Definition nach Gerring & Zimbardo (§ wesentliche Merkmale des Lernens
"Lernen ist ein Prozess, der in einer relativ konsistenten Änderung des Verhaltens oder des Verhaltenspotenzials resultiert und basiert auf Erfahrungen"
Lernen:
Der Prozess des Lernens bewirkt eine relativ dauerhafte, erfahrungsbasierte Verhaltensänderung
3 Kernmerkmale des Lernens:
Änderung des Verhaltens oder des Verhaltensrepertoires
Verhaltensänderung relativ konsistent und nachhaltig (um als erlernt zu gelten)
Aufnahme Informationen, bewerten, transformieren und auf diese reagieren, mit dem Ziel, unsere Umwelt zu beeinflussen oder uns an diese anzupassen
Verhaltensdisposition:
Bereitschaft, sich unter mehr oder weniger spezifischen Bedingungen in einer bestimmten Weise zu verhalten (also z.B. Gedächtnisinhalte abrufen bzw. bestimmte Probleme lösen zu können oder mit Angst zu reagieren)
Aufbau Verhaltensdispositionen:
Implizitem vs. Inzidentellem Lernen vs. Explizitem und hypothesengeleitetem Lernen
Habituation/Gewöhnung
basale Form des Lernens
Wiederholte Darbietung eines Reizes führt zu Nachlassen der Verhaltensreaktion
Verhaltensveränderung nicht dauerhaft, da das Verhalten durch andere Umgebungsreize erneut verändert wird
Neutraler Stimulus (NS):
Reiz, der unerwartet ist, jedoch keine starke Abneigung hervorruft
Da der Reiz keine besondere Bedeutung hat, ist die durch den Reiz hervorgerufene Orientierungsreaktion (OR) individuell sehr unterschiedlich
Unkonditionierte Stimuli (UCS):
Reize, bei deren Wahrnehmung unmittelbar eine spezifische, angeborene unkonditionierte Reaktion erfolgt, z.B.: Zurückziehen Hand heiße Herdplatte
Arten von UCS angelehnt an Bodemann/Perrez/Schär :
das Paradigma des klassischen Konditionierens
Klassisches Konditionieren:
Ablauf Klassisches Konditionieren
Konditionierung höherer Ordnung:
weiterer NS wird mit einem zuvor konditioniertem Reiz (z.B. Glocke) verbunden, der zumeist schwächer ausfällt als die Konditionierung erster Ordnung, aber durchaus in der Lage ist, den Speichelfluss des Hundes auszulösen
Reflexkette
Prinzipien der klassischen Konditionierung
Nach Myers ermittelten Pawlow und seine Kollegen in ihrer weiteren Forschung ings. 5 wesentliche Konditionierungsprozesse
Kontiguität:
räumlich-zeiltiche Nähe zwischen der Präsentation eines konditionierten Reizes und des unkonditionierten Reizes
Löschung/ Extinktion:
Die Wahrscheinlichkeit der CR nimmt ab, wenn der US über einen längeren Zeitraum nicht mehr dem CS folgt
Spontanerholung:
CR wird nicht wirklich verlernt, sondern eine Spontanerholung der gelöschten Reaktion führt dazu, dass diese nach einem gewissen Zeitraum wieder auftritt
Spontanremission:
bei psychischen Erkrankungen zu einer Besserung kommt, ohne dass eine therapeutische Intervention erfolgte
Laut Koch und Stahl: bei konditionierten Inhibition (Hemmung) :
Kontingenz
Reizgeneralisierung:
Tendenz, nach der Konditionierung einer Reaktion auf Reize, die dem CS ähneln, ähnliche Reaktionen wie CS auszulösen (Little Albert Experiment)
Phobie:
"Eine beständige und irrationale Angst vor bestimmten Objekten, Aktivitäten oder Situationen, die angesichts der tatsächlichen Bedrohung stark übertrieben und unbegründet ist"
Reizdiskriminierung:
Die erlernte Fähigkeit, zwischen CR und anderen Reizen zu unterscheiden
Reizgeneralisierung und - diskrimination
Gerring und Zimbardo betonen: zentrale Bedeutung, die das Gleichgewicht von Reizgeneralisierung und diskriminierung für die Funktions- und Anpassungsfähigkeit eines Organismus hat
Äquipotenzialität
Preparedness
Prepotency:
Reize mit hoher Prepotency: Schlangen, Spinnen, enge Räume -> einfach zu konditionieren
Rescorla-Wagner-Modell
Konditionierte physiologische Reaktion bei Drogenkonsum
-> neutrale Reize (NS) = persönliche Umgebung, Gefühle oder Erinnerungen an Konflikte
-> unkonditionierte Reaktion (UCR) = Einnahme und Wirkung von Drogen
-> konditionierte Reize (CS) = physiologische Vorbereitung auf die erwarteten Effekte der Droge
-> konditionierter Reflex (CR) = Drogenverlangen
Erklärung:
Die Konditionierung von Immunreaktionen (Beispiel Ratten)
Beispiel Ratten:
-> Die Koditionierung mit CY hatte zu einer kompletten Immunsuppression geführt
Instrumentelles Lernen und operantes Konditionieren
Thorndike
Edward Lee Thorndike (1874-1994) -> wichtiger Vertreter des amerikanischen Behaviorismus
Lernen durch Versuch und Irrtum
1911: experimentelle Studien mit Katzen
Das Gesetz des Effekts
Zusammenhang von Verhalten und Konsequenzen
Methoden zum operanten Konditionieren
Ziel: Die zugrunde liegenden Prinzipien der Verhaltenssteuerung zu erforschen
Skinner: differenzierte zwischen klassischer und operanter Konditionierung
Operantes Verhalten: wenn die Handlung einen operativen Eingriff in die Umwelt darstellt, um damit die gewünschten Konsequenzen herbeizuführen
Dreifachkontingenz:
die Beziehung zwischen einem diskriminativen Hinweisreiz, dem Verhalten und der Konsequenz
Primäre Verstärker:
Ungelernt und biologische Bedürfnisse befriedigen (etwas zu trinken zu bekommen, wenn man Durst hat)
Sekundäre Verstärker:
Konditioniert und wirken durch ihre Kopplung mit einem primären Verstärker (Geld, Lob oder Anerkennung, wenn wir diese mit Belohnung assoziieren)
Menschen sind inder Lage unmittelbare Belohnungen zugunsten zeitverzögerter Belohnung aufzuschieben ->
Belohnungs-bzw. Grafikationsaufschub - Begriff geprägt von Walter Mischel
Als Verstärker kann jeder Reiz fungieren, der die Wahrschienlichkeit des Verhaltens durch seine kontingente Darbietung erhöht
Reize können abhängig vom jeweiligen Individuum und der Situation als positiv, negativ oder neutral bewertet werden
Positive Verstärkung
Das Verhalten wird durch einen angenehmen Reiz bekräftigt
Negative Verstärkung
Ein unangenehmer Reiz wird vermindert oder entfernt
Das Schließen des Fensterns bei lauten Bauarbeiten
Bestrafungsreiz:
jeder Stimulus, der - wird er kontingent zu einer Reaktion dargeboten - die Wahrschienlichkeit dieser Reaktion sinkt im Laufe der Zeit
Positive Bestrafung:
Ein unangenehmer Reiz wird als Folge eines Verhaltens verabreicht - Schmerz, der beim Anfassen eines heißen Bügeleisens dazu führt, es kein weiteres mal zu berühren
Es kommt in einer Situation was dazu von außen, was vorher nicht gegeben war
Negative Bestrafung:
Ein angenehmer Reiz wird im Anschluss an ein Verhalten weggenommen - Handy weg bei schlechten Noten
Positive und negative Verstärkung
erhöhren die Wahrschienlichkeit einer Reaktion
Bestrafung bewirkt das Gegenteil
Folgen von Bestrafung in der Kindererziehung
Myers:
Unterschiedliche Möglichkeiten der positiven Verstärkung
Shaping (Verhaltensformung)
Löschung
Verstärkungspläne
Variable Quotenpläne
Feste Quotenpläne
Feste Intervallpläne
Variable Intervallpläne
Shaping (Verhaltensformung)
schrittweise an das erwünschte Verhalten herantragen, indem Reaktionen, die in die gewünschte Richtung gehen, belohnt und alle anderen ignoriert werden
Löschung
Die Reaktion nimmt ab, wenn die Verstärkung aufhört, kann aber nach einer Pause erneut auftreten
Verstärkungspläne
Variable Quotenpläne
Verstärkung erfolgt nach einer nicht vorhersehbaren und variablen Anzahl von Reaktionen, sie führt zu hohen Reaktionsraten und zu einer großen Resistenz (Beispiel Spielautomaten)
Feste Quotenpläne
Auf jeden Verstärker folgt eine Pause, die umso länger ausfällt, je höher der Quotient ist. Ist das Verhältnis hingegen zu gering, kann dies zur Löschung des Verhaltens führen
(Versicherungsvertreter z.B.)
Feste Intervallpläne
Verstärken die erste Reaktion nach einem festgelegten Zeitintervall, bei der die Ausdauer des Verhaltens belohnt wird und langsame, aber stetige Reaktionen erzeugt werden
Variable Intervallpläne
Das Zeitintervall, das angibt, wann die Wartezeit vorbei ist, willkürlich festgelegt, wodurch langsame, aber stetige Reaktionen ausgelöst sind
Spiegelneuronen:
Nervenzellen im Stirnlappen der Hirnrinde, die reagieren, wenn die Handlung eines anderen beobachtet wird oder bestimmte Handlungen eines anderen beobachtet wird oder bestimmte Handlungen selbst ausgeführt werden
Theory of mind:
persönliche Theorie von Menschen, it der sie sich mentale Zustände anderer erklären
Autistische Störungen: fehlendes Theory of mind
Soziale Lerntheorie Albert Banduras
Sozial-kognitive Lerntheorie: prosoziales wie auch aggressives Verhalten ist sozial vermittelt
4 Prozesse des Modelllernens:
Die der Beobachter dem Midell und dessen verhalten zuwendet
Die vorraussetzt, dass es dem Beobachter möglich ist, das Verhalten nachzuahmen
die in dem Beobachter das Bedürfnis wecken, das beobachtbare Verhalten umsetzten zu wollen
Bildliche Repräsentation