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Def. Emotionen nach Zimbardo et. al 

Emotionen sind eine spezielle Klasse von Emotionen, die uns dabei helfen, unsere Aufmerksamkeit auf wichtige Situationen zu richten und darauf zu reagieren sowie anderen unsere Absichten mitzuteilen. 

Sokolowski - Fünf Emotionskomponenten 

  1. Kognitive Komponente
  2. Psysiologische Komponente 
  3. Behaviorale Komponente 
  4. Expressive Komponente 
  5. Subjektive Komponente 

Def. Kognitive Komponente 

- Gedanken 

Befürchtung des Versagens und möglicher Konsequenzen 

Def. Physiologische Komponente 

- Körper 

trockener Mund, Herzrasen 

Def. Behaviorale Komponente 

- Verhalten ( nach außen sichtbar ) 

Def. Expressive Komponente 

- Ausdruck ( Körpersprache ) 

 

Def. Subjektive Komponente 

- Gefühle 

Was genau zeichnet die fünf Emotionskomponenten nach Sokolowski aus ? 

Sie treten nicht alle gleichzeitig auf und haben eine unt. Ausprägung. 

( sind der Selbst- und Fremdbeobachtung zugänglich sowie messbar ) 

Was stellt das Strukturmodell des Affekts ( Circumplex-Modell ) - Bezug auf die Abbilung 

Das zweidimensionale Strukturmodell affektiver Zustände bildet unterschiedliche emotionale Zustände ab, die sich im Hinblick auf  Valenz ( Wertigkeit) und  Aktivierungsgrad unterscheiden 

Welche zwei Dimensionen beinhaltet das Strukturmodell des Affekts ? 

- Valenz ( Wertigkeit ) - emotionale Erfahrung - angenehm / unangenehm

- Ausprägung des Aktivierungsgrades - aktiviert / deaktiviert 

Wie lassen sich Affekte, Stimmungen und Emotionen generell unterscheiden ? 

  • erkennbare Ursachen
  • mögliche Kognitionen 
  • Intensität 
  • Dauer des emotionalen Zustands 
  • Notwendigkeit einer Verhaltensantwort 

Def. Affekte 

- emotionaler Zustand, der von allen 3 Zuständen der intensivste ist

- lässt sich am schlechtesten kontrollieren 

- weist die kürzeste Dauer auf 

- unmittelbare und heftige Reaktion auf auslösende Ursache ( ist von außen beobachtbar) 

- handelnde Person nimmt die Reaktion als automatisch wahr und kann sich im Anschluss nur schlecht daran erinnern 

Def. Stimmung 

- bildet den Gegenpol zum Affekt 

- oftmals ohne erkennbare Ursache

- von geringer Intensität 

- vergleichsweise lange Dauer 

- erfordert zumeist kein Verhalten 

- Kognition nicht zwingend notwendig 

 

laut Schmidt-Akzert : Dauertönung des Erlebens 

Def. Emotion 

- Kriterien sind zwischen Affekt und Stimmung 

- haben eine erkennbare Ursache

- werden notwendigerweise von Kognitionen begleitet 

- sind von mittlerer Intensität und Dauer 

 Def. Emotionen - neurobiologische Sicht - Damasio

- komplexe, größtenteils automatisch ablaufende, von der Evolution gestaltete Programme für Handlungen. 

- basieren auf innere Abläufe, die von Gedanken begleitet werden. 

Def. Gefühle - neurobiologische Sicht - Damasio

Gefühle beruhen auf kombinierter Wahrnehmung unserer  körperlichen und geistigen Zuständen, während eine Emotion abläuft. 

Art und Anzahl von Emotionen - Ortony und Turner 

- 3 bis 11 Basisemotionen ( 1930 - 1987 ) 

- Anzahl hing von Einschlusskriterium ab

Art und Anzahl von Emotionen - Watson 

  • Basisemotionen sind nicht erlernt, sondern gehen mit bestimmten physiologischen Reaktionen einher und sind mit diesen Fest verdrahtet oder " hardwired"
  • bestimmte Emotionen sind Teil des biologischen Erbes einer Spezies und nei allen Mitgliedern zu finden 

Art und Anzahl von Emotionen - Paul Ekman

  • interkulturelle Studien des Gesichtsausdrucks von Personen 
  • 7 verschiedene Emotionen ( Zorn, Angst, Trauer, Ekel, Verachtung, Überraschung und Freude) 
  • sind universal und kulturübergreifend 
  • Basis für neurokulturelle Emotionstheorie 
  • Ursprünglich 6 Emotionen - Verachtung wird stets nur Menschen oder menschlichem Handeln entgegengebracht, nicht aber Geschmack, Gerüchen und Berührungen 

Def. Rad der Emotionen von Robert Plutchik 

  • 8 primäre Emotionen ( innerer Kreis ) 
  • sekundäre Emotionen ( äußerer Kreis ), die durch Kombination von benachtbarten Emotionen gebildet werden 
  • Bsp. Optimismus: rwartung und Freude 

Psychologische Ansätze nach Charles Darwin ( Sinn des Ausdrucks von Gemütsbewegungen) 

- Prinzip der zweckmäßig assoziierten Gewohnheiten: 

Das Ausdrucksverhalten bei unseren Vorfahren war lediglich willkürlich ausgeführte Ausdrucksbewegungen ohne emotionale Funktion. Sie dienten der Aussendung emotionale Signale (Zähnefletschen eines Hundes beim Kampf). Bei häufiger Ausführung wurde das Ausdrucksverhalten zur Gewohnheit, wodurch mit der Zeit bei bestimmten emotionalen Zustanden diese Ausdrucksgewohnheiten ohne die geringste Anstrengung und ohne Bewusstsein ausgeführt werden konnten.  

Basale Verhaltensmuster nach Merten 

- Grundlage für Emotionen 

- Haben die Funktion, Handlungstendenzen auszuwählen, welche die Bedürfnisse des Organimus sowie die Anforderungen der Umwelt berücksichtigen. 

Funktionen von Emotionen ( noch aktuelles Prinzip von Darwin ) 

  • Adaptive ( sich anpassende ) Funktion
  • Organismische Funktion 
  • Kommunikative Funktion 
  • Signalfunktion 

Funktionen von Emotionen- Adaptive sich anpassende Funktion 

  • müssen Selektionsvorteil mit sich bringen 
  • es werden bevorzugt Merkmale weitervererbt, die Anpassung von Individuen an ihre jeweilige Umwelt verbessern und damit Überleben und Fortpflanzung sichern ( Ultimate Ursachen) 
  • in Bezug auf Verhalten und äußeres Erscheinungsbild 

Funktionen von Emotionen - Organismische Funktion ( Merten ) 

  • ermöglichen flexible und schnelle Reaktionen von Individuen auf sich verändernde Umweltbedingungen 

Funktionen von Emotionen - Kommunikative Funktion 

durch emotionales Ausdrucksverhalten eines Mitglieds werden Handlungen bzw. Handlungstendenzen in einer Gruppe angeregt und miteinander synchronisiert 

Funktionen von Emotionen - Signalfunktion 

Prinzip der assoziierten Gewohnheiten 

Evolutionsbiologische Forschung - Überprüfung seiner ( Darwin) Annahme über das emotionale Ausdrucksverhalten 

  1. Beobachtung von Geisteskranken und Kindern wegen ihres ungehemmten Verhaltens
  2. Dekordierungsstudien: Versuchspersonen müssen Gesichtspersonen fotografierter Personen einschätzen 
  3. untersuchte Personen eines fremden Kulturkreises, ob diese Emotionen von Europäern erkennen, obwohl sie nur wenig Kontakt mit diesen hatten. 

Universalitätshypothese des mimischen Ausdrucks - Studie von Ekman und Friesen 

  • Studie mit 180 Erwachsenen und 130 Kindern eines Stammes aus Neuginea
  • kein oder nur wenig Kontakt zu Westeuropäern 
  • 6 Basisemotionen ( Glück, Traurigkeit, Wut, Überraschung, Ekel und Angst) 
  • es wurden 3 Fotos präsentiert und gleichzeitig eine emotionale Geschichte von einem Einheimischen vorgelesen ( nur ein Foto passte zu der Emotion in der Geschichte ) 

 

Universalitätshypothese des mimischen Ausdrucks -  Ergebnis der Studie von Ekman und Friesen 

Studie bestätigt Darwins Hypothese, dass der mimische Ausdruck von Emotionen kulturunabhängig / kulturübergreifend ist 

Studien belegen best. kulturelle Unterschiede im Hinblick auf Emotionsausdruck 

  • keine Geschlechter- sowie Altersunterschiede beim erkennen der unterschiedlichen Emotionen 
  • nur 28% der Erwachsenen konnten zwischen Angst und Überraschung unterscheiden - Angst ist in der Kultur eher ungewöhnlich und wird deshalb mit Überraschung assoziiert. 

Def. Kulturspezifische Darstellungsregeln ( Display Rules ) 

  • soziale / kulturelle Regeln für "angemessenes" nonverbales Ausdrucksverhalten (i.S.v. wann und wo wird welches Ausdrucksverhalten erwartet?), die im Laufe der Entwicklung erlernt werden
  •  Die informellen Normen und Erwartungen einer Gesellschaft darüber, welche Emotionen man wann zeigen und welche man wann nicht zeigen oder durch den Ausdruck anderer Emotionen überlagern sollte

Def. Kulturelle Unterschiede im Verhalten 

Anpassungsstrategien, auf die Individuen zugreifen können ( können sich in einer unklaren Situation auf diese Anpassungsstrategier verlassen)

Beispiele für kulturelle Unterschiede um Verhalten 

  • Kollektivistische Kultur : Japan Ziele der Gemeinschaft stehen im Vordergrund - Vor ranghöheren Personen werden Emotionen unterdrückt / keiner intensive Beziehung zu Außenstehenden 
  • Individualistische Kulutr : Amerika Individuelle Ziele stehen im Vorderung  - sucht mehr individuellen Kontakte / großer Wert Emotionen ggü. anderen Personen zu übermitteln 

Emotionaler Stimmausdruck - Studien mit Schauspielern ( Merten) 

Schauspieler teilten Probanden über sinnlose Sätze Emotionen mit 

Emotionaler Stimmausdruck - Studien mit Schauspielern ( Merten) - Ergebnis  

  • Emotionen konnten zu 50% richtig zugeordnet werden
  • der emotionale Stimmausdruck bleibt über sprachliche und kulturelle Studien erhalten 

Emotionaler Stimmausdruck - Verhaltensanalysen bei Tieren 

Tiere äußern verschiedene Emotionen in unterschiedlichen Tönen 

Emotionaler Stimmausdruck - Juslin und Lauka 

Betonen die Notwendigkeit ergänzender Forschungsbemühungen, um das ganze Set an relevanen Reizen beschreiben zu können. 

Vertreter des amerikanischen Behaviorismus 

John B. Watson und  Burrhus F. Skinner 

Standpunkt der Behavioristen in Bezug auf die Untersuchung von Emotionen 

Behavioristen lehnten die Introspektion und somit auch die Untersuchung vin Emotionen als unwissenschaftlich ab und konzentrierten sich ausschließlich auf beobachtbares Verhalten. 

Watson : Unter einer behavioristischen Perspektive verbindliche Definitionen in der Emotionspsychologie nicht möglich seien. 

Def. Emotionen nach Watson 

  • Emotionen sind angeborene Reaktionsmuster, die tiefgreifende Veränderungen im ganzen Körper bewirken, jedoch insbesondere Veränderungen der inneren Organe und des Drüsensystems führen. 
  • Reaktionsmuster: Wenn der geliche auslösende Reiz präsentiert wird, die einzelnen Details der Reaktion in etwas der gleichen Reihenfolge sowie mit einer gewissen Kontinuität erfolgen. 
  • Emotionen + Instinkte - angeborene Formen menschlicher Reaktionen 
  • Gewohnheiten zählen zu den erworbenen Formen 
  • Mit dem Alter nur schwer möglich angeborene und erworbene Reaktionsformen getrennt voneinander zu betrachten 
  • Angst, Wut und Liebe gehören als ursprüngliche und grundlegende Emotionale Reaktionen zur menschlichen Natur

Def. Preparedness- Seligman

  • Größere Bereitschaft gewisse Reize mit anderen Reizen zu verknüpfen 
  • Phobisches Vermeidungsverhalten: hoher Grad an Preparedness 
  • Begrenztes Set möglicher Objekte 
  • Wird lediglich in einem Druchgang erworben 
  • basiert nicht auf kognititven Lernprozessen

resistent ggü. einer Löschung 

 

Erhöhte Prepotency in Verbindung zu Emotionen 

Phylogenetisch bedeutsame Reize sind am besten dazu geeignet, emotionale Reaktionen auszulösen und deswegen gegenüber anderen Reizen über eine erhöhte Prepotency verfügen. 

Mowrer - Emotion Angst 

Angst : 

  • eine erlernte Reaktion auf kond. Reize, die in der Vergangenheit mit Verletzung und Angst assoziiert waren 
  • angepasstes Verhalten: biologischen Nutzen, da sie Individuen auf mögliche traumatischer Ereignisse vorbereitet - um schädigende Effekte zu verringern 
  • Die Empfindung von Angst kann in vielen Fällen auch nicht mit der objektiven Bedrohung übereinstimmen - Grund: unt. Phänomene wie Aberglaube und Psychoneurosen 

Auswirkungen von Emotionen 

Auf welche Weise und mit welcher Wirkung Persönlichkeitseigenschaften ( Dispositionen ) unser emotionales Verhlaten beeinflussen. 

Def. Dispositionen 

Überdauernde Persönlichkeitsmerkmale, durch die Personen sich in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit unterscheiden, mit der sie ein bestimmtes Verhalten zeigen. 

Emotionen und Persönlichkeit - Sokolowski 

Menschen unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit, den eigenen emotionalen Zustand erkennen oder benennen zu können, sowie in der Anzahl der Wörte, die ihnen hierfür zur Verfügung steht. 

Krone und Rausch in Bezug auf das Erleben und Ausdruck positiver Emotionen 

Postive Emotionen führen zum Erleben positiver Affekte und hängen mit einer Reihe von Persönlichkeitseigenschaften zusammen 

Eysenck Persönlichkeitstyp der Extraversion - Unterteilung 

  • Extraversion 
  • Impulsivität 
  • Sensation Seeking 

Def. Extraversion 

Personen mit dieser Persönlichkeitseigenschaft erleben in sozialen Situationen relativ häufig positive Gefühle 

benötigen im Vergleich zu introvertierten Menschen ein höheres Maß an Stimulation von außen 

suchen daher verstärkt soziale Kontakte auf 

Def. Impulsivität 

  • können ihr Verhalten nur unzureichend kontrollieren 
  • handeln oder reden zumeist unüberlegt 
  • neigen zu risikoreichem Verhlaten und lernen oftmals nicht aus den negativen Konsequenzen ihres Handels 

Def. Sensation Seeking 

Bedürfnis von Personen nach Erlebnissen und Abenteuern - aufregende oder gefährliche Sportarten 

- erzeugt ein optimales Erregungsniveau, wogegen wiederholende Tätigkeiten bei Sensation Seekern schnell Langeweile erzeugt

Def. Hedonic Tone - Eysenck 

Nach der Theorie von Eysenck kommt es auf das richtige Maß an Stimulation an 

wenig oder zu viel Stimulation führt zu negativen Gefühlen 

mittleres Niveau - idealer Zustand des Wohlbefindens ( Hedonic Tone) 

Def Introvertierte - Stimulation 

Introvertierte benötigen weniger Stimulation als Extrovertierte, um in einen positiven Gefühlszustand zu kommen. 

Def. Indifferenzniveau 

Stimulation wird im Bereich der Indifferenzschwelle entsprechend deren neutralem Niveau als neutral erlebt 

Unterteilung von Impulsivität nach Eysenck 

  1. funktionale Form 
  2. dysfunktionale Form 

Def. Funktionale Form der Impulsivität 

  • Person wechselt schnell von einem Reiz auf einen anderen
  • ist meistens in den Situationen auch erforderlich und somit angemessen 

 

Def. Dysfunktionale Form der Impulsivität 

  • unzureichende Impulskontrolle 
  • zentrales Merkmal vieler - auch klinisch relevanter - Verhaltensstörungen Bsp. Borderline-Persönlichkeitsstörung , ADHS oder auch bei aggressiven Verhaltensproblemen 

Def. negative Affektivität 

Veranlagung von Menschen beschrieben, häufig einen Zustand der negativen Angespanntseins zu erleben ( gekenntzeichnet durch Angst, Nervosität, Gefühl der Gereiztheit ) 

Erleben und Ausdruck negativer Emotionen - Frauen und Männer 

  • Panikstörungen und Depressionen kommen laut Studien häufiger bei Frauen vor als bei Männern 
  • Frauen sind häufiger von depressiven Symptomen betroffen
  • Frauen neigen häufiger zu Grübeln, chronischen Belastungen
  • Frauen haben vermehrt das Gefühl keine Kontrolle über ihr Leben zu haben - Konzept der erlernten Hilflosigkeit  

Def. Konzept der erlernten Hilflosigkeit - Seligman 

Personen erlangen infolge von Erfahrungen den Eindruck, keine Kontrolle über das eigene Leben zu haben, was neben Hilflosigkeit, Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Wertlosigkeit bewirken kann. 

 Def. Angst und Ängstlichkeit 

  • zeitüberdauerndes Persönlichkeitsmerkmal  
  • kann sich ebenfalls auf eine aktuellen emotionales Zustand beziehen 

Komponenten des Persönlichkeitsmerkmales Angst

  • Kognitive Komponente der Besorgnis 
  • emotionale Komponente der Wahrnehmung autonomer Besorgnis  ( zum Beispiel schwitzen oder erröten ) 
  • mangelndes Selbstvertrauen 

Bereichsspezifische Ängstlichkeit 

Nicht alle Situationen werden als gleichermaßen angstauslösend empfunden, sondern können sich auf spezifische Bereiche beziehen. 

- Bsp. in Situationen, die körperlich bedrohlich sind - medizinische Eingriffe

Def. Typ-A-Persönlichkeit 

  • Persönlichkeitstyp, der ehrgeizig, gehetzt, ungeduldig und leicht erregbar ist 
  • deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko ( wichtiger Risikofaktor bei arbeitenden US-Bürgern mittleren Alters) 

Def. Typ-B-Persönlichkeit 

Persönlichkeitstyp, dergelassen und entspannt reagiert 

Krone und Trausch - Forschung Typ-X-Persönlichkeit 

  • Das Typ-A-Verhaltensmuster stand weniger im Vordergund der aktuellen Forschung und erfährt erst Wiederbelebung durch Diskussionen um die Typ-D-Persönlichkeit 

Def. Typ-D-Persönlichkeit 

  • Unterdrückung von Gefühlen in sozialen Beziehungen 
  • hohe negative Affektivität
  • disponentielle Neigung mit Aggression zu reagieren 
  • kognitive Komponente: bezieht sich auf die freindselige Einstellung der Person 
  • Ärger stellt die emotionale Grundlage der Aggression dar, die sich in körperlichen, kognitiven und Verhaltensreaktionen zeigen kann.

Zwei unterschiedliche Tendenzen der Typ-D-Persönlichkeit 

  1. Ärger offen zu zeigen 
  2. Ärger zu unterdrücken und gegen die eigene Person zu richten, was das Risiko für eine Herzerkrankung steigert 

Gründe, die uns dazu bewegen, unsere Emotionen zu regulieren 

  • hedonistische Motive - Vermeidung des eigenen persönlichen negativen affektiven Zustands
  • soziale Motive: 
  • Im Sinne des Impression Managments einen guten Eindruck hinterlassen 
  • Prosoziale Motive sind für uns handlungsleitend, wenn wir die Gefühle eines anderen nicht verletzten wollen 
  • Wir wollen das Verhalten anderer beeinflussen - zBsp. druchs weinen Zuwendung erhalten 

Def. Impression Managment 

Darunter sind diverse Techniken zu verstehen, mit denen wir uns vor anderen gegenüber vorteilhaft darstellen. 

Strategien der Emotionsregulation nach Gross - drei Aspekte 

  1. Unter Emotionsregulation versteht man die Steigerung, Verminderung sowie Aufrechterhaltung von sowohl positiven als auch negativen Emotionen. 
  2. E. kann bewusst sowie unbewusste geschehen
  3. Die Emotionsregulation ist weder positiv noch negativ 

Strategien der Emotionsregulation nach Gross

  1. Antezendenz fokussierte Strategie
  2.  Reaktionsfokussierte Strategien

Def. Antezendenz fokussierte Strategie 

Eine Strategie, die zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Emotionsprozesses an den Ursachen bzw. Auslösern der Emotion ansetzt 

- emotionale Reaktionstendenzen sind noch nicht vollstädnig aktiviert 

- Durch den frühen Einsatz können wir bereits zu Beginn des Prozesses wählen, welche Situationen oder Kontakte wir suchen oder vermeiden 

Def. Reaktionsfokussierte Strategie 

Strategie, die zu einem späten Zeitpunkt des Emotionsregulationsprozesses ansetzen, wenn die emotionalen Reaktionstendenzen ausgelöst wurden.

- sind auf Unterdrückung von Reaktionstendenzen ausgerichtet 

Vergleicher beider Strategien nach Gross

Alle im Vorfeld der Reaktionen eingesetzten Strategien, die zur Neubewertung der Situation führen, sind zu bevorzugen 

Grund: Reaktionsfokussierte Strategien führen zur deutlichen Verminderung positiver Emotionen 

- negative Emotionen werden nur im geringen Umfang reduziert 

durch die vermehrte sympathische Aktivierung kommt es zu einer Belastung des Herzkreislaufsystems 

 

Def. Resilienz 

ist der Prozess, in dem Menschen auf Probleme und Veränderung mit Anpassung ihres Verhaltens reagieren

Def. Kardiovaskuläres System 

  • Herz-Kreislauf-System 
  • transportiert zu den unterschiedlichen Körperorganen 

Funktion des Mediators in der Theorie von Gross 

Eine postive Neubewertung scheint hierbei als Mediator zu dienen, , der zwischen den schnell normalisierenden  kardiovaskulären Werten von Personen und dem stressvollen Ereignis vermittelt.

Def. Mediator 

Ein Faktpor der Person oder sozialen Umwelt, welche den Zusammenhang zwischen zwei anderen Faktoren vermittelt bzw herstellt. 

 

Bei der Emotionsregualtion:  Die positive Neubewertung der Sitaution stellt in diesen Fall den Mediator dar. Dieser ist der Vermittler zwischen dem stressvollen Ereignis und der schnellen Normalisierung der kardiovaskulären Werte. 

Klassifizierungsschema affektregulierender Strategien - Parkisnon und Totterdell 

  •  162 unterschiedliche bewusste Strategien , un negative Affekte zu regulieren 
  • wurden auf erkennbare Unterscheidungsmerkmale klassifiziert und flossen dann in ein mOdell ein, was die beiden im Vorfeld entwickelt haben 

 

Worin lassen sich die erkennbaren Strategien unterscheiden ?

  • kognitive Stragegien 
  • Verhaltensbezogenen Strategien 

Wodurch werden die beiden Strategien geprägt bzw. warauf sind die ausgerichet ? 

  • auf Aktivität und problemlögung ausgerichtet 
  • durch Rückzug und Ablenkung geprägt 

Def. Stimmungskongruente und - inkongruente Informationen 

Menschen suchen vermehrt nach Sitautionen oder Aktivitäten, die unserer aktuellen oder allg. Gefühlslage entspricht + dazu geeignet erscheinen diese aufrecht zu erhalten 

Nehmen verstärkt war, was stimmungskongruent ist / stimmungsinkongruente Informationen werden eher ausgeblendet 

Kann die Wahnehmung verzerren 

Def. Fehlerattributionen 

  • glückliche Personen - wohlwollendes Urteil 
  • verärgerte Menschen - tendieren verstärkt zum überkritischem Urteilen 
  • bei gemischten Botschaften reagieren wir eher auf den positiven Teil der Botschaften, wenn wir in guter Stimmung sind und auf den negativen Teil, wenn wir in negativer Stimmung sind

Def. Semantische Netzwerktheorie ( Bower ) 

Jede Emotion entspricht einem speziellen Knoten innerhalb des Gedächnissen, inklusive eines dazugehörigen Netzwerkes, das aus entsprechenden Ausdrucksverhalten, persönlicher Bewertung und Erinnerungen besteht 

Gedächnisabruf bei Semantischer Netzwerktheorie 

Abruf der Informationen erfolgt umso leichter / schneller, wenn die Umstände ähnlich sind wie die, unter denen diese eingespeichert wurden 

Def. entgegengesetzte Richtungen zeigende Pfeile 

weisen auf eine wechselseitige Aktivierung der Knoten hin.

Die Aktivierung bestimmter Emotionen mit dem dazugehörigen Netzwerk unterdrückt die Aktivierung einer anderen Emotion 

Aktivierung von Ärger - Unterdrückung von Freude

Aktivierung zweier Emotionen, die sich nicht gegenseitig unterdrücken 

Vermischung beider Emotionen 

Bsp. Überraschung und Traurigkeit - Enttäuschung 

Einfluss auf das Entscheidungs- und Planungsverhalten 

  • Fälle von Patienten, die eine Verletzung des Frontallappens aufweisen 
  • Fall des Bahnarbeiters Phineas Gage, dieser trotz des Unfalls überlebte und nach weniger als zwei Monat als genesen von den Ärzten befunden wurde
  • Allerdings was Gage nicht mehr der selbe 

Auswirkungen der Verletzung des Frontallappens auf den Patienten ? 

  • launenhaft, respektlos und ungeduldig 
  • konnte seinen Emotionen nicht mehr kontrollieren  
  • nicht in der Lage pläne für seine Zukunft zu entwickeln 
  • traf selbstschädigende Entscheidungen 

Kognitive Mechanismen der Symptomwahrnehmung - Salovey

Personen berichten von einer höheren Anzahl von körperlichen Symptomen wenn sie traurig sidn + unfähig sind, sich so zu verhalten, dass ihre Krankheit erträglicher wird / Symptome vermindert werden 

Traurige Gemütslage - Glaueb vermehrt anfällig für zukünftige Krankheiten zu sein 

Def erster kognitiver Mechanismus der Symptomwahrnehmung 

1.größere Wahrscheinlichkeit, mit der traurige Menschen solche Erfahrungen, die mit Krankheit verbunden sind und ihr Urteil über ihren aktuellen Gesundheitszustand entsprechend negativ beeinflussen. 

Def zweiter kognitiver Mechanismus der Symptomwahrnehmung 

2. Traurige Personen neigen verstärkt dazu ihre Wahrnhemung auch sich selbst, statt auf die äußere Umwelt zu richten. 

- Nehmen innere Symptome stärker wahr 

- Sidn weniger durch Umweltreize abgelenkt 

Studie zum Ende des Jahres 2019 zum Thema Stress 

  • für eine Studie wurden im Jahre 2019 3.529 Personen in Deutschlang befragt und nach ihren guten Vorsätzen für das neue Jahr befragt. 
  • Dabei gaben 62% der Befragten an, sich vorgenommen zu haben in diesem Jahr Stress abzubauen oder zu vermeiden. 
  • Stressvermeidung war bereits im Vorjahr Platz 1 der Vorsätze 
  • scheint Thema zu sein, das in Bevölkerung präsent ist

Cannon Stressreaktionen  

  •  physiologische Seite 
  • Phylogeneteischer Nutzen 

Def. Phylogenetischer Nutzen - Stressreaktion nach Cannon

  • Unmittelbarer Zusammenhang zwischen Wut und dem Instinkt zu kämpfen 
  • sowie zwischen Angst und Fluchtinstinkten 

Def. Physiologische Seite - Stressreaktionen nach Cannon

  • durch starke Reaktionen sowie Schmerzen wird Ausschüttung von Adrenalin gesteigert - führt zu bestimmten körperlichen Veränderungen 

Welche Therapie wurde mithilfe dem Zwei-Faktoren-Modell der Angst entwickelt ? 

Die Konfrontationstherapie

Def. Konfrontationstherapie

Ein Patient, welcher unter eine stark ausgeprägten Angst oder Phobie leidet, wird seiner Angst ausgesetzt ohne eine Möglichkeit dieser zu enkommen oder auszuweichen. Patient lernt dadruch, dass die befürchteten Konsequenzen ausbleiben

Die Cannon-Bard-Theorie

Ein Emotionaler Reiz beruht auf einer körperlichen Erregung und dem emotionalen Erleben. Gehirn ( Gehinrzentren) vermittelt zwischen Reiz und Reaktion. Hierbei entstehen Gefühle sowie emotionaler Audruck

 

körperliche Erregung - Vermittlung über das sympathische Nervensystem - Herzrasen , Schwitze etc 

emotionales Erleben - Entwicklung über die Großhirnrinde - Gefühl von Liebe 

Die Theorie von Schachter und Singer 

Das Erleben von Emotionen basiert auf :

- physiologischer Erregung 

- kognitive Bewertung 

 

+ 3. Behauptungen 

Neurowissenschaftliche Aspekte der Reizverarbeitung - 2 Pfade 

1. Angeborene Bewertungsmechanismen, die das überleben sichern , führen zu spezifischen,automatischen Reaktionen (erfolgen unbewusst)  

2. Basiert auf Basis individueller Erfahrungen ( Vermeidungsverhalten -Freezing)  - können pathologische ( krankhafte) Formen annehmen

Mere - Exposure-Effekt 

Durch wiederholte unbewusste Darbietung eines reizes, kann dessen Präfererenz erhöhen, selbst wenn dieser Reiz nur subliminal wahrgenommen wird 

Def. Bottom-Up-Prozesse 

Sensorische Informationen werden in höhere Gehirnzentren weitergeleitet, verarbeitet und klassifiziert

Def. Top-Down-Prozesse 

Wahrnehmungsprozesse, bei denen frühere Erfahrungen, Erwartungen und Motive beeinflussen, wie man etwas wahrnimmt oder interpretiert. 

Funktion Limbisches System

  • wichtige Rolle bei der Emotionsverarbeitung 
  • Belohnungszentren 
  • bei Gedächnis- und Lernprozessen beteiligt 
  • vermittelnde Funktion zwischen emotionalen Zuständen, Gedächnisinhalten und motiviertem Verhalten 
  • Reagulation wichtiger physiologischer Funktionen 

Ergebnis der Studie von Klüver und Bucy 

Das limbische System hat eine große Bedeuteung für den emotionalen Ausdruck und Sozialverhalten - siehe Studie mit Affen + Klüver-Bucy-Syndrom

Kernmerkmale der Studie Klüver und Bucy 

- Klüver-Bucy-Syndrom 

- visuelle Agnosie 

 

Bestandteile des limbischen Systems

  • Amygdala
  • Hippocampus 
  • Hyppothalamus 

Aufgabe des Hippocampus 

Verarbeitung und nachhaltige Speicherung von expliziten Gedächnisinhalten 

Kurzzeitige Zwischenspeicherung von Erinnerungen an Gerüche, Gefühle und Geräusche und Orte, welche verbunden mit einer bestimmten Episode sind 

 

Linker H. : Verbale Informationen 

Rechter H. Erinnerungen an Visuelles 

Schädigung des Hippocampus 

  • Neue Fähigkeiten zwar erlernbar, aber nicht daran erinnerbar 
  • fehlende konkrete Erinnerung an den traurigen Film, jedoch fühlt man sich immernoch eine kurze zeit später traurig 

Funktion der Amygdala 

  • Emotionskontrolle 
  • Ausbildung von emotionalen Gedächnisinhalten 
  • bei der Konditionierung von Furcht beteiligt 

Schädigung der Amygdala 

  • Klüver-Bucy-Syndrom- verändertes Sozialverhalten 
  • Konditionierung von Furcht nicht mehr möglich 

Hypothalamus 

  • kleinste Struktur des limbischen Systems 
  • Zuständig für Homöostase - Zusammenziehen von Blutgefäßen bei zu niedriger Temperatur 
  • Reguliert Endokrines System 
  • involviert bei körperlichen Stressreaktionen 
  • vermittelt zwischen dem Endokrinen System und dem zentralen Nervensystem 

Der präfrontale Kortex 

  • Wichtige Funktion bei der Umsetzung von Emotionen in Handlungsplänen 
  • Bei Läsion: Einschätzung der Konsequenzen des emotionalen Handelns nicht mehr möglich - rücksichtsloses und unzuverlässigen Verhalten 

Lateralisierung 

Spezialisierung der beiden Großhirnhälften auf jeweils bestimmte Reize 

Linke Seite : positive und freudige Emotionen 

Rechte Seite: negative Emotionen 

Sympathikus

wirkt körperlich aktivierend - überraschende und aversive Emotionen 

Parasympathikus 

dient der Körperregulation - also körperlich hemmend 

- angenehme Emotionen 

Das vegetative Nervensystem 

  • Versorgung der inneren Organe 
  • Herstellung der Homöostase ( Regulierung der chemischen Körpersubstanzen ) 
  • Beinhaltet neben dem Darmnervensystem auch sympathische und parasympathische Anteile - wirken als Gegenspieler, dienen jedoch gemeinsam dem Ziel der Homöostase 

Def. negative Verstärkung 

  • Entfernung eines negativen Reizes 
  • Verhalten wird erneut gezeigt - Wahrscheinlichkeit Verhalten nochmal zu zeigen wird erhöht 

Def. Instrumentelles Konditionieren 

Verhalten wird mit den darauf folgenden Konsequenzen assoziiert 

postive K. - Verhaten wird vermehrt gezeigt 

negative K. - Verhalten wird vermieden 

Def. Explizites Gedächnis 

bewusste Emotionsverarbeitung erfolgt über eine langsames, bewusstes System, das mit dem expliziten Gedächnis verbunden ist. 

 

- Hippocampus 

Def. Implizites Gedächnis 

Ist für phylogenetische Reize empfänglich - implizites Gedächnis vergisst nur langsam 

Funktion des Endokrinen System 

- Regulation wichtiger Funktionen 

- eng mit Nervensystem verbunden 

- stellt Hormone als chemische Botenstoffe her und gibt sie in die Blutbahnen ab 

- reagiert auf die Hormonen Konzentration im Blut oder aufgrund der Anregung durch andere Hormone und Nervenimpulse 

Funktion der Hormone im Endokrinen System 

  • Hormone beeinflussen das emotionale Erleben und Verhalten 
  • Aufrechterhaltung alltäglicher Funktionen wie die Regulation des Blutspiegels 
  • in besonderen Lebensabschnitten bedeutsam 
  • beeinflussen sekundäre und primäre Geschlechtsmerkmale 

Funktion des Hypothalamus - Endokrines System 

spezifische Zellen des H. erhalten Signale anderer Zellen - Befehl bestimmte Hormone an die Hypophyse zu senden. 

- produziert unterschiedliche Arten von Hormonen 

- regen bestimmt Freisetzung von Hormonen an oder bremsen diese ( Beeinflussung anderer Drüsen ) 

- stellt unter anderem für das Wachstum wichtige Hormone her 

Def. Hypophyse 

  • Hirnanhangsdrüse 
  • Zentrale Drüse im mitteleren Teil des Gehirns
  • Zentrale Position im endokrinischen System 

Das vegetative Nervensystem 

zwei zentrale Aufgaben 

  1. versorgt innere Organe, Gefäße und Drüsen 
  2. Ruf den Zustand der Homöostase hervor - Regulation und Ausbalancierung von chemischen körpersubstanzen 

Def. Sypathikus und Parasympathikus 

S.- wird körperlich aktivierend - mit überraschenden und aversiven Emotionen verbunden 

Paras. - dient der Regeneration des Körpers - wird zumeist mit angenehmen Emotionen in Verbindung gebracht 

Def. Endokrines System 

Ein Hormonproduzierendes Netz von Drüsen, das die Hormone in das Blut ausschüttet. 

1. kognitiver Mechanimus 

Beruht auf größerer Wahrscheinlichkeit, mit der sich traurige Menschen an Erfahrungen erinnern, die mit Krankheit verbunden sind und Urteil über aktuellen Gesundheitszustand negativ beeinflussen. 

2.kognitiver Mechanismus 

Traurige Menschen neigen verstärkt dazu, Wahrnehmung auf sich selbst, statt auf die Umwelt zu richten. 

Def. Stress 

allg. physiologische Anpassungsreaktion auf äußere belastende Bedingungen und Situationen 

Def. Stressoren

können positiven sowie negativen Stress hervorrufen ( General Adaption Syndrom bzw. generelles Adaptions- oder Anpassungssyndrom) 

Def. General Adaption Syndrom 

- Beschreibung wie der Körper auf Stress reagiert 

 

3 Stadien 

  1. Alarmreaktion 
  2. Widerstandsphase 
  3. Erschöpfungsstadium 

Def. Alarmreaktion 

- kurzer anfälliger Schock 

Def. Widerstandsphase 

Kräfte werden zur Bewältigung mobilisiert 

Def. Erschöpfungsstadium 

bei fortdauernder Belastung sinkt Widerstandskraft und Krankheitsanfälligkeit steigt 

Auswirkungen von Stressreaktionen auf den Menschen 

Bei nur kurzfristige Aktivierung und einem stetigen Wechsel zwischen Stressreaktion und Phasen der Entspannug ist Stress nicht gesundheitsschädlich - hat sogar positive Auswirkungen auf Leistung und Motivation. 

4 Aspekte für die gesundheitsschädliche Wirkung der körperlichen Stressreaktionen relevant sind 

  1.  Steinzeit : damals wurden die Fett- und Zuckerreserven für den Kampf oder die Flucht bereitgesetllt. Bei einer Stressreaktion wird natürlicherweise mehr Reserven bereitgestellt als wir heute brauchen, daher werden diese nicht vollständig aufgebraucht. Kann mit einer erhöhten Blugerinnung zu Gefäßverengungen sowie Gefäßverschluss führen. 
  2. Chronifizierte Stressreaktionen: Körper kann nicht in seinen ursprünglichen Ruhezustand gelangen,wodurch die Anspannung kontinuierlich aufrechterhalten wird. 
  3. Vermehrte Ausschüttung von Cortisol - schwächt auf die Dauer die immonologische Abwehr und erhöht die Infektionsanfälligkeit 
  4. Bewältigungsversuche wie Rauchen, Fast Food in großen Mengen führen langfristig zur Erhöhung des Erkrankungsrisikos, verringerter Belastbarkeit sowie Widerstandskraft

Rückkopplungsmechanismen des General Adaptation Syndrom 

sorgt dafür, dass die hormonelle Stressreaktion nicht zu stark ausfällt 

 

Glukokortikoid- Konzentration im Blut wird an den Hypothalamus und der Hypophyse gemeldet. Weitere Freisetzung von CRF und ACTH wird gehemmt 

Bei physiologischen Stressreaktionen werden notwendige Systeme angeregt und regenerative / reproduktive Körperfunktionen gebremst

2 Systeme sind zuständig: 

  1.  Sympathikus-Nebennieren-Achse
  2. Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinden-Achse 

 Sympathikus-Nebennieren-Achse

als akute Reaktion auf Stress, bei der die Signalübertragung sehr schnell über elekt. Impulse erfolgt. 

Forschung Cannons: bestimmte Reize sorgen für die Ausschüttung von Adrenalin - erhöht den Puls, Blutdruck und Blutzuckerspiegel - die Durchblutung zum Gehirn wird verbessert 

Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinden-Achse 

Wird bei anhaltender Belastung aktiviert - Signalübertragung erfolgt über Hormonabgaben in das Blut ( erheblich langsamer als die akute Stressreaktion) 

 

Hypothalamus setzt das Hormon CRF frei - regt auf dem Blutweg die Hirnanhangsdrüse an - diese setzt ACTH frei - bewirkt eine erhöhte Ausschüttung von Cortisol in der Nebennierenrinde - führt zu einer vermehrten Bereitstellung von Energie 

Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus - Annahme 

  •  nicht alle Personen reagierten gleichermaßen auf ein potentiell stressauslösendes Ereignis
  • um individuellen Unterschieden gerecht zu werden, erweiterte er mit Kollegen Seyles Perspektive um die persönliche kognitive Bewertung (cognitive appraisal) des stressvollen Ereignisses sowie Strategien, die der betreffenden Person zur Bewältigung der Herausforderung zur Verfügung stehen (Coping-Strategien) -
  • nachdem Umweltreiz wahrgenommen wurde, erfolgt kognitive Bewertung der Situation

Veranschaulichung des Stressmodells von Richard Lazarus 

5 Stadien 

  1.  Umweltreiz wird noch der Person wahrgenommen und durchläuft einen Wahrnehmungsfilter ( Selektion ) 
  2. Primäre Bewertung 
  3. Sekundäre Bewertung 
  4. Coping ( Stressbewältigung - problemorientiert oder emotionsorientiert )
  5. Neubewertung ( Anpassung und Lernen) 

1. Stadium des Stressmodells von Lazarus 

Nachdem der Umweltreiz von der Person wahrgenommen wurde, erfolgt kognitive Bewertung der Situation

Primäre Bewertung - Einschätzung des Stressors

3 mögliche Beurteilungen: positiv, stress bezogen oder irrelevant 

Es wird anhand der eigenen Bedürfnisse beurteilt, ob eine Verletzung oder eine Bedrohung vorliegt oder ob es sich um eine Herausforderung handelt. 

2. Stadium des Stressmodells von Lazarus 

Sekundäre Bewertung - Analyse der zur Verfügung stehenden Ressourcen bzw. subjektive Einschätzung der persönlichen Fähigkeiten 

 

Primäre und sekundäre Bewertung können sich überlappen: Sekundäre Bewertung kommt zu der Bewertung, einer Aufgabe gewachsen zu sein - Primäre Bewertung der Aufgabe als bedrohlich wird verhindert. 

3. Stadium des Stressmodells von Lazarus 

Coping - Stressbewältigung- Auseinandersetzung mit der belastenden Situation

  1. problemorientiert - Kompetenzerweiterung 
  2. emotionsorientiert - Entspannung, Ablenkung etc. 

Erste Strategie setzt direkt am Problem und dessen Veränderung an. Zweite Strategie wird erst angesetzt, wenn eine direkte Veränderung des Stressors nicht möglich erscheint. 

4. Stadium des Stressmodells von Lazarus 

Neubewertung - Anpassung und Lernen 

Weitere Faktoren, die Einfluss auf den Stressprozess haben: 

  • die zeitliche Nähe sowie auf die Dauer und die Art des Stressord ( physisch, sozial ) 
  • wie kontrollierbar oder vorhersehbar er ist 

Def. Daily Hassles 

Emotionen werden nicht nur durch außergewöhnliche Ereignisse hervorgerufen, sondern auch in gewöhnlichen Alltagssituationen sowie durch Gedanken und Tätigkeiten hervorgerufen. 

 

Die anhaltenden, alltäglichen Ärgernisse, die auch als Daily Hassles bezeichnet werden ( nervige Nachbar, Stau...) sind gesundheitsrelevant. 

Def. Ressourcen 

besondere Fähigkeiten und äußere Faktoren, die es ermöglichen, eine belastende Situation erfolgreich zu meistern. 

Von der interpersonalen zur intrapersonalen Handlungsregulation 

  •  Angeborene verfügen über ein angeborenes emotionales Ausdrucksverhalten ( unreif und unausgerichtet) - benötigen bei der Regulation ihrer Emotionen die Unterstützung ihrer Eltern 
  • ab dem zweiten Monat sind Säuglinge in der Lage, ihre Emotionen in belastendenen oder negativen Situationen eigenständig zu regulieren und sich selbst beruhigen 
  • mit der Zeit entwickeln sich die Vorläuferemotionen des Söuglings zu voll funktionsfähigen und motivdienenden Emotionen 
  • interpersonaler Regulationsprozess - Erwerb eines vielfältigen Repertoires an unterschiedlichen Emotionen , diese sie an ihre Eltern übermitteln 
  • Im Kleinkindalter und Vorschulalter entwickelt das Kind unter Anleitung der Eltern zunehmend die Fähigkeit sich selbst zu regulieren ( intrapersonale Emotionsregulation ) 

Freude - Auführungen von Lohaus 

  •  in angenehmen und vertrauten Situationen
  •  positive Wirkung auf soziale Interaktion - bei Neugeborenen reflexartig, fördert Beziehung und Bindungen an Bezugspersonen
  •  zwischen 6. & 10. Woche werden freundliche Gesichter bevorzugt
  • mit 2 Monaten Verständnis für Zusammenhang zwischen ihren Handlungen und resultierenden Konsequenzen, erleben Freude über Urheberschaft

Angst - Auführungen von Lohaus

  •  wird bei Bedrohung und Gefahr erlebt
  • Flucht- und Vermeidungsverhalten
  •  bei Säuglingen bis zu 7 Monaten nur schwer von anderen negativen Zuständen zu unterscheiden
  •  7 - 12 Monate fangen Kinder an zu fremdeln
  •  ab 1 Jahr bezieht sich Kind auf affektive Situationen anderer
  •  2 - 4 jährige verfügen über imaginäres Vorstellungsvermögen
  •  5 - 7 Jahre verfügen sich Ängste auf konkrete Verfahren

Ärger - Ausführungen von Lohaus 

  •  wird erlebt, wenn Individuum gehindert wird, ein bestimmtes Ziel zu erreichen
  •  motiviert, Hindernisse zu beseitigen
  • bei 2-jährigen kommt sprachlicher Ausdruck von Ärger hinzu - offene Wutausbrüche gehen ab 3. Lj. zurück -
  • ab Mitte 2. Lj. entwickeln sie objektives Selbstbewusstsein

Def Bindungsverhalten nach John Bowlbys 

  • er geht von einem Bindungssystem des Kindes aus, das darauf ausgerichtet ist, Nähe und Sicherheit durch die Bezugsperson zu garantieren, indem der Säugling Bindungsverhlaten einsetzt ( Lächeln) 
  • Eltern verfügen über ein Fürsorgesystem, das auf Fürsorgeverhlaten ausgerichtet ist 

Unterschied Bindungsverhalten und Bindung 

Bindungsverhalten: Verhaltensweisen des Kindes, um die Nähe der Bezugsperson zu sichern

Entwickelt sich früh und ist zunächst noch nicht auf bestimmte Personen ausgerichtet 

Bindung: emotionales Band zwischen Kind und seiner Bezugspersn 

Entwickelt eine Bindung mit zunehmender Vertrautheit und Interaktion zwischen dem Kind und der Bezugsperson. 

 

Def. inneres Arbeitsmodell 

  • zwischen eineinhalb Jahre und zwei Jahren ist das Kind zunehmend in der Lage, sich von der Bezugsperson zu trennen, um stattdessen seine Umwelt zu erkunden. 
  • Zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich ein inneres Arbeitsmodell, das die bisherigen Bindungserfahrunges des Kindes präsentiert, wodurch die permanente Anwesenheit der Eltern nicht mehr zwingend erforderlich ist.  

 

Auswirkungen sicherer Bindung 

  • sicher gebundene Kinder zeigen ausgeprägtes Erkundungsverhalten
  •  sicher gebundene Kinder im Schulalter weniger ängstlich und beliebter sind als unsicher gebundene
  •  positive Interaktionen zwischen Eltern und Kind fördern positive Beziehung und sichere Bindung
  •  sicher gebundene Kinder machen Erfahrung, sich bei Problemen auf Bezugsperson verlassen zu können

Auswirkung unsicherer Bindung 

(früheres Bindungsbedürfnis des Kindes wurde nicht angemessen befriedigt) 

  • Stressverarbeitungssystem des Kindes nicht ausgereift 
  • Steigung der Anfälligkeit für physische und psychosoziale Belastungen , höheres Risiko für physische Krankheiten  ( Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen)
  • Waisenkinder, die zwar versorgt wurden, aber keine liebevolle Zuwendung erhielten, krankheitsanfälliger waren und ein erhöhtes Risiko aufwiesen, zu versterben. 
  • Misshandlung in der Kindheit: geringe Anzahl von Glukokortikoid- Rezeptoren sowie ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel - hormonelle Stressreaktionen verstärkt und verlängert werden. 
  • Starker und dauerhafter Stress kann dazu führen, dass der Alterungsprozess beschleunigt wird, indem die DNA-Endstücke an den Chromosomen, frühzeitig kürzer werden.