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Das pädagogische in pädagogischen Institutionen
Probleme begrifflicher Klärung
- Erziehung ist schwer zu fassen
- Versuch „ex negativo“, z.B. in Unterscheidung zu „Unterricht“
„Erziehung existiert nicht als eigene Gestalt. Erziehung vollzieht sich immer im Medium von ‚Nichterziehung’, beispielsweise in mitmenschlichem Umgang. Erziehung ist also kein für sich existierendes, abgrenzbares singuläres Realphänomen, sondern allenfalls eine durch Akte kommunikativen und
sozialen Handelns konstituierte und in Problemstellungen thematisierte Wirklichkeitsperspektive.
Thematisierung, Spezifizierung und Benennung dieser Realitätsperspektive [...] sind Resultat kommunikativen und sozialen Handelns, sozialer Definitions- und Bewertungsprozesse“
- Komplexität des Gegenstandes
- Absichtsvoll, Unterstützung der Entwicklung, dyadisch (Dualität),
Selbsterziehung
Das pädagogische in pädagogischen Institutionen
Pädagogisches Handeln in Institutionen
- Das Ziel (Erziehung) kann auch nicht erreicht werden
- (ist die Institution gar hinderlich?)
- „Während das öffentliche Erziehungshandeln und die ihm
koordinierte Theorie den institutionellen Rahmen zum
Gegenstand hat, sind die pädagogischen Verhältnisse Artikulationen des individuellen Erziehungshandelns. Dann ist für
die pädagogischen Verhältnisse deren Einmaligkeit ein be-
sonderes Kennzeichen“.
- „Es gibt in humaner Praxis keine Wiederholungen“

–>Es besteht ein Widerspruch zwischen Erziehung und Organisation!
Das pädagogische in pädagogischen Institutionen
Lösungen?
- Nur noch auf Unterweisung fokussieren?
- Pädagogische Institutionen geben lediglich den Rahmen für
Selbsterziehung ab? L
- Pädagogische Institutionen haben eine Wirkung, die man mit
pädagogisch beschreiben kann?
–> Es gibt keine einfache Antwort! Es bestehen unterschiedliche Gestalten und Vollzüge
Das pädagogische in pädagogischen Institutionen
Nach Kobi: (Heil-) Erziehung
1. Erziehung ist eine Haltung und keine spezifische Tätigkeit
2. Erziehung ist ein gemeinsam vollzogener Gestaltungsprozess
und nicht ein einseitiges Tun und Erleiden
3. Erziehung ist ein gegenseitiges Aushandeln von Gestaltungsmöglichkeiten und keine einseitige Durchsetzung von
Machtansprüchen
4. Erziehung ist ein themenzentrierter Diskurs und keine
gegenstandsbezogene Produktion
5. Erziehung vollzieht sich in bilateralem Beziehungswandel
und erfüllt sich nicht nur in kindseitiger Verhaltensänderung
6. Erziehung ist ein stimulativer, kein instruktiver Vorgang
Das Pädagogische in pädagogischen Institutionen
Nach Kobi: Der Unterschied zwischen Erziehung und Therapie
Therapie:
Therapie:
- Indikativ (muss angezeigt werden)
-additiv (zusätzlich)
- sanitär (reinigend)
-restaurativ (wiederherstellend)
Kausal (gibt einen Grund)
- reperativ
- objektiv
- medial (Medium vorhanden)
- Sporadisch (phasenweise)
- Partikulär ( bezieht sich immer auf 1 Aspekt)
- Funktional ( Funktionen im Fokus)
Das Pädagogische in pädagogischen Institutionen
Nach Kobi: Der Unterschied zwischen Erziehung und Therapie
Erziehung:
Erziehung:
- Imperativ (Mensch muss angerufen sein)
- Immanent (steckt in allem drin)
- edukativ (erziehend, Ausbildend)
- innovativ
- Final- prospektiv (gehört Final zum Menschen)
- Emanzipatorisch (führt zur Mündigkeit)
- Subjektiv
- Personal (wie gebe ich mich als Person in einer Situation)
- kontinuierlich
- ganzheitlich
- Interaktional (Austausch)
Vernetzungscharakter pädagogischer Institutionen
Netzwerke Pädagogischer Institutionen 1
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Vernetzungscharakter pädagogischer Institutionen
Netzwerke Pädagogischer Institutionen 2
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Vernetzungscharakter pädagogischer Institutionen
Netzwerke Pädagogischer Institutionen 3
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Vernetzungscharakter pädagogischer Institutionen
Netzwerke Pädagogischer Institutionen 4
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Merkmale pädagogischer Institutionen
Ökologischer Systemaufbau nach Bronfenbrenner
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Merkmale pädagogischer Institutionen
Ökologischer Systemaufbau nach Bronfenbrenner
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Merkmale Pädagogischer Institutionen
Nach Speck: gegliedertes und zugleich kooperierendes System heilpädagogischer Dienste
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Merkmale pädagogischer Institutionen
Nach Goffman: Totale Institutionen - Merkmale
1. „Alle Angelegenheiten des Lebens finden an ein und derselben Stelle, unter ein und derselben Autorität statt.
2. Die Mitglieder der Institution führen alle Phasen ihrer täglichen
Arbeit in unmittelbarer Gesellschaft einer großen Gruppe von
Schicksalsgenossen aus, wobei allen die gleiche Behandlung zuteil wird und alle die gleiche Tätigkeit gemeinsam verrichten müssen.
3. Alle Phasen des Arbeitstages sind exakt geplant, eine geht zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt in die Nächste über, und die ganze Folge der Tätigkeiten wird von oben durch ein System expliziter formaler Regeln und durch einen Stab von Funktionären
vorgeschrieben.
4. Die verschiedenen erzwungenen Tätigkeiten werden in einem
einzigen rationalen Plan vereinigt, der angeblich dazu dient, die
offiziellen Ziele der Institution zu erreichen“
Merkmale pädagogischer Institutionen
nach Goffman: Totale Institutionen - Auswirkungen
Das Verhalten der Insassen einer totalen Institution setzt sich nach Goffman aus einer Kombination von „sekundären Anpassungen, Konversion, Kolonisierung und Loyalität“ zusammen:
- Kolonisierung versteht er als Anpassung an die Welt der Institution: „Der Insasse nimmt den Ausschnitt der Außenwelt, den die Anstalt anbietet, für die ganze, und aus den maximalen Befriedigungen, die in der Anstalt erreichbar sind, wird eine stabile, relativ zufriedene Existenz aufgebaut.“ Ein kolonisierter Insasse versucht innerhalb der
gegebenen beschränkten Möglichkeiten ein freies Gemeinschaftsleben zu gestalten.
- Bei der Konversion verinnerlicht der Insasse das amtliche Urteil über seine Person und spielt die Rolle eines perfekten Insassen. Die Haltung eines Konvertiten ist eher diszipliniert, moralistisch und monochrom.
- Weitere mögliche Anpassungsformen können die Einnahme eines kompromisslosen Standpunktes (Rebellion) oder der vollkommene Rückzug (Regression, Hospitalismus) sein.