Spracherfahrungsansatz
geht auf Brinkmann/ Brügelmann zurück
geht davon aus, dass Schriftsprache von Anfang an selbstständig genutzt wird und sich auch mit der Struktur auseinandergesetzt wird.
Pädagogischer Fokus: eigenverantwortliches, individuelles & soziales Lernen, Vorerfahrungen & individuelle Bedürfnisse der Kinder
Methodischer Fokus: Das Schreiben im Mittelpunkt des Schriftspracherwerbs
Lesemotivation
ist eine wichtige Grundlage für den erfolgreichen Schriftspracherwerb
sprachanalytischer Habitus
wird mit der Zeit entwickelt
es wird eine Haltung geschaffen, die dazu führt, dass man sich mit Sprache und ihrem Aufbau beschäftigt & versucht die Konzepte der Sprache zu analysieren.
Schreibmotorischer Vollzug
erste Erfahrungen im Schreiben, wie das Nachspuren von Buchstaben
Gespeicherte Schreibschemata
Haben ein inneres orthographisches Lexikon, diese beinhaltet Inhalte über Schreibungen von Wörtern und weitere Verknüpfungen von sprachstrukturellem Wissen.
Das es zu diesen Schreibschemata kommen kann, muss das orthographische Lexikon vorher aufgebaut werden. Grundlegend ist dabei Übung.
Schriftspracherwerb
Lesen & Schreibenlernen
Zu Beginn des Schuleintritts sind die Kinder auf ganz unterschiedlichen Entwicklungsstufen
Lesen & Schreiben setzt sich aus Teilfertigkeiten zusammen.
Schriftspracherwerb ist von Vorläuferkenntnissen abhängig.
Vorläuferfertigkeiten
ermöglichen den erfolgreichen Schriftspracherwerb
--> aber garantieren ihn nicht
Bsp.: Untergliedern von Wörter in Silben; Heraushören von Anfangs- und Endlauten
Basis um Sprache zu erlernen
für Grammatikunterricht unverzichtbar
Wenn mehrere Fähigkeiten unzureichend ausgebildet sind, besteht ein erhöhtes Risiko für LRS
Sprachbewusstsein & Schriftspracherfahrung unterliegen einer Entwicklung
Phonemanalytische Kompetenzen
bilden sich beim Umgang mit Buchstaben und Phonemen heraus.
--> vgl. auch mit phonologischer Bewusstheit
befassen sich mit:
Silben, Silbenbeginn & Reim, Phoneme
Bei Schulbeginn:
- Wörter in Silben gliedern
- Reime erkennen
- Anlaute von Wörtern
- Laut in einem Wort identifizieren
Lernweg
offene Variante
--> individualisiert stärker differenziert mit Blick aufs Kind
lernwegsorientierter Unterricht
Ausgangspunkt: Kind & sein Lernprozess
--> sachlogische & persönlichkeitsbezogene Ziele verwirklichen
Lehrgang
Geschlossene Variante
Klein- & gleichschrittig angelegt
Vom Lerngegenstand ausgehend wird Konzept entfaltet
--> sachlogische Konstruktion
Fibeln
setzen Leistungshomogenität voraus
--> Vorkenntnisse nicht beachtet
Gefahr: kein Bezug zur Funktion der Schriftsprache zu bekommen
Analyse
genutzt beim direkten Weg --> Aktivierung der Wortbedeutung
Akustische Analyse: Den Graphemen werden Laute zugeordnet
Optische Analyse: Lesen von Links nach rechts, einzelen Zeichen wahrnehmen
Analytische Methode
- Speicher ganzer Wörter
- Entdeckung der Buchstaben-Lautbeziehung
- Buchstabenkenntnis
- Erlesen neuer Wörter
Das (analytische) ganzheitliche Verfahren
1. naiv-ganzheitliches Lesen
2. Durchgliederung
3. selbständig erlesen
Synthese
wird beim indirekten Weg genutzt
meint das erarbeiten von Laut zu Laut
die erarbeiteten Laute werden dann zusammengeschliffen
--> Lautsynthese
Das synthetische Verfahren
1. Lautgewinnung
2. Lautverschmelzung
3. zusammenfassendes Lesen
Synthetische Methode
Einzelbuchstabe
Buchstaben- & Silbenmethode
Ganze Wörter
Silben
-->Von der Lautgewinnung zur Lautverschmelzung
Sprachsensilibisiernder & sprachbewusstseinsfördernder Unterricht
Sprachförderung zentrale Aufgabe
--> Dialoge mit SuS
--> als Vorbild in der Sprache fungieren
1. sich den Sprachen der Kinder öffnen
2. Sprachaufmerksamkeit der Kinder erkennen
3. Vorschläge der Kinder aufgreifen
4. andere Sprachen herbeiholen
5. Sprachen & Texte thematisieren
6. über Sprachen philosophieren & allgemeine Sprachenpraxis thematisieren
Legasthenie
Dyslexie: Lese-Rechtschreib-Störung
Pathologische Beschreibung, Wahrnehmungsstörung
LRS
Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
Weiter Begriff
umfasst pädagogischen, psychologischen & medizinischen Blick
--> Prüfung beim Psycholgen
Mentales Lexikon/ Inneres Lexikon
Wortschatz, Wortspeicher
--> Weltwissen & Erfahrungswissen sind dort gespeichert
Das mentale Lexikon beinhaltet alle semantischen, phonologischen & orthographischen Element des Wortschatzes, die der Leser kennt
Phonologische Bewusstheit
im weiten Sinne:
Fähigkeit, die Lautstruktur der gesprochenen Sprache zu erkennen. Bewusstsein für sprachliche Einheiten wie Wörter, Silben & Reime.
Gliederung des Sprechstroms, an Merkmalen konkreter Lautbildung orientiert. --> sprechrhytmischer Bezug
im engeren Sinne:
Fähigkeit, vorgesprochene Wörter in ihre Lautbestandteile zu zerlegen.
spezifische Fähigkeiten: Anfangslaut erkennen, Laute synthetisieren, Lautanzahl in Wörtern erkennen, Lautumstellung
Schreibanfänger
müssen sich jedes Wort mühevoll erarbeiten
Muss sich Wissen zu sprachstrukturen erst aufbauen
--> vor allem Einsicht in Phonem-Graphem-Struktur
Indirekter Weg
Kontext wird außer Acht gelassen
Wörter werden synthetisiert (zusammengeschliffen)
--> dann mit Klangvorgestalt abgeglichen
Kompetenter Schreiber
nutzt direkten Weg --> dekodiert
verfügt über mentale Vernetzungen sprachstrukturellen Wissens in Bezug auf den Wortaufbau
verfügt über abgespeicherte Sichtwortschatz
Wörter werden als Ganze erkannt --> Wortsegmente reichen aus
liest die Wörter kontextabhängig
Textvorentlastung
kann durch Nutzung von Sinnstützen erfolgen
Es wird mit den SuS im Vorfeld über den Text gesprochen.
Bilder, Wortkarten, Gegenstände anbieten, die den Begriff repräsentieren, bevor es an den Lesetext geht
Passung von Text an Leser
Passung von Leser an Text
Kontext
die Fähigkeit den Kontext miteinzubeziehen kann vorliegen oder auch nicht
Der Kontext entscheidet darüber ob ein Text verstanden wurde
Graphem - Phonem-Korrespondenz
GPK
Den Buchstaben werden entsprechende Laute zugeordnet
Klangvorgestalt
Die Buchstaben werden erlesen & Phonemen zugeordnet
Die einzelnen Buchstaben werden zusammengeschliffen.
--> daraus entsteht eine Klangvorgestalt
Die Klangvorgestalt wird mit dem Wortschatz abgeglichen
--> wenn erkannt --> kann Bedeutung abgerufen werden
Sichtwortschatz
darüber verfügt der Kompetente Leser
die Wörter sind darin abgespeichert & können mühelos erkannt werden
--> es reichen Wortsegmente um das Wort direkt als Ganzes zu erkennen & abzurufen
Kognitive Schemata
relativ stabile, bewusste oder unbewusst Grundannahmen, die die Informationsverarbeitung & das Verhalten steuern
Inhalte des impliziten Gedächtnisses
--> helfen Wiederzuerkennen
--> von Situationen, Bsp. Restaurant
Die Kognitiven Schemata steuern die Wahrnehmung & bilden eine mentale Wissensstruktur
Early Literacy
primäre literarische Sozialisation durch Umfeld
frühen schriftsprachlichen Erfahrungen & Fähigkeiten von Kindern
schreibvorbereitende Auseinandersetzung
Interesse an Schrift dadurch mitbestimmt
durch Vorlesen, Hörbücher, Fernsehen
--> erster Kontakt mit Schriftsprache
Direktes Worterkennen --> Dekodieren
Direkter Weg
Wörter werden als Ganzes erkannt & aus dem orthographischen Gedächtnis abgerufen.
--> es kann auf einen Sichtwortschatz zurückgegriffen werden
--> Kontextabhängiges Lesen
Es erfolgt die Analyse. Prozess ist lexikalisch.
---> sinnentnehmendes Lesen
Indirektes Erlesen --> Rekodieren
Indirekter Weg
von Leseanfängern genutzt
--> Kontext wird außer Acht gelassen
--> nicht sinnentnehmendes Lesen
Den Buchstaben werden Laute zugeordnet & schließlich zusammengeschliffen
-->synthetisierendes Lesen
Lesen erfolgt regelgeleitet.
Wörter noch nicht bekannt oder nocht nicht genügend abgespeichert.