen gemeinsam ist, dass sie unangepasst, unsozialisiert, ungewöhnlich oder seltsam sind (Einzelgänger, kein Einfühlungsvermögen oder Sensibilität, sogar grausam und unmenschlich bei hoher Ausprägung)
Primärfaktoren Neurotizismus
Schuldgefühle, niedergeschlagen, ängstlich, niedriges Selbstwertgefühl, angespannt, launisch, schüchtern, irrational, emotional
Sehr empfindlich auf Reize reagieren
Primärfaktoren Extraversion
lebhaft, bestimmt, aktiv, gesellig, reizsuchend, ungestüm, dominant, sorgenlos, kühn
Quellen Extraversion
Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit (Allport, Thurstone, Odbert)
Unterfacetten Neurotizismus
Unterfacetten Extraversion
Unterfacetten Offenheit
Offenheit für:
Unterfacetten Verträglichkeit
Unterfacetten Gewissenhaftigkeit
Biologische Erklärungstheorie der Persönlichkeit von Eysenck
Er geht davon aus, dass es Unterschiede in der Aktivierbarkeit des Nervensystems bei Menschen gibt und dass diese Unterschiede zu Extraversion bzw. Introversion führen -> Theorien sind neurophysiologisch gestützt
ARAS
Aufsteigende, retikuläre aktivierende System -> System im Hirnstamm: steuert die Aktivierung und die Entspannung sowie das Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen als auch die Aufmerksamkeit
Annahmen Eysenck
BIS/BAS-Theorie von Gray
Ein gemeinsamer biologischer Prozess liegt Neurotizismus und Extraversion zugrunde.
Modell mit zwei miteinander in Verbindung stehende Dimensionen: Ängstlichkeit und Impulsivität
BIS: Behavioral Inhibition System -> Verhaltenshemmungssystem im Gehirn, unterdrückt jenes Verhalten, das wahrscheinlich bestraft wird oder für das eine erwartete Belohnung ausbleibt
BAS: Behavioral Approach System -> Verhaltensannäherungssystem, hält Ausschau nach Hinweisen für eine Belohnung oder für das Ausbleiben einer Bestrafung
Fight-Flight-System FFS von Gray
Überlebungssystem: reagiert auf alle Reize, die eine Bedrohung für das individuelle Überleben darstellen kann
Biosoziale Persönlichkeitstheorie von Cloninger
4 Persönlichkeitsdimensionen:
Novelty seeking
Harm avoidance
Reward dependence
Tridimensional Personality Questionnaire
Weitere Fragebogen von Cloninger
Theorie der positiven und negativen Affekte und der affektiven Stile (PANAS) von Davidson
Beide Gehirnhälften sind spezialisiert auf unterschiedliche Aufgaben: links Annäherungsverhalten und rechts Vermeidungsverhalten und Rückzugsverhalten
Frontale Asymmetrie: stärkere Ausprägung einer Hirnhälfte
PANAS Fragebogen
Ziel: affektiven Stil von Menschen messen
Forschung sensation seeking von Zuckermann
Befasst sich mit dem menschlichen Bedürfnis nach Stimulation und mit der unterschiedlichen Ausprägung der Stärke dieses Bedürfnisses bei verschiedenen Menschen -> Fragebogen SSS-V
Skalen: