Kampf um Dörfer und kleine Städte letzte Verurteilungen und Todesurteile für Systemgegner junge Wehrmachtssoldaten werden ausgenutzt und eingezogen Todesmärsche Richtung Westen "Freiheitsaktion Bayern"
Endphaseverbrechen
Tötung von KZ-Häftlingen, Deserteuren, Kriegsgefangenen durch SS / Volkspolizei / Wehrmacht usw.
29. April 1945
Befreiung des KZ Dachaus durch die Amerikaner
8. Mai 1945
Kapitulationserklärung druch Wilhelm Keitel in Berlin
8. Mai, morgens: bereits Kapitulation in Reims vor Eisenhower
--> Stalin wollte doppelte Kapitulation, weil: Symbolort berlin + Misstrauen gegenüber Verbündeten und den Deutschen
8. Mai als Zäsur
innenpolitisch: Entnazifizierung
politischer Systemwechsel richtung Kommunismus: osteuropa + DDR --> Eiserner Vorhang
Begriff "Stunde Null"
= Illusion ≠ zeitgenössischer Begriff
Begriff als Zeitwort mit Deutungskraft (Martin Sangro)
vielseitige Erfahrung - kein allgemeingültiger Begriff --> unterschiedlich je nach Alter, Geschlecht, Herkunft, Gesinnung
Perspektive auf den Begriff "Stunde Null"
BRD: Geschichte / Start des Wirtschaftswunders DDR: Zäsur als historischer Entscheidungsmoment zwischen politischen Richtungen --> mit Sturz von von W. Ulbricht wird Begriff abgelöst
Forschung: Kritik = zu undefinierbarer Begriff
Erste Phase der Nachkriegszeit
1/3 der Deutschen war unterwegs --> Wehrdienst, Kinderlandverschickung, Volkssturm
Kirche kommt mit ihren Strukturen zum Einsatz ◦ integrationskerne für bevorstehende Aufgaben ◦ moralische Instanz ◦ Suchdienste ◦ Verwaltungsstrukturen funktionierten ◦ Nachverfolgung der Zustände gut möglich
Angst vor möglichen Gasangriffen der Deutschen bei Bombardierung britischer Städte
Royal AirForce ◦ nächtliche Angriffe ◦ Flächenbombardement ◦ Ziele: Ruhrgebiet, mittelgroße Städte + Angst und Panik unter Bevölkerung verbreiten
Umgang mit Kriegsschäden
extreme Pole: alles neu - alles auf alt
Umsetzung neuer und archtiektonischer Ideen
Alleinstellungsmerkmale der Städte erhalten
Sowjetische Zone: Stadt als sozialistisches Gebiet (?)
Westen: überhasteter Bau aber auch Erhaltung / Rekonstruktion
Entnazifizierung - Definition
„Unter Entnazifizierung versteht man sowohl die Entfernung belasteter Personen aus ihren Ämtern und deren Bestrafung als auch das Verbot nationalsozialistischer Gesetze, Organisationen, Symbole und Schriften.““The denazification process was originally designed to purge from office all German officials who were known members of, or collaborators with, the Nazi Party. In addition to targeting individuals affiliated with the Nazi Party, the Allies also proscribed all Nazi organizations and institutions, and confiscated property believed to have belonged to the Nazi Party.”
Entnazifizierung
ab Mai 1945 bis 31. Dezember 1949
Beschluss / Diskussion der Alliierten: vage Eckpunkte
amerikanisches Kriegsziel: bestmögliche Vorraussetzungen für eine demokratische Gesellschaft zu schaffen
Zentrale Mitgliederkartei der NSDAP
Gleichschaltung war grundlegend
1933: ca. 850.000 Parteigenosse
63% der Beamten waren NSDAP-Mitglied --> ab 1937 kaum möglich Beamter zu sein. ohne in der Partei zu sein!
1945: Angaben schwanken von ca. 6 Mio - 8 Mio. Parteigenossen
Zweiter Schritt der Entnazifizierung
GESAMTSCHULD DER DEUTSCHEN < INDIVIDUALSCHULD
Umbenennung von Städten, Dörfer, Straßen, Plätzen
Entfernung von Symbolen
Entfernung aus Ämtern und Bestrafung der Nazis
Mai: erste Verhaftungswelle
Juni: Massenentlastungen aus Berufen etc. --> Beamtenapparat, Wirtschaftsmächtige --> Fahndung nach Gestapo, KZ-Personal, SD-Mitglieder
Juli-Direktive: erstes Reglement der Entnazifizierung --> alle Parteigenossen werden entlassen, die bis 1937 Mitglieder waren
drastische Verschärfung durch Druck aus den USA
15. August 1945: Entnazifizierung wird ausgeweitet --> Wirtschaft, Handwerk
Gesetz Nr. 8 der Militärregierung: Massenentlastungen bis Juli 1948
Mai 1945, Richtlinie 551
--> special branches: ehemalige Nazis werden eingeschlossen, besonders gefährliche werden interniert
--> ash can / dust bin: Bezeichnung je nach Position --> keine deutsche Hilfe - grundsätzliches Misstrauen
Stellungsschematismus
= politische Verantwortung der Personen --> je höher, desto mehr Verantwortung im System --> maßgebend: Stellung
Politischer Neuaufbau
Konflikt zwischen Entnazifizierungspraxis und raschem Wunsch nach Wiederaufbau des Landes
Entnazifizierung in deutschen Händen
Prozesse und Spruchkammerverfahren - ermittelten auch selbst
Nazigegner, -verfolgte, -opfer bestimmte
eigene Verantwortung und Belastung der Beschuldigten
Grundsatzentscheidung: legislative Gewalt jeder Besatzungszone bleibt bei jeweiliger Besatzungsmacht
Kontaktverbot mit den Deutschen ◦ pragmatische Zusammenarbeit mit Entlasteten oder Leuten aus dem Exil ◦ Amis, Briten: White Lists --> zusammengestellt von Kirchen
Wirtschaftliche Demontage
"Renazifizierung"
Kalter Krieg zeichnet sich bereits ab --> Entnazifizierung rückt ab 1948 in den Hintergrund
Re-Education: mehr bestrafende Aspekte als Re-Orientation
"Renazifizierung"
= Notwendigkeit, mit ausgebildetem Personal mit NS-Vergangenheit zusammen arbeiten zu müssen
"Re-Education"
= Begriff aus der Psychatrie --> in den 1940ern politisch gefärbt
Spielfilme und Dokumentationen / Skizzierte Medien als Bestandteil der Re-Education in den US-Besatzungszonen ◦ Öffnung der KZ-Lager ◦ Reaktionen = Schweigen, Scham ◦ Ziel = Konfrontation mit den kriegsverbrecherischen Taten
"Re-Orientation"
--> wissenschaftliche Publikationen befassen sich mit Problem, wie man D entnazifizieren sollte
psychologische Befunde übertragen auf Gesamtbevölkerung --> kollektive Paranoia führte zur Hinwendung zum Faschismus = heilbar!
Atmosphäre der Hoffnung
wichtigstes Ziel = Demokratisierung
Morgenthau-Plan
Marshall-Plan
Morgenthau-Plan
Vorschlag: D als reiner Agrarstaat, Schließung höherer Bildungseinrichtungen, militärisches, undemokratisches Volk --> "Eine Schwächung Ds ist angeraten, damit D keine Bedrohung mehr darstellt"
Marshall-Plan
--> Re-Orientation setzt auf gutes amerikanisches Vorbild, Ausrichtung auf Wiederaufbau --> wirkte sich auf ganz Deutschland aus
Bayerische Verfassung von 1946
Vorgaben der Amerikaner
beratender Ausschuss legt Entwurf für Verfasssung vor
darauf: Wahlen + schlussendliche Abstimmung über endgültige Verfassung
nicht nur Regeln zur Staatsorganisation
wollte sich nicht abschotten vom Rest Deutschlands
soll staatsfundamentale Normen / Schutz der Grundrechte sichern
Fragen nach bayerischem Staatspräsident wurden abgelehnt
originale Verfassung ist verschollen, aber weiterhin noch gültig
Präambel veranschaulicht Entstehungszusammenhang
Gottesbezug = post-totalitärer Neuanfang
Hilfe zur Kontextualisierung - war vor NS-Diktatur noch nicht vorhanden
Flucht und Vertreibung nach 1945
historische Ereignisse, die voraus gehen = ausschlaggebend ◦ Annektierung von Gebieten durch das Deutsche Reich in Osteuropa ▪ Österreich ▪ Sudetendeutschland ▪ Tschechoslowakei ▪ Angriff auf Polen
Vielzahl der Vertriebenen lässt sich nur unzureichend in Zahlen fassen
Situation in Nachkriegsjahren vor allem durch Schwierigkeit der Verteilung auf Bundesländer gekennzeichnet
sowjetische Besatzungszone: deutlich höherer Anteil an Flüchtlingen als im Westen
ab 1948: Binnenumsiedlung aus am stärksten belasteten Bundesländern im Westen = Niedersachsen, Bayern, Schleswig-Holstein ----> Württemberg, Zollern, Baden, Rheinland-Pfalz
Flüchtlingsfrage = hoher Stellenwert in BRD
Begriff "Flüchtlingsfrage"
= erzwungene Aufnahme angehöriger deutscher Minderheiten Osteuropas und ehem. dt. Gebieten
Definition des damit verbundenen Personenkreises fehlte
Grundsätzlicher Wandel in der Begrifflichkeit des "Flüchtlings" --zu--> "Heimatvertriebenen" (von 1945-1953)
Bundesvertriebenengesetz
= Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge
Verabschiedung Mai 1953
Inkrafttreten am 5. Juni 1953
Verbindliche und bundeseinheitliche Begriffsbestimmung
stellt alle deutschen Volkszugehörigen mit deutschen Staatsangehörigen rechtlich gleich
Vertriebenen werden Vergünstigungen und Vorteile zuerkannt
Definition "Vertriebener"
= deutscher Staats-/ Volkszugehöriger seinen Wohnsitz in den Ostgebieten des Deutschen Reiches oder außerhalb der Grenzen in dessen Gebietsstand vom 31. Dezember 1937 hatte und diesen durch Flucht, Vertreibung oder Ausweisung verloren hatte
Definition "Heimatvertriebener"
= Personen, die am 31. Dezember 1937 oder vorher bereits ihren Wohnsitz im Bereich des Staates hatte, aus dem sie 1944/ 45 vertrieben worden waren
Charta der Heimatvertriebenen
1950
"Sowjetzonenflüchtlinge" = Personen aus der SBZ die in die BRD flüchteten
"Flüchtlingsfrage" schließt unterschiedlcihe Personenkreise ein
Aufnahmesoll vom Alliierten Kontrollrat festgelegt
Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern
--> 2 Millionen Menschen
am Anfang "Neubürger" (=euphemistischer Begriff)
geographische und kulturelle Nähe ◦ Sudetendeutsche ◦ Schlesier ◦ Ostpreußen
unterschiedliche Herkunft macht deutlich --> Vertriebene ≠ Einheit
Minderheitsdeutsche haben anderen kulturellen Hintergrund
Heterogenität
keine materiellen Dinge mitgebracht
Immaterielles Fluchtgepäck
= Konfliktpotential + nachhaltige Veränderung
Methodische Frage: Umgang mit Zeitzeugen als Quelle?
Zeithistorische Ereignisse
Umgang mit Erinnerung an NS-Zeit und Nachkriegszeit
Diktum vom Zeitzeugen als Feind des Historikers
Fünf reine Flüchtlingsgemeinden / Flüchtlingsstädte in Bayern
1. Neugablonz
2. Geretsried
3. Waldkraiburg
4. Traunreut
5. Neutraubling
Lastenausgleichsgesetz
--> August 1952
Vertriebene erhielten teilweise finanzielle Entschädigungen für die durch die Flucht entstandenen Schäden an Vermögenswerten
ab 1953: neue, zweite Welle an Flüchtlingen durch zunehmende Sowjetisierung in der DDR von Wirtschaft, Erhöhung der Arbeitsnormen + Niederschlagung des Aufstand des 17. Juni 1953
Begriff "Kalte Heimat"
Forschung: Vertriebene aus deutschen Ostgebieten nach 1945 fanden keine warme, offene Heimat in zentraldeutschem Gebiet
Zeitgenössische Berichte / REden sprechen von Erfolg (war nicht so)
Flüchtlinge kamen in fremde Welt
Flüchtlinge sprachen gleiche Sprache (deutsch) - Dialekte ausgenommen
Religionsaspekt
Frage nach ERfolg / Misserfolg der Integration => "Kalte Heimat"
Begriff "Eiserner Vorhang"
BRD / Westen --> Marktwirtschaft
SU mit Satellitenstaaten --> Planwirtschaft
Begriff wird Churchill zugeschrieben --> Rede in Fulton
Beginn des Eisernen Vorhangs
Truman-Doktrin, 1947
Marshall-Plan, 1948
Währungsreform in der Trizone, 20. Juni 1948
"doppelte Staatsgründung", 1949
Währungsreform in der Trizone
--> 20. Juni 1948
alte Währung wird durch DM abgelöst = Wiedereinführung der Marktwirtschaft
Umsetzung nur in Trizone - nicht Berlin oder SBZ
Trennung Ds in zwei Wirtschaftszonen
Reaktion der SU = Berlin-Blockade ◦ Stalin versuchte Westberlin in seinen Machtbereich einzugliedern ◦ scheiterte an Luftversorgung ◦ brachte nix
Ludwig Erhard, CSU - Vater des Wirtschaftswunders? --> NEIN
Edvard A. Tenenbaum ◦ Sohn polnischer, jüdischer Einwanderer ◦ Beitrag zur Währungsreform ◦ "wirklicher Vater der Währungsreform"?
Doppelte Staatsgründung
--> 23. Mai 1949, BRD --> 7. Oktober 1949, DDR
kein einheitliches D in Sicht
wichtig für beide Staaten = internationale Anerkennung anderer Staaten
BRD sah sich als Nachfolger des Deutschen Reiches --> Vertreter für alle Deutschen
Präsenz des Eisernen Vorhangs
politisch
physisch --> Grenzen, Mauern, Absperrungen
Demarkationslinie
--> 1952 --> Verordnungen über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und westlichen Beatzungszonen Deutschlands
Auswanderungsproblematik
Grenzbefestigung / gefestigte Grenze
Zwangsaussiedlungen ins DDR-Gebiet
Demarkationslinie - Auswanderungsproblematik
DDR-Bürger verließen das Land in den Westen
größere Firmen siedelten in Westen um
Ablehnung des politischen Systems
Demarkationslinie - Grenzbefestigung
Menschen lebten teilweise im Niemandsland
regionale Teilungen
Demarkationslinie - Zwangsaussiedlungen ins DDR-Gebiet
Grenze war möglicher Kontaktpunnkt = Gefahr für politisches Konzept der DDR (/SU)
Kontrolle und Überprüfung auf politische Haltung
Willkür und Diskriminierung war an der Tagesordnung
"Aktion Ungeziefer"
verlassene Häuser werden gesprengt
Mauerbau 1961
kurz nach Bau der Mauer nochmal Aussiedlungen
Denunziatonen von Systemgegnern und/oder ehemaligen Nazis
Wachanlagen sollten gute Kontrolle und Überwachung möglich machen
Todeszonen
Dörfer der Sudetendeutschen wurden zerstört
Durch Schließung der Grenzen kamen wirtschaftliche Probleme
Psychische Faktoren ◦ Ostbewohner waren sich Gefahr des Grenzübertritts bewusst ◦ trotzdem Übertritte an der tschechischen Grenze
Umgang mit Geflüchteten
Ostflüchtlinge waren (politisch) begehrt
Zeichen des Erfolgs des Westens ( und dessen Politischen Systems)
Bayern: weiterhin Schwierigkeiten
Bayerischer Ministerrat
heute weitgehend synonym = Staatsregierung (= Regierung des Freistaats), Kabinett, Ministerrat
Diente als Beratungsorgan des Königs
Demokratie: Deckungsgleiche Gruppe zu Regierungsmitgl. (Minister, Staatskanzlei)
Wöchentliche Treffen werden protokolliert = Treffen der eigentlichen Entscheidungstreffer
Art. 43 der bayerischen Verfassung vom 8. Dezember 1946
definiert Staatsregierung als „oberste leitende und vollziehende Behörde des Staates“
besteht aus dem „Ministerpräsidenten, den Staatsministern und den Staatssekretären“
In späteren Geschäftsordnungen der Staatsregierung wird die Bezeichnung „Ministerrat“ im engeren Sinne auf die regelmäßigen Sitzungen der Regierungsmitglieder angewendet
Protokolle des Bayerischen Ministerrates
Protokollen kann man mehr als reinen Inhalt entnehmen
Bewahrung im Bayerischen Hauptstadtsarchiv
Teilnehmer der Sitzungen, seit 1945
Regierungsmitglieder = Minister und Staatssekretäre sind alle gleich stimmberechtigt
Leiter der Staatskanzlei
Protokollführer
seit 1949: bei Beratung von Bundesangelegenheiten Teilnahme eines fachlich zuständigen Referenten der Staatskanzlei an der Sitzung des Ministerrates
seit 1951: Chef des Presse -und Informationsamtes der Staatskanzlei
Sitzungsprotokoll des Bayerischen Ministerrats, 10. Juni 1952
Absperrung an Zonengrenzen wird strenger - weitere Flüchtlinge werden kommen
Protokolle sollen als Rundschreiben an Landkreise im Raum Franken verteilt werden
Regierung will Bild von Situation an Grenze bekommen ◦ Kontakt zu Landräten an Grenze - Bericht darüber: Bewohner an der Grenze arbeitslos
Grenzverkehr an der bayerischen Landesgrenze
verschlechtert sich / schwierige Lage
Zonengrenzen durften nicht ohne Genehmigung übertreten werden
Überwachung an der deutsch-deutschen Grenze
weiche Grenze bis 1952
März 1961: Zentrale für Grenzbehörden in Bayern
seit 1970: Einsetzung eines grenzbeauftragten
1971: Besuch in CSSR
Grenzverkehr - Fragen der Infrastruktur
wirtschaftliche, gesellschaftliche, familiäre Verbindungen werden abgetrennt
ÖPNV nach Leipzig und Dresden werden abgetrennt
Verkehrsverbindungen Richtung Zonengrenze werden marginalisiert
öffentlicher Nahverkehr (auf bayrischer Seite) geht Richtung Süden / Westen
Infrastruktur kommt zum Erliegen
Zulieferer werden von normalen Routen weggelenkt
"Gestaute Inflation"
Ende WK 2: enormer Geldüberhang in Deutschland
mehr Geld im Umlauf als Produkte
Grund: Überschuldung des 3. Reiches --> Hitler ruinierte deutsche Währung
Wirtschaft der Besatzer
= Mischung aus Planwirtschaft und archaischem Tauschhandel
Zonen wurden wie Außengrenzen überwacht
Tauschvereinbarungen in einzelnen Städten / auf Landesebene
Marshall-Plan ◦ Hilfe durch USA ◦ Verbreitung der Sowjetzone (Kommunismus) aufhalten ◦ zurück zu währungsbasiertem Handel
Leitsätzegesetz
--> 18. Juni 1948
= Grundsatz der künftigen Wirtschaftspolitik in der Bizone
Preisfrage statt Preisbindung
Preisfreigabe mit Augenmaß - zum Schutz der wirtschaftlich Schwächeren
Stabilisierung der Löhne
Lebenshaltungskosten erhöhten sich im zweiten Halbjahr von 1948
soziale Ungleichheit traf Sparer und nicht Sachwertbesitzer
Währungsreform in der SBZ
--> 24. Juni 1948
Nachzug war notwendig
russischer Marshall wollte Reform nicht nur in SBZ umsetzen, sondern in allen Besatzungszonen Berlins
Westmächte erklären dies für illegal + Erklärung: DM gilt in allen Westsektoren Berlins
ehemalige Reichsmarkscheine wurden mit Aufklebern gekennzeichnet
Bayerns (wirtschaftliche) Ausgangslage nach 1945
Standortnachteile
Kriegszerstörung
Wohnungsnot
Flüchtlinge
Bayerns (wirtschaftliche) Ausgangslage nach Währungsreform
kontinuierliches Wirtschaftswachstum
aber, immer schlechter als die anderen Bundesländer in Westdeutschland
Zwischenbilanz der bayerischen Landesregierung, 1960
Bayern hat seit 1945 überraschende Züge
Prototyp eines Agrar-Industriestaates
Debatte: Industrie -oder Agrarstaat?
--> Definitionsfrage: was ist Industrialisierung? Konzeptualisierung? --> Vergleich mit welchem Staat: deutsches Reich, Kaiserreich,...?
Elektro -und Chemieindustrie + Textilindustrie
Bayern: regionale Industrialisierung
Vermeidung von monostrukturellen Industriegebieten in Bayern
Landesplanungsgesetz
--> 1957
Raumentwicklung
Wohnungswesen
Energiewirtschaft
Modernisierung Bayerns - Themenblöcke
1. Rahmenbedingungen / Ausgangslage
2. Wirtschaftspolitik unter amerikanischer Besatzung
Modernisierung Bayerns - Wirtschaftspolitik unter amerikanischer Besatzung
Ideal der freien Marktwirtschaft
Motor des Staatswirtschaftsprozesses
ab 1947: Abkehr von Beschlüssen der Potsdamer Konferenz
European Recovery Program (Marshall)
Modernisierung Bayerns - Wirtschaftspolitik unter amerikanischer Besatzung --> Ziele
Stabilisierung Bayerns
Stabilisierung Mitteleuropas durch Aufbau von starker Wirtschaft
Geistiges Fluchtgepäck
Wissen der Flüchtlinge wird mitgebracht und genutzt
Wirtschaftlicher Erfolg erleichterte Eingliederung der Flüchtlinge
Modernisierung Bayerns - Wirtschaftspolitik der bayerischen Regierung
--> Bayern hat ein Wirtschaftsproblem = Energieversorgung Hintergrund: Versorgung nach WK 2 = Strom durch Wasserkraft + Energie durch Kohle
planmäßige Erschließung des Landes
politische Maßnahmen ◦ dezentrale Industrialisierung ◦ Ausbau der Infrastruktur
Ziel = gleichwertige Lebensqualität für Bevölkerung
Frachthilfe für Ostbayern
--> Oberpfalz und östliches Niederbayern
finanzielle Zuschüsse für Ostbayern
Westorientierung der Handelsbeziehungen (waren nach Osten unterbrochen) ◦ Problem = Transportwege nach Westen waren länger und somit teurer
finanzieller Ausgleich für ostbayrische Bereiche
kam aus Mitteln der Bundesregierung
Topos "abgehängter Grenzraum"
öffentliches Verkehrsnetz wurde komplett umorientiert --> weg von Osten Richtung Westen
Abbrechen bisheriger Infrastruktur
ABER: nicht komplett schwarz-weiß ◦ Bilanz der bayerischen Wirtschaft konnte sich langsam sehen lassen ◦ immer noch Rohstoff -und Kapitalmangel ◦ Industrie konzentrierte sich immer noch auf Ballungsräume - nicht auf Land / umliegende Gebiete
Wirtschaftspolitik 1957-1970
Problem = Zunahme des Energiebedarfs von 1953-1962 um 56%
Energieversorgung importabhängig
Bau eines Raffineriezentrums (1963)
Ferngasversorgung
Ausbau der Kernenergie
setzt Landesentwicklungsprogramme um
Wirtschaftspolitik 1970-1988
Problem: Strukturwandel --> Gesetz zur Förderung der bayerischen Landwirtschaft
Ölpreisschock von 1973
Grenzen des Wachstums
Ziel: Erhaltung der bayerischen Wettbewerbsfähigkeit
Ausbau der Atom-, Luft-, und Raumfahrt
Mittelstandsförderungsgesetz, 1974
Ausbau der (Hoch) -Schullandschaft
Ziel = Bildungsgerechtigkeit
Bildungserfolg zu abhängig von Herkunft
Bildungsgerechtigkeit eng verknüpft mit Bildungsrückstand
Georg Picht: Die deutsche Bildungskatastrophe ◦ Defizite im Bildunssystem = Defizite im Wirtschaftssystem ◦ Leistungspotenzial der Bev nicht komplett ausgeschöpft
Ralf Dahrendorf: Bildung ist Bürgerrecht ◦ Mädchen, Arbeiter, Landkinder = Verlierer im Bildungssystem „Katholisches Arbeitermädchen vom Lande“ ◦ Bildungserfolg von untersch. Konfessionen = abhängig wo man zur Schule geht (Stadt – Land, Erschließung des Gebietes) ≠ abhängig von Konfession!
Bildungsreformen in Niederbayern
Gymnasien in Grafenau und Fichtach
Wirtschaftsschule in Deggendorf
Einsatz von Schulbussen (weg von Dorfschulen)
Schulentwicklung in Bayern = adäquates Mittel zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur
Unis in Bayern in den 60ern: München, Regensburg, Erlangen, Würzburg
Ziel = Entlastung von München, durch Neugründung von neuer Universität in Ostbayern (Passau)