In welcher Literatur findet man das Bau- und Planungsrecht?
Baugesetzbuch (BauGB), Städtebaurecht, Landesbauordnung NRW, Pappermann Rechtsvorschriften NRW
Art. 20 GG wird auch oft als 'Verfassung in Kurzform' bezeichnet. Welche Eigenschaften der BRD deckt er ab?
Demokratie, Sozialstaat, Bundesstaat, Rechtsstaat
Was sind grundlegende Prinzipien der freiheitlich demokratischen Grundordnung?
- Achtung vor den Grundrechten, v.a. vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und Entfaltung (darunter fällt auch Eigentumsrecht Art. 14 GG)
(
- Volkssouveränität
- Gewaltenteilung
- Verantwortlichkeit der Regierung
- Gesetzmäßigkeit der Verwaltung
- Unabhängigkeit der Gerichte
- Mehrparteienprinzip
)
Was besagt das Eigentumsrecht Art. 14 GG?
(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Wie sieht die horizontale Gewaltenteilung (nach Montesquieu) aus?
- Legislative (Parlament)
- Exekutive (Regierung/Verwaltung)
- Judikative (Gerichte)
Wie sieht die vertikale Gewaltenteilung aus?
- Zentralstaat (Bundesrepublik Deutschland)
- Bundesländer (Staaten)
- Selbstverwaltungskörperschaften (Kreise, kreisfreie Städte und Gemeinden
Wie ist das Verhältnis von Bundesrecht zu Landesrecht?
Bundesrecht bricht das Landesrecht (gilt auch für Beziehung von Landesrecht zu Ortsrecht)
Wo ist das Landesrecht geregelt und was besagt es?
Art. 70 GG
Die Länder haben das Recht der Gesetzgebung, soweit dieses Grundgesetz nicht dem Bund Gesetzgebungsbefugnisse verleiht
Wo ist das Ortsrecht geregelt und was besagt es?
Art. 28 GG
Die Gemeinden haben das Recht alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln
Erläutere die Normenhierarchie bei den Rechtsquellen
Grundgesetz:
- bricht einfaches Recht (Art. 100 GG)
- kann nur mit einer 2/3 Mehrheit in Bundestag und Bundesrat geändert werden (Art. 79 GG)
Formelle Gesetze:
- herrschen über Rechtsverordnungen (Art. 80 GG)
- werden vom zuständigen Parlament im vorgeschriebenen Verfahren verabschiedet und verkündet
Rechtsverordnungen:
- werden von der Exekutive aufgrund parlamentarischer Ermächtigung erlassen
Satzungen:
- stehen auf der gleichen Ebene wie RVO
- werden von Selbstverwaltungskörperschaften aufgrund eingeschränkter Rechtssetzungsmacht erlassen
Verwaltungsvorschriften:
- werden nach außen nur über den Gleichheitssatz verbindlich (Art. 3 GG)
Was versteht man unter dem private Recht?
- regelt die Beziehung zwischen gleichgeordneten Rechtssubjekten
- Rechtssubjekte entscheiden selbst, wann und wie Rechtsbeziehungen zwischen ihnen entstehen (z.b. durch Verträge)
Was versteht man unter dem öffentlichen Recht?
- regelt das Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen Staat und Bürger
- ein Rechtsverhältnis entsteht erst dann, wenn die Verwaltung rechtsvermittelnd tätig wird (z.b. durch Verwaltungsakt)
→ unter öffentliches Recht fällt auch das Verwaltungsrecht mit dem Untergebiet Bau- und Planungsrecht
Was ist im Bauordnungsrecht geregelt?
z.b. Abstandsflächen, Brandschutz, Abfallbeseitigung, Gebäudegestaltung
u.a. in Landesbauordnungen, Spezialgesetze
Was ist im Nachbarrecht geregelt?
z.b. Fensterrechte, Lichtrechte, Hammerschlagrecht, Leiterrechte
u.a. im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), Nachbarrechtsgesetze der Länder
Wo ist das örtliche Planungsrecht geregelt?
- Bundesbaugesetz seit 1960 Baugesetzbuch (BauGB)
- Baunutzungsverordnung (BauNVO)
Was ist im Überörtlichen Planungsrecht/Fachplanungsrecht geregelt?
z.b. Agglomerationen, Eisenbahnnetz, Fernstraßen
u.a. im Raumordnungsgesetz (ROG), Landesplanungsgesetzen (LPG), Planfeststellung in den VwVfG der Länder, Bundesfernstraßengesetz (FStrG)
Wo ist das Umweltschutzrecht geregelt?
Luft: Immissionsschutzrecht
Wasser: Wasserrecht
Boden: Abfallrecht, Bodenschutzrecht, Bergrecht
Natur: Naturschutzrecht
Welche Baunebenrechte existieren noch neben dem Umweltschutzrecht?
- Denkmalschutzrecht
- Ausführungsgesetze der Länder zum BauGB
- aus dem BauGB erwachsende Verordnungsrechte
Was fällt im Verwaltungsrecht unter den Bereich Leistungsverwaltung?
Sozialhilfe (-gesetz), Wohngeld (-gesetz), BAFöG
Was fällt im Verwaltungsrecht unter den Bereich Abgabeverwaltung?
Steuern (Steuergesetz), Gebühren (Gebührenordnungen), Beiträge (Beitragssatzungen)
Was versteht man im Bereich der Ordnungsverwaltung unter eingreifender Verwaltung?
Polizei, Bauaufsicht, Enteignung
Was versteht man im Bereich der Ordnungsverwaltung unter schützender Verwaltung?
Datenschutz, Immissionsschutz
Was versteht man im Bereich der Ordnungsverwaltung unter planender Verwaltung?
Raumordnung, Bauleitplanung, Straßenbau
Wie ist die Bundesverwaltung organisiert?
- Bundeskanzler (Scholz)
- oberste Bundesbehörde (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen)
- Bundesoberbehörden, Zentrale Bundesbehörden
- Bundesmittelbehörden
- untere Bundesbehörden
Wie ist die Landesverwaltung organisiert?
- Ministerpräsident (Hendrik Wüst, NRW)
- oberste Landesbehörde (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung)
- Landesoberbehörden, zentrale Landesbehörden
- Regierungspräsidenten und Bezirksregierungen (Bezirksregierung Köln)
- untere Landesbehörden
Wie sind Gemeinden in der Verwaltung von NRW organisiert?
- sind nach Bund und Ländern die unterste Ebene im dreistufigen Verwaltungsaufbau
- haben im Rahmen der Selbstverwaltung eigene Zuständigkeiten und eine eigene Finanzwirtschaft
- gehören staatsrechtlich zu den Ländern
- werden von der Landesregierung beaufsichtigt
- haben keine verfassungsrechtliche Mitwirkungsbefugnisse
Wie ist die Gemeindeordnung (nach der 'Süddeutschen Ratsverfassung')

Welche gemeindlichen Verwaltungstätigkeiten gibt es?
Selbstverwaltungsangelegenheiten:
- Freiwillige (Theater, Museen, Bibliotheken, Schwimmbäder)
- Pflichtige (Kindergärten, Straßenreinigung, Abfallbeseitigung, Abwasserbeseitigung
Pflichtaufgaben zur Erfüllung nach Weisung:
Rettungsdienst, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Sozialhilfe
Auftragsangelegenheiten:
Bauaufsicht, Volkszählungen, Bundes- & Landeswahlen, ...
Wie setzen sich die Einnahmen einer Gemeinde zusammen?
30% Steuern
25% Zuweisungen
23% Gebühren und Beiträge
22% sonstige Einnahmen (z.b. Kreditaufnahme, Konzessionsabgaben)
Welche transnationalen Kooperationsräume mit Beteiligung Deutschlands gab es von 2007-2013?
- Nordsee
- Ostsee
- Nordwesteuropa
- Zentraleuropa
- Alpen
Auf welcher Planungsebene & auf welcher Rechtsgrundlage ist die Bundesebene organisiert?
Bundesraumordnung;
Bundesraumordnungsgesetz (ROG)
Wer ist Planungsträger der Bundesraumordnung?
Bundestag;
Verwaltungsebene: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung
Was ist Inhalt und Aufgabe der Bundesraumordnung?
Grundsätze für die Gesamtentwicklung des Bundesgebiets
→ Instrument: Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung Deutschlands, 2016 (Novellierung)
Was sind die 3 zentralen Leitbilder für die Raumentwicklung Deutschlands?
- Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum
- Sicherung der Daseinsvorsorge
- Management der Raumnutzung
Welche Leitbilder gibt es außerdem für die Raumentwicklung Deutschlands?
- Wachstum und Innovation
- Wettbewerbsfähigkeit
- Ressourcen bewahren, Kulturlandschaften gestalten
- Klimawandel
- erneuerbare Energien und Netze
Auf welcher Planungsebene & auf welcher Rechtsgrundlage ist die Landesebene organisiert?
Landesplanung (Raumordnung der Länder);
Bundesraumordnungsgesetz (ROG) / Landesplanungsgesetz (LPIG)
Wer ist Planungsträger der Landesplanung?
Landtage;
Verwaltungsebene: Ministerium für Bauen und Verkehr
Was ist Inhalt und Aufgabe der Landesplanung?
Grundsätze und allgemeine Ziele für die Gesamtentwicklung des Landes
→ Instrument: Landesentwicklungsprogramm (LEPro) / Landesentwicklungsplan LEP
Was beinhaltet der Landesentwicklungsplan NRW?
A. Einleitung (Herausforderungen, Rechtsgrundlage)
B. Raumstrukturelle Zielsetzungen (Siedlungen, Natur, Freiraum)
C. Flächenvorsorge (Wohnen, Freizeit & Erholung, Bodenschätze, ...)
D. Infrastruktur (Verkehr, Energie, Entsorgung)
Welche Planungsebene auf Landesebene ist der Landesplanung gleichgesetzt?
Regionalplanung
Wer ist Planungsträger der Regionalplanung?
Regionalräte;
Verwaltungsebene: Bezirksregierungen
Was ist Inhalt und Aufgabe der Regionalplanung?
Regionale Ziele für die Regierungsbezirke und ihre Teilräume sowie für alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnamen
→ Instrument: Regionalpläne, Regionaler Flächennutzungsplan
z.b.: Gebietsentwicklungsplan Köln - Teilabschnitt Aachen
Auf welcher Planungsebene & auf welcher Rechtsgrundlage ist die Gemeindeebene organisiert?
vorbereitende Bauleitplanung;
Baugesetzbuch (BauGB), Baunutzungsverordnung (BauNVO), Planzeichenverordnung (PlanZVO)
Wer ist Planungsträger der vorbereitenden Bauleitplanung?
Stadträte/Gemeinderäte;
Verwaltung: Stadt-/Gemeindeverwaltung
Was umfasst den Planungsraum der vorbereitenden Bauleitplanung?
grundsätzlich das gesamte Gemeindegebiet
Was ist Inhalt und Aufgabe der vorbereitenden Bauleitplanung?
Darstellung der Entwicklung des Gemeindegebietes in den Grundzügen
→ Instrument: (regionaler) Flächennutzungsplan
Welche Planungsebene auf Gemeindeebene ist der vorbereitenden Bauleitplanung gleichgesetzt?
verbindliche Bauleitplanung
Wer ist Planungsträger der verbindlichen Bauleitplanung?
Stadträte/Gemeinderäte;
Verwaltung: Stadt-/Gemeindeverwaltung
Was umfasst den Planungsraum der verbindlichen Bauleitplanung?
Teile des Gemeindegebiets
Was ist Inhalt und Aufgabe der verbindlichen Bauleitplanung?
Rechtsverbindliche Festsetzungen für die städtebauliche Ordnung
→ Instrument: Bebauungsplan (B-Plan), Vorhaben und Erschließungsplan (VEP), Bebauungsplan der Innenentwicklung
Welches Beispiel wurde im Zuge der verbindlichen Bauleitplanung genannt?
Sportpark Soers (Krefelder Str./Soerser Weg)
Welche Planungsebenen umfasst die Bauleitplanung?
Stadt/Gemeinde (Flächennutzungsplan); Stadtteil/Quartier (Bebauungsplan)
Was ist der Flächennutzungsplan?
- stellt für das gesamte Stadtgebiet die Art der Bodennutzung dar, wie diese sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung und den voraussehbaren Bedürfnissen der Gemeinde ergibt
- formuliert Grundzüge der künftigen räumlichen Entwicklung
- schafft Voraussetzungen für die langfristige Daseinsvorsorge der Stadt
- unterscheidet nicht zwischen Bestand und Neuplanung (zielgerichtet)
Was sind Bestandteile des Flächennutzungsplans?
- Planzeichnung (neuster Stand)
- Erläuterungsbericht
- FNP-Änderungsblätter (zu neusten Änderungen)
Was enthält die Planzeichnung des Flächennutzungsplanes?
- Darstellungen zu Bauflächen, Gemeindebedarfsflächen, Ver- & Entsorgungsanlagen, Verkehr, Frei- & Wasserflächen
- textliche Darstellungen
- Nachrichtliche Übernahmen von Nutzungsregelungen, die nach anderen gesetzlichen Regelungen festgesetzt sind (z.b. Naturschutzgebiete)
- Kennzeichnungen von schadstoffbelasteten Böden (Warnfunktion)
Was ist charakteristisch für den (Berliner-) Flächennutzungsplan?
- Generalisierung (vereinfachte Form) seiner Darstellungen
- nicht grundstücksgenau
- Flächen <3 ha werden i.d.R. nicht gesondert dargestellt
- Einrichtungen des Gemeinbedarfs (etc) werden nur dargestellt, wenn sie von übergeordneter Bedeutung sind / >3 ha
Wie erfolgt eine Änderung des Flächennutzungsplans?
- in Teilbereichen & laufend
- Verfahren zur Änderung = gesetzlich geregelt
- frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit
Was versteht man unter einer Neubekanntmachung beim Flächennutzungsplan?
Planzeichnung des FNP wird alle 3-5 Jahre mit allen zwischenzeitlichen Änderungen neu gedruckt und bekannt gemacht
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Wohnbauflächen?
- insgesamt 4 Typen, die sich nach ihrer Dichte & Strukturmerkmalen unterscheiden
- überwiegend für Wohnzwecke genutzt
- untergeordnet können auch Infrastruktureinrichtungen (z.b. Schulen), kleinere Grünflächen (<3 ha) sowie gestreutes Gewerbe vorhanden sein, soweit in Wohnnutzung integrierbar
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Wohnbauflächen W1?
- rote Fläche
- überwiegend traditionelle Block- & Blockrandbebauung (Altbau)
- >5 Geschosse
- z.b. Schöneberg Berlin
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Wohnbauflächen W2?
- rote Fläche
- überwiegend Zeilenbau, Blöcke der 20er & 80er Jahre, Großbauformen
- 3-5 Geschosse (auch Hochhäuser in Großsiedlungen)
- z.b. "Weiße Stadt" Reinickendorf Berlin; Großsiedlung Hellersdorf Berlin
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Wohnbauflächen W3?
- hellrote Fläche
- überwiegend verdichtete EFH-ähnliche Wohnformen (Stadtvillen, Reihenhäuser, Hausgruppen, Neubau der letzten 15 Jahre)
- 2-3 Geschosse
- z.b. Neubebauung Stralau
- u.U. mit landschaftlicher Prägung: zusätzlich mit das Siedlungsbild prägender Vegetationsstruktur (z.b. Mohriner Allee, Britz)
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Wohnbauflächen W4?
- hellrote Fläche
- überwiegend Einzel- & Doppelhäuser in offener Bauweise, mit hohem Grünanteil
- 1-2 Geschosse
- u.U. mit landschaftlicher Prägung: zusätzlich mit das Siedlungsbild prägender Vegetationsstruktur
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich gemischte Bauflächen M1?
- orange Fläche
- hohe Nutzungsidentität &/ -dichte
- vorwiegender Kerngebietscharakter
- schließen übergeordnete Standorte des Gemeindebedarfs mit ein
- z.b. Zentrumsbereiche Berlins
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Bauflächen M2?
- orange Fläche
- mittlere Nutzungsidentität &/ -dichte
- überwiegender Mischgebietscharakter
- z.b. Hackesche Höfe in Berlin Mitte
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Einzelhandelskonzentrationen?
- schwarze parallele Balken
- veranschaulichen in Verbindung mit der dazugehörigen Baufläche das Zentrengefüge der Stadt
- meist i.V.m. M1/M2
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich gewerbliche Bauflächen?
- graue Fläche
- grundsätzlich nur gewerbliche Nutzungen
- Großstandorte der Industrie sowie Wachstumsreserve
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Sonderbauflächen?
- spezielle Nutzungen
- Zweckbestimmung wird durch Schriftzug (z.b. "Großmarkt") kenntlich gemacht
- orangene Umrahmung, Flächenfarbe verdeutlicht überwiegenden Nutzungscharakter
- z.b. ICC & Messegelände
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Sonderbauflächen Hauptstadtfunktion?
- orangene Umrahmung
- dienen vorrangig Einrichtungen von Parlament und Regierung
- auf Teilflächen sollte auch Wohn- & Mischnutzung möglich sein
- z.b. Spreebogen
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Sonderbauflächen mit gewerblichem Charakter?
- orangene Umrahmung
- z.b. "Stadt für Wirtschaft & Wissenschaft" Adlershof
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Sonderbauflächen mit hohem Grünanteil?
- orangene Umrahmung
- > 60% der Gesamtfläche müssen unversiegelt sein
- z.b. Olympiastadion mit Gelände
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Gemeindebedarfsflächen?
- rote Fläche
- vorhandene & geplante Einrichtungen des Gemeindebedarfs (Hochschulen, Krankenhäuser, Sportanlagen, Schulen, Polizeit, Verwaltung, etc.)
- <3 ha: Darstellung nur durch ein Lagesymbol
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Gemeindebedarfsflächen mit hohem Grünanteil?
- grüne Fläche, rote Umrahmung
- > 60% der Gesamtfläche unversiegelt
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Flächen für Ver- und Entsorgungsanlagen mit gewerblichem Charakter?
- graue Fläche, gelbe Umrahmung
- überwiegenedr Nutzungscharakter wird durch Flächenfarbe, Zweckbestimmung durch Lagesymbol definiert
- u.a. Wasserwerke, Klärwerke, Umspannwerke, Kraftwerke, Abfallbeseitigungs- & - aufbereitungsanlagen
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Flächen für Ver- und Entsorgungsanlagen mit Mischnutzungscharakter?
- orange Fläche, gelbe Umrahmung
- z.b. einige Betriebshöfe von Bus und Bahn, z.b. Autobusbetriebshöfe integriert in Wohnbebauung
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Flächen für Ver- und Entsorgungsanlagen mit hohem Grünanteil?
- grüne Fläche, gelbe Umrahmung
- > 60% der Gesamtfläche unversiegelt
- z.b. große Wasserversorgungsanlagen der Stadt
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Flächen für Ver- und Entsorgungsanlagen mit landwirtschaftlicher Nutzung?
- hellgrüne Fläche, gelbe Umrahmung
- z.b. frühere Rieselfelder Gatow dienen heute als Grundwasseranreicherungsflächen
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Verkehrsflächen?
symbolisch dargestellt werden:
- Autobahn
- Straßen: Fokus auf übergeordnete Hauptverkehrsstraßen
- Trassenfreihaltung
- Tunnellage
- Flughafen
- Schienennetze der U-, S-, Regional- & Fernbahn sowie Haltepunkte
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Freiflächen/Wasserflächen?
- grüne Fläche
- Zweckbestimmungen werden durch Lagesymbole dargestellt
- Grünflächen, Wald, Landwirtschaftsflächen, Wasserflächen (blau)
Inhalte des Flächennutzungsplans: Wie definieren sich Flächen mit Nutzungsbeschränkung zum Schutz der Umwelt?
durch verschiedene Musterungen werden dargestellt:
- Vorranggebiet für Luftreinhaltung (Innenstadt, hohe Emmissionsdichte)
- Fluglärmschutz
- schadstoffbelastete Böden
- Naturschutzgebiete
- Weltkulturerbe
- Wasserschutzgebiet
Was wird aus dem Flächennutzungsplan entwickelt?
Bebauungsplan
-> Abweichungen nur zulässig, wenn Grundkonzeption des FNP unberührt bleibt (Spielraum)
Was ist die Grundregel für die Entwicklung von Bebauungsplänen?
aus Bauflächen des Flächennutzungsplans können nur die ihnen zugeordneten Baugebiete der Baunutzungsverordnung (BauNVO) entwickelt werden
Was ist der Unterschied zwischen einem qualifiziertem und einem einfachen Bebauungsplan?
qualifizierter Bebauungsplan:
- enthält mind. Festsetzungen über die Art und das Maß der baulichen Nutzung, die überbaubare Grundstücksfläche, sowie die örtlichen Verkehrsflächen (Erschließung)
- legt gem. §30 (1) BauGB abschließend Kriterien für planungsrechtliche Zulässigkeit von Vorhaben fest
einfacher Bebauungsplan:
- fehlt eines der Festsetzungselemente, richtet sich Zulässigkeit von Vorhaben für die fehlenden Elemente nach §§34/35 BauGB
Was ist in der Planzeichenverordnung enthalten?
= Verordnung über die Ausarbeitung der Bauleitpläne und die Darstellung des Planinhalts
- enthält Vorschriften über die Planunterlagen und die Planzeichen, die in Bauleitplänen verwendet werden sollen
Was ist die Baunutzungsverordnung?
- eine Art amtliche Legende zu den Bauleitplänen der Gemeinde
- was, wieviel und wo auf dem Grundstück gebaut werden darf
Welche Baugebietstypen für Wohnbauflächen gibt es nach der BauNVO?
- Kleinsiedlungsgebiet (WS) §2
- reines Wohngebiet (WR) §3
- allgemeines Wohngebiet (WA) §4
- besonderes Wohngebiet (WB) §4a (Wohnen + evtl. Gewerbe)
Welche Baugebietstypen für gemischte Bauflächen gibt es nach der BauNVO?
- Dorfgebiet (MD) §5 (Wohnen + L&F + Gewerbe)
- dörfliches Wohngebiet (MDW) §5a (Wohnen + L&F Nebenerwerb + Gewerbe)
- Mischgebiet (MI) §6 (Wohnen + Gewerbe)
- urbanes Gebiet (MU) §6a (Wohnen + Gewerbe + soz./kult. Einrichtungen)
- Kerngebiet (MK) §7 (Handel + wirt./kult./verw. Einrichtungen)
Wozu dient der §5a - dörfliches Wohngebiet (MDW)?
- Mobilisierung von Bauland
- neben Wohnen werden hier auch land- und forstwirtschaftliche Nebenerwerbsstellen untergebracht
-> ermöglicht Wohnen auf dem Land bei verminderter Schutzwürdigkeit ggü Lärm und Gerüchen
Wozu dient der §6a - urbanes Gebiet (MU)?
- seit 2017
- Grund: zunehmende Entmischungstendenzen auf städtischem Wohnungsmarkt
- Mischgebiet, das höhere Dichten, mehr Flexibilität in der Herstellung von Mischungsverhältnissen und höhere Lärmemmissionen ermöglicht
Welche Baugebietstypen für gewerbliche Bauflächen & Sonderbauflächen gibt es nach der BauNVO?
- Gewerbegebiet (GE) §8 (nicht belästigendes Gewerbe)
- Industriegebiet (GI) §9 (ausschließlich Gewerbe)
- Sondergebiete die der Erholung dienen (SO) §10 (Ferienhäuser, Campingplätze)
- Sonstige Sondergebiete (SO) §11 (Einkaufszentren, Messen, Kliniken, Hochschulen, Häfen, Flughäfen, ...)
Was findet man im §1 (4) bis (10) BauNVO?
Differenzierung der Baugebiete
Wo ist die Zulässigkeit von Vorhaben geregelt?
§§30, 34, 35 BauGB
Wenn ein Vorhaben unzulässig ist, weil es den Festsetzungen eines Bebauungsplans widerspricht, kann es dennoch genehmigt werden über...
§31 (2) BauGB - Befreiung von den Festsetzungen eines Bebauungsplanes
Wenn ein Vorhaben weder nach §30 noch nach §34 oder §35 noch im Wege der Befreiung genehmigungsfähig ist, kann es nur noch in Verbindung mit der Neuaufstellung eines B-Plans genehmigt werden über...
§33 BauGB - Zulässigkeit von Vorhaben während der Planaufstellung
Wie lautet das Prüfschema zum Einfügen nach §34 (1) BauGB?
1. Rahmenbildung (Konstruktion eines "Ersatzbebauungsplanes")
2. Rahmenanwendung (auf Einzelfall)
3. Dehnung? (Vorhaben hält sich nicht an Rahmen, §34 (3a) -> Quasi-Befreiung)
4. Einengung? (Rahmen wird eingehalten, aber Gebot der Rücksichtnahme verletzt (Nachbar), Quasi-Anwendung des §15 BauNVO)
Nenne die Schritte zur Bestimmung der 'Eigenart der näheren Umgebung'
1. Umfassende Betrachtung (tatsächlich vorhanden in näherer Umgebung)
2. Konzentration auf das Wesentliche (nicht jede Bebauung in der Nähe bestimmt den Charakter -> alles außer Acht lassen, was als Fremdkörper zu betrachten ist
außer Acht zu lassen sind:
Anlagen, die nur am Rande wahrgenommen werden (beeinflussen Umgebung nicht wesentlich) oder
Unikate, die auffälligen Kontrast zur Umgebung darstellen und aus dem Rahmen fallen
Spielt die Gestaltung eines Gebäudes beim Einfügen in die nähere Umgebung eine Rolle?
nein, die Gestaltung gehört zur Kulturhoheit der Länder und wird durch die Regelungen des BauGB nicht erfasst
Was ist das Besondere am Bauen im Außenbereich?
- grundsätzlich unerwünscht
- zur Durchsetzung dieses Grundsatzes gibt es 3 Kategorien an Vorhaben im Außenbereich im §35 BauGB: priviligierte Vorhaben, nicht-priviligierte Vorhaben und begünstigte Vorhaben
Was sind priviligierte Vorhaben und wo sind sie definiert?
- §35 (1) BauGB
- gehören ihrer Natur nach in den Außenbereich
Was sind nicht-priviligierte Vorhaben und wo sind sie definiert?
- §35 (3) BauGB
- sind alle sonstigen Vorhaben im Außenbereich
- unterliegen einem Bauverbot, das nur im Einzelfall aufgehoben werden kann, wenn öffentliche Belange nicht beeinträchtigt werden und Erschließung gesichert ist (§35 (2))
Was sind begünstigte Vorhaben und wo sind sie definiert?
- §35 (4) BauGB
- knüpfen an vorhandene bauliche Anlagen an
- ihre Zulassung ist erleichtert, sie sind aber nicht priviligiert
- §35 (4) Nr. 1-6: Nutzungsänderung, Neuerrichtung, Wiedererrichtung, Änderung/Nutzungsänderung, Erweiterungen
Wo ist die Innenbereichsatzung geregelt?
§34 (4) bis (6) BauGB
- Klarstellungssatzung
- Entwicklungssatzung
- Ergänzungssatzungen
Wo ist die Außenbereichsatzung geregelt?
§35 (6) BauGB
Wie wird das Baurecht definiert und unterteilt?
= Vorschriften zur Ordnung der Bebauung und zu den Rechtsverhältnissen der am Bau beteiligten
- unterteilt in Privates & Öffentliches Recht
Definiere das private Baurecht!
- regelt Planung und Durchführung von Bauprojekten
- dient Verwirklichung privater Interessen
- Beziehung zwischen gleichgeordneten Rechtssubjekten
- Rechtssubjekte entscheiden selbst, wann und wie Rechtsbeziehungen zwischen ihnen entstehen (z.b. durch Verträge)
- Zuständigkeit: Amtsgericht, Landesgericht, Oberlandesgericht, Bundesgerichtshof
Definiere das öffentliche Baurecht!
- grenzt Handlungs- und Baufreiheit ein
- dient Umsetzung öffentlicher Interessen (dem Allgemeinwohl)
- Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen Staat und Bürger
- Rechtsverhältnis entsteht erst dann, wenn die Verwaltung rechtsvermittelnd tätig wird (z.b. durch Verwaltungsakt)
- Zuständigkeit: Verwaltungsgericht, Oberverwaltungsgericht, Bundesverwaltungsgericht
Wie lässt sich das öffentliche Baurecht unterteilen?
Planungsrecht:
-regelt: was nach Art und Maß der baulichen Nutzung gebaut werden darf
-definiert: den Begriff des Vorhabens
-bestimmt: wann und wo ein Vorhaben zulässig ist
Bauordnungsrecht:
-regelt: wie gebaut werden muss, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwenden
-definiert: den Begriff der baulichen Anlagen und Gebäude
-bestimmt: die Genehmigungsbedürftigkeit bei der Errichtung, Änderung und dem Abbruch baulicher Anlagen
Wie ist die Bauordnung NRW aufgebaut?
1. Teil: Allgemeine Vorschriften
2. Teil: Das Grundstück und seine Bebauung
3. Teil: Bauliche Anlagen
4. Teil: Die am Bau Beteiligten
5. Teil: Bauaufsichtsbehörden und Verwaltungsverfahren
6. Teil: Bußgeldvorschriften, Rechtsvorschriften, bestehende Anlagen und Einrichtungen
Was ist im ersten Teil der BauO NRW geregelt?
§1 Anwendungsbereich
§2 Begriffe
§3 Allgemeine Anforderungen
Was ist im §1 (1) BauO NRW geregelt?
wofür das Gesetz gilt: bauliche Anlagen, Bauprodukte, Grundstücke
Was ist im §1 (2) BauO NRW geregelt?
wofür das Gesetz nicht gilt:
1. Anlagen des öffentlichen Verkehrs
2. Anlagen, soweit sie der Bergaufsicht unterliegen
3. Leitungen (öffentliche Versorgung, z.b. Strom)
4. Rohrleitungen
5. Kräne und Krananlagen
6. Messestände
Was findet man im §2 BauO NRW?
Legaldefinitionen für:
- bauliche Anlage
- Gebäude(typen)
- Vollgeschoss
- Bauprodukte
- Stellplätze
- Geländeoberfläche
- oberirdische Geschosse
- Aufenthaltsräume
- Bauarten
Wo sind Bauliche Anlagen definiert und wie?
§2 (1) S. 1+2 BauO NRW:
Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen.
Verwendungszweck ist dazu bestimmt, überwiegend ortsfest benutzt zu werden.
Was sind auch bauliche Anlagen und wo sind diese definiert?
§2 (1) S.3 BauO NRW
Anlagen, von denen ähnliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung wie von Gebäuden ausgehen:
- Aufschüttungen & Ausgrabungen
- Lagerplätze, Abstellplätze
- Sport- & Spielflächen
- Campingplätze
- Stellplätze für Kfz
- Gerüste
- Hilfseinrichtungen zur statischen Sicherung von Bauzuständen
Wo sind Gebäude definiert und wie?
§2 (2) BauO NRW:
Gebäude sind selbständig benutzbare, überdachte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen.
(Eine bauliche Anlage ist nur dann ein Gebäude, wenn seine Überdachung bestimmt und geeignet ist, Niederschläge sicher abzuleiten)
Ist ein Fahrradschuppen nach BauO NRW ein Gebäude?
- selbständig benutzbar
- überdachte bauliche Anlage
- vom Menschen betretbar
- dient dem Schutz von Sachen
- leitet Niederschläge sicher ab
Ist ein Holzregal nach BauO NRW ein Gebäude?
- selbständig benutzbar
- überdachte bauliche Anlage
- vom Menschen nicht betretbar
- dient dem Schutz von Sachen
- leitet Niederschläge nicht sicher ab
Ist eine Bushaltestelle nach BauO NRW ein Gebäude?
- selbständig benutzbar
- überdachte bauliche Anlage
- vom Menschen betretbar
- dient dem Schutz von Sachen
- leitet Niederschläge nicht wirklich sicher ab
Welche Gebäudeklassen gibt es und wo sind diese definiert?
§2 (3) BauO NRW:
Gebäudeklasse 1: freistehende Gebäude mit einer Höhe bis zu 7m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400m^2
Gebäudeklasse 2: Gebäude mit einer Höhe bis zu 7m und nicht ehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400m^2
Gebäudeklasse 3: sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu 7m
Gebäudeklasse 4: Gebäude mit einer Höhe bis zu 13m und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400m^2 in einem Geschoss
Gebäudeklasse 5: sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude
Was sind Sonderbauten und wo sind diese definiert?
§50 BauO NRW:
Anlagen und Räume besonderer Art und Nutzung können im Einzelfall besondere Anforderungen gestellt werden.
Große Sonderbauten sind:
1. Hochhäuser (Gebäude mit einer Höhe von mehr als 22m)
2. (...)
Was sind Geländeoberflächen und wo sind diese definiert?
§2 (4) BauO NRW:
Geländeoberfläche ist die Fläche, die sich aus der Baugenehmigung oder den Festsetzungen des Bebauungsplanes ergibt, im Übrigen die natürliche Geländeoberfläche
natürliche Geländeoberfläche: beim Aufmaß des Grundstücks vorgefundene topografische Situation vor Beginn der Bauausführung
Beachte: Geländeveränderungen durch selbstständige Abgrabungen/Aufschüttungen mit dem Ziel die erforderlichen Abstandsflächen zu minimieren sind unzulässig
Was sind Vollgeschosse und wo sind diese definiert?
§2 (6) BauO NRW:
Vollgeschosse sind oberirdische Geschosse, die eine lichte Höhe (= OK Fertigfußboden bis UK Decke) von mindestens 2,30m haben
Was ist im zweiten Teil der BauO NRW geregelt?
§4 Bebauung der Grundstücke mit Gebäuden
§5 Zugänge und Zufahrten auf den Grundstücken
§6-11 (...)
Wie ist der Grundstüvksbegriff definiert?
Unter dem Grundstück im SInne des Baurechts ist das Grundstück im bürgerlich-rechtlichen Sinne zu verstehen.
Grundstück = Teil der Erdoberfläche, der im Bestandsverzeichnis des Grundbuches unter einer laufenden Nummer eingetragen ist
Müssen grundsätzlich alle Wohnwege, an denen Gebäude liegen, befahrbar sein?
§4 (1) BauO NRW:
Wohnwege, an denen nur Gebäude der Gebäudeklassen 1-3 zulässig sind, brauchen nur befahrbar zu sein, wenn sie länger als 50m sind
Welche Regelungen gibt es zu Feuerwehrzufahrten?
§5 (1) S.1 BauO NRW:
Von öffentlichen Verkehrsflächen ist insbesondere für die Feuerwehr ein geradliniger Zu- oder Durchgang zu rückwärtigen Gebäuden zu schaffen, zu anderen Gebäuden ist er zu schaffen, wenn der zweite Rettungsweg dieser Gebäude über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt.
S.2 BauO NRW:
Zu Gebäuden, bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8m über Gelände liegt, ist in den Fällen des S.1 anstelle eines Zu- oder Durchgangs eine Zu- oder Durchfahrt zu schaffen.
Was ist Ziel und Zweck der Abstandsflächenregelung?
- Ergänzung der planungsrechtlichen Vorschriften des §22 BauNVO über die Bauweise
- Versorgung der Gebäude mit Tageslicht
- Verhinderung zu enger Gebäudeabstände im Hinblick auf den sozialen Frieden
- Schutz vor Brandausbreitung und Ermöglichung der Brandbekämpfung
Wo sind Abstandsflächen geregelt?
§6 LBO NRW
Dürfen Abstandsflächen über das Grundstück hinausgehen?
§6 (2) LBO NRW
Die Abstandflächen müssen auf dem Grundstück selbst liegen. Sie dürfen auch auf öffentlichen Verkehr-, Grün-, und Wasserflächen liegen, jedoch nur bis zu deren Mitte.
Abstandsflächen dürfen sich ganz/teilweise auf andere Grundstücke erstrecken, wenn durch öffentlich-rechtlich (durch Baulast) gesichert ist, dass sie nur mit in der Abstandsfläche zulässigen baulichen Anlagen pberbaut werden.
Dürfen sich Abstandsflächen überdecken?
§6 (3) LBO NRW
Die Abstandsflächen dürfen sich nicht überdecken; gilt nicht für Außenwände die mehr als 75° zueinander stehen oder sich zu einem der fremden Sicht entzogenen Garten richten
Wie bemisst sich die Tiefe der Abstandsfläche?
§6 (4) LBO NRW
- bemisst sich nach der Wandhöhe, wird senkrecht zur Wand gemessen
- besteht eine Außenwand aus Wandteilen unterschiedlicher Höhe, so ist die Wandhöhe je Wandteil zu ermitteln
- bei geneigter Geländeoberfläche ist die im Mittel gemessene Wandhöhe maßgebend
Was wird bei der Tiefenbemessung von Abstandsflächen zur Wandhöhe hinzugerechnet?
§6 (4) S.6 LBO NRW
1. voll die Höhe von Dächern/Dachteilen mit Dachneigung >70°
2. zu 1/3 die Höhe von Dächern/Dachteilen mit Dachneigung >45°
3. zu 1/3 die Höhe von Giebelflächen im Bereich von Dächern/Dachteilen, wenn nicht beide Seiten eine Dachneigung von >70° haben
Wie tief müssen Abstandsflächen mindestens sein?
§6 (5) LBO NRW
0,4*H, mindestens 3m
Gewerbegebiete: 0,2*H, mindestens 3m
Kerngebiete: 0,25*H, mindestens 3m
Was bleibt bei der Bemessung von Abstandsflächen außer Betracht?
§6 (6) LBO NRW
1. Gesimse/Dachüberstände <1,50m
2. Vorbauten <1/3 der jeweiligen Außenwandbreite, <1,60m von dieser hervortreten & mind. 2m von Nachbargrenze entfernt bleiben
(7):
Maßnahmen zum Zwecke der Energieeinsparung und Solaranlagen an bestehenden Gebäude mit Stärke <0,3m & mind. 2,5m von Nachbargrenze entfernt
Wie sind Abstandsflächen für Windräder geregelt?
§6 (13) LBO NRW
- für Windenergieanlagen gelten die (4)-(6) nicht
- Tiefe der Abstandsfläche muss hier 50% ihrer größten Höhe betragen
- Abstandsfläche ist ein Kreis
Was ist das Schmalseitenprivileg?
= Ausnahme von den gesetzlichen Abstandsflächenvorgaben
- bei zwei Außenwänden eines Gebäudes (<16m Länge) reicht als Abstandsfläche die Hälfte der sonst in dem jeweiligen Wohngebiet erforderlichen Tiefe (also statt 0,8*H die 0,4*H)
- Mindestabstand: 3m
Wo und wie ist der Aufbau und die Zuständigkeit der Bauaufsichtsbehörden geregelt?
§57 (1) BauO NRW
- Oberste Baufsichtsbehörde: das für die Bauaufsicht zuständige Ministerium
- Obere Bauaufsichtsbehörde: die Bezirksregierungen für kreisfreie Städte und Kreise
- untere Bauaufsichtsbehörde: die kreisfreien Städte, die großen kreisangehörigen Städte sowie die Kreise für die übrigen kreisangehörigen Gemeinden; zuständig für den Vollzug dieses Gesetztes
Was sind Aufgaben und Befugnisse der Bauaufsichtsbehörden?
§58 BauO NRW
- Aufgaben der Gefahrenabwehr
- Bauaufsichtsbehörden haben bei der Errichtung, Änderung, Nutzungsänderung & Beseitigung sowie der Nutzung & Instandhaltung von Anlagen darüber zu wachen, dass die öffentlich-rechtlichen Vorschriften und die aufgrund dieser Vorschriften erlassenen Anordnungen eingehalten werden
- die mit dem Vollzug dieses Gesetzes beauftragten Personen (Sachverständige) sind berechtigt, in Ausübung ihres Amtes Grundstücke und Anlagen einschließlich der Wohnungen zu betreten (Einschränkung Art. 13 GG)
Was ist die Genehmigungspflicht und wo ist sie geregelt?
§60 (1) BauO NRW
- jedes Bauvorhaben (Errichtung, (Nutzungs-)Änderung & Beseitigung) ist genehmigungspflichtig
Was sind Ausnahmen der Genehmigungspflicht und wo sind sie geregelt?
§61 Vorrang anderer Gestattungsverfahren
§62 Genehmigungsfreie Bauvorhaben, Beseitigung von Anlagen
§63 Genehmigungsfreistellung
§78 Genehmigung fliegender Bauten
§79 Bauaufsichtliche Zustimmung
-> die Genehmigungsfreiheiten entbinden nicht von der Verpflichtung zur Einhaltung der Anforderungen, die durch öffentlich-rechtliche Vorschriften an Anlagen gestellt werden
Welche verfahrensfreien Bauvorhaben sind im §62 (1) BauO NRW aufgelistet?
1. Gebäude bis 75m^2 Rauminhalt/Garagen/Gewächshäuser o.ä.
2. Anlagen der technischen Grundausrüstung
3. Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien
4. Anlagen zur Ver- und Entsorgung
5. Masten, Antennen, ähnliche Anlagen
6. ortsfeste Behälter
7. Mauern & Einfriedungen
8. private Verkehrsanlagen
9. Aufschüttungen & Abgrabungen
10. Anlagen in Gärten zur Freizeitgestaltung (z.b. Pool)
11. Fenster, Türen, etc.
12. Werbeanlagen
13. Baustelleneinrichtungen u.ä.
Welche Bauvorhaben sind nach §62 (2) - (4) BauO NRW verfahrensfrei?
- Änderung der Nutzung von Anlagen
- Beseitigung
- Instandhaltungsarbeiten
Welche Genehmigungsverfahren gibt es?
§ 64 BauO NRW: vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren (Regelverfahren)
§ 65 BauO NRW: Baugenehmigungsverfahren
§ 66 BauO NRW: Typengenehmigung, referenzielle Baugenehmigung
Wann greift das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren nach §64 BauO NRW?
bei der Errichtung und Änderung von Anlagen, die keine großen Sonderbauten sind
Wann greift die Typenbaugenehmigung/referenzielle Baugenehmigung nach §66 BauO NRW?
für bauliche Anlagen, die in derselben Ausführung an mehreren Stellen errichtet werden sollen
Wo und wie ist der Bauantrag einzureichen?
§70 BauO NRW
schriftlich & bei der unteren Bauaufsichtsbehörde
In welchem Zeitraum wird über den Bauantrag entschieden?
§ 71 (6) BauO NRW
3 Monate, im Falle des vereinfachten Verfahrens nach 6 Wochen