Karteikarten im Karteikarten-Set

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2 Formen von Wissen

  1. Worthülsen inkl. ihrer Verknüpfungen kennen
  2. Begriffe benutzen können um auf Ebenen "Phänomene" und "Features" besser sehen zu können

3 Phasen eines Lernzyklus

  1. Stage of Romance: erfahrungsbezogener, persönl. & begeisternder Zugang zum Thema
  2. Stage of Precision: Suche & Analyse von Infos und Organisation in ein geschlossenes Ganzes
  3. Stage of Generalisation: Erkennen allg. Prinzipien und Übertragung auf Anwendungsfelder

Fixed Mindset

Du kannst das nicht

„Das liegt an meiner fehlenden Intelligenz und das ist nicht änderbar.“

→ Diese Person strengt sich nicht mehr an und wird tatsächlich nicht intelligent.

Growth Mindset

Du kannst das noch nicht

„Das liegt an meiner fehlenden Anstrengung und das ist änderbar.“

→ Diese Person strengt sich mehr an und wird tatsächlich intelligent.

Eisbergmodell

Für ein an der Oberfläche sichtbares Merkmal sind in der Tiefe zahlreiche nicht so leicht erfüllbare Bedingungen zu erfüllen

→ nur an der Oberfläche zu „drehen“ bringt meist wenig!

→ es gibt selten einfache Lösungen!

Metapher von der Landkarte

  • fein vs. grob
  • grob für schnelle Einschätzung: wenig aufwendig, aber oberflächlich
  • fein, wenn man es genauer wissen will: tiefgehend, aber aufwendig

-> gibt kein richtig oder falsch -> je nach Bedarf!

Hardware & Software

Hardware = fluide Intelligenz

Software = Vorwissen

Der Erwerb von Wissen erzeugt einen riesigen Effekt, die „Hardware“ ist nicht mehr relevant

=> Nur wenn kein Wissen vorhanden ist, zeigt sich ein minimaler Vorteil der „Hardware“.

Myelinisierung

  • Myelin: Ummantelung der Nervenfasern, erhöht Leistungsgeschwindigkeit (ohne: 3 m/sec, ↔ mit: 115 m/sec)
  • der entwicklungspsychologische Trick?

→ höhere Areale frühzeitig angelegt, lernen von Anfang an mit

→ aufgrund fehlender Myelinisierung und damit einhergehender Verlangsamung kein frühzeitiger Beitrag zum Verhalten

→ Sicherstellung, dass erst basale Dinge gut gelernt werden und dann erst komplexere

  • Jugendalter: Frontalhirn noch nicht myelinisiert → kein Einfluss aufs Verhalten

Pubertätsprobleme

Grundproblem: künstliche Verlängerung der Kindheit über das Einsetzen der Pubertät hinaus im Lauf des letzten Jahrhunderts

→ Infantilisierung der Jugend: Heranwachsende noch wie Kinder behandeln mit gleichzeitiger Isolation von Erwachsenen

→ Verhaltensspielraum massiv durch zahlreiche Regelungen eingeschränkt

→ für unter 21-jährige in USA mehr als 10mal so viele Regeln wie für Ältere und doppelt so viele wie für Gefängnisinsassen

→ die durch Infantilisierung entstehende Leere wird durch Konsumprodukte gefüllt

→ Effekt durch entsprechende Rollenbilder verstärkt

Pubertät am Bsp. Island

Ziel: Muster herausfinden: was unterscheidet Jugendliche, die

sich auf Konsum von Alkohol/Drogen einlassen von anderen?

- oft an Gruppenaktivitäten teilnehmen (v.a. Sport)

- viel Zeit mit Eltern verbringen

- Gefühl, in der Schule ernst genommen zu werden

- spät abends nicht auf der Straße herumtreiben


Konsequenz: Entwicklung eines landesweiten Plans „Jugend in Island“

  • Erhöhung Fördergelder für Sport-, Musik-, Kunst-, Tanz- und andere Vereine
  • Schulen müssen Elternorganisationen einrichten und sie am Schulleben beteiligen

4 Felder des Verstehens

  1. eigene Ziele
  2. biologische Reifung
  3. gesellschaftl. Erwartungen
  4. Entwicklungsumwelt

Impulsives vs. Reflektives System

  • Impulsiv: Reiz wahrgenommen, führt aufgrund Verknüpfung im assoziativen Speicher sofort zu Reaktion (Verhalten)
  • Reflektiv: Reiz wahrgenommen, neu repräsentiert (propositionale Kateg.), anfangen zu denken, bilden reaktionale Intention was wir wollen, verhalten uns danach

Meme (memetisches Paradigma)

- Gen = vererbte biologische Steuerung

- Mem = kulturell weitergegebene mentale Steuerung

→ in einer Gesellschaft vorhandene Ideen, Überzeugungen, Werte, Verhaltensweisen,…

→ Steuerung dadurch, dass Meme von Personen übernommen wird

Motivationaler Fallstrick (4 Phasen)

- um Experte zu werden braucht es viel Zeit & Übung

- 4 Phasen aufm Weg zum Experten:

Euphorie → Desillusionierung → „Tal der Tränen“ → wahrer Experte

Persönlichkeit - 5 Kennzeichen

Kennzeichen 1: Verhalten darf nicht ausschließlich

situationsabhängig sein (z.B. Ablenkung durch Lärm)

Kennzeichen 2: Verhalten muss mittelfristig stabil sein

Kennzeichen 3: Personen gehören zur selben Altersgruppe

Kennzeichen 4: Unterschiede nicht durch pathologische Ursachen erklärbar (Lisa: „normal“, Franz Lernstörung → liegt nicht an der Persönlichkeit!)

Kennzeichen 5: Personen gehören zur selben Kultur

Big Five

= 5 Kerneigenschaften des Menschen 

  1. Neurozentrismus
  2. Extraversion
  3. Verträglichkeit
  4. Gewissenhaftigkeit
  5. Offenheit für Erfahrungen

Big Five - Kritik?

Wie viele "Big Five" genau? -> in anderen Sprachen andere Anzahl

Welche "Big Five" genau? -> sehr grobe Auflösung

Wirklich Grundelemente der Persönlichkeit?

Lehrerpersönlichkeit - 3 Paradigmen

  1. Prozess-Produkt-Paradigma: suche nach spez. Verhaltensmustern und Fertigkeiten von Lehrern
  2. Persönlichkeitsparadigma: suche nach allg. Merkmalen der Lehrerpersönlichkeit
  3. Expertenparadigma: suche nach Ensemble von Wissen und Fertigkeiten, das für Bewältigung der beruflichen Anforderung nötig ist

Authentische Lehrkraft - 4 Haltungen

1. Andere: tiefe Einstellung zum Umgang mit unterschiedl. Vorstellungen & Werten haben

2. Werkzeuge: zutiefst von gewählten Herangehensweise & eignem Können überzeugt sein

3. Gesellschaft: tiefe Einstellung zu den Rahmenbedingungen & Erwartungshaltungen haben

4. Selbst: zutiefst von überzeugt sein, genau an der richtigen Stelle zu sein

6 verschiedene Gehirne

  1. Bedürfnisgehirn: Motivationen; Steuerung über Soll-Werte (neg. und pos.); Bedürfnispyramide nach Maslow; Anstrengungsverweigerung; Bedürfnislandschaft
  2. Emotionales Gehirn: Steuerung; emotionale Zustände; Grundgefühl - Basisemotion - Bewertungsemotion - Selbstwert-Emotion
  3. Rationales Gehirn: Intentionsbildung: Motivation prädezisional → wählen, Intentionsinitiierung: Volition präaktional → planen, Intentionsrealisierung: Volition aktional → handeln, Intentionsdeaktivierung: Motivation postaktional → bewerten; Volition
  4. Selbst-Gehirn: Selbstkonzept, Selbstwert, extrinsisch und intrinsisch; Selbstwirksamkeitserwartung
  5. Soziales Gehirn: Gruppenidentität - soz. Rollen - soz. Kompetenzen
  6. Kulturelles Gehirn: kulturelle Unterschiede; kulturfrei?

Was ist Bildung?

Einen eigenen reflektierten Standpunkt entwickeln und nicht auf der Ebene „rationaler Konstrukte“ hängenbleiben, sondern dieses Wissen auf sich als gesamte Person wirken lassen

→ PERSÖNLICHKEITSWACHSTUM (Humboldtsches Bildungsideal) 

Verschiedene Arten von Lernen

- soziales Lernen

- kulturelles Lernen

- selbstbezogenes Lernen

- Lernen im Sinn von Wissenserwerb

- emotionales Lernen

- Lernen im Sinn von Verhaltensänderung (unterste Ebene)


→ übliche Sprachkonvention: „Lernen und Wissenserwerb“

Lernen = Verhaltensänderung

  • Lernen = Prozess, der aufgrund meist wiederholter Aktivität zu relativ überdauernden Reiz-Verhaltens-Verknüpfungen führt
  • klassische Konditionierung
  • operante Konditionierung
  • Lernen am Modell

Lernen = Wissenserwerb

  • Wissenserwerb = Aufbau und fortlaufende Modifikation von mentalen Repräsentationen, die in Zsmhang mit Denkprozessen zur Bewältigung von Aufgaben befähigen
  • 3 notwendige Schritte:

1. Welt hereinholen

2. etwas sehen lernen, wo man bisher nichts (Chaos und

Zufall) gesehen hat

3. dieses „etwas“ mit best. Lauten bezeichnen lernen

→ Art Kreislauf

3 Positionen zum effektiven Wissenserwerb

1. Perspektive des aktiven Tuns:

es reicht, wenn wir Kinder in Situationen bringen und sie sich aktiv und sichtbar damit auseinandersetzen

2. Perspektive der aktiven Infoverarbeitung:

ausschlaggebend nicht allein sichtbares Tun, sondern Kinder müssen sich auch mental mit Gegenstand auseinandersetzen

3. Perspektive der fokussierten Infoverarbeitung:

ausschlaggebend nicht allein mentale Aktivität, sondern mentale Aktivität, die auf die „richtigen“ Konzepte und Prinzipien fokussiert