Wie lautet die Definition von Strafen?
Strafe ist ein mit Tadel verbundenes Übel, das wegen einer strafbaren Handlung von einem Strafgerichta ufgrund und nach Maßgabe der Schuld des Täters verhängt wird.
Welche Position nimmt die Schuld im Zusammenhang zur Strafe ein?
Die Schuld ist nicht nur Voraussetzung (auf Grund), sondern auch die Grenze (nach Maßgabe) der Strafe. Das Maß der Strafe darf daher das Maß der Schuld nicht übersteigen. Im Einzelfall kann es schwierig sein das Maß der Schuld zu bestimmen.
Welche Straftheorien kennst du?
Wo liegt der Unterschied zwischen der absoluten und der relativen Straftheorie?
Erfolgt die Begründung der Strafe losgelöst von der gesellschaften Funktion, spricht man von der absoluten Straftheorie, wird sie aber auf die gesellschaftliche Funktion bezogen, so wird die relative Straftheorie angewendet.
Worum geht es bei der absoluten Straftheorie?
Bei der absoluten Straftheorie geht es schlicht und einfach um den Vergeltungsgedanken und die Sühne. Man verzichtet auf rationale Begründungen und die Strafe soll einen "Ausgleich" zur begangenen Tat sein ("jeden widerfahre das, was seine Taten wert sind"). Keine Rolle dagegen spielen Zwecküberlegungen.
Welche gesellschaftliche Aufgabe übernimmt die relative Straftheorie?
Prävention - im Vordergrund sthen dabei dei Rückfallsverhütung (Spezialprävention) und die Normenstabilisierung in der Allgemeinheit (Generalprävention).
Erkläre Spezialprävention:
Die Spezialprävention setzt an der individuellen Gefährlichkeit des Einzelnen an: Strafen werden angedroht und verhängt um diesen Täter von künftigen strafbaren Handlungen abzuhalten und zu rechtstreuem Verhalten zu erziehen.
Erkläre Generalprävention:
Hier steht die erzieherische Wirkung der Strafe auf die Allgemeinheit im Vordergrund: Strafen werden angedroht und verhängt, um der Begung strafbarer Handlungen durch andere entgegenzuwirken.
Was versteht man unter der Vereinigungstheorie?
V.a. in der Praxis (überholt) vertretene Auffassung, dass Vergeltung, General- und Spezialrävention verbunden werden. Alle diese Zwecke werden bei der Verhängung der Strafe verbunden und berücksichtigt, aber nicht immer im gleichen Maß. Häufig überwiegt ein Strafzweck.
Welche Wirkungen hat eine Strafe? Beschreiben Sie diese kurz.
Beschreiben Sie das Wesen von vorbeugenden Maßnahmen:
Sanktionen, die nicht an der Schuld des Täters, sondern ausschließlich an dessen Gefährlichkeit anknüpfen.
Was ist die Voraussetzung für eine vorbeugende Maßnahme?
Begehung einer mit Strafe bedrohte Handlung
Wann können vorbeugende Maßnahmen verhängt werden?
Nur aus Anlass (wegen) einer strafbaren Handlung (= Anlasstat) angeordnet werden.
Wie lautet die Definition von vorbeugenden Maßnahmen?
Eine vorbeugende Maßnahme ist nit ein mit Tadel verbundenes Übel, das wegen einer strafbaren Handlung von einem Strafgericht aufgrund und nach Maßgabe der besonderen Gefährlichkeit des Täters verhängt wird.
Welchen Zweck verfolgen vorbeugende Maßnahmen?
Sie verfolgen im Gegensatz zu Strafen nur einen spezialpräventiven Zweck, indem die künftige Gefährlichkeit gerade eines Täters bekämpft wird. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten.
Welche 3 Arten von freiheitsentziehenden, vorbeugenden Maßnahmen gibt es?
Wie verhalten sich die Tadels- und die Übelswirkung im Bezug zu den vorbeugenden Maßnahmen?
Vorbeugende Maßnahmen sind mit keiner Tadelswirkung verbunden. Durch die freiheitsentziehenden Maßnahmen (Täter wird von Allgmeinheit abgesondert), erleidet er ähnliche Einbußen seiner Freiheit wie bei einer Frehieitsstrafe, aber im Gegensatz zur Strafe ist dieses Übel keine beabsichtigte Folge der Maßnahme.
Welche Konsequenz hat die Zweispurigkeit der Verbrechensbekämpfung?
Enfällt die Schuld wegen Zurechnungsunfähigkeit, weist der Täter aber eine besondere Gefährlichkeit auf, wird er anstelle einer Strafe mit einer vorbeugenden Maßnahme belegt.
Sind sowohl Schuldfähigkeit als auch besondere Gefährlichkeit gegeben, können vorbeugende Maßnahme und Strafe nebeneinander verhängt werden.
Was bedeutet Vikariieren?
Hinsichtlich der Reihenfolge des Vollzugs von Freiheitsstrafe und freiheitsentziehenden vorbeugenden Maßnahmen folgt das StGB idR dem für den Täter günstigen Prinzip des Vikariierens.
D.h. die vorbeugende Maßnahme ist zuerst (stellvertretend) zu vollziehen und auf die Strafe voll anzurechnen.
Was versteht man unter dem Prinzip der sozialen Verantwortung?
Die Spezialprävention tritt stärker in den Vordergrund als die Generalprävention und das nicht nur im Jugenstrafrecht, sondern auch im StGB. In diesem Sinn modifiziert dieses Prinzip die Strafzwecke.
Was meint man mit Verhältnismäßigkeitsgrundsatz?
Hieraus leitet sich eine weitere Begrenzung der Strafe ab: In der GRC findet man eine Ausformung dieses Grundsatzes, welcher traditionell eher auf vorbeugende Maßnahmen und eine prozessuale Eingriffsbefugnis setzt, im Kapital "Judizielle Grundrechte" ausdrücklich. Dmenach darf gem. Art. 49 Abs. 3 GRC das Strafmaß gegenüber der Straftat nicht unverhältnismäßig sein.
Was versteht man unter dem Prinzip der Opfergerechtigkeit?
Dies ist die wichtigste Veränderung im kriminalpolitischen Denken und betrifft die Hinwendung zum konkreten Tatopfer. Hier wird der Wandel vom engen Strafzweck hin zum weiter zu verstehenden Strafrechtszweck deutelich - nicht so sehr die Strafe ist es die dem Opfer etwas bringt, sondern der Geschädigte steht in vielen Fällen in einer Art Konkurrenzverhältnis zum Staat.