hört bei Proportionalitätsgrenze auf: Punkt, bis zu dem Spannung und Dehnung proportional
2. Streckgrenze:
mechanische Spannung, bis zu der ein Werkstoff elastisch verformbar ist
3. Verfestigung:
Dehnungen des Stahls nehmen überproportional zu (als plastische Verformungen)
Stahl ist in der Lage, weiter Last aufzunehmen
4. Einschnüren
Dehnung bis zur Höchstspannung (Zugfestigkeit Rm) gleichmäßig über die Länge der Zugprobe verteilt
5. (Bruch)
Einschnürung bei weiterer Belastung → Bruch
Frischen
Frischen Vorgang zur Verringerung des Kohlenstoffgehalts und anderer unerwünschten Elementen im Roheisen (2-6 % C) durch Sauerstoffzufuhr. → Verformbarkeit steigt, Festigkeit sinkt
Desoxidieren
Desoxidieren Entzug von zu viel Sauerstoff (Frischen) aus dem Stahl
erfolgt durch Zugabe von Elementen mit höherer Affinität (= Bestreben einer Bindung) zu Sauerstoff
je nach Grad der Desoxidation Unterscheidung zwischen:
unberuhigtem Stahl (U):
gasförmige Reaktionsprodukte reißen Verunreinigungen an Oberfläche
Bildung von Seigerungen: unerwünschte Anhäufungen von Kohlenstoff, Phosphor, Schwefel (Hohlraum)
beruhigtem Stahl (R):
Zugabe von Silizium → bindet Sauerstoff
Stahl erstarrt beruhigt: Verunreinigungen verteilen sich gleichmäßig über Stahlquerschnitt
besonders beruhigtem Stahl (RR):
Zugabe von Aluminium (hohe Sauerstoffaffinität): Bildung von fein verteilten Tonerdeeinschlüssen
Erhöhung Alterungsbeständigkeit des Stahls
Ergebnis: sauberer, feinkörniger, sehr zäher Stahl, gut verformbar und schweißbar
Verfahren zur Stahlgewinnung
Verfahren zur Stahlgewinnung Puddelstahlverfahren (1824):
Befreiung des Roheisens aus Hochofen von Kohlenstoff, Silizium und Mangan durch Zufuhr hoch erhitzter Luft unter ständigem Umrühren durch Oxidation
Thomas- und Bessemer-Verfahren (1856/1878):
Durch Siebplatte am Boden wird Luft durchs flüssige Roheisen geblasen: Kohlenstoff und Verunreinigungen entfernt
Siemens-Martin-Verfahren:
Herdfrischverfahren: Luft nicht mehr durch das flüssige Eisen geblasen
Elektro-Verfahren:
zur Wiederverwertung von Schrott (immer mehr Schrott wird recycelt)
Lichtbogen wird über zwei Graphitelektroden gezündet → aufbereiteter Schrott schmilzt
LD- und LDAC-Verfahren:
Sauerstoffblasverfahren: auf das in einem Konverter abgefüllte flüssige Roheisen wird mithilfe wasserabgekühlter Lanze reiner Sauerstoff geblasen
Vergießen
Vergießen → flüssige Stahl in Form gegossen
Strangguss: bevorzugt für beruhigt vergossene Stähle
flüssiger Stahl von oben in gekühlte Kokille zugeführt
Schale erstarrt und Stahl wird in horizontale Lage geführt; Wasserkühlung
Blockguss: heutzutage nur noch sehr selten
flüssiger Stahl von oben in Kokillen gegossen
Abkühlen und aus Form nehmen
unberuhigtes Vergießen (U): C > ~ 0,20 %, (CO-Bildung)
beruhigtes Vergießen (R): Si bindet Sauerstoff! → gleichmäßigere Verteilung
besonders beruhigtes Vergießen (RR): Si + Mn + Al → bindet N ab (Feinkörnigkeit)
Formgebung
Formgebung zunächst Herstellung von Zwischenprodukten („Halbzeug“) Warmwalzwerk: Erhitzung auf 900 bis 1300 °C, Walzung auf gewünschte Profilform Kaltverformung: bei Raumtemperatur; Änderung der Stahleigenschaften (Festigkeitssteigerung)
Schweißeignung: Stoffeigenschaft, beeinflusst durch chemische Zusammensetzung und metallurgischen und physikalischen Eigenschaften Schweißmöglichkeit: fertigungsbedingte Eigenschaft, beeinflusst von Vorbereitung, Ausführung und Nachbehandlung der Schweißarbeiten Schweißsicherheit: konstruktionsbedingte Eigenschaft, beeinflusst von der konstruktiven Gestaltung und Beanspruchungszustand