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Einteilung der Metalle
Einteilung der Metalle
Eisen-Werkstoffe
  • Stähle (<2% Kohlenstoff (wg. Schweißbarkeit begrenzt)) → Baustahl, Betonstahl, Werkzeugstahl


  • Eisen-Guss-Werkstoffe (>2% C) → Gusseisen, Temperguss, Stahlguss


Nichteisen-Metalle
  • Schwermetalle (ρ > 5 kg/dm3) → Zink, Kupfer, Blei


  • Leichtmetalle (ρ < 5 kg/dm3) → Aluminium, Magnesium, Titan
Metalleigenschaften
  • 1. Rohdichte (Blei, Eisen, Aluminium, Zink)
  • 2. Schmelztemperatur (Chrom, Eisen, Aluminium, Blei)
Metalleigenschaften
  • 1.  Rohdichte  (Blei: 11300; Eisen: 7860; Aluminium: 2700; Zink: 1700 [kg/m3])
  • 2.  (Chrom: 1860; Eisen: 1528; Aluminium: 660; Blei 330 [°C])
Spannungs-Dehnungslinie Stahl
Spannungs-Dehnungslinie Stahl
1. linear-elastisch:
  • hört bei Proportionalitätsgrenze auf: Punkt, bis zu dem Spannung und Dehnung proportional


2. Streckgrenze:
  • mechanische Spannung, bis zu der ein Werkstoff elastisch verformbar ist


3. Verfestigung: 
  • Dehnungen des Stahls nehmen überproportional zu (als plastische Verformungen) 
  • Stahl ist in der Lage, weiter Last aufzunehmen


4. Einschnüren
  • Dehnung bis zur Höchstspannung (Zugfestigkeit Rm) gleichmäßig über die Länge der Zugprobe verteilt


5. (Bruch)
  • Einschnürung bei weiterer Belastung → Bruch
Frischen
Frischen
Vorgang zur Verringerung des Kohlenstoffgehalts und anderer unerwünschten Elementen im Roheisen (2-6 % C) durch Sauerstoffzufuhr.
→ Verformbarkeit steigt, Festigkeit sinkt
Desoxidieren
Desoxidieren
Entzug von zu viel Sauerstoff (Frischen) aus dem Stahl
  • erfolgt durch Zugabe von Elementen mit höherer Affinität (= Bestreben einer Bindung) zu Sauerstoff
  • je nach Grad der Desoxidation Unterscheidung zwischen:


unberuhigtem Stahl (U):
  • gasförmige Reaktionsprodukte reißen Verunreinigungen an Oberfläche
  • Bildung von Seigerungen: unerwünschte Anhäufungen von Kohlenstoff, Phosphor, Schwefel (Hohlraum)


beruhigtem Stahl (R):
  • Zugabe von Silizium → bindet Sauerstoff
  • Stahl erstarrt beruhigt: Verunreinigungen verteilen sich gleichmäßig über Stahlquerschnitt


besonders beruhigtem Stahl (RR):
  • Zugabe von Aluminium (hohe Sauerstoffaffinität): Bildung von fein verteilten Tonerdeeinschlüssen
  • Erhöhung Alterungsbeständigkeit des Stahls
  • Ergebnis: sauberer, feinkörniger, sehr zäher Stahl, gut verformbar und schweißbar
Verfahren zur Stahlgewinnung
Verfahren zur Stahlgewinnung
Puddelstahlverfahren (1824):
  • Befreiung des Roheisens aus Hochofen von Kohlenstoff, Silizium und Mangan durch Zufuhr hoch erhitzter Luft unter ständigem Umrühren durch Oxidation


Thomas- und Bessemer-Verfahren (1856/1878):
  • Durch Siebplatte am Boden wird Luft durchs flüssige Roheisen geblasen: Kohlenstoff und Verunreinigungen entfernt


Siemens-Martin-Verfahren:
  • Herdfrischverfahren: Luft nicht mehr durch das flüssige Eisen geblasen


Elektro-Verfahren:
  • zur Wiederverwertung von Schrott (immer mehr Schrott wird recycelt)
  • Lichtbogen wird über zwei Graphitelektroden gezündet → aufbereiteter Schrott schmilzt


LD- und LDAC-Verfahren:
  • Sauerstoffblasverfahren: auf das in einem Konverter abgefüllte flüssige Roheisen wird mithilfe wasserabgekühlter Lanze reiner Sauerstoff geblasen  
Vergießen
Vergießen
→ flüssige Stahl in Form gegossen
 
Strangguss:
bevorzugt für beruhigt vergossene Stähle
  • flüssiger Stahl von oben in gekühlte Kokille zugeführt
  • Schale erstarrt und Stahl wird in horizontale Lage geführt; Wasserkühlung


Blockguss:
heutzutage nur noch sehr selten
  • flüssiger Stahl von oben in Kokillen gegossen
  • Abkühlen und aus Form nehmen
  • unberuhigtes Vergießen (U): C > ~ 0,20 %, (CO-Bildung)
  • beruhigtes Vergießen (R): Si bindet Sauerstoff! → gleichmäßigere Verteilung
  • besonders beruhigtes Vergießen (RR): Si + Mn + Al → bindet N ab (Feinkörnigkeit)
Formgebung
Formgebung
zunächst Herstellung von Zwischenprodukten („Halbzeug“)
Warmwalzwerk: Erhitzung auf 900 bis 1300 °C, Walzung auf gewünschte Profilform
Kaltverformung: bei Raumtemperatur; Änderung der Stahleigenschaften (Festigkeitssteigerung)
  • Kaltwalzen: dünne Bleche, Folien, Bandstahl, Rohre


  • Kaltpressen, Kaltschlagen: Schrauben, Muttern, Drahtstifte, Leichtstahlprofile


  • Kaltziehen, Kaltrecken: Drähte, Rohre, Betonstahl


  • Tordieren: Betonstabstahl
Wärmebehandlung Stahl
Wärmebehandlung
  • Gezielte Beeinflussung der Festigkeit und Verformung


  • Glühen: langsames Abkühlen (z.B. an der Luft)


  • Härten: rasches Abkühlen (z.B. in Wasser oder Öl)
  • Dampfhauptphase (800 °C) → Kochphase (500 °C) → Konvektionsphase (200 °C)


  • Vergüten: Härten, Wiedererwärmen (Anlassen), langsames Abkühlen (Glühen)
Eisenbegleiter und Legierungselemente
Eisenbegleiter und Legierungselemente
Stahleigenschaften durch künstlich zugeführte Legierungselemente/Eisenbegleiter (Mn, Si, Cr, Cu, Ni, Al, Va, Nb, Mo) beeinflusst:
+ Eigenschaftsverbesserung
++ erhebliche Eigenschaftsverbesserung
- Eigenschaftsverschlechterung
-- erhebliche Eigenschaftsverschlechterung
 
  • Festigkeit: C (++), Mn (+), Cr, Ni, Cu, Al (+), Va, Nb (++)
  • Verformbarkeit: C (-), Si (-), P, S (-)
  • Schweißbarkeit: C (--), Mn (-)
  • Härtbarkeit: C (++), Si (+), Mn (+)
  • Korrosionsbeständigkeit: Cr (++), Ni (+), Mo (+), Cu + P (+)
Abkühlungsvorgang von reinem Eisen
Vorgänge im atomaren Bereich
Abkühlungsvorgang von reinem Eisen
  • 1. Metallschmelze
  • 2. Beginn der Kristallbildung
  • 3. Fortschreitende Kristallbildung
  • 4. Vollständige Erstarrung
Legierung
(Verschmelzung)
Legierung (Verschmelzung)
  • Mischkristalle aus mindestens zwei Elementen → Eigenschaftsveränderung der Metalle
  • Mischkristalle entstehen durch (ungewollte) Verunreinigungen oder (gewollte) Legierungszusätze


Gitterformen von Mischkristallen:
  • Reinelement (z.B. reines Fe)
  • Substitution: Atome des Grundgitters durch Fremdatome ersetzt
  • Einlagerung: kleiner Fremdatome lagern sich in Zwischenräume ein; Gleitebenen blockier (fester, aber auch spröder und nicht schweißbar)
  • Kristallgemisch: getrennte Anlagerung der Kristalle des Legierungsmetalls und Grundmetalls
Verbindungen (Fügen)
Verbindungen (Fügen)
  • lösbar: Verschrauben, Verstiften (Bolzen, Nieten), Verklemmen (falzen)
  • unlösbar: Schweißen, Löten, Kleben, (Nieten)
Schweißbarkeit
Schweißbarkeit
  • Schweißeignung: Stoffeigenschaft, beeinflusst durch chemische Zusammensetzung und metallurgischen und physikalischen Eigenschaften


  • Schweißmöglichkeit: fertigungsbedingte Eigenschaft, beeinflusst von Vorbereitung, Ausführung und Nachbehandlung der Schweißarbeiten


  • Schweißsicherheit: konstruktionsbedingte Eigenschaft, beeinflusst von der konstruktiven Gestaltung und Beanspruchungszustand
Schweißverfahren
Schweißverfahren
Schmelzschweißverfahren:
  • Gasschweißen
  • Gießschmelzschweißen
  • Lichtbogenhandschweißen (E-Schweißen)
  • Metall-Schutzgasschweißen


Pressschweißverfahren:
  • Widerstandspressschweißen
  • Reibschweißen
  • Widerstandspunktschweißen
  • Abbrennstumpfschweißen
Schweißnahtausführungen
Schweißnahtausführungen
  • Unterscheidung zwischen Stumpfnaht und Kehlnaht
  • Raupen: Schweißen in mehreren Schichten
  • Wurzellage (= unterste Schicht), Mittellagen/Fülllagen, Decklage (= oberste Schicht)
  • Unterschiedliche Schweißstabführungen: Strich- und Pendelraupe
Schweißnahtfehler
Schweißnahtfehler
Schweißnahtrisse:
  • Heißrisse: entstehen durch ungleichmäßiges Abkühlen oder Aufschmelzen des Schweißgutes
  • Konzentrationsunterschied von Legierungselementen (Seigerungen)
  • Kaltrisse: Schweißnaht aufgrund zu hoher Abkühlgeschwindigkeit geschwächt, reißt bei geringer Belastung


Hohlräume:
  • bilden sich durch mechanische (Luft, Feuchtigkeit, Verunreinigungen) oder metallurgische (unzureichender Gasschutz) Porenbildung


Bindefehler:
  • ungenügender Verbund zwischen Grundwerkstoff und Schweißgut durch unzureichende Vorbehandlung (Aufschmelzen)


feste Einschlüsse:
  • Fremdstoffeinlagerungen (Schlacke, Fremdmetalle)
Prüfverfahren
Prüfverfahren
  • Funkenspektralanalyse


  • optische Analyse des Stahlgefüges an Schliffen: Seigerungen (Kohlenstoffanlagerungen), Entkohlung, Lochfraßkorrosionsnarben, Einschlüsse, Anrisse


  • Kerbschlagbiegeversuch


  • Zugversuche an entnommenen Proben: Streckgrenze, Zugfestigkeit


  • Härtemessung: Rückprallmessung, Eindrückverfahren
Schweißnahtprüfungen
zerstörende Prüfverfahren
(Ermittlung der mechanischen Kennwerte)
Schweißnahtprüfungen
zerstörende Prüfverfahren
Zugversuch:
  • geschweißte Probe an beiden Seiten eingespannt
  • Steigerung der Zuglast und Messung der Verformung


Kerbschlagbiegeversuch:
  • Schlagen eines Pendelhammers gegen Widerlager auf dem Probekörper und Zerstörung
  • Nachschwingverhalten des Probehammers lässt auf absorbierte Energie rückschließen
  • Erkenntnisse über Zähigkeitseigenschaften der Probe


Härteprüfung:
  • mechanischer Widerstand gegenüber dem Eindringen eines härteren Körpers
  • Ermitteln der Härte anhand von Abmessungen des Abdrucks
Schweißnahtprüfungen
zerstörungsfreie Prüfverfahren
(Prüfung auf Fehlerfreiheit)
 
Schweißnahtprüfungen
zerstörungsfreie Prüfverfahren
Ultraschallprüfung: 
  • akustisches Signal in Prüfkörper ausgesendet, Reflektion an Grenzflächen
  • Messung des Zeitraums bis zum Empfang des Echos (Laufzeitmessung


Durchstrahlungsprüfung:
  • Röntgenstrahlen → Abbilden von Schweißnähten auf einem Film


Magnetpulverprüfung:
  • Bauteil wird magnetisiert und mit Eisenpulver bestreut
  • Eisenpulver sammelt sich am Riss, wenn dieser nicht parallel zu Feldlinien des Magnetfeldes verläuft


Farbeindringverfahren:
  • Farbe oder fluoreszierendes Mittel wird nach vorheriger Säuberung der Prüffläche aufgebracht

  • Kapillarkräfte an Fehlstellen saugen Farbe auf

  • Entwickler wird aufgetragen, der die Farbe aus Prüfkörper zieht und Fehlstellen sichtbar macht

Nichteisen-Metalle Anwendungsbeispiele
Aluminium
Zink
Blei
Kupfer
Nichteisen-Metalle Anwendungsbeispiele
  • Aluminium: Fassaden, Verkleidung, Leichtbau (Torpfosten)
  • Zink: Überzug für Stahlbauteile (Geländer, Laternenpfosten → Korrosionsschutz)
  • Blei: Bedachungsmaterial, Abdichtungen
  • Kupfer: Draht, Rohre → Kupferlegierung: Messing
  • Gusseisen: Zäune, Pfannen, Deko