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April 1945 in Bayern
Kampf um Dörfer und kleine Städte
letzte Verurteilungen und Todesurteile für Systemgegner
junge Wehrmachtssoldaten werden ausgenutzt und eingezogen
Todesmärsche Richtung Westen
"Freiheitsaktion Bayern"
Endphaseverbrechen
Tötung von KZ-Häftlingen, Deserteuren, Kriegsgefangenen durch SS / Volkspolizei / Wehrmacht usw.
29. April 1945
Befreiung des KZ Dachaus durch die Amerikaner 
8. Mai 1945
  • Kapitulationserklärung druch Wilhelm Keitel in Berlin
  • 8. Mai, morgens: bereits Kapitulation in Reims vor Eisenhower

--> Stalin wollte doppelte Kapitulation, weil: Symbolort berlin + Misstrauen gegenüber Verbündeten und den Deutschen
8. Mai als Zäsur 
  • innenpolitisch: Entnazifizierung 
  • politischer Systemwechsel richtung Kommunismus: osteuropa + DDR --> Eiserner Vorhang
Begriff "Stunde Null"
= Illusion
≠ zeitgenössischer Begriff
 
  • Begriff als Zeitwort mit Deutungskraft (Martin Sangro)
  • vielseitige Erfahrung - kein allgemeingültiger Begriff
--> unterschiedlich je nach Alter, Geschlecht, Herkunft, Gesinnung 
Perspektive auf den Begriff "Stunde Null"
BRD: Geschichte / Start des Wirtschaftswunders
DDR: Zäsur als historischer Entscheidungsmoment zwischen politischen Richtungen 
--> mit Sturz von von W. Ulbricht wird Begriff abgelöst
 
Forschung: Kritik = zu undefinierbarer Begriff
Erste Phase der Nachkriegszeit
  • 1/3 der Deutschen war unterwegs --> Wehrdienst, Kinderlandverschickung, Volkssturm
  • Kirche kommt mit ihren Strukturen zum Einsatz
◦ integrationskerne für bevorstehende Aufgaben
◦ moralische Instanz
◦ Suchdienste
◦ Verwaltungsstrukturen funktionierten
◦ Nachverfolgung der Zustände gut möglich 
Kriegs -und Einmarschberichte / Seelsorgenberichte
  • keine amtlichen Berichte über die letzten Tage des NS-Regimes, deswegen sind Berichte aus kirchlicher Hand so wichtig 
  • kirchlicher Alltag wird weiterhin aufrechterhalten
--> Institution Kirche ist in Bayern fest verankert
  • Autoren der Berichte = Pfarrer oder Vikare
  • Berichte waren aktuell
  • subjektive Berichte (wichtig bei Auswertung)
Physischer Wiederaufbau / Staatlicher Wiederaufbau
--> "Trümmerräumen"
 
  • Wohnraum herstellen
  • Industrie wieder aufbauen
  • Problem: Verkehrswege
Logik industrieller Kriegsführung (der Alliierten)
  • Angst vor möglichen Gasangriffen der Deutschen bei Bombardierung britischer Städte
  • Royal AirForce
◦ nächtliche Angriffe
◦ Flächenbombardement
◦ Ziele: Ruhrgebiet, mittelgroße Städte + Angst und Panik unter Bevölkerung verbreiten
Umgang mit Kriegsschäden
  • extreme Pole: alles neu - alles auf alt 
  • Umsetzung neuer und archtiektonischer Ideen
  • Alleinstellungsmerkmale der Städte erhalten
 
  • Sowjetische Zone: Stadt als sozialistisches Gebiet (?)
  • Westen: überhasteter Bau aber auch Erhaltung / Rekonstruktion
Entnazifizierung - Definition
„Unter Entnazifizierung versteht man sowohl die Entfernung belasteter Personen aus ihren Ämtern und deren Bestrafung als auch das Verbot nationalsozialistischer Gesetze, Organisationen, Symbole und Schriften.“ 

“The denazification process was originally designed to purge from office all German officials who were known members of, or collaborators with, the Nazi Party. In addition to targeting individuals affiliated with the Nazi Party, the Allies also proscribed all Nazi organizations and institutions, and confiscated property believed to have belonged to the Nazi Party.”
Entnazifizierung 
  • ab Mai 1945 bis 31. Dezember 1949
  • Beschluss / Diskussion der Alliierten: vage Eckpunkte
  • amerikanisches Kriegsziel: bestmögliche Vorraussetzungen für eine demokratische Gesellschaft zu schaffen
Zentrale Mitgliederkartei der NSDAP
  • Gleichschaltung war grundlegend
  • 1933: ca. 850.000 Parteigenosse
  • 63% der Beamten waren NSDAP-Mitglied
--> ab 1937 kaum möglich Beamter zu sein. ohne in der Partei zu sein!
  • 1945: Angaben schwanken von ca. 6 Mio - 8 Mio. Parteigenossen
Zweiter Schritt der Entnazifizierung 
GESAMTSCHULD DER DEUTSCHEN < INDIVIDUALSCHULD
 
  • Umbenennung von Städten, Dörfer, Straßen, Plätzen
  • Entfernung von Symbolen
  • Entfernung aus Ämtern und Bestrafung der Nazis

 
  • Mai: erste Verhaftungswelle
  • Juni: Massenentlastungen aus Berufen etc.
--> Beamtenapparat, Wirtschaftsmächtige
--> Fahndung nach Gestapo, KZ-Personal, SD-Mitglieder
 
  • Juli-Direktive: erstes Reglement der Entnazifizierung
--> alle Parteigenossen werden entlassen, die bis 1937 Mitglieder waren
 
  • drastische Verschärfung durch Druck aus den USA
  • 15. August 1945: Entnazifizierung wird ausgeweitet
--> Wirtschaft, Handwerk
 
  • Gesetz Nr. 8 der Militärregierung: Massenentlastungen bis Juli 1948

 
 
Mai 1945, Richtlinie 551
--> special branches: ehemalige Nazis werden eingeschlossen, besonders gefährliche werden interniert
 
--> ash can / dust bin: Bezeichnung je nach Position
--> keine deutsche Hilfe - grundsätzliches Misstrauen
Stellungsschematismus
= politische Verantwortung der Personen 
--> je höher, desto mehr Verantwortung im System
--> maßgebend: Stellung
Politischer Neuaufbau
  • Konflikt zwischen Entnazifizierungspraxis und raschem Wunsch nach Wiederaufbau des Landes
Entnazifizierung in deutschen Händen
  • Prozesse und Spruchkammerverfahren - ermittelten auch selbst
  • Nazigegner, -verfolgte, -opfer bestimmte
  • eigene Verantwortung und Belastung der Beschuldigten
  • Schuldsprechung schwieriger bei Beamten
Belastungsgruppen bei Entnazifizierung 
  • 1. Hauptbeschuldigte
  • 2. Belastete --> Nutznießer
  • 3. Minderbelastete
  • 4. Mitläufer --> keine aktive Betätigung
  • 5. Entlastete --> trotz Mitgliedschaft, aktiver Widerstand 
 
  • 6. nicht betroffene --> keine Teilhabe an Verbrechen
Persilscheine
  • Erhalt durch Aussagen von Freunden, Bekannten, Kollegen
  • unpolitische Natur
  • besondere Tragkraft: Aussagen von Opfern, ehemaligen Gegnern
  • wurden auch bezahlt (Geld für Persilschein)
Rahmenbedingungen in der US-Besatzungszone
= voneinander zu differenzieren
 
--> D unter alliierter Besatzung 
--> Bayern unter alliierter Besatzung
Amerikanische Re-Education-Maßnahmen in Bayern (1)
  • 1. Aufarbeitung der NS-Vergangenheit 
  • 2. Beseitigung nationalsozialistischer Symbolik
  • 3. Pauschale Säuberung und Verurteilungen von Verwaltung und Wirtschaft - unabhängig von individuellem Lebenslauf 
Amerikanische Re-Education-Maßnahmen in Bayern (2)
  • automatic arrest = NS-Mitglied Arrest, Arbeits -und Internierungslager
--> Ziel = Schnelle Verhaftung von SA, SS, SD, Gestapo-Mitgliedern, Führungspersönlichkeiten
  • schlechtes Wirtschaften in vielen Unternehmen durch Aussetzen vieler Beschäftigten (nazis)
 
  • Direktive vom 7.Juli 1945
  • Militärregierungsgesetz nr. 8 vom 26. September 1945
 
  • systematische Erfassung und jurisitische Verfolgung individueller Schuld = Spruchkammerverfahren
Potsdamer Konferenz: Formelkompromiss
--> vage Ergebnisse
=> Demilitarisierung, Denazifizierung, Demokratisierung, Dezentralisierung
 
  • Grundsatzentscheidung: legislative Gewalt jeder Besatzungszone bleibt bei jeweiliger Besatzungsmacht 
 
  • Kontaktverbot mit den Deutschen 
◦ pragmatische Zusammenarbeit mit Entlasteten oder Leuten aus dem Exil
◦ Amis, Briten: White Lists --> zusammengestellt von Kirchen
 
  • Wirtschaftliche Demontage
  • "Renazifizierung"
  • Kalter Krieg zeichnet sich bereits ab --> Entnazifizierung rückt ab 1948 in den Hintergrund 
  • Re-Education: mehr bestrafende Aspekte als Re-Orientation
"Renazifizierung"
= Notwendigkeit, mit ausgebildetem Personal mit NS-Vergangenheit zusammen arbeiten zu müssen
"Re-Education"
= Begriff aus der Psychatrie
--> in den 1940ern politisch gefärbt
 
  • Spielfilme und Dokumentationen / Skizzierte Medien als Bestandteil der Re-Education in den US-Besatzungszonen
◦ Öffnung der KZ-Lager
◦ Reaktionen = Schweigen, Scham
◦ Ziel = Konfrontation mit den kriegsverbrecherischen Taten
"Re-Orientation"
--> wissenschaftliche Publikationen befassen sich mit Problem, wie man D entnazifizieren sollte
 
  • psychologische Befunde übertragen auf Gesamtbevölkerung 
--> kollektive Paranoia führte zur Hinwendung zum Faschismus = heilbar!
  • Atmosphäre der Hoffnung
  • wichtigstes Ziel = Demokratisierung

 
  • Morgenthau-Plan
  • Marshall-Plan
Morgenthau-Plan
Vorschlag: D als reiner Agrarstaat, Schließung höherer Bildungseinrichtungen, militärisches, undemokratisches Volk

--> "Eine Schwächung Ds ist angeraten, damit D keine Bedrohung mehr darstellt"
Marshall-Plan
--> Re-Orientation setzt auf gutes amerikanisches Vorbild, Ausrichtung auf Wiederaufbau
--> wirkte sich auf ganz Deutschland aus 
Bayerische Verfassung von 1946
  • Vorgaben der Amerikaner
  • beratender Ausschuss legt Entwurf für Verfasssung vor 
  • darauf: Wahlen + schlussendliche Abstimmung über endgültige Verfassung
  • nicht nur Regeln zur Staatsorganisation
  • wollte sich nicht abschotten vom Rest Deutschlands
  • soll staatsfundamentale Normen / Schutz der Grundrechte sichern 
  • Fragen nach bayerischem Staatspräsident wurden abgelehnt
  • originale Verfassung ist verschollen, aber weiterhin noch gültig
  • Präambel veranschaulicht Entstehungszusammenhang
  • Gottesbezug = post-totalitärer Neuanfang
  • Hilfe zur Kontextualisierung - war vor NS-Diktatur noch nicht vorhanden 
Flucht und Vertreibung nach 1945
  • historische Ereignisse, die voraus gehen = ausschlaggebend
◦ Annektierung von Gebieten durch das Deutsche Reich in Osteuropa
▪ Österreich
▪ Sudetendeutschland 
▪ Tschechoslowakei
▪ Angriff auf Polen
  • Vielzahl der Vertriebenen lässt sich nur unzureichend in Zahlen fassen 
  • Situation in Nachkriegsjahren vor allem durch Schwierigkeit der Verteilung auf Bundesländer gekennzeichnet
  • sowjetische Besatzungszone: deutlich höherer Anteil an Flüchtlingen als im Westen
 
  • ab 1948: Binnenumsiedlung aus am stärksten belasteten Bundesländern im Westen = Niedersachsen, Bayern, Schleswig-Holstein ----> Württemberg, Zollern, Baden, Rheinland-Pfalz
  • Flüchtlingsfrage = hoher Stellenwert in BRD
Begriff "Flüchtlingsfrage"
= erzwungene Aufnahme angehöriger deutscher Minderheiten Osteuropas und ehem. dt. Gebieten
 
  • Definition des damit verbundenen Personenkreises fehlte
  • Grundsätzlicher Wandel in der Begrifflichkeit des "Flüchtlings" --zu--> "Heimatvertriebenen" (von 1945-1953)
Bundesvertriebenengesetz
= Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge
 
  • Verabschiedung Mai 1953
  • Inkrafttreten am 5. Juni 1953 
  • Verbindliche und bundeseinheitliche Begriffsbestimmung 
  • stellt alle deutschen Volkszugehörigen mit deutschen Staatsangehörigen rechtlich gleich
  • Vertriebenen werden Vergünstigungen und Vorteile zuerkannt 
Definition "Vertriebener"
= deutscher Staats-/ Volkszugehöriger seinen Wohnsitz in den Ostgebieten des Deutschen Reiches oder außerhalb der Grenzen in dessen Gebietsstand vom 31. Dezember 1937 hatte und diesen durch Flucht, Vertreibung oder Ausweisung verloren hatte 
Definition "Heimatvertriebener"
= Personen, die am 31. Dezember 1937 oder vorher bereits ihren Wohnsitz im Bereich des Staates hatte, aus dem sie 1944/ 45 vertrieben worden waren 
Charta der Heimatvertriebenen
1950
 
  • "Sowjetzonenflüchtlinge" = Personen aus der SBZ die in die BRD flüchteten
  • "Flüchtlingsfrage" schließt unterschiedlcihe Personenkreise ein
  • Aufnahmesoll vom Alliierten Kontrollrat festgelegt
Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern
--> 2 Millionen Menschen 
 
  • am Anfang "Neubürger" (=euphemistischer Begriff)
  • geographische und kulturelle Nähe
◦ Sudetendeutsche
◦ Schlesier
◦ Ostpreußen
  • unterschiedliche Herkunft macht deutlich
--> Vertriebene ≠ Einheit 
  • Minderheitsdeutsche haben anderen kulturellen Hintergrund
  • Heterogenität
  • keine materiellen Dinge mitgebracht 
Immaterielles Fluchtgepäck
= Konfliktpotential + nachhaltige Veränderung 
Methodische Frage: Umgang mit Zeitzeugen als Quelle?
  • Zeithistorische Ereignisse
  • Umgang mit Erinnerung an NS-Zeit und Nachkriegszeit
  • Diktum vom Zeitzeugen als Feind des Historikers
Fünf reine Flüchtlingsgemeinden / Flüchtlingsstädte in Bayern
  • 1. Neugablonz
  • 2. Geretsried
  • 3. Waldkraiburg
  • 4. Traunreut
  • 5. Neutraubling
Lastenausgleichsgesetz 
--> August 1952
 
  • Vertriebene erhielten teilweise finanzielle Entschädigungen für die durch die Flucht entstandenen Schäden an Vermögenswerten
  • ab 1953: neue, zweite Welle an Flüchtlingen durch zunehmende Sowjetisierung in der DDR von Wirtschaft, Erhöhung der Arbeitsnormen + Niederschlagung des Aufstand des 17. Juni 1953
Begriff "Kalte Heimat"
Forschung: Vertriebene aus deutschen Ostgebieten nach 1945 fanden keine warme, offene Heimat in zentraldeutschem Gebiet
 
  • Zeitgenössische Berichte / REden sprechen von Erfolg (war nicht so)
  • Flüchtlinge kamen in fremde Welt
  • Flüchtlinge sprachen gleiche Sprache (deutsch) - Dialekte ausgenommen
  • Religionsaspekt
  • Frage nach ERfolg / Misserfolg der Integration => "Kalte Heimat"
Begriff "Eiserner Vorhang"
  • BRD / Westen --> Marktwirtschaft
  • SU mit Satellitenstaaten --> Planwirtschaft

 
  • Begriff wird Churchill zugeschrieben --> Rede in Fulton
Beginn des Eisernen Vorhangs
  • Truman-Doktrin, 1947
  • Marshall-Plan, 1948
  • Währungsreform in der Trizone, 20. Juni 1948
  • "doppelte Staatsgründung", 1949
Währungsreform in der Trizone
--> 20. Juni 1948
 
  • alte Währung wird durch DM abgelöst = Wiedereinführung der Marktwirtschaft
  • Umsetzung nur in Trizone - nicht Berlin oder SBZ
  • Trennung Ds in zwei Wirtschaftszonen
  • Reaktion der SU = Berlin-Blockade
◦ Stalin versuchte Westberlin in seinen Machtbereich einzugliedern
◦ scheiterte an Luftversorgung
◦ brachte nix
 
  • Ludwig Erhard, CSU - Vater des Wirtschaftswunders? --> NEIN
  • Edvard A. Tenenbaum
◦ Sohn polnischer, jüdischer Einwanderer
◦ Beitrag zur Währungsreform
◦ "wirklicher Vater der Währungsreform"?
Doppelte Staatsgründung 
--> 23. Mai 1949, BRD
--> 7. Oktober 1949, DDR
 
  • kein einheitliches D in Sicht 
  • wichtig für beide Staaten = internationale Anerkennung anderer Staaten
  • BRD sah sich als Nachfolger des Deutschen Reiches
--> Vertreter für alle Deutschen
Präsenz des Eisernen Vorhangs
  • politisch
  • physisch
--> Grenzen, Mauern, Absperrungen
Demarkationslinie
--> 1952
--> Verordnungen über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und westlichen Beatzungszonen Deutschlands
 
  • Auswanderungsproblematik
  • Grenzbefestigung / gefestigte Grenze
  • Zwangsaussiedlungen ins DDR-Gebiet
Demarkationslinie - Auswanderungsproblematik
  • DDR-Bürger verließen das Land in den Westen
  • größere Firmen siedelten in Westen um
  • Ablehnung des politischen Systems
Demarkationslinie - Grenzbefestigung 
  • Menschen lebten teilweise im Niemandsland
  • regionale Teilungen
Demarkationslinie - Zwangsaussiedlungen ins DDR-Gebiet 
  • Grenze war möglicher Kontaktpunnkt = Gefahr für politisches Konzept der DDR (/SU)
  • Kontrolle und Überprüfung auf politische Haltung
  • Willkür und Diskriminierung war an der Tagesordnung
  • "Aktion Ungeziefer"
  • verlassene Häuser werden gesprengt
Mauerbau 1961
  • kurz nach Bau der Mauer nochmal Aussiedlungen
  • Denunziatonen von Systemgegnern und/oder ehemaligen Nazis
  • Wachanlagen sollten gute Kontrolle und Überwachung möglich machen 
  • Todeszonen 
  • Dörfer der Sudetendeutschen wurden zerstört
  • Durch Schließung der Grenzen kamen wirtschaftliche Probleme
  • Psychische Faktoren
◦ Ostbewohner waren sich Gefahr des Grenzübertritts bewusst
◦ trotzdem Übertritte an der tschechischen Grenze
Umgang mit Geflüchteten
  • Ostflüchtlinge waren (politisch) begehrt 
  • Zeichen des Erfolgs des Westens ( und dessen Politischen Systems)
  • Bayern: weiterhin Schwierigkeiten
Bayerischer Ministerrat
  • heute weitgehend synonym = Staatsregierung (= Regierung des Freistaats), Kabinett, Ministerrat
 

  • Diente als Beratungsorgan des Königs

  • Demokratie: Deckungsgleiche Gruppe zu Regierungsmitgl. (Minister, Staatskanzlei)

  • Wöchentliche Treffen werden protokolliert 
= Treffen der eigentlichen Entscheidungstreffer


 
Art. 43 der bayerischen Verfassung vom 8. Dezember 1946
  • definiert Staatsregierung als „oberste leitende und vollziehende Behörde des Staates“

  • besteht aus dem „Ministerpräsidenten, den Staatsministern und den Staatssekretären“

  • In späteren Geschäftsordnungen der Staatsregierung wird die Bezeichnung „Ministerrat“ im engeren Sinne auf die regelmäßigen Sitzungen der Regierungsmitglieder angewendet

Protokolle des Bayerischen Ministerrates
  • Protokollen kann man mehr als reinen Inhalt entnehmen
  • Bewahrung im Bayerischen Hauptstadtsarchiv
Teilnehmer der Sitzungen, seit 1945
  • Regierungsmitglieder = Minister und Staatssekretäre sind alle gleich stimmberechtigt
  • Leiter der Staatskanzlei
  • Protokollführer
 
  • seit 1949: bei Beratung von Bundesangelegenheiten Teilnahme eines fachlich zuständigen Referenten der Staatskanzlei an der Sitzung des Ministerrates
  • seit 1951: Chef des Presse -und Informationsamtes der Staatskanzlei
Sitzungsprotokoll des Bayerischen Ministerrats, 10. Juni 1952
  • Absperrung an Zonengrenzen wird strenger - weitere Flüchtlinge werden kommen
  • Protokolle sollen als Rundschreiben an Landkreise im Raum Franken verteilt werden
  • Regierung will Bild von Situation an Grenze bekommen
◦ Kontakt zu Landräten an Grenze - Bericht darüber: Bewohner an der Grenze arbeitslos
Grenzverkehr an der bayerischen Landesgrenze
  • verschlechtert sich / schwierige Lage
  • Zonengrenzen durften nicht ohne Genehmigung übertreten werden
  • Überwachung an der deutsch-deutschen Grenze
  • weiche Grenze bis 1952
 
  • März 1961: Zentrale für Grenzbehörden in Bayern
  • seit 1970: Einsetzung eines grenzbeauftragten 
  • 1971: Besuch in CSSR
Grenzverkehr - Fragen der Infrastruktur  
  • wirtschaftliche, gesellschaftliche, familiäre Verbindungen werden abgetrennt
  • ÖPNV nach Leipzig und Dresden werden abgetrennt 
  • Verkehrsverbindungen Richtung Zonengrenze werden marginalisiert
  • öffentlicher Nahverkehr (auf bayrischer Seite) geht Richtung Süden / Westen
  • Infrastruktur kommt zum Erliegen
  • Zulieferer werden von normalen Routen weggelenkt
"Gestaute Inflation"
  • Ende WK 2: enormer Geldüberhang in Deutschland 
  • mehr Geld im Umlauf als Produkte
  • Grund: Überschuldung des 3. Reiches
--> Hitler ruinierte deutsche Währung 
Wirtschaft der Besatzer
= Mischung aus Planwirtschaft und archaischem Tauschhandel
 
  • Zonen wurden wie Außengrenzen überwacht 
  • Tauschvereinbarungen in einzelnen Städten / auf Landesebene
  • Marshall-Plan
◦ Hilfe durch USA
◦ Verbreitung der Sowjetzone (Kommunismus) aufhalten
◦ zurück zu währungsbasiertem Handel
Leitsätzegesetz
--> 18. Juni 1948
 
= Grundsatz der künftigen Wirtschaftspolitik in der Bizone 
 
  • Preisfrage statt Preisbindung
  • Preisfreigabe mit Augenmaß - zum Schutz der wirtschaftlich Schwächeren
  • Stabilisierung der Löhne 
  • Lebenshaltungskosten erhöhten sich im zweiten Halbjahr von 1948
  • soziale Ungleichheit traf Sparer und nicht Sachwertbesitzer
Währungsreform in der SBZ
--> 24. Juni 1948
 
  • Nachzug war notwendig
  • russischer Marshall wollte Reform nicht nur in SBZ umsetzen, sondern in allen Besatzungszonen Berlins
  • Westmächte erklären dies für illegal + Erklärung: DM gilt in allen Westsektoren Berlins
  • ehemalige Reichsmarkscheine wurden mit Aufklebern gekennzeichnet 
Bayerns (wirtschaftliche) Ausgangslage nach 1945
  • Standortnachteile
  • Kriegszerstörung 
  • Wohnungsnot
  • Flüchtlinge
Bayerns (wirtschaftliche) Ausgangslage nach Währungsreform
  • kontinuierliches Wirtschaftswachstum 
  • aber, immer schlechter als die anderen Bundesländer in Westdeutschland 
Zwischenbilanz der bayerischen Landesregierung, 1960
  • Bayern hat seit 1945 überraschende Züge

  • Prototyp eines Agrar-Industriestaates
Debatte: Industrie -oder Agrarstaat?
--> Definitionsfrage: was ist Industrialisierung? Konzeptualisierung?
--> Vergleich mit welchem Staat: deutsches Reich, Kaiserreich,...?
 
  • Elektro -und Chemieindustrie + Textilindustrie
  • Bayern: regionale Industrialisierung
  • Vermeidung von monostrukturellen Industriegebieten in Bayern 
Landesplanungsgesetz
--> 1957
 
  • Raumentwicklung 
  • Wohnungswesen
  • Energiewirtschaft
Modernisierung Bayerns - Themenblöcke 
  • 1. Rahmenbedingungen / Ausgangslage
  • 2. Wirtschaftspolitik unter amerikanischer Besatzung
  • 3. Wirtschaftspolitik der bayerischen Regierung
Modernisierung Bayerns - Allgemeine Rahmenbedingungen
  • Versorgungsengpässe mit Kohle und Lebensmitteln
  • Zerstörte Wohnungen 

 
Modernisierung Bayerns - Rahmenbedingungen Bayerns
  • lange Grenze entlang des Eisernen Vorhangs
  • Hauptaufnahmeland für Flüchtlinge und Vertriebene 
  • Konfliktpotenzial der Flüchtlingsfrage

 
=> Gesamtökonomische Lage bis nach Währungsreform
     = schlecht
=> Wirtschaftliche Integration der Flüchltinge scheiterte
=> Bewohner waren unzufrieden 
Gesetz zur Beschaffung von Siedlungsland und zur Bodenreform
  • Großgrundbesitzer wurden gezwungen Land abzugeben
  • Land für Flüchtlingsbauern, Schlesier und Sudeten
  • ging von Besatzungsmacht aus  
Flüchtlingsproduktivkredit 
  • kleine und mittlere Kredite
  • Mitte der 1950er
  • Bayerische Landesanstalt für Aufbaufinanzierung
Lastenausgleichsgesetz
  • Flüchtlinge aus ehemaligen deutschen Gebieten erhielten finanzielle Entschädigung für verlorenen Wert 
  • Entschädigung war anteilig (gewisser Prozentsatz)
  • Firmengründung und Agrarwirtschaft war möglich
Flüchtlingsindustrien
  • Schmuckindustrie --> Neugablonz
  • Glasveredelung --> Vohenstrauß
  • Musikinstrumentenbau --> Bubenreuth, Traunreuth, Geretsried, Neutraubling, Waldkraiburg
Modernisierung Bayerns - Wirtschaftspolitik unter amerikanischer Besatzung 
  • Ideal der freien Marktwirtschaft 
  • Motor des Staatswirtschaftsprozesses
  • ab 1947: Abkehr von Beschlüssen der Potsdamer Konferenz
  • European Recovery Program (Marshall)
Modernisierung Bayerns - Wirtschaftspolitik unter amerikanischer Besatzung --> Ziele 
  • Stabilisierung Bayerns 
  • Stabilisierung Mitteleuropas durch Aufbau von starker Wirtschaft 
Geistiges Fluchtgepäck
  • Wissen der Flüchtlinge wird mitgebracht und genutzt
  • Wirtschaftlicher Erfolg erleichterte Eingliederung der Flüchtlinge
Modernisierung Bayerns - Wirtschaftspolitik der bayerischen Regierung 
--> Bayern hat ein Wirtschaftsproblem = Energieversorgung
Hintergrund: Versorgung nach WK 2 = Strom durch Wasserkraft + Energie durch Kohle
 
  • planmäßige Erschließung des Landes
  • politische Maßnahmen
◦ dezentrale Industrialisierung 
◦ Ausbau der Infrastruktur
  • Ziel = gleichwertige Lebensqualität für Bevölkerung 
Frachthilfe für Ostbayern
--> Oberpfalz und östliches Niederbayern
 
  • finanzielle Zuschüsse für Ostbayern
  • Westorientierung der Handelsbeziehungen (waren nach Osten unterbrochen)
◦ Problem = Transportwege nach Westen waren länger und somit teurer
  • finanzieller Ausgleich für ostbayrische Bereiche
  • kam aus Mitteln der Bundesregierung 
Topos "abgehängter Grenzraum"
  • öffentliches Verkehrsnetz wurde komplett umorientiert --> weg von Osten Richtung Westen
  • Abbrechen bisheriger Infrastruktur
  • ABER: nicht komplett schwarz-weiß
◦ Bilanz der bayerischen Wirtschaft konnte sich langsam sehen lassen
◦ immer noch Rohstoff -und Kapitalmangel
◦ Industrie konzentrierte sich immer noch auf Ballungsräume - nicht auf Land / umliegende Gebiete 
Wirtschaftspolitik 1957-1970
Problem = Zunahme des Energiebedarfs von 1953-1962 um 56%
 
  • Energieversorgung importabhängig
  • Bau eines Raffineriezentrums (1963)
  • Ferngasversorgung 
  • Ausbau der Kernenergie
  • setzt Landesentwicklungsprogramme um 
Wirtschaftspolitik 1970-1988
Problem: Strukturwandel 
--> Gesetz zur Förderung der bayerischen Landwirtschaft
 
  • Ölpreisschock von 1973
  • Grenzen des Wachstums
  • Ziel: Erhaltung der bayerischen Wettbewerbsfähigkeit 
  • Ausbau der Atom-, Luft-, und Raumfahrt
  • Mittelstandsförderungsgesetz, 1974
Ausbau der (Hoch) -Schullandschaft
Ziel = Bildungsgerechtigkeit 
 
  • Bildungserfolg zu abhängig von Herkunft
  • Bildungsgerechtigkeit eng verknüpft mit Bildungsrückstand 
 
  • Georg Picht: Die deutsche Bildungskatastrophe
◦ Defizite im Bildunssystem = Defizite im Wirtschaftssystem

◦ Leistungspotenzial der Bev nicht komplett ausgeschöpft
 

  • Ralf Dahrendorf: Bildung ist Bürgerrecht
◦ Mädchen, Arbeiter, Landkinder = Verlierer im Bildungssystem
 „Katholisches Arbeitermädchen vom Lande“

◦ Bildungserfolg von untersch. Konfessionen = abhängig wo man zur Schule geht (Stadt – Land, Erschließung des Gebietes) ≠ abhängig von Konfession!

Bildungsreformen in Niederbayern
  • Gymnasien in Grafenau und Fichtach
  • Wirtschaftsschule in Deggendorf
  • Einsatz von Schulbussen (weg von Dorfschulen)

 
  • Schulentwicklung in Bayern = adäquates Mittel zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur 
  • Unis in Bayern in den 60ern: München, Regensburg, Erlangen, Würzburg
  • Ziel = Entlastung von München, durch Neugründung von neuer Universität in Ostbayern (Passau)